Wenn die Capstanantriebe nicht mehr von alleine anlaufen, weil die Lager trockengelaufen sind, hat sich bei mir folgendes Vorgehen bewährt:
Die Capstanwellen reinigen, hier darf Isopropanol verwendet werden.
Die Lager nur trocken mit einem Stück zusammengerolltem Hygienepapier reinigen.
Dann die Sinterlager mit einem Überschuss PDP56 versehen und über Nacht stehenlassen, ohne die Wellen einzubauen. Nach ein paar Stunden das Öl nochmal rundum verteilen, und wenn nichts mehr zu verteilen da ist, nochmal nachschenken.
Bei mir war das dann immer erfolgreich, und das für bestimmt jetzt 10 Jahre oder mehr.
Sehr interessanter Hinweis, danke Hans-Volker. Irgendwo habe ich mal ein Video gesehen, da wird ein trockenes Sinterlager mit einem Heißluftfön erwärmt, dann mit Öl benetzt und beim Abkühlen saugt sich dann das Öl in das Lager.
Bisher hatte ich zum Glück noch nie solche Extremfälle und das normale ölen hat ausgereicht.
Nun werden die Einzelteile wieder in umgekehrter Reihenfolge montiert. Aufpassen, dass die Wellen nicht rausrutschen.
Die Halteklammern müssen richtig einrasten. Dazu den Capstan von Hand entsprechend drehen, dass die Nut senkrecht verläuft. Dann am Besten mit beiden Daumen auf die Haltefeder links und recht drücken und nach unten drücken. Mit etwas Übung klappt das das gut.
Dann folgt der Einlauftest. Ab 11 Volt laufen meine Motoren an. In dieser Schaltung nicht über 15 Volt gehen, sonst wird die Elektronik gegrillt.
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
Hallo Manfred,
...da ich deinen Messaufbau gerade sehe..:
Ich habe im Vergleich von mehreren B215 Laufwerken festgestellt, dass die Stromaufnahme ein relativ guter Indikator für Zustand der Sinterlager/Capstan-Wellen ist.
Alle meine Problemfälle hatten (im nicht überholten Zustand..) eine Stromaufnahme von weit mehr als 200 mA pro Motor.
Der Spitzenreiter hatte 340mA. Dieser lief auch häufig nicht an.
Unter dem Mikroskop (100x) konnte man deutliche Einlaufspuren der Welle erkennen.
Der Strom bei stehendem Motor lag bei >400mA. Das machen die Transistoren nicht ewig mit. Daher resultieren auch die verbrannten Platinen bei einigen B215.
Diese Einlaufspuren hatte ich bisher bei zwei Geräten. Beide haben bei den Vorbesitzern >20 Jahre gestanden und
wurden dann wahrscheinlich einfach wieder (mit mittlerweile trockenen Lagern..) in Betrieb genommen.
Nach der Überholung lag der Strom (im Mittel..) zwischen 130mA-150mA pro Motor.
Das beste Ergebnis konnte ich in einem B215-S erreichen. Der Strom lag bei 125mA.
Vielleicht hilft es ja bei der Beurteilung.
Beste Grüße,
Wilhelm
Wir lösen ständig nur Probleme die wir ohne uns nicht hätten
danke für Deine Richtwerte. Das ist auf jeden Fall ein weiterer, sehr hilfreicher Parameter ... dass ich da selber noch nicht drauf gekommen bin...
Fassen wir zusammen. Nach Überholung der Capstanmotoren sollten folgende Werte eingehalten werden:
- Anlauf zwischen 11-12 Volt.
- Nach dem Ausschalten sollten die Schwungmassen ca. 2 s nachlaufen.
- Stromaufnahme pro Motor im Mittel zwischen 130-150 mA.
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
Im nächsten Schritt werden die mechanischen Laufwerksparameter geprüft. Ich zeige hier nur das Wichtigste.
Erfahrungsgemäß verstellt sich praktisch nichts von alleine. Sprich, wer ein 100% unberührtes Gerät hat, der muss keine/kaum mechanische Korrekturen vornehmen. Das Laufwerk hält seine Parameter über die Jahre sehr stabil. Auch war die Endkontrolle bei ReVox hervorragend.
Prüfung des Bandpfads der linken Bandführung. Kopfschlitten beim Magneten dafür von Hand bis zum Anschlag hochfahren. Als Rechtshänder mache ich das mit links
Prüfung des Bandpfads an der Gabel des AW Kopfes:
Prüfung der Kopf-Neigung (Tilt) und der Eintauchtiefe:
Und nun zur Aufklärung eines Ammenmärchens, welches sich hartnäckig auf Facebook und in Forenbeiträgen hält.
Die Parallelität der Andruckrollen wird nicht durch deren Durchmesser beeinflusst! Egal ob 12,6 mm oder 13 mm, der Anschlag wird durch eine Einstellschraube definiert, nicht durch die Andruckrollen.
Also schwenken wir den Kopfträger ohne Andruckrollen wieder bis zum Anschlag und Prüfen, ob die Achsen der Andruckrollen parallel stehen.
Gibt es Abweichungen, hat höchstwahrscheinlich jemand am Laufwerk gepfuscht. Ich habe diesbezüglich noch nie einen verstellten Anschlag gehabt. Dann schaut bitte ins SM, da steht, was man machen muss. Ebenso wenn der Kopf nicht parallel steht.
Hier passt alles zu 100%
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
es ist richtig, dass die Andruckrollen nichts mit dem Anschlag des Kopfes zu tun haben. Das einzigste was sich ändert ist, dass sich die Andruckräfte bei den Andruckrollen ändern. Je nach Andruckrollengröße eben mehr oder weniger.
Eine genaue Inaugenscheinnahme hat gezeigt, dass die Bandführung nicht mehr ganz taufrisch ist. Gelb vom Nikotin und ein angedeuteter Riss, der in Zukunft brechen könnte...
Deshalb wird das Teil ausgewechselt.
Die "italienischen" ReVox-Andruckrollen der Marke "Fazziglatti" werden gewechselt. Die Erfahrung zeigt, dass diese Rollen immer verhärtet sind. Also weg damit...
Ein paar neue Andruckrollen, vom ehemaligen NOS Bestand des guten "Fredgewinnt" (leider verkauft er keine Rollen mehr...) und das Laufwerk ist wieder fit und wird eingebaut.
Erster Probelauf...der Puls steigt...
TADAAAA...es funzt! (Bitte das Deck nur in diesem Zustand betreiben, wenn man weiß, was man tut...)
Hier sieht man, wie gut Andruckrollen und Achse justiert sind. Ohne Sicherungsringe an der Achse, wird die Testkassette durchgespielt. Die Rollen "wandern" nicht, auch wenn man diese um 180 Grad dreht.
Anm. Der Wickel wird natürlich sauber gewickelt...das ist nur eine von vielen maltretierten Test-Kassetten. Die haben bei mir nix zu lachen
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
Gerade löte ich meine LED Beleuchtung für das Originaldisplay. Da ich leider nur ein B-215 E besitze, habe ich mich entschlossen, das Originaldisplay wieder einzubauen, damit ich das eine Exemplar im Originaldesign in meiner Sammlung habe.
Die Ablesbarkeit ist jedoch bei diesem Display, wegen des schwarzen Rahmens, nochmals schlechter als beim normalen B 215, bei welchem der Rahmen in Silber gehalten ist und das Licht besser verteilt. Schwarz schluckt alles
Mit dem grünen China-Display sieht es wirklich hervorragend aus!
Rüdiger, hast Du selber revidiert, oder revidieren lassen?
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
18.06.2026, 13:37 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.06.2026, 13:40 von Manfred_K..)
Hallo Norbsi,
das ist eine optische Täuschung, da die Kanten angefast sind (Licht-Schatten). Der Block selber liegt Plan auf der Grundplatte.
Den Feinabgleich mache ich ebenfalls mit einer Kopfhöhenkassette von HPR - bei diesem Deck passte alles auf Anhieb, da noch niemand vorher daran geschraubt hat.
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
ich glaube mein H 1 versagt nun auch langsam. Siehe ...
Die Pegel sollten zumindest ohne Dolby gleich sein. Natürlich hat mein H 1 auch sehr viele Kondis von Philips auf den Leiterplatten. Ich denke mal, ich sollte sie alle rausfeuern und ersetzen.
Andy, natürlich könnte man den Pegel neu justieren, aber ein Neuabgleich macht nur mit neuen Elkos Sinn. Wenn Du eine "Revision Light" machen willst - wie gesagt, 3 Ladeelkos und alle hellblauen Philips - sind Pflicht. Den Rest könntest Du belassen.
Endspurt:
Dicken Lappen im Bereich der Chinchbuchsen unterlegen:
Ganz Wichtig! Damit die Zungenkontakte nicht verbiegen! Vorsicht beim Montieren der Front:
Etwas fummelig, aber wenn man die Kabel alle zurechtgeschoben hat, fällt das Bedienteil fast von alleine in die Endposition.
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
18.06.2026, 19:32 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.06.2026, 09:41 von Manfred_K..)
Zum Schluss erfolgt der Feinabgleich. Tachosignal, Dolby Pegel, Kopfhöhenkassette, Azimut, Input Balance, Pegelanzeige , 16 kHz Pegel, Rec-EQ usw... Steht alles im SM.
Zusammenfassung Dolby Level beim Revox B 215:
Dolby Level tape (200 nWb/m):
HA 12058, Pin 7, 580 mV ---> 775 mV (rms) am Line out ---> Anzeige: 0 dB am LCD-Display
18.06.2026, 19:57 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.06.2026, 19:57 von SonyKassette.)
Manfred, so sehen die Andruckrollen die ich verwende auch aus, also wie deine neuen mit dem dunkelgrauen Kern. Solche bekommt auch Alex von mir für sein WR735S. Ich hatte die vor ca 10 Jahren gekauft, 30 Stück, 9 sind noch da, 4 gehen an Alex.
@Lorenz, ja wenn ich gewusst hätte, wie gut diese Rollen sind, hätte ich bei meiner Erstbestellung mehr gekauft. Ich war leider etwas spät, als ich nachkaufen wollte, waren die Rollen ausverkauft...
Nun noch ein Praxis-Tipp für den Abgleich des Tachosignals nach:
Es ist fast unmöglich, direkt am Beinchen des IC zu messen. Die Gefahr ist groß, dass man mit der Messspitze abrutscht, während man am Trimmer justiert und auf das Oszi guckt.
Ich habe mal farblich kenntlich gemacht, an welchen Widerständen das Signal ebenfalls zur Verfügung steht. Ich kann hier schön "einhaken" und in Ruhe die Symmetrie abgleichen.
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
Meine Rollen waren von einem Ebay Shop "Fred gewinnt". Aber die China-Rollen sind teilweise auch recht brauchbar. Beste Qualität liefert "fixyouraudio".
Diese überteuerten "ReVox"-Rollen, das Paar für 100 €, welche für das B 215 verkauft werden, ist meiner Meinung nach rausgeschmissenes Geld...
Gerade in der Bucht gesehen...REVEX Rollen ... die Blödmänner können nicht mal richtig ReVox schreiben ...für 267 € ... glaubt Ihr nicht? Bitteschön:
19.06.2026, 20:55 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.06.2026, 20:55 von RalfR.
Bearbeitungsgrund: Rechtschreibung ;-)
)
(19.06.2026, 20:53)Manfred_K. schrieb: Gerade in der Bucht gesehen...REVEX Rollen ... die Blödmänner können nicht mal richtig ReVox schreiben ...für 267 € ...
Bitte richtig lesen, das sind "Druckkassettenriemenscheiben"
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Servo-Sound Mixer 2002 + 2003, SP 70, 4 x SL 20, 2 x SL 60/D
sehr kompetente Reparaturanleitung ist hier entstanden!
Eine Frage sei mir bitte noch gestattet zur Tonkopfhöhe:
Ich habe 2 Messcassetten für Kopfhöhe von HPR, eine ist eine Spiegelcassette, also quasi ohne Andruckfilz.
Beide zeigen aber zueinander unterschiedliche Werte an, am Revox H1 als auch am B215.
Das H1 ist noch im originalen Werks-Zustand, das lass’ ich so. Am B215 lässt sich nur ein Kompromiss zwischen den 2 Cassetten finden, sie sind aber nie identisch. Ich dachte schon, es liegt an den Bändern in den Cassetten, ich glaube aber, dass die passen.
Denn komischerweise sind die 2 Kassetten am Nakamichi 480Z und 482 identisch, hier lässt sich die Kopfhöhe ja sehr komfortabel mit nur einer Schraube verstellen, da passen beide Kassetten ganz genau zueinander???
Oder sollte man das gar nicht so genau nehmen? Sind ja schließlich nur Cassettenrecorder...
Scheinbar ist der begrenzende Faktor die Cassette und das Band, die Revox Laufwerke sind ja unglaublich präzise.
Entschuldige die Frage, aber ich habe mich bis dato nie so genau darum gekümmert, da das H1 immer hervorragend performt hat, und ich wichtige Live Aufnahmen digital mache. Außerdem stehen auch Tonbandmaschinen hier. Cassette ist eher ein Überbleibsel von früher, als es noch keine SD-Karte im Auto gab.
Sehr gerne, Norbert. Es freut mich sehr, wenn wir zusammen an unseren Geräten arbeiten und uns austauschen können...
Das Thema Kopfhöhenkassette ist sehr "fragil". Die einzelnen Messwerte darf man auf keinen Fall über- interpretieren. Du hast es im Prinzip schon gut gesagt: Sind "nur" Cassettenrecorder. Mit gewissen Unzulänglichkeiten müssen wir leben. Je nach Kassettengehäuse sind Abweichungen da, da ändert auch das beste Laufwerk nichts.
Ich priorisiere zunächst immer den perfekten mechanischen Bandlauf bzw. den Bandpfad, damit das Kassettenband nicht unnötig strapaziert wird. An solchen Dingen wie z.B. der Gabel am Tonkopf können wir nichts ändern. Auch achte ich sehr auf die parallele Ausrichtung des Tonkopfes, damit es nicht zu einseitigem Einschliff kommt.
Wenn ich dann sehe, das selbst HPR bei verschiedenen Kassetten unterschiedliche Ergebnisse dokumentiert, zeigt mir das, dass man die Ergebnisse nicht zu genau nehmen darf. Auch ich habe häufig leichte Abweichungen in den Anzeigen...
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
(04.06.2026, 18:50)Manfred_K. schrieb: Zwischenzeitlich habe ich die Dolby-Platine überholt. Verbesserungen in der Schaltung über den Produktionszeitraum sind mir nicht bekannt.
Hallo Manfred
Über den Produktionszeitraum der B215 gab es eine Anpassung auf der NR-System Leiterplatte. R53/61/80 und 94 wurden von 82kOhm auf 47kOhm reduziert. Dies aufgrund einer Änderung von Dolbylabs. Wann diese Änderung implementiert wurde ist mir nicht genau bekannt, aber möglicherweise ab MK2
In den mir vorliegenden Schaltplänen ist jeweils das Dolby-Schaltbild vom 9.4.1984/17.05.1984 integriert. Hier haben diese Widerstände bereits 47 k. Nämlich jeweils 2 im Encoder und 2 im Decoder.
Mein ältestes B 215 Serial 018xx, Chassi-Stempel 01/85, Laufwerk 12/84 (Kurze Blende, glatter rechter Capstan, Infrarot Tape End Sensor) hat bereits die 47 k verbaut. Demnach hat das Revox wohl sehr schnell geändert und dürfte daher nur sehr frühe Modelle betreffen.
Du schreibst, "Dies aufgrund einer Änderung von Dolbylabs".
Hast Du da eventuell nähere infos?
Ich weiß z.B. dass das Dolby C im Dual C 844 nicht kompatibel zu den neueren Geräten ist. Dolby C Aufnahmen mit dem C 844 neigen zum pumpen in den neueren Geräten, auch wenn der Abgleich der Pegel optimal ist. Das Dual kam bereits 1981 auf den Markt, da steckte Dolby C noch in den Kinderschuhen.
Ich vermute mal, da wurde irgendeine Zeitkonstante geändert...
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
Nee, das ist noch nicht lustig...Der Verkäufer schreibt u.a. in seinem Angebotstext:
"Den einzigen Ausfall in den vielen Jahren während meines Besitzes hatte ich einmal mit einem defekten Transistor, der permanent den Löschkopf eingeschaltet hatte – ansonsten gab es nie Probleme"
Ihr erinnert Euch:
(21.05.2026, 18:27)Manfred_K. schrieb: Der Fehle war jedoch immer noch vorhanden. egal ob Techno, Schlager oder Klassik...ALLES wurde gelöscht!
Also musste das Schaltbild her. Nach ein paar Messungen war der Übeltäter gefunden. Über die Basis von Q 19 wird der Bias-Löschoszillator sanft ein und aus geschaltet (+-15 Volt). Durch einen C-E Schluss war der Schalter immer geschlossen, das Tapdeck vernichtete alle Musiktitel. Nach dem Austausch des defekten BC 337 war der Spuk zu Ende, das Tapedeck machte wieder das, was es soll.
Durch das REC-Steuersignal wird der Oszillator nun wieder einwandfrei Ein- und Aus geschaltet.
Da hat Revox wohl eine schlechte Charge Transistoren erwischt... ...Das kann fast kein Zufall sein... und Nein, das ist nicht meine eigene Anzeige. Ich würde mein B 215 E Nie hergeben
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
Ja, Erhard, das sind die Preise. In das Design hatte ich mich auch sofort verliebt, daher "musste" ich so ein Teil haben.
Bei dem Angebot sind noch einige Kondensatoren verbaut, welche unbedingt gewechselt werden müssen. Das sieht man auf den 1. Blick des geöffneten Gerätes. Ansonsten sieht es sehr gepflegt aus.
Günstiger wird es nur, wenn man a) selber revidieren kann und b) das "graue" B 215 nimmt. Das E- Model ist vor allem wegen dem besonderen Design hochpreisiger, weil es selten angeboten wird. Das "graue" B 215 ist technisch praktisch gleichwertig, bis auf die schon öfters angesprochenen kleinen technischen Verbesserungen.
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
(11.09.2026, 19:26)Manfred_K. schrieb: Du schreibst, "Dies aufgrund einer Änderung von Dolbylabs".
Hast Du da eventuell nähere infos?
Hallo Manfred
Diese Information habe ich aus dem Service Manual Ed. 0387. Die Änderung ist als (01) markiert und die Information dazu ist am Ende der Stückliste der NR Leiterplatte. Das Gerät SN 2861 hatte noch 82kOhm Widerstände verbaut.
Danke, Markus! Jetzt weiß ich auch, warum mir das noch nicht aufgefallen ist. Diese Info versteckt sich in der Stückliste. Das Schaltbild selber, besitzt schon die neuen Werte.
Die einzige Ungereimtheit die wir jetzt noch haben:
Mein Gerät hat eine 1800 Nummer, dein Gerät eine 2800 Nummer. Mein Gerät ist demnach älter, hat aber schon 47 k verbaut. Da ich jedoch nicht der Erstbesitzer bin, ich habe die Kiste vor ein paar Jahren gebraucht erworben, muss das nix heißen...
Aber Wichtig ist, was wir daraus lernen können
Bei einer Revision ebenfalls die Widerstände prüfen
Nur angenommen, jemand hat all die Jahre seine Kassetten mit dem alten Wert aufgenommen, dann wäre es wohl im Sinne der Kompatibilität besser, den alten Wert von 82 k bei zu behalten.
Alle meine B 215 haben 47 k verbaut und das Dolby arbeitet hervorragend, auch in Kompatibilität mit wesentlich neuern Decks.
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
14.09.2026, 07:15 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.09.2026, 08:06 von analogunterwegs.)
Hallo Manfred
Das ist interessant. Ich habe mein Gerät damals von einem "Erstbesitzer" in unverbasteltem Zustand erworben und bin erst einige Zeit später auf diese Änderung aufmerksam geworden. Nach dem Tausch der Widerstände musste ich den Pegel neu einstellen. Die Kassetten welche ich zuvor mit Dolby-B aufgenommen hatte, spielten danach immer noch einwandfrei.
(14.09.2026, 07:15)analogunterwegs schrieb: Die Kassetten welche ich zuvor mit Dolby-B aufgenommen hatte, spielten danach immer noch einwandfrei.
Hallo Markus,
eventuell betrifft das dann nur Dolby-C. Ich habe leider kein detailliertes Schaltbild von diesem Dolby IC. Nur im Schaltbild vom Grundig, CF-7500, ist etwas mehr zu sehen. Das CF-7500 verwendet die gleichen Dolby-IC´s.
Hier ist der Widerstand noch mit 82k eingezeichnet, der Schalter im Blockschaltbild lässt vermuten, dass bei Dolby-B dieser Block außer Betrieb ist.
Eventuell ist es nur eine Pegelanpassung betreffend Dolby-C.
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
14.09.2026, 09:24 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.09.2026, 10:22 von analogunterwegs.)
Hallo Manfred
Ich habe lange nach dem Datenblatt des Dolby-Chips gesucht. Vielleicht hilft dir dieses Dokument weiter (ich habe die Chinesischen Begriffe mal übersetzt, aber ich finde dies im Moment nirgends...). Der Widerstand ist hier noch mit 82k angegeben.
Die Grundig Schaltung ist da ja schon recht aufschlußreich. Ich würde das so interpretieren, daß es sich bei besagter Widerstandsänderung um eine Pegelanpassung im Nebenkanal bei Dolby C handelt, durch die das Regelverhalten verbessert und damit Pumpeffekte bei Dolby C Betrieb vermieden werden sollten. Ob das auf die Kompatibilität bei Wiedergabe älterer Dolby C Aufnahmen einen hörbaren Einfluß hat, kann ich so nicht sagen.
Wäre einen Versuch wert, denn besonders kompatibel sind meine Cassetten aufgenommen mit den Revox H1 und B215 mit meinen Nakamichis nicht.
Aber im Prinzip kein Problem, ich spiele die Cassette meist in dem Gerät ab womit ich es aufgenommen habe.
Aber ich nehme an das, dass H1 schon 47 kOhm eingebaut hat...
Ich bin nicht sicher ob die Anpassung der Widerstände auf der NR-Leiterplatte "nur" Dolby-C betrifft, denn ich erinnere mich, dass ich nach dem Tausch der Widerstände den Pegel gemäss SM 5.4 um etwa 2 dB zurücknehmen musste.
Markus, danke für das Datenblatt. Das ist interessant.
Norbert, die Kompatibilität zu machen Nakamichi Decks ist manchmal so eine Sache. Ich kenne das Problem von meinem BX-300E. Da spielt vor allem die Entzerrung eine Rolle. Das H1 hat mit Sicherheit 47 k verbaut. Ebenso 215s und 215-E und alle "MK II". Der Wechsel fand am Anfang der "grauen" Serie statt.
Viele Grüße
Manfred
"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
Ja, die Inkompatibilität bei Nakamichi bestand in einer von der Norm abweichenden Entzerrung. Soweit mir bekannt, wurde damit eine größere Höhenaussteuerbarkeit erreicht. GEnaures weiß ich leider nicht, ich hatte so ein Gerät noch nie leibhaftig vor mir.
