AGFA Studiotonbänder 1949 - 1990
#1
Lightbulb 
Agfa (Aktiengesellschaft für Anilin-Fabrikation)

Studiotonbänder 1949 - 1990


Die Studiobänder der Agfa genossen, besonders in Europa, ein nicht unerhebliches Renommee.
Jedoch gibt es m.E. keine umfassende Agfa-Studioband-Chronologie, also wird es Zeit...


~1942: Agfa-Tonbandproduktion in Wolfen (ab 1949 DDR), Bänder dieses späteren ORWO-Werks sind nicht Bestandteil dieser Dokumentation. Siehe dafür "Zeitschichten" S. 345f sowie http://orwo.bg19.de/geschichtliches/geschichtliches.htm


1949: Beginn der Serien-Tonbandproduktion in Leverkusen (Bayerwerk)


1949 - ~1958: Magnetonband Typ F ("feinkörnig" oder "Film", bis Mitte 1950 Magnetophonband Typ F oder auch MF 1), Standardband, Acetylzelluloseträgerfolie (AC), würfelförmiges (kubisches) Fe2O3-Pigment von Bayer Uerdingen, 76 cm/s, Format 1/4" (bis ~1951 auch 6,5mm), 1000m / 700m (10cm-Kern) Leverkusen

Charge 1374 = RTI-Normalband (später Bezugsband-Leerteil bzw. primäres Referenzleerband genannt) für die Klasse 76, 1950 - ~1960
Charge 2851 A = DIN-Bezugsbandleerteil für die Klasse 76, ~1960 - 1965.

Lieferprogramm 1955 (mit F und FR):

   

Photos (Quelle: Peter Ruhrberg, kabelsalat (MF), man beachte die mutmaßliche Variante oder Altbezeichnung "MF"):

           

Technische Daten 1954 (mit F und FR):

.pdf   Agfa Magnetonspeicher_ 1954-01.pdf (Größe: 305.73 KB / Downloads: 6)

Hier hat Peter das F-Band näher erläutert und gemessen: https://tonbandforum.de/showthread.php?t...#pid229526


1954 - ~1956 / ~1961: Typ FR, Standardband, AC-Trägerfolie mit roter Rückseite, würfelförmiges, nun kobaltdotiertes Pigment, 38 cm/s, Format 1/4", 1000m / 700m (Kern), Leverkusen

Charge 4004 = DIN-Bezugsbandleerteil für die Klasse 38, 1954 - 1960

FR wurde später auch als FR 4 (und danach modifiziert als FR 6) bezeichnet. Die Verkaufsbezeichnung lautete (außer bei FR 22 und FR 25) jedoch stets "Agfa FR". Nachfolger wurde FR 25 bzw. PER.

1956 - 1961: FR 6, Standardband, AC-Trägerfolie mit roter Rückseite, würfelförmiges und (ungerichtetes) nadelförmiges Pigment (Reduzierung des "Edelhagen-Effekts"), 38cm/s, Format 1/4", 1000m / 700m (Kern), Leverkusen

Charge 6004 = DIN-Bezugsbandleerteil für die Klasse 38, 1960 - ~1963

1959 - 1963: FR 22, Standardband ("Spezialband für Stereo und Playback"), AC-Trägerfolie mit roter Rückseite, würfelförmiges Pigment, 38 und 19 cm/s, Format 1/4", 900m (Kern), Leverkusen
Dieses dickschichtige Studioband war ob der hohen Aussteuerbarkeit Vorgänger des PER 555.

1961 - ~1965: FR 25, Standardband (Rundfunkarbeitspunktkompatibel), AC-Trägerfolie mit roter Rückseite, nadelförmiges (ungerichtetes) Pigment, 76?, 38 und 19 cm/s, Format 1/4" (auch breiter?), 1000m / 700m (Kern), Leverkusen

Lieferprogramme 1960 (mit FR, FR 22 und PE 22) sowie 1961 (mit FR 25, FR 22 und PE 22):

       

Photo FR (Quelle Stereo_Record Bernd):

   

Photos FR 6 (Quelle: kabelsalat):

       

Photo FR 22 (Quelle: eBay.de):

   

Photo FR 25 (Quelle: Magnettonmanni):
       

(technische Daten FR 25 siehe PER 525 sowie, ebenso wie FR 25-Abbildungen, in #9)

Messwerte ~1985 (von Rudolf Müller, u.a. mit FR und PER):

   


1959 - 1963: PE 22, Standardband ("Spezialband für Stereo und Playback"), PolyEster-Trägerfolie (PE) mit weißer Rückseitenmattierung, würfelförmiges Pigment?, 38 und 19 cm/s, Format 1/4" (auch breiter?) , 1000m (Kern), Leverkusen
Das erste Studio-PE-Band von Agfa, Hostaphan-Folie von der Fa. Kalle. Das PE 22 war die etwas dünnere PE-Alternative zum FR 22, Nachfolger wurde PER 555.

Photos (Quelle: kabelsalat, je einmal mit und ohne "R", mit Ein- und Dreifädelschlitz-Kern, mit und ohne Bedruckung):

                       

(Hat jemand ein Datenblatt?)


Das ab 1958 erhältliche (Langspiel-) Signier-Tonband PE 31 S für Film- und Reportagezwecke wurde ~1972 eingestellt; als direkten Nachfolger gab es das PEM 368, welches wegen der schwarzen Rückseitenmattierung jedoch kein Signierband darstellte. Beide sind im Beitrag über die Heimtonbänder aufgeführt:
https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=34212


(weiter in Teil 2)
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#2
Teil 2:

1961 - 1963: PER, Standardband (Rundfunkarbeitspunktkompatibel), PE-Träger mit roter Siliziumdioxid-Rückseitenmattierung, nadelförmiges (ungerichtetes) Pigment, 38, 19 und 9,5 cm/s, Format 1/4" (auch breiter??), 1000m / 730m (Kern), Leverkusen

Lieferprogramm 1962 (mit FR 22, FR 25, PE 22 und PER):

   

Photo (Quelle: eBay.de):

   

(Hat jemand ein Datenblatt?)

Ausschnitte aus "Magneton-Illustrierte" Heft 6 (08-1961)sowie aus Heft 9 (09-1962):

       


1963 - 1967: PER 525 (PolyEster Rückseitenbeschichtet 52µm Pigmenttyp 5), Standardband (Rundfunkarbeitspunktkompatibel), rote Rückseitenmattierung, nadelförmiges, nun magnetisch gerichtetes Pigment, 76, 38 und 19 cm/s, Format 1/4" bis 1", Leverkusen

Charge 77 B = DIN-Referenzleerband ~1963 - 03.1965 für die Klasse 38.
Charge 0756 = DIN-Referenzleerband 04.1965 - 09.1970 für die Klassen 76 und 38.

Photo eines frühen Kartons ohne "Stereo" von ~1965/66 (Quelle: eBay.de) und einer frühen RSM ohne "Gevaert" von 1963/64 (Quelle: Magnetonmanni):

       

Technische Daten ~1964:

.pdf   AGFA PER525-555 FR 25 ca 1964.pdf (Größe: 247.78 KB / Downloads: 5)


1967 - 1981: PER 525 Stereo, dito, Format 1/4" bis 1", ab 1972 auch 2", mit höherem Bezugspegel für monokompatiblen Stereo-Rundfunk, nun aus München (von Anfang an?)
Spätestens 1974 entfiel die Zusatzbezeichnung "Stereo" wieder.

Charge 1544 = DIN-Referenzleerband  10.1970 - 1981 für die Klassen 76 und 38.

Photos, Gestaltung erst 1960er, dann 1970er (Quelle: eBay.de), Einzoll-NAB-Bandansicht (Quelle:bitbrain-Tobias) und 1980-81 in schwarz (Quelle: Magnetbandmuseum.de) sowie Bandansicht (Quelle: Peter Ruhrberg):

                       

Technische Daten:

.pdf   AGFA PER 525 stereo - PER 555 (1970-02).pdf (Größe: 1.47 MB / Downloads: 6)
.pdf   AGFA_Heft_M7_PER525_555_PEM455 1974.pdf (Größe: 2.93 MB / Downloads: 5)
.pdf   AGFA PER 525 1977.pdf (Größe: 974.3 KB / Downloads: 6)
.pdf   AGFA PER 525 FR 1979.pdf (Größe: 812.61 KB / Downloads: 4)

Messungen von Peter: https://tonbandforum.de/showthread.php?t...#pid181718


1963 - 1974: PER 555, Standardband (hochaussteuerbar), PE-Träger mit weißer Rückseitenmattierung, nadelförmiges Pigment, 76? und 38 cm/s, Format 1/4" bis 1", ab 1972 auch 2", Leverkusen / München (ab wann?). Nachfolgetyp wurde PEM 468.

Photos, Gestaltung erst 1963/64 ohne Gevaert und dann ~1970-1974 (Quelle: eBay.de) sowie Bandansichten (Quelle: Tonschreiber-Jo):

           

(Technische Daten siehe PER 525)


1964 (1.April): Fusion mit der belgischen Gevaert zur Agfa-Gevaert AG
Gevaert produzierte zuvor Heimton, nicht jedoch Studiotonbänder.

1966: neues Werk München-Obersendling (Kistlerhofstr.70, ehem. Perutz-Filmfabrik) mit moderneren Gieß- und Kalandrierverfahren

1971: Tonbandfabrikation in Leverkusen wird geschlossen

(weiter in Teil 3)
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#3
Teil 3:

1974 - ~1978 PEM 455, Standardband (Masterband für Schnellkopieranlagen), PE-Träger mit leitfähiger, schwarzer Rückseitenmattierung ohne Bedruckung, abriebfester Pigmenttyp 5, 19 cm/s, Format 1/4" bis 1", München. Nachfolgetyp wurde PEM 526.

Photos (Quelle: gasmann-Thorsten):

       

(Technische Daten siehe PER 525)


1975 - 1990: PEM 468, Standardband (hochaussteuerbar), schwarze, durch Rußzusatz leitfähige Rückseitenmattierung, LH-Pigmenttyp 8, 76, 38 und 19 cm/s, Format 1/4" bis 2", München

Photos, Gestaltung erst 1975-~1980, dann ~1980-~1984 (schwarz), dann ~1984-1987 und schließlich 1987-1990 (Quelle: eBay.de), Bandansicht (Quelle: gasmann-Thorsten):

                                       

Technische Daten:

.pdf   AGFA PEM 468 1975.pdf (Größe: 535.34 KB / Downloads: 3)
.pdf   AGFA PEM 468 198x.pdf (Größe: 3.8 MB / Downloads: 5)


~1978 - 1990: PEM 526, Standardband (Masterband für Schnellkopieranlagen), schwarze Rückseitenmattierung ohne Bedruckung, abriebfester LN-Pigmenttyp 6, 19 und 9,5 cm/s, Format 1/4" bis 1", München

Photos, Gestaltng 1978-~1980 (Quelle: gasmann-Thorsten), dann ~1980-~1984 (schwarz, Quelle: Magnetbandmuseum.de) und dann ~1984-1987 (Quelle: eBay.de), schließlich von 1987-1990 (Quelle: eBay.de) sowie von RSM und Schicht (Quelle: gasmann-Thorsten):

                   

(hat jemand ein Agfa-Datenblatt? BASF-Datenblatt siehe Downloadbereich)

(weiter in Teil 4)
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#4
Teil 4:

1981 - 198x: PEM 428, Langspielband (37 µm) speziell für 38 cm/s, schwarze Rückseitenmattierung, LH-Pigmenttyp 8, 38 cm/s, Format 1/4" bis 2", München
Dieses Band ist gemeinhin recht unbekannt (wer kennt es?, wann lief es aus? Hat jemand ein Datenblatt?)
Siehe auch "Studio Sound" 07-1982.

Vorserienmuster-Test, zusammen mit PEM 468, PER 525 undPER 528 in HiFi-Exklusiv von 07/1980: http://www.theimann.com/Analog/Misc_Tech...ender.html

Katalogausschnitt 1981, ein Halbzollband von ~1985 (Quelle: Audiofanzine.com) sowie ein RSM-Photo von Tapeheads.net:

           


1981 - 1990: PER 528, Standardband (Rundfunkband), weiße Rückseitenmattierung, LH-Pigmenttyp 8, 38 und 19 cm/s, Format 1/4", München

Charge 43 211 = ARD-Referenzleerband 1981 - heute

Photos, Gestaltung 1981-~1984 (schwarz), dann ~1984-1987 und schließlich 1987-1990 (Quelle: eBay.de), Bandansicht (Quelle: Tonschreiber-Jo):

               

Technische Daten:

.pdf   AGFA PER 528 1980-11.pdf (Größe: 1.11 MB / Downloads: 5)
.pdf   AGFA PER 528 1984.pdf (Größe: 4.34 MB / Downloads: 5)

Messungen von Peter: https://tonbandforum.de/showthread.php?t...#pid181576


1984 - 1990: PER 368, Langspielband für Film- und Reportagezwecke, weiße Rückseitenmattierung, LH-Pigmenttyp 8, 19 und 9,5 cm/s, Format 1/4", Klappkarton mit rauchfarbener 13cm-Kunststoffspule (erst mit Etikett, später Halbrunddesign ohne Etikett), blaues Vorlauf- und rotes Endband,München

Photo 1984-~1987 (schwarz, Quelle: Magnetbandmuseum.de), dann 1987-1990 sowie Bandansicht (Quelle: gasmann-Thorsten):

                   

(Hat jemand ein Agfa-Datenblatt? BASF-Datenblatt siehe Downloadbereich)

(weiter in Teil 5)
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#5
Teil 5:

1984 - 1990: PEM 469, Standardband (hochaussteuerbar), schwarze Rückseitenmattierung (zeitweise ohne Bedruckung), feinteiliger LH-Pigmenttyp 9 mit Polyurethanbinder, 76, 38, 19 und 9,5 cm/s, Format 1/4" bis 2", München

US-Werbung 1985:

   

Photos, Gestaltung 1984 (schwarz) sowie ~1984-1987 und 1987-1990 (oranges Logo, Spule mit Halbrundlöchern, Quelle: eBay.de), Bandansicht (Quelle: bitbrain-Tobias):

                   

(Technische Daten siehe Downloadbereich, ist hier zu groß)


Ende 1990: Verkauf der Agfa-Bandsparte, Eingliederung in die BASF Magnetics GmbH.

Weiterproduktion von PER 368, PER 528, PEM 468 und PEM 526 als BASF bzw. EMTEC PER 368, PER 528, SM (Studio Master) 468 sowie LM (Loop Master) 526 bis 1996 (BASF) respektive 2004 (EMTEC).
Kurzzeitige Weiterproduktion von PEM 469 als BASF PEM 469 bis ~1992 (Photo: eBay.de):

   

Anfang 2004: Produktionsende am Standort München, seit 1997 unter EMTEC Magnetics.

PER 368 und PER 528 wurden bis ~2010 mit schwarzer Rückseitenmattierung bei RMG international in Oosterhout weiterproduziert; SM 468 gar darüber hinaus bei RTM in Avranches bis 2022.

Auch wenn Studiobänder heute kaum noch in ihrer ursprünglichen Bestimmung eingesetzt werden, hoffe ich doch, dass dieser Beitrag nicht jeder Relevanz entbehrt.

Wie immer bedanke ich mich bei Friedrich und seinen Co-Autoren: Zeitschichten vierte Ausgabe, S. 343f und 462ff: https://www.gfgf.org/de/b%C3%BCcher-und-schriften.html
Und auch bei den Agfa-Magnetband-Erinnerungen von, in Memoriam, Werner Singhoff.
Und, natürlich, last but not least, bei Peter, Andreas F. und den engagierten obengenannten Forenn-Fotografen, der "Koalition der Willigen".

Hier noch Friedrichs AES-Tabelle, bezogen auf die Agfa-Studiobänder:

.xls   agfatapes_Edit_2026-02.xls (Größe: 54.5 KB / Downloads: 5)

Weitere Details, Daten, Hinweise und Korrekturen sind natürlich willkommen. Insbes. Studioband-Prospekte von 1950 bis 1990 scheinen bislang unauffindbar.

Schöne Grüße
Frank
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#6
Hallo Frank!

Was für ein tolles Füllhorn an AGFA-Professional-Variationen!
Vielen Dank für Deine akribiscge Zusammenstellung.

Da wird es schwer für mich, noch Ergänzenes beizusteuern.
Sobald es wärmer in unserem Räumen ist, mache ich mich
dran...

Gruß
Wolfgang
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#7
Frank ich bin absolut begeistert.
Solche gesammelten Informationen sind heutzutage rar.
Gründlich recherchiert und nicht irgendwo abgeschrieben, das ist schon sehr selten heute.
Auch die Verweise zu Peters präzisen Bandmessungen sind prima.
Findet man woanders nicht so konzentriert und fundiert, vielleicht solltest du den Artikel auch bei Wikipedia leaken....

Ich bin sehr gespannt auf den Teil der BASF Studiobänder.

Gruß Jan
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#8
Hallo Wolfgang, hallo Jan,

danke für Euer Lob! Das gebe ich gern auch an die Fotografen weiter.

Ferrograph schrieb:Findet man woanders nicht so konzentriert und fundiert, vielleicht solltest du den Artikel auch bei Wikipedia leaken....

Ich bin sehr gespannt auf den Teil der BASF Studiobänder.


Oooh...wenn ich an die Arbeit der letzten zwei Wochen denke, schiebe ich das erstmal vor mir her... Angel
(Meintest Du wirklich leaken?Wink)


Als Nachtrag zum PER 555 hier noch ein paar weitere Bilder von Thorsten, passten oben nicht mehr rein.

Ein Karton in der Gestaltung von ~1965 bis ~1970 sowie Varianten von Schicht und RSM (einmal mit, einmal ohne Gevaert):

               

Edit: und hier noch das Lieferprogramm von 1958, nach wie vor mit Typ F, weshalb ich dessen Enddatum oben von 1955 auf 1958 geändert habe.

   

Schöne Grüße
Frank
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#9
Hallo Frank, hallo in die Runde,

da bin ich alter Mann leider nicht rechtzeitig in die Socken gekommen.

Ich hatte in jungen Jahren einen Briefwechsel mit Agfa über Bezugsbänder und Spaltsenkrechtstellung.
Leider war mir der Tonbandpapst Dr. Krones damals noch kein Begriff, sonst hätte ich die Korrespondenz aufbewahrt.
Ich hatte mich damals als fanatischer Amateur gemeldet, und die Azimutabweichungen von Bezugsbändern beklagt und erhielt vier Kartons mit Bändern und eine Broschüre über Bezugsbänder von Herrn van Bommel. 
Seitdem hatte ich keine Azimutprobleme mehr und brauchte dafür auch keine Bezugsbänder (die waren mir in dem Punkt zu ungenau).

Ich erhielt  je 250 m PER 525, PER 555, FR 25 und 5m Symmetrierband sozusagen direkt vom Erfinder. Ich fühle mich heute noch gebauchpinselt.
Dabei war auch ein Datenblatt für die Bänder.

Ich fange mit diesem persönlichen Meilenstein jetzt hier erst einmal schnell an und suche dann danach weiter in meinen verschiedenen "Zeitschichten".

Viele Grüße
Manfred

                            FR 25  - 0473                                     rote Bandrückseite wie bei allen FR-Bändern
               


                            PER 525 - 0292                                                          PER 555 - 0074
         
Die Kartons haben die Maße: 18 cm x 18 cm  x 1,5 cm



               


p.s.

Ich habe noch Bänder mit den Nummern  F - 5006,  FR 5005, FR 22 - 0272

PER hatte ich bestimmt, aber in welchem Karton ist das Stück Band gelandet?
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#10
Moin,

auch von mir herzlichen Dank für die tolle Zusammenstellung! Interessant finde ich (und es war mir bis jetzt nicht bekannt), dass wie in #2 das PER 525 (stereo) auch auf "normalen" Spulen lieferbar war. Und das, wo das 525 doch als "Schmirgelband" verrufen ist...

Irgendwann bekam ich ein Gerät, auf dem exakt diese Kombination PER 525 + Großlochspule mit neuem Etikett lag - da dachte ich dass der Vorbesitzer sich ein ausgemustertes Band auf eine passende Leerspule gespult hat.

Grüße,

Bernd
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#11
Hallo Manfred,

herzlichen Dank vice versa.

Interessant und ein wenig Beneidenswert, Deine Agfa-Korrespondenz. Idea

Die PER 525/555-Länge scheint unüblich. Sind das 15cm-Kartons?
Danke auch für die Farbinfo zum FR 22. Ändere ich oben von weiß auf rot.
Ist die Rückseite vom FR 25 ebenfalls rot? Ist das eigentlich bereits eine RSM oder eine rot eingefärbte AC-Folie?

Ebenso Dank für den Studio-Prospekt von ~1964!

Schöne Grüße
Frank
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#12
Hallo Bernd,

danke auch an Dich!

Mich hat auch erstaunt, dass es in den 70ern das PER 525 gar im 2-Zoll-Format gab.
Das war doch eher ein Rundfunk- denn ein Studio-Multitrack-Band...

Hier sieht man aber auch, warum ich mich mangels echter eigener Erfahrung so lange um diesen Beitrag hier herumgedrückt habeShy

Schöne Grüße
Frank
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#13
Nachtrag:

(PE 21 LP zu den Agfa-Heimtonbändern verschoben)

Edit: Oben habe ich noch eine PEM 469-Werbung sowie eine PEM 526-Gestaltung von ~1988 eingefügt.

Schöne Grüße
Frank

Und nochmal Nachtrag: Einzoll-PER 525 sowie RSM- und Schichtansichten von PEM 468 und 469 nachgetragen.
Danke an Thorsten und Tobias. Smile

Nachtrag 7.4.26: Photos von FR 22 und FR 25 editiert, Schicht hinzugefügt.
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#14
Und hier noch ein ELA-Diagramm des Agfa PER aus der Funk-Technik 20/1961:

   

Ein Photo ist oben eingefügt.
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#15
Der liebe Thorsten hatte mir dankenswerterweise ein FR 25 zukommen lassen.
Verpackt war es in folgendem Archivkarton:

   

Das F5 ist dem Namen nach ja ein Bespurungsband. Ist jenes zum synchronen Aufkleben auf einen Bildfilmstreifen?

Schöne Grüße
Frank
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#16
(05.05.2026, 17:52)kesselsweier schrieb: Der liebe Thorsten hatte mir dankenswerterweise ein FR 25 zukommen lassen.
Verpackt war es in folgendem Archivkarton:



Das F5 ist dem Namen nach ja ein Bespurungsband. Ist jenes zum synchronen Aufkleben auf einen Bildfilmstreifen?

Schöne Grüße
Frank

Moin Frank,
so isses.
Das wurde dann nochmals auf die benötigte Spurbreite runtergeschnitten (0,45/0,8/2,5mm... je nach Filmformat) und am Rand auf den Film geklebt.
Daher auch zwangsweise auf Acetatträger, weil mit Polyesterbändern keine zuverlässige dauerhafte Verbindung herzustellen gewesen wäre.
Das Orwo-Pendant dazu war Typ 112.
Ich bin alleinstehend. Aber nicht nachts - da leg ich mich hin. Big Grin
---
Aufnahmen bestätigen die Pegel Big Grin
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#17
Danke Dir.

Nachtrag: hier noch zwei Produktabbildungen von Perutz, dem von Agfa um 1965 übernommenen Münchner Werk (Quelle: eBay.de):

       
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#18
Bei Agfa's dreistelliger PEx-Nomenklatur ab 1961 gab es offenbar folgende Varianten:

PER (PE Rundfunkband, z.B. PER 525 oder PER 368)
PEM (PE Masterband (?), z.B. PEM 468, PEM 526 (Loop Master) oder PEM 291 D (Digital Master))
PET (PE ? (warum T?) Instrumentationsband, z.B. PET 336 oder PET 355 (aber auch das 1964er Videoband PET 245D)
PEC (PE Computerband, z.B. PEC 6000)
PEV (PE Videoband, z.B. PEV 4000, PEV 385 oder PEV 500 (2", 1973))
PEK (PE Kaschierband, z.B. Bespurungsband F5)

Gab es noch weitere?

Schöne Grüße
Frank
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