28.11.2005, 18:10
Zitat:Christophe posteteDas mit deinen Ohren quantitativ zu erfassen, lieber Christophe, wird dir nicht leicht fallen. Man kann einen unzulässigen Klirrfaktor k3 (also den dritten Partialton) zwar ganz gut hören, gezielte Verbesserungen aber durch Änderung der Vormagnetisierung einfach so ins Blaue hinein nicht erreichen.
Wie kann ich wissen, ob es außerhalb der Spezifizierung steht? Aus meinen Ohren, oder mit welchem Messgerät? Ich stelle mir vor, eine 1kHz-Referenzfrequenz zu benutzen, die ich beobachten würde, ob sie geändert wird... oder?
Dafür benötigst du neben den Datenblättern der Bänder (die sind in der Regel das Problem, nicht die Maschinen!) die oben genannten Messgeräte. Frequenzgangprüfung über Millivoltmeter und Tongenerator, Klirrfaktor über die Klirrfaktormessbrücke. Ersatzweise kann dr Klirrfaktor auch nach Datenblatt über die Vormagnetisierung festgelegt werden, was dann eben abhängig von der Bandchargenstreuung (und der Abschlussredaktion der Datenblätter..., da geschieht ja auch etwas...) mehr oder minder genau stimmt. Zunächst einmal ist der Blick darauf für den konsequenten Nutzer hilfreich.
Grundsätzlich kann auch über einen Rechner mit entsprechender Software gemessen werden, sofern eine ordentliche Soundkarte (mit entsprehcned geeigenten Anschlussmöglichkeiten) vorhanden ist. Die Anschaulichkeit jedoch geht bei diesem Verfahren verloren.
Und dann müssen natürlich die notwendigen Kenntnisse kommen, es sei denn, du kennst jemanden, der dich 'einweist' oder bei dir 'Messdienst' spielt. Dazu muss der aber wirklich wissen, was Sache ist. Das ist zwar nicht besonders schwierig, man kann derlei lernen, Beschäftigung aber ist dazu allemal nötig. Die Technik eines analogen Tonbandgerätes steckt voll von Kompromissen, die bis zum Nutzer durchschlagen, also von ihm entschieden werden müssen. Eine 807 oder A80, eine B67 oder A810, eine A700 oder A77 sind keine Computer, bei denen ein Softwareingenieur dem Nutzer soweit den Rücken freihält, als er denken kann (bzw. seitens seines Arbeitgebers darf), sondern eben analoge Instrumente, die ohne 'Eingehen des Nutzers' auf ihre Bedingungen nicht das tun, was sie sollen, sofern man professionelle Ansprüche stellt. Und das kann man bei der 807. "Professionell" heißt in diesem Falle: "Es muss immer etwas Vertretbares herauskommen."
Hast du schon auf den oben genannten Pfaden gesucht? Bist du schon zum Download der Seiten der Deutschen Welle gekommen? Verfügst du über Datenblätter derjenigen Bänder, die du verwenden möchtest? Welches Bandaterial schwebt dir vor, welche Pläne hast du en detail mit der 807?
Man sieht in jenen Datenblättern, was beim Analogbandgerät auf welche Weise womit zusammenhängt.
Erklärende, handfste Literatur zur Technik aber ist oftmals nurmehr antiquarisch zu bekommen, weshalb ich dir empfehle, auch das der 807 ja beiliegende Handbuch durchzuarbeiten. Oder fehlt dir das?
Friedrich Engel, einer unserer Forenkollegen, ist nicht nur 'der' deutsche Magnetbandhistoriker schlechthin, sondern hat zu seiner Zeit als technical writer bei AGFA, Leverkusen ein sehr schönes Buch verfasst, das ich deiner Aufmerksamkeit anempfehle. Auch wenn es aus den 1970er Jahren stammt, ist es bis heute prinzipiell nicht überholt:
Friedrich Engel, Schallspeicherung auf Magnetband. Leverkusen 1975
Auf knapp 160 Seiten führt er dich technisch solide und dennoch lesbar durch die gesamte Bandbreite der Technik und darüber hinaus, denn Friedrich hat den dafür nötigen Horizont.
Wenn dir etwas 'spanisch' vorkommt, bitte frage. Hier im Forum tummeln sich kundige 810-Nutzer und eben auch Prinzipialisten meines Schlages. Solltest du die Öffentlichkeit im ein oder anderen Falle scheuen, kannst du mir auch gerne ein Mail schicken. Meine Mailadresