21.04.2026, 19:15 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.04.2026, 19:46 von SonyKassette.)
Hallo,
ich bin über die aktuellen Autopreise gestolpert, dass die so schlimm sein sollen. Auch auf dem Gebrauchtmarkt.
Und dann habe ich mal ein bisschen geschaut und sehr gestaunt, dass man für so einige 10 Jahre alte Gebrauchtwagen durchaus schon in die Nähe 5-stelliger Beträge kommt.
In einer Fernsehdokumentation haben dann Autohändler sowie Vertreter vom ADAC und vor allem aus der Industrie kundgetan, dass an den gestiegen PReisen auch viel Sicherheitsanforderungen der vergangenen Jahre schuld seien und ein paar Sensoren und Kameras das Auto gleich mehrere tausend Euro teurer machen würden.
Auf der anderen Seite sehe ich bei immer mehr Menschen immer fettere Autos, wo mir echt nichts mehr dazu einfällt. Anscheinend ist da für einen durchaus recht großen Kundenkreis noch kein finanzielles Limit erreicht.
Das unter den hohen Preisen dann besonders Minderheiten und Randgruppen leiden geht so fast unter.
Kann hier jemand mal ein paar Fakten dazu liefern?
(21.04.2026, 19:40)beko schrieb: Ich sage nur Leasing. Schau dir einfach nur die Werbung an. Die meisten Angebote sind Leasing. Dazu kommen auch noch Vermieter z.B. Finn.
Es hat mal jemand gesagt "Ihr werdet nichts besitzen, aber glücklich sein".
Es geht alles in Richtung Abomodell / Miete. Siehe auch Spotify / Netflix.
Ich verkaufe seit über 30 Jahren Autos, die ersten 10 Jahre angestellt und jetzt 23 Jahre mit eigener Firma.
Ja das stimmt, Autos sind teuer geworden. Obwohl, nein das stimmt nicht weil die kosten einfach nur etwas mehr Geld. Im Vergleich zu neuen Fahrzeugen vor 25 Jahren kosten die sogar noch das gleiche Geld, plus was mehr drin ist und damals extrem Aufpreis gekostet hat.
Schuld sind in erster Linie die Kunden selbst. Die wollten rundum geschützt sein, vor Betrug, Verletzungen und eigener Blödheit.
Das könnte ein langer Thread werden. Ich habe gelesen, dass das Durchschnittsalter der Autos in Deutschland immer höher wird. Dass die Preise steigen ist auch kein Wunder, da die Autos besser und komplexer geworden sind. Ob man das braucht ist eine andere Frage. Autofahren ist einfach teuer. Was daran so ungewöhnlich ist, dass man sich vor Betrug und Verletzungen schützen möchte, erschließt sich mir aber nicht. Natürlich würde ich mich auch gerne gegen meine eigene Blödheit schützen lassen, dann wären schon viele Gefahren gebannt. Aber das ist m.W. noch nicht möglich.
(21.04.2026, 19:15)SonyKassette schrieb: Auf der anderen Seite sehe ich bei immer mehr Menschen immer fettere Autos, wo mir echt nichts mehr dazu einfällt. Anscheinend ist da für einen durchaus recht großen Kundenkreis noch kein finanzielles Limit erreicht.
Diese Autos haben sie i.d.R. nicht selbst von ihrem privaten Geld bezahlt, sondern sie sind von Unternehmen geleast. Service ist im Leasing mit drin, oft auch eine Tank- oder Ladekarte und nach drei, vier Jahren steht was Neues auf dem Hof. Ja, im Grunde bezahlen wir das alle zumindest mittelbar mit.
Dass diese (oft vorgeschriebenen) Ausstattungsmerkmale etwas kosten und die Hersteller sie nur halbwegs bezahlbar in Neuwagen verbauen können, wenn im Gegenzug alles unreparierbar in einem Stück eingebaut wird, ist auch bekannt. Zugang zur Software haben nur Vertragswerkstätten, die inzwischen gerne 200 Euro Stundenlohn nehmen. Mit traditionellem Autobau hat das inzwischen weniger zu tun als mit den Konstruktionsmerkmalen von Smartphones. Den Leasingkunden stört das Wegwerfauto nicht, wer sich sowas aber tatsächlich kauft, wird mit hohen Wertverlusten konfrontiert werden und wenn was kaputtgeht, ist nach einigen Jahren der wirtschaftliche Totalschaden nicht mehr fern. Es reicht schon ein Parkrempler.
Die Folge sind steigende Preise - gerade auch bei den letzten Modelljahren, die noch halbwegs vernünftig dauerhaft instandgehalten werden können. Auch gibt es viele Autofahrer (mich eingeschlossen), die Touchscreens, Lane Assist, StartStop, Kameras und ständiges Gebimmel vermeiden wollen, auch ihnen bleibt nur der Gebrauchtmarkt. Und deshalb sind 10-15 Jahre alte Autos so teuer - so etwas gibt es nicht mehr neu.
Ich hab mir letztes Jahr einen gebrauchten VW Tiguan von BJ. 2015 und ca. 120TKM zugelegt.
Der Motor ist der kleine 1,4L TSI Benziner mit 122PS mit dem Motorcode CAXA
Das Auto war super gepflegt und hat einige Extras. z.B. großes Sonnendach.
Ich hab 9.500 € berappt. Darunter war absolut nix gescheites zu bekommen. Fand ich auch teuer, aber das scheinen die aktuellen Preise zu sein.
Für den gleichen Preis habe ich 2011 einen 10 Jahre alten Mercedes SLK 320 aus 1. Hand bekommen.
Leider besitze ich den schönen 6-Zylinder nicht mehr. Der hatte wenigstens ordentlich Wumms.
Jetzt hab ich aber leider auch so eine Kiste mit je Menge Schnickschnack und Hebelchen, was ich alles nicht benötige und auch nicht bedienen kann, weil ich keinen Bock habe, mich damit zu beschäftigen. Ich bin ja sonst eher der Oldtimer Fahrer.
Wenigstens meine Tochter freut sich, daß sie jetzt ihr iPhone per Bluetooth mit dem Radio koppeln kann und ihre eigene Mukke hören kann.
Die Steuerkette, welche bei dem CAXA Motor sehr anfällig sein soll, hab ich prüfen lassen. (Die Längung kann man über den Versatz von Kurbel- und Nockenwellensensor auslesen)
Alles im grünen Bereich. Da klappert auch nix. Angeblich betrifft das Problem auch nicht mehr das Baujahr 2015.
(22.04.2026, 13:23)janbunke schrieb: Wenigstens meine Tochter freut sich, daß sie jetzt ihr iPhone per Bluetooth mit dem Radio koppeln kann und ihre eigene Mukke hören kann.
Das geht allerdings auch mit einem alten Kassettenradio - wir haben in jedem Auto einen FM-Transmitter. Der Klang ist erstaunlich gut, wenn man bedenkt, dass ein 5 Euro-China-Teil die Musik erst als Spotify-Streaming über Bluetooth empfängt und dann per UKW an das olle Radio sendet. Im Grunde werden die Musikdaten dabei ja mehrfach durch den verlustbehafteten Fleischwolf gedreht.
Die Händlerperspektive finde ich interessant, vor allem weil du sagst, dass vor 25 Jahren die Autos ähnlich teuer waren. Dann wäre dass, was über die Medien kommuniziert wird also auch irgendwie ein übertriebenes Bild, oder sehe ich das jetzt falsch?
Auf der anderen Seite würde ich aus dem Bauch heraus auch sagen, dass zumindest im Gebrauchtmarkt man für so einige Autos spürbar mehr bezahlen muss als noch vor wenigen Jahren. Oder habe ich da einen falschen Eindruck?
23.04.2026, 10:57 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.04.2026, 11:00 von onedance.)
(23.04.2026, 07:09)SonyKassette schrieb: @Andreas
Die Händlerperspektive finde ich interessant, vor allem weil du sagst, dass vor 25 Jahren die Autos ähnlich teuer waren. Dann wäre dass, was über die Medien kommuniziert wird also auch irgendwie ein übertriebenes Bild, oder sehe ich das jetzt falsch?
Auf der anderen Seite würde ich aus dem Bauch heraus auch sagen, dass zumindest im Gebrauchtmarkt man für so einige Autos spürbar mehr bezahlen muss als noch vor wenigen Jahren. Oder habe ich da einen falschen Eindruck?
Das muss man etwas aufteilen, weil zwei unterschiedliche Themen und Ursachen.
Teil 1: Die Neuwagenpreise
Um das mal zeitlich darzustellen, als ich angefangen habe neue Autos zu verkaufen standen die letzten VW Golf II Function für 16.000,- Mark auf dem Platz. Ich habe noch Audi 80 und 100 als Neuwagen ausgeliefert und mein Arbeitgeber hieß VAG.
Gehen wir mal 25 Jahre zurück. Anfang der 2000er kam ein Golf (ich bleib mal beim des Deutschen liebstes Kind) zwischen 16-17 T€ als (damals häufig) Sondermodell mit um die 115PS. So ein Sondermodell hatte zu der Zeit Klima, Fensterheber vorn, 4x Airbag, ESP und Radio serienmäßig. Ihr lacht, damals gab es zusätzlich so tolle Sachen wie Kühlergrill in Wagenfarbe, 195er Reifen oder weiße Blinker.
Aber man hätte kaufen können (nicht jedes Modell und jeder Motor): Kopfairbags 600 Euro, Navigationssystem 2000 Euro, Klimaautomatik 800 Euro, Alufelgen 600 Euro und andere heute total normale Sachen.
Ein Golf heute startet bei rund 22.000,- Euro und hat deutlich mehr Sachen drin als ein Fahrzeug vor 25 Jahren, kostet also grundsätzlich nicht mehr.
Oder wie man als Hersteller sagt: ausstattungsbereinigt
Und natürlich gibt es Hersteller die heute teuer sind aber auch besser. Ich weiß noch wie Hyundai Anfang der 90er mit Autos für 13.000,- Mark startete.
Und diese Preisentwicklung hat viele Ursachen, man kann dafür nicht immer die Hersteller verantwortlich machen. Meine Behauptung ist, das die Kunden es gar nicht anders wollten. Es musste immer noch toller, noch besser und noch mehr PS haben.
Ich habe in meinem Leben genau zweimal günstige Autos verkauft. Nach der Wende als alle kein Geld hatten und mit einfachen Autos zufrieden waren weil schon die eine Verbesserung waren. Und zur Abwrackprämie als es den Leuten egal war was sie bekommen, Hauptsache sie konnten Muttis 2,5k mitnehmen. Da hab ich Deutschlands billigsten Neuwagen vom Sattelzug runter verkauft, 2.999,- Euro und nur zufriedene Gesichter. "Schwarz iss nich, musste den Roten nehmen."
Wenn ich sonst günstige Neuwagen hatte kam der Kunde immer mit einem ABER...
Es ist eine lange Zeit, es gab schöne und hässliche Geschichten. Ich hab geheult vor Angst und auch vor Glück. Ich hab mal an einem Tag 164 Neuwagen ohne Nachlass verkauft, ich hab mal zwei Monate gar nichts verkauft. Vieles davon lässt sich allerdings mit Endkunden nicht teilen weil sie es nicht verstehen würden, das geht oft nur unter Kollegen.
Teil 2: Die Gebrauchtwagenpreise
Vieles ist ja hier schon erwähnt worden, da greift eins ins andere, alles wird teurer.
Aus Verkäufersicht kommen dann noch die geänderten Gesetze, Verordnungen und mehr dazu. Der ganze Aufwand der heute betrieben wird damit der Kunde sich nicht betrogen fühlt und dazu Garantie, Papierkram, Häckchen hier, Datenschutz dort, Klo getrennt und falsche Anrede. Unter Händlern sagt man sich derweil, die meisten Tachos drehen die Kunden, nicht die Händler.
Ein paar Beispiele: 30 Autos haben früher 300 Euro bei mobile gekostet, heute locker 1.500 Euro je nach Paket was auch Grundgebühr kostet. Früher hast das Auto durchgeschaut und geputzt, läuft und sieht gut aus. Wehe, heute geht dem Gebrauchtwagenkäufer (der 3 Wochen am Preis gelutscht hat) nach 14 Monaten und und selbst gefahrenen 28.000km (natürlich ohne Inspektion) die Wasserpumpe kaputt. Da kommt ein Schreiben vom Anwalt, einmal Geld zurück bitte. Klar, machste als Händler eine Gebrauchtwagenversicherung auf die Kiste. Kostet aber auch gut 500 Euro und mehr. Legt man eben um. Ein Dahrlehensvertrag hatte früher 3 Seiten, heute 47 Seiten.
HU/AU früher 90 Euro, heute 180 Euro. Auto aufbereiten früher 100 Euro, heute 250 Euro. Miete/Versicherung kosten deutlich mehr, alle Gebühren, Steuerberater, IHK usw. Alle wollen etwas vom Kuchen, man legt die Kosten einfach nur um.
Man könnte da ewig schreiben aber wenn sich einfach mal jeder selbst beim Autokauf oder egal was betrachtet dann versteht ihr das vielleicht.
Wir sagen als Händler ja auch nicht das wir das Geld verdient haben. Wir haben Schmerzensgeld bekommen. Weitläufig klar, der Deutsche und sein Auto.
Aber das alles krönen am Ende die schönen Geschichten und Erlebnisse, die waren es wert. Auch wenn ich heute froh bin nur noch B2B unterwegs zu sein.
23.04.2026, 12:41 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.04.2026, 12:58 von MartinM.)
Moin,
ich bin jetzt fast 68, habe seit 16 ("landwirtschaftliche Fahrzeuge", hehehe ...) bzw. 18 ("Eins und Drei") den Führerschein, hatte und nutzte jahrelang beruflich Firmenwagen zusätzlich zur sixt "Goldcard" und Bahncard. War halt viel und auch international unterwegs, übrigens >30 Jahre im Markt "Verkehr, Straßen/MIV" (MIV = motorisierter Individualverkehr = "Autos").
Privat ist seit 10 Jahren nichts Anderes/Neueres als ein 26 Jahre alter Opel mein erstes Auto seit erstem Firmenwagen, allerdings einer aus Hethel Das geschrieben, hat Andreas aus meiner Sicht vollkommen Recht:
Ein Auto mit der Normalausstattung der 70er und dem Crashtestverhalten von heute wäre möglich, sowas baut aber nicht mal mehr Lotus. Ob's wer kaufte, kann daher nicht beurteilt werden. Tatsächlich ist das Verbrenner-Privatfahrzeug seit Jahr(zehnt)en komplett ausentwickelt, weshalb die Hersteller und Händler mit zum eigentlichen Daseinszweck unnützem Zeugs punkten müssen (euphemistischer Marketingsprech ist "Zusatznutzen").
Als regelmäßiger und lagjähriger Leihwagen-Nutzer konnte ich über Jahrzehnte miterleben, wie unsinnig komplexer die jeweils neuen Autos mit jedem Modelljahrgang wurden. Wir reden hier nicht von Seitenaufprallschutz, "faltbarer" Lenksäule oder ABS, letzteres m.E. eine der, wenn nicht die die letzte wirklich sinnvolle Entwicklung.
Mal ganz im Ernst und obwohl wir als echte deutsche Männer natürlich alle (Renn- und Sport-)Fahrexperten sind: Brauch(t)en wir schon den Drehzahlmesser wirklich? Womöglich noch in unseren Automatik-Fahrzeugen? Von innen verstellbare Seitenspiegel mögen in den aktuell (zu) breiten Wagen ja halbwegs sinnvolles Extra sein (obwohl ich sie in meinem Privatwagen nicht brauche, komme bequem vom Fahrersitz aus dran ). Aber sowas macht man doch vor und nicht während der Fahrt ... Lässliche Sünde, aber warum müssen die Spiegel automatisch einklappen und auch noch die Seitenblinker enthalten? Und wenn sie schon konvex sind, warum müssen sie zusätzlich blinken, wenn ein Auto in der "konvexen Zone" ist? Wer auf (den deutschen, nicht geschwindigkeitsbegrenzten) Autobahnen nicht ohnehin mindestens 10-20% seiner Aufmerksamkeit den Spiegeln schenkt oder (nur im besten Fall als Folge der Geschwindigkeitsbegrenzung in unseren dahingehend zivilisierteren Nachbarländern) vorm Ausscheren weder blinkt noch in den Spiegel sieht, wird auch davon keinen Nutzen haben, alle Anderen brauchen es nicht.
Das geht ja alles noch, aber wozu brauchen wir Lenkradheizung oder gar das Signet des Herstellers beim Einsteigen auf den Bürgersteig geleuchtet? Die Erlaubnis von dazu noch das angeblich ja so sicherheitsrelevante Tagfahrlicht auf ihrer Seite ausschaltenden Lauflichtern als Blinker durch das KBA ist ausschließlich der Lobbymacht und Not(blüte) der Hersteller, nicht irgendeinem Sinn geschuldet. Auf einem Kongress, auf dem es übrigens auch um physiologische Eigenschaften und Fähigkeiten von Menschen im Straßenverkehr ging, habe ich einen fachlich beteiligten Bundesbeamten darauf angesprochen und mir seine Antwort wörtlich gemerkt: "Wenn Mercedes, Porsche und VW irgendetwas wollen, glauben Sie wirklich, dass ein deutscher Politiker - geschweige denn einfacher Beamter - das verhindern kann?"
Wer schon vor über 10 Jahren BMW den 3er mit "die beste Connectivity seiner Klasse" und VW den Golf als wandelden Internet-Einkaufszettel bewerben lassen durfte, der muss sich nicht wundern, wenn heutige Autofahrer Mobilfon und WWW im Auto nicht nur häufiger, sondern auch kompetenter als den Blinker betätigen. Aber selbst das brauchen sie ja nicht mehr: Bluetooth verbindet ihre Fone mit dem Riesen-Bildschirm, der ansonsten zum Abschalten überflüssiger "Assistenten" und zur Bedienung des Radios dient. Beides nimmt den Durchschnittsfahrer für mindestens 10 Sekunden in Anspruch (je nach Geschwindigkeit gute bis deutlich über 300 Meter auf der Autobahn, wenn man nicht gerade im Stau steht). Und bei Tempo 130+ dem staunenden Beifahrer die Feinheiten der Ladeelektronik des E- oder mindestens Hybridantriebes zeigen zu können, ja, das hat schon was.
Mindestens 80% der Marketing-Abteilungen der Automobilhersteller beschäftigen sich mit der Frage: "Was können wir noch in das Auto einbauen, das wenig kostet und viel Buhei macht?"
Vom Nutzen des Privatfahrzeugs - womöglich 2-Tonnen-SUV wegen des bequemen Einstiegs - als Rollatorersatz bin selbst ich als zwar inzwischen Endsechziger, aber doch ab und an ohne Knautschzone in der Öffentlichkeit Anwesender nicht wirklich angetan. Aber das ist wieder ein anderes Thema ...
23.04.2026, 17:19 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.04.2026, 19:02 von peter-hifi.)
fährt günstig und bequem ohne Wertverlust
natürlich weder jedermanns Sache noch jedermanns Option
wenn man nicht zwingend und nicht jeden Tag fahren muss, gehts
mir persönlich gefällt der Verzicht auf Bevormundungsassistenten und fürs Navigieren gibt es eine Halterung mit induktiver Ladung und Tonübertragung mittels Bluetooth ans serienmäßige Beckerradio
23.04.2026, 18:28 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.04.2026, 18:30 von tk141.)
@onedance: Ja, ich denke auch, die meisten Kunden empfinden jeden Quatsch als Fortschritt oder prestigeträchtig - aber wehe, das geht dann mal kaputt! Mit lästigen technischen Details mag sich ja auch niemand mehr beschäftigen.
Und die Arbeit, Kosten und Risiken eines seriösen Händlers sieht auch niemand.
Ich kaufe für mich selbst gerne ziemliche Karren für wenig Geld, die für mich Potential haben und mache dann wieder ein Auto draus. Das funktioniert mal gut, mal weniger gut - aber es ist zweifellos aufwendig und viel Arbeit. Würde ich für andere nie machen, die wären ja auch nicht zufrieden damit.
@MartinM: Bei der Beleuchtung frage ich mich auch, wie manches davon jemals durch die Typprüfung gekommen ist. Viel zu grelle Scheinwerfer sind die eine Sache, diese aggressiv aussehenden Tagfahrlichter, die oft aussehen wie Fühler fieser Insekten (und wegen denen man selbst nun auch tagsüber das Licht anmachen muss, um noch gesehen zu werden) das nächste, der alberne Höhepunkt sind diese durchgehenden Light-Bars vorne (gerne an EV) und als neueste Eskalation beleuchtete BMW-Nieren und Mercedes-Kühlergrills. Aber mancher Unfug fing schon viel früher an, wie z.B. die Integration der vorderen Blinker in die Scheinwerfer (der Golf IV war da m.E. der erste), damit andere Verkehrsteilnehmer möglichst schwer erkennen können, dass jemand blinkt, denn die Scheinwerfer sind i.d.R. heller als die Blinker, daher gehören die getrennt. Innen klatschen sie jetzt neben den Screens auch noch alles mit bunt leuchtenden LED-Streifen zu... Saab hatte seinerzeit das Gegenteil, den Knopf "Night Panel", drückte man da drauf, wurde alles, was nicht unmittelbar wichtig war, dunkel, selbst Instrumente wie der Drehzahlmesser wurden nicht nur verdunkelt, sondern abgeschaltet. Ein Wohltat bei Nachtfahrten. Und heute blickt man des Nachts nicht nur in die blendende Aussenbeleuchtung der anderen, sondern wird auch noch zusätzlich innen von seiner eigenen Karre geblendet, welch ein Fortschritt.
@sensor & peter-hifi: Fahren ohne Wertverlust ist immer ein Top-Ansatzpunkt, um die Gesamtkosten erheblich zu drücken.
24.04.2026, 05:43 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.04.2026, 05:52 von sensor.)
(23.04.2026, 18:28)tk141 schrieb: @onedance: Ja, ich denke auch, die meisten Kunden empfinden jeden Quatsch als Fortschritt oder prestigeträchtig - aber wehe, das geht dann mal kaputt! Mit lästigen technischen Details mag sich ja auch niemand mehr beschäftigen.
Und die Arbeit, Kosten und Risiken eines seriösen Händlers sieht auch niemand.
Ich kaufe für mich selbst gerne ziemliche Karren für wenig Geld, die für mich Potential haben und mache dann wieder ein Auto draus. Das funktioniert mal gut, mal weniger gut - aber es ist zweifellos aufwendig und viel Arbeit. Würde ich für andere nie machen, die wären ja auch nicht zufrieden damit.
@MartinM: Bei der Beleuchtung frage ich mich auch, wie manches davon jemals durch die Typprüfung gekommen ist. Viel zu grelle Scheinwerfer sind die eine Sache, diese aggressiv aussehenden Tagfahrlichter, die oft aussehen wie Fühler fieser Insekten (und wegen denen man selbst nun auch tagsüber das Licht anmachen muss, um noch gesehen zu werden) das nächste, der alberne Höhepunkt sind diese durchgehenden Light-Bars vorne (gerne an EV) und als neueste Eskalation beleuchtete BMW-Nieren und Mercedes-Kühlergrills. Aber mancher Unfug fing schon viel früher an, wie z.B. die Integration der vorderen Blinker in die Scheinwerfer (der Golf IV war da m.E. der erste), damit andere Verkehrsteilnehmer möglichst schwer erkennen können, dass jemand blinkt, denn die Scheinwerfer sind i.d.R. heller als die Blinker, daher gehören die getrennt. Innen klatschen sie jetzt neben den Screens auch noch alles mit bunt leuchtenden LED-Streifen zu... Saab hatte seinerzeit das Gegenteil, den Knopf "Night Panel", drückte man da drauf, wurde alles, was nicht unmittelbar wichtig war, dunkel, selbst Instrumente wie der Drehzahlmesser wurden nicht nur verdunkelt, sondern abgeschaltet. Ein Wohltat bei Nachtfahrten. Und heute blickt man des Nachts nicht nur in die blendende Aussenbeleuchtung der anderen, sondern wird auch noch zusätzlich innen von seiner eigenen Karre geblendet, welch ein Fortschritt.
durch diese Beleuchtung wird das Auge an helles Licht gewöhnt und nicht so stark geblendet durch den plötzlich auftauchenden hellen Gegenverkehr
sieht man auch an manchen Tunneln, das zum Ende des Tunnels die Tunnelbeleuchtung immer heller wird um das Auge auf das zu erwartende helle Sonnenlicht vor zu bereiten
aber ob die Ambientebeleuchtung eine Diskobeleuchtung sein muss, ist wahrscheinlich nicht immer Vorteilhaft??
Mir sind die Screens schon tagsüber zu hell und die große in der Mitte empfinde ich als extrem ablenkend, weil die genau im Blickwinkel des rechten Auges um Aufmerksamkeit heischt. Wenn ich (zum Glück selten und kurz) sowas mal fahren muss, schalte ich die daher nach Möglichkeit ab.
sorry, dass ich mal wieder ein wenig Kaffeetassen-Philosophie loswerden muss:
Früher waren die Autos nicht besser als heute, sie waren schlechter, und inflationsbereinigt billiger waren sie auch kaum, wenn man den Preis in Relation zur Lebensdauer setzt. In der "guten alten Zeit" war es kein Problem, wenn ein Auto während des 100tkm Dauertests außerplanmäßige Schäden bis hin zum Motorschaden hatte und am Ende spürbar verschlissen war, es konnte trotzdem noch eine gute Note bekommen. Heute erwarten die Tester Fehlerfreiheit und kaum wahrnehmbaren Verschleiß nach 100tkm, alles andere führt zum Verriss.
Dass die Autos von früher als wertiger wahrgenommen werden, liegt - ich habe es schon so oft geschrieben - aber an etwas anderem. Wenn man früher ein Auto gekauft hat, konnte man es ohne wenn und aber in Besitz nehmen, individualisieren, pflegen, und wenn die Jahre des großen Wertverlustes vorbei waren, konnte man es mit guter Pflege noch lange weiterfahren. An den Autos war öfter was dran als heute, wenn aber was dran war, war es keine Katastrophe wie heute. Man MUSS sich um die alte Schüssel kümmern, KANN sich aber auch drum kümmern.
Dieses "in Besitz nehmen" ging im Prinzip bis etwa 2010. Zwar stellten die Autos höhere Ansprüche an die Schrauber, und hatten auch schon vernetzte Elektronik an Bord, der große Knackpunkt kam aber in dem Moment, wo Autos internetfähig wurden. Die Autohersteller fingen sofort an, das Internet zur Optimierung der Obsoleszenz zu nutzen, und dem Staat fällt eine Kontrollmöglichkeit nach der anderen ein, die "Standleitung" jedes Autos zum Hersteller machts möglich. Wenn man heute ein Auto kauft, müsste man mit dem Kaufvertrag eigentlich zum Anwalt gehen, um ihn vor der Unterschrift durcharbeiten zu lassen, aber wer tut das schon ? Man muss Softwarevereinbarungen unterschreiben, für die das Besitzrecht materieller Gegenstände nicht gelten, was in neuester Zeit zu Auswüchsen führt, wie, dass man im Auto verbaute Extras nur gegen Abogebühr in Betrieb nehmen, oder sich an der roten Ampel übers Navi Unterbrecherwerbung reindudeln lassen muss. Der Staat schreibt Trojaner wie das Notrufsystem E-Call vor, seit Erstzzulassung 1.1.2021 ist bei Verbrennern und Hybriden das "On Board Fuel Consumption Monitoring" vorgeschrieben, mit dem Verbrauchsdaten von jedem Auto in Echtzeit erfasst und an die Europäische Energiebehörde übertragen werden - eine Lösung für reine Elektroautos soll in Kürze folgen. Erreicht werden soll mit dem allen, dass dem Autobesitzer die Teilhabe an seinem eigenen Fahrzeug entzogen werden soll. Er soll kaufen respektive leasen, die Karre vier Jahre konsumieren, und wenn die große Wertminderung vorbei ist, soll er neu kaufen. Die Idee, die Kiste nach der Wertminderungsphase noch einige Jahre günstig weiterfahren zu können, wurde rund 20 Jahre lang durch Öko-Terror unattraktiv gemacht, heute macht man es darüber, dass man selbst kleinste Reparaturen nach der Garantiezeit zu Kostenfallen macht - ein Beispiel: defektes Rücklicht am 26 Jahre alten W210 - zwei Euro Teilepreis plus wenige Minuten Arbeit. defektes Rücklicht an der aktuellen E-Klasse W214, rund 600 Euro plus ein bis zwei Stunden Arbeit, weil nur das komplette Rücklicht getauscht werden kann - und das ist nur ein banales Beispiel, moderne Autos sind voll m it solchen Fallen, die meist noch sehr viel teurer sind, und wo man schon bei einfachsten Dingen darauf angewiesen ist, dass die Hersteller die Teile noch supporten, denn vieles an Teilen wird heute so mit dem Auto per Software "verheiratet", dass man nicht mehr einfach so ein Gebrauchtteil vom Schrott holen kann.
Was die Autohersteller nicht schnallen - dieser Zwang und Teilhabeverlust führt genau zum Gegenteil von dem, was die Hersteller eigentlich wollen. In der "guten alten Zeit", wo die Hersteller den Kunden die Freiheit gelassen haben, wurden alte Autos ziemlich emtionsbefreit oft vor dem zehnten Lebensjahr auf den Müll geworfen auf den Schrott geworfen. Heute aber, wo man die Freiheiten des Autofahrers zunehmend beschränkt, klammern sich immer mehr Leute an ihre Alte Kiste, und treiben das Durchschnittalter des PKW Bestandes zügig nach oben. Ein Auto ist halt kein Smartphone oder Fernseher, wer 50000 Euro und mehr für sein Vehikel ausgibt, und es dann noch teuer unterhält, der möchte sich nicht von Herstellern und Staat vorschreiben lassen, wann, wo und wieviel er damit fahren darf, wann er müde zu sein hat.und wann er das Auto zum Müll fahren muss. Ich denke, das einzige, was den Durchschnitts-Autofahrer noch davon abhält, seine alte Karre einfach weiterzufahren, ist die Angst vor Reparaturen an älteren Autos. Dabei merkt er oft gar nicht, dass große Defekte an älteren Autos in freien Werkstätten oft viel günstiger zu fixen sind, als Kleinigkeiten beim Vertragshändler.
Die besten Alltagskisten wurden m.E. so zwischen 1995 und 2010 gebaut. Die sind schon sehr modern, fahren sich teilweise besser als Downsizing Neuwagen, konzentrieren sich aber noch auf die wichtigen Dinge, und die Bedienergonomie ist im Vergleich zu neuen Autos die pure Tiefenentspannung. Dass die Autos ganzjährig im Alltag zu fahren sind, ohne ständig in der Werkstatt zu stehen, das beweise ich mir täglich mit meinem alten V8 Benz, der langsam auf die 500tkm Laufleistung zumarschiert. Würde man mir heute die Aufgabe stellen, mir einen Neuwagen zu kaufen, ich wüsste ganz ehrlich nicht, was ich nehmen sollte.
27.04.2026, 14:58 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.04.2026, 15:03 von tk141.)
Da kann ich mich nur anschließen, Frank - es ist eine Enteignung auf Raten.
Angenommen, ich hätte das Geld für einen Neuwagen (was nie der Fall war, da ich aus Prinzip keine Autos finanziere) - es gäbe keins, wofür ich mein Geld ausgeben würde. Ich kenne einen, der (Außendienst) in der Firma durchgesetzt hat, dass ihm eine Tankkarte genügt und er sich das Fahrzeug selbst besorgt, weil er das Gebimmel, Geblinke und Geruckel einfach nicht ertragen hat und die Kiste auch sonst mit elektronikbedingten Nervereien ständig negativ aufgefallen ist.
Du brauchst heute zum Losfahren länger als die Vorglüh-Gedenkminute beim Kaltstart eines Mercedes 170D, so lange dauert es nämlich, alles auszuschalten, was einen wahnsinnig macht - und das bei jedem Start! Überwacht wirst Du trotzdem.
Größere Reparaturen hatte ich letztes Jahr gehäuft an gleich zwei Autos, so lange ich an Teile komme, werde ich mich immer wieder so entscheiden, das war nämlich selbst in der Summe günstiger als ein moderner Parkrempler: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/re...vergleich/
Ich freue mich sehr über die DIskussion und die Einblicke hier. Vor allem die ehemalige Händlerperspektive ist sehr interessant zu lesen.
Mir ist auch schon öfter, vor allem als Fußgänger bei neuen Autos aufgefallen, dass man die Blinker ab und zu so schlecht oder spät sieht, dass man denkt, es wird nicht geblinkt. Schlimm das sowas zulassungsfähig ist.
Ich bin mal gespannt ob ich mit meinem E39 die 10 Jahre schaffe.
(30.04.2026, 20:27)SonyKassette schrieb: Ich bin mal gespannt ob ich mit meinem E39 die 10 Jahre schaffe.
Klar, das geht, auch länger. Irgendwann wirst Du vermutlich mal richtig Geld in die Hand nehmen müssen und da erst einmal schlucken - aber das wird immer noch viel weniger sein als bei vergleichbaren neueren Fahrzeugen Wartung, Reparaturen und Wertverlust ausmachen.
Mein ältestes Auto ist übrigens das, welches pro Kilometer bislang am wenigsten Reparaturkosten verursacht hat, so kann es auch gehen. Ich kann Dir die Reparaturen über 45.000 km an einer Hand aufzählen. Da liegt es schlicht daran, dass es technisch vergleichsweise primitiv ist.
01.05.2026, 07:42 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.05.2026, 07:44 von JUM.)
Ich möchte Franks Beschreibungen zustimmen und mit meinen kürzlichen Erfahrungen ergänzen.
Fahre einen Golf 6, 1.6L TDI, DSG, EZ 2012, 353.000 km.
Inspektion im Dezember 2025 ergibt u.a. Diesel-Partikel-Filter (DPF) zu 80% voll.
Angebot zur Erneuerung bei VW: 4.200€...
Eine der letzten verbliebenen freien Werkstätten hier in Aachen lehnt die Erneuerung ab, weil sie das System nicht korrekt neu kalibrieren könnten.
Selbst ein Auto, welches Du immer sorgfältig gepflegt und gewartet hast, wird dir durch AGR-Verkokung und DPF-Veraschung stillgelegt.
Im April 2026 klemmt dann der Anlasser.
Der ADAC-Mann prüft Strom und nimmt schließlich auch einen Hammer, aber das Ding bleibt verklemmt.
Der Abschlepper bringt das Auto zu VW.
Erneuern des Anlassers (der kommt als Ersatzteil von VW Classic Parts aus Kassel!) dauert eine Woche und kostet 676€...
Falls du also dein viel zu altes Auto nachhaltig immer noch fährst, machen sie dich durch fehlende und/oder völlig überteuerte Ersatzteile fertig...
Bei der Inspektion hatte ich einen Audi A3 als Ersatzwagen, der wollte vor jedem Losfahren dass ich das Auto 'personalisiere'...
Während der Anlasser-Reparatur hatte ich einen Golf 8, der bei gleichzeitig aktiviertem Start/Stopp und AutoHold in 30% der Anfahrvorgänge ausging...
Der 'Lane Assist' macht dich beim Spurwechsel jedes Mal kirre, wenn er am Lenkrad ruckelt, weil du mal wieder nicht vorher geblinkt hast...
Um die Drehzahl des Innenlüfters zu ändern, musst du dich durch drei Menu-Ebenen durchtatschen...
Es gab auch noch ein gerissenes Ölfilter-Gehäuse, weil sie 2025 den Ölfilterdeckel wohl zu fest angezogen hatten.
Da hatte ich einen T-Cross mit einem gräuslichen 3-Zylinder Motor und gleichermaßen elender Tatsch-Bedienung.
DPF und Ansaugbrücke habe ich mittlerweile in Frankfurt 'durchpusten' lassen.
Bei all diesen Reparaturzeiten dachte ich: Vielleicht wird jetzt, nach 14 Jahren, ja doch mal ein Neuer fällig - habe bei VW die Konfiguratoren gequält (auch bei Hyundai und Toyota) aber die Preise und die Erfahrungen mit den Ersatzwagen haben mich 'nachhaltig' abgehalten.
Dieser Golf 6 wird mein letztes Auto sein, auch fünfstellige Reparaturkosten werden mich nicht von ihm trennen!
wenn du in der Nähe von Köln wohnen solltest, hast du mal in Erwägung gezogen, deinen
Golf zu den Autodocs zu bringen? Würde ich auf jeden Fall mal testen!
Ich habe letztens für meinen GTI 16V einen neuen Kühler für 30 Euro gekauft und vordere innenbelüftete Bremsscheiben für Stück 7 Euro.
Jetzt kommt mir bitte nicht mit dem Chinaschrott Argument....
Ich kann nur dazu aufrufen, bei Teilen auch mal im Ausland zu schauen.
Wir bezahlen in Deutschland für vieles übertrieben viel Geld, ich vermute weil die Käufer in Deutschland halt die Preise bezahlen.
Beispiel: Ich fahre einen Pajero I Bj 1990, 2,5TD mit H Kennzeichen und 298tkm.
Der hatte die o.g. Schwierigkeiten, daß er vor Jahren halt mal eine Generalsanierung brauchte. Nichst Schlimmes, aber halt so angestautes Kleinzeugs.
uA die Rohre vom zusätzlichen Ölkühler. Einer hatte ein Loch und da drückte dann irgendwann literweise das Öl raus ... Inkontinenz im hohen Alter
Meine Werkstatt (ein spanischer Hinterhofschrauber) macht mir das alles, aber er hat keinen Nerv Teile zu suchen, also ist das mein Job.
Erste Anlaufstelle, Mitsubishi Deutschland:
Wäre zu bestellen, 6 Wochen Lieferzeit, 350€
Zweite Anlaufstelle, ein renomierter japanischer Internethändler:
Ware im Lager, 4 Wochen Lieferzeit, 100€ + 90€ Versand
Dritte Anlaufstelle, ein koreanischer Internethändler für Hyundai Teile (der Pajero ist weitestgehend baugleich mit dem Galoper):
Ware kann geliefert werden, ist aber nicht im Lager, 4 Wochen Lieferzeit, 50€ + 70€ Versand
Ich dachte an Fake, aber Kommunikation war top und es kamen originale Hyndai Teile.
Im Nachhinein denke ich, die lange Lieferzeit bei Mitsubishi Deutschland rührt vermutlich daher, daß die das auch irgendwo im Ausland bestellen und liefern lassen. Den Preisvorteil heimsen sie dann selbst ein.
Anderes Bsp: Mittelschalldämpfer. Kam aus Polen, mit E-Kennzeichnung. Ein ca 80cm langer Brocken, kostete 60€ inkl. Versand. Hab ich selbst eingebaut und brauchte ein wenig drücken und "biegen".
Noch ein Bsp.: Blechteile für einen silbernen Golf IV. Bekommt man in Ebay für ein paar Euro hinterhergeworfen, Massenware, vor allem in silber. Da lohnte sich der strategische Kauf von eben genau einem silbernen Kfz.
Kurzum, meine Erfahrung ist (und ich habe immer ältere Autos ab 10 Jahre gefahren):
Bei alten Autos hat man mitunter mal so Phasen da nerven die Defekte. Man braucht eine Werkstatt die auch frend gekaufte Teile einbaut.
Ist man durch eine solche "Welle" mal durch, dann hat man wieder lange Ruhe und die Teile sind von Drittanbietern günstig zu bekommen.