Zumindest ein deutscher Hersteller (Grundig) hat bei manchen Geräten mit der Entzerrung übrigens auch geschummelt. Signifikant bessere technische Daten, bis auf etwas geringeres Rauschen bei Typ I Cassetten, hat er damit allerdings nicht erreicht.
Diese Mär stirbt auch nie aus.......dann besorgt euch mal ein Nakamichi, und dann sprechen wir wieder.
Ich habe hier einige, und die sind ALLE ausnahmslos zum Studer A721 und den anderen kompatibel.
The 7 P's: Prior proper planning prevents piss-poor performance.
(15.09.2026, 15:55)Analoghoerer schrieb: Ja, die Inkompatibilität bei Nakamichi bestand in einer von der Norm abweichenden Entzerrung. Soweit mir bekannt, wurde damit eine größere Höhenaussteuerbarkeit erreicht. GEnaures weiß ich leider nicht, ich hatte so ein Gerät noch nie leibhaftig vor mir.
Schluss damit.
Ich hoffe damit ist das Thema hier dann Geschichte....
Gruß
Thorsten
Eine solide Planung ist die Grundvoraussetzung einer gelungenen Improvisation
(15.09.2026, 20:36)gasmann schrieb: Das 482 hat doch aber gar kein Dolby C.
Ging es nicht um Dolby C? Habe ich was übersehen?
Gruß
Thorsten
Nein eigentlich ging es um das B215-E...
Ja, das 482 hat nur Dolby B, ich hatte aber ein NR200 dazu angeschlossen. Inzwischen ist mir das egal, ich höre Revox nur mehr auf Revox und Nakamichi auf Nakamichi und bin oft beeindruckt was aus so einer Chrom- oder Metallcassette herauszuholen ist, wenn nur das Gerät intakt ist.
Liebe Grüße
Norbert
(15.09.2026, 15:55)Analoghoerer schrieb: Ja, die Inkompatibilität bei Nakamichi bestand in einer von der Norm abweichenden Entzerrung. Soweit mir bekannt, wurde damit eine größere Höhenaussteuerbarkeit erreicht. GEnaures weiß ich leider nicht, ich hatte so ein Gerät noch nie leibhaftig vor mir.
Schluss damit.
Ich hoffe damit ist das Thema hier dann Geschichte....
Gruß
Thorsten
DANKE Thorsten!!
Das sollte man mit dem PDF mal ganz oben anpinnen!
The 7 P's: Prior proper planning prevents piss-poor performance.
02.10.2026, 09:44 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.10.2026, 10:17 von analogunterwegs.)
Ich habe mir das Dokument welches ich unter #134 hochgeladen habe nochmals angeschaut und folgendes festgestellt:
Im Dokument steht: During playback, set the record/playback switch to playback mode. Insert a 0dB reference test signal tape (frequency of 315Hz, magnetic level of 250nWb/m) into the cassette deck. Adjust the gain of the playback equalizer stage’s playback circuit using the fine-tuning resistor until the level at Pin 7 of the IC reaches 580mV. Once the fine-tuning resistor is fixed, the playback adjustment is complete.
Im B215 Servicehandbuch steht unter 5: The following applies to relative level indications: 0 dB on the peak program meter corresponds to 200 nWb/m = Dolby level / 580 mV on TP 1/2 on NR-SYSTEM = 0.775 V on line output.
Ich habe dies an meinem Gerät nachgeprüft und folgendes festgestellt:
Wenn ich gemäss Servicehandbuch 5.4 eine 315Hz 250nWb/m Kassette abspiele, messe ich 970mV am Audio-Ausgang und auf der Aussteuerungsanzeige +2dB.
Wenn ich eine 400Hz 200nWb/m Kassette abspiele, messe ich 580mV an Pin 7 des HA12058 bzw. 775mV am Audio-Ausgang und auf der Aussteuerungsanzeige 0dB.
Meiner Meinung nach ist die Beschreibung im Dokument falsch, denn es sollten 200nWb/m anstatt 250nWb/m sein.
Oder habe ich da vielleicht etwas falsch verstanden?