Ist das Revox 601 doch (viel) besser als gedacht?
#1
Liebe alle

Vor fünf Jahren habe ich hier in einem Thread mal gefragt, ob ich meine auf LPR35 eingemessene A77 auch für die Bespielung von Revox 601-Bändern verwenden könnte ohne allzu grosse Qualitätseinbussen:
Auf LPR35 eingemessen - aber andere Bänder

Nun, fünf Jahre später muss ich konstatieren, dass sich von den damals bespielten Bändern die Aufnahmen auf den BASF LPR35 nicht sonderlich gut gehalten haben; da haben sich doch einige Dropouts eingeschlichen. Macht beim Anhören nicht mehr wirklich Spass.  Sad

Die auf den 601er-Bänder gemachten Aufnahmen sind hingegen alle immer noch tadellos. Die klingen richtig gut!   Cool

Zufall? Einfach Glück gehabt?

Ich schätze das Alter meiner LPR35- und meiner 601-Bänder in etwa gleich ein. Die LPR35 sind von unterschiedlichen Quellen.

Bislang bin ich davon ausgegangen, dass das LPR35 besser ist. Aber ist das wirklich so oder ist das Revox 601- bzw. Scotch 207-Band doch besser als sein Ruf? Und/oder womöglich einfach alterungsbeständiger?

LG
Manuel
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#2
Hallo Manuel,

eine Frage bzgl. der Langzeitstabilität der Langspielbänder "Scotch 207 (1969 - ~~1978) vs. BASF LPR 35 (1971 - 1996) lässt sich pauschal natürlich nicht zuverlässig beantworten, besonders bei Bändern mit unbekannter Verwendungs- und Lagerhistorie.
Von welcher Generation LPR sprechen wir denn?
Geht es ausschließlich um Dropouts? Im Ursprungsfaden sprachst Du ja von 601-Schmierfällen. Zu wieviel Prozent?
Welche Geschwindigkeit und welche Spurlage?

Ich habe mehrere Dutzend LPR 35 aus dem Zeitraum 1973 - 2011, Probleme jenseits von leichtem Stauben nur bei jenen mit Knitterkanten. Davon sind oder waren aber auch ca. 75% NOS und ich fahre Halbspur.
Scotch 207, nur ein halbes Dutzend, sind bzgl. wahrnehmbarer Langzeitstabilität aber ebenso unkritisch.
Jedoch sind besonders die 90er-Jahre-LPR nach meinen bescheidenen Wahrnehmungsmethoden eine Liga besser.

Schöne Grüße
Frank
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#3
Meine guten, nicht schmierenden 601-Bänder (von denen ist hier die Rede) dürften alle etwa gleich alt sein wie die A77Mk IV - ich habe sie zusammen vom Erstbesitzer gekauft, sollten so etwa aus den Jahren 1976/77 sein. Die BASF LPR35 müssten etwa gleich alt sein.

LG
Manuel
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#4
Moin Manuel,

das ist doch eine rein akademische Frage, wie es immer so schön heißt. Weder wissen wir etwas über die Lagerungen noch sonstiges zu den Chargen. Somit ist es zunächst mal eine Einzelfallbetrachtung. 

Aaaber, in einem Punkt möchte zumindest ich Dir beipflichten: auch wenn das 601 sicher kein HighEnd-Band ist, so zeigt auch Deine Erfahrung, dass es wirklich gut ist. Für viele Aufnahmen ist es absolut ausreichend. Zudem i.d.R. günstig zu ergattern. Leider nicht immer zweifelsfrei zu identifizieren.

Gerade im Hinblick auf das nun ja wohl abgebaute "Flötz" in Münster...kann diese Info dazu anregen, nicht immer nur über die Revox-Bänder zu schimpfen. Obacht ist aber angesagt.

VG
Frank
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#5
Doch, Frank, wir müssen gerade über das 601 viel schimpfen, damit die Preise unten bleiben  Big Grin . Spaß beiseite: meine Erfahrungen mit 601 sind ebenfalls ziemlich gut und wenn die Revox A77 nicht auf LPR35 eingemessen wurde (sozusagen noch im "Originalzustand" ist, was die Einmessung betrifft), klingt es echt überzeugend, auch im Hochtonbereich.
Liebe Grüße
Thomas
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#6
(04.05.2026, 08:10)Darwin schrieb: Doch, Frank, wir müssen gerade über das 601 viel schimpfen, damit die Preise unten bleiben  Big Grin ...

verdammmt, daran habe ich natürlich nicht gedacht...ich mache alles wieder gut:

ich habe mich total vertan, Manuel: bei mir sind auch die 601 völliger Mist und ich habe alles entsorgt, was irgendwie nach Revox aussah... Wink  sollten alle tun...und vorher Bescheid sagen, wo es entsorgt wird  Big Grin Big Grin Big Grin
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#7
Du kannst mit den 601ern auch gleich die Revoxe entsorgen. Sag mir Bescheid, ich bringe gerne den Müll für dich raus  Big Grin
Liebe Grüße
Thomas
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#8
Wenn Ihr nicht aufpaßt, dann stellt Euch jemand eine Palette Revox Grandmaster-Cassetten vor die Tür... :-)
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#9
Bitte nicht...
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#10
Auszug aus dem Bluthardt.pdf Dokument hier im Downloadbereich:
   

Die üblichen Probleme, die das Revox 601 so hat, hatte es scheinbar von Anfang an. Leider hat sich die Qualität der Nachfolgetypen dann auch noch in die falsche Richtung entwickelt. Immerhin hält Revox diese Tradition mit den neuen Grandmaster-Cassetten aufrecht. Wink

Gruß
Robert
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#11
Moin.
In diesem Zusammenhang eine (vielleicht profane) Frage:
kann ich den Revox-Bandtyp am Vorlauf-Band erkennen?
(die Bändertauglichkeitsliste gibt dazu leider keine Infos)

Hintergrund: Ich habe einen Stapel 26,5er Revox-Archivkassetten gekauft, alle Bänder auf Revox-Kunststoff-Spulen. Bespielt mit Radioaufnahmen aus den frühen 80ern (RIAS).
Augenscheinlich ordentlich gelagert, trotzdem haben ich bei 2 von 3 bisher getesteten Fällen
  • Klebe-Effekte
  • ablösende Rückseitenbeschichtung
Auffällig riechen tut nichts.  Huh
Das Vorlauf-/Auslaufband ist jeweils blassgrün und blassrot. Fotos kann ich gerne nachreichen.
Viele Grüße, Bernd
Mein Bandmaschinen-Sammelsurium:
TS1000 Dolby & Auto-Reverse (läuft & mir gefällt sie), A700 (zickt), A77 Mk-IV, Philips N4450 (zickt), N4418 (läuft einfach immer), N4520 (neu, braucht Arbeit)
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#12
Also generell war 601 auf dem alten Spulentyp von Revox und alles danach, also ab 621 auf dem neuen Typ. Natürlich weiß man nie, ob das Band noch auf seiner richtigen Spule ist.

Ja, die Vorspannbänder sind etwas anders. Die vom 601 sind etwas blasser. Ist auf Fotos aber oft schwer zu unterscheiden ohne direkten Vergleich.

Gruß
Robert
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#13
Ist mir auch immernoch unbegreiflich, warum die meisten Bandhersteller den Bandtyp nicht einfach aufs Vorspannband geschrieben haben. Mir ist nur von Agfa bekannt, dass sie diese Info dort aufgedruckt haben bei den Consumer-Sorten..

Schöne Grüße
Alexander
Halbspur: RFZ T2221, Tandberg 10XD, Teac A3300SX-2T
Viertelspur: Tesla B115
Kassette: RFT SK3930, Pioneer CT-S310, Geracord GC-6010
Bandsorten Alltag: PER-368, Orwo 120, Orwo 130
Bandsorten T2221: Orwo 106, Orwo 104, PER-528
Bandsorten Kassette: TDK SA, RTM
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#14
BASF hat bis in die späten 60er das ganze Band gestempelt, da erkennt man den Typ sogar wenn der Vorspann fehlt. So rabiat wie manche Amateure mit ihren Bändern umgegangen sind, ist das gar nicht so unpraktisch.
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#15
(05.05.2026, 06:32)berndw schrieb: Moin.



Auffällig riechen tut nichts.  Huh
Das Vorlauf-/Auslaufband ist jeweils blassgrün und blassrot. Fotos kann ich gerne nachreichen.

Wenn sie nicht duften, sind es keine 601  Big Grin Das tun sie auch nach 50 Jahren noch. Habe gerade nochmal an meinen ältesten geschnuppert  Smile
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#16
Im Datenblatt von 1979 entspricht der Arbeitspunkt des 207 scheinbar jenem des damaligen DIN-Bezugsbandleerteils (PER 525, Charge 1544); jedoch für 38 cm/s:


.pdf   Scotch_206-207-250-256-265_1979.pdf (Größe: 443.96 KB / Downloads: 6)

Jenes Datenblatt scheint aber auch Fehler zu haben, siehe z.B. die Banddicke von 206 und 207.

In der Bedienungsanleitung der Philips N 4522 wird die empfohlene Vormagnetisierung (gegenüber C264 Z) bei Scotch 207, Revox 601 und BASF LPR 35 gleichermaßen mit -0,5 dB angegeben, für Maxell UD-XL mit +1,0 dB.

Schöne Grüße
Frank
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#17
(05.05.2026, 06:32)berndw schrieb: [...]Augenscheinlich ordentlich gelagert, trotzdem haben ich bei 2 von 3 bisher getesteten Fällen
  • Klebe-Effekte
  • ablösende Rückseitenbeschichtung
[...] Fotos kann ich gerne nachreichen.

Moin.
Der Vollständigkeit halber hier ein paar Fotos vom Band (es riecht immer noch nichts ...)

          

Und auf dem Weg in die Tonne (die Spule bleibt  Big Grin )

   

Viele Grüße, Bernd
Mein Bandmaschinen-Sammelsurium:
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#18
War 601 nicht immer anthrazitfarben beschichtet? Mir sieht das eher aus wie 621 oder 631, die beide als Problemtypen bekannt sind.

Viele Grüße,
Martin
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#19
Wenn das 601 doch wohl eher unproblematisch ist, mit wieviel EUR müste man realistisch rechnen (inkl Revox Spule)
(Das sollte ja deutlich billiger sein als so ein Maxell Band auf Plastespule, oder?)
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#20
Hab ich schon als zu verschenken Artikel angeboten (ohne Spule).
Für eine volle Spule 5 € Aufpreis für das Revox 601, mehr wärs mir nicht wert.
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#21
Bernd,
das ist mit sehr großer Sicherheit kein 601.
Wie Martin schon schrieb, ist das viel zu braun. 601 ist eher anthrazitfarben.

Vorlaufband: Die Farbe ist stets bei allen Typen gleich. Ich habe aber ein paar 631 da steht kurz vor der Klebestelle am Übergang zum Magnetband 631 drauf. Schau mal, ob du vllt. was findest. Bei 621 und 641 hat es wohl teilweise auch diese Beschriftung gegeben.

Wenn es kein 601 sondern das ursprüngliche Scotch 207 ist (in dem Fall da oben natürlich nicht), müsste auf dem Vorlaufband eine Chargennummer stehen.

Gruß
Thorsten
Eine solide Planung ist die Grundvoraussetzung einer gelungenen Improvisation
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#22
ok,
aber ist ne ganz schöne Sortierarbeit, wenn man so ein 601 Band ohne Spule überreicht bekommt ;-)
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#23
Das 601-Band ist definitiv nicht bräunlich sondern anthrazitfarben - und es riecht ziemlich stark.

Ich bespiele aktuell auf meiner A77 ein NOS-601, frisch ausgepackt aus dieser Art Plasikbeutel und kann das daher absolut bestätigen. Schmiert übrigens nicht und performt prima. Ich achte einfach, dass ich beim Auspegeln nicht ganz an den Grenzbereich komme weil meine A77 ja eigentlich aufs LPR35 eingemessen ist. Das (sehr kurze) Vorlaufband ist am Bandanfang grünlich-blass, am Bandende rötlich-blass.

LG
Manuel
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#24
Servus.

Ich habe hier ein weiteres "Rätselband", ist dieser Farbcode auf dem Vorlaufband irgendjemandem geläufig oder hat sich da der Vorbesitzer kreativ betätigt?

           

         

         

Es riecht nicht und es klebt auch nicht ...  Angel
Viele Grüße, Bernd
Mein Bandmaschinen-Sammelsurium:
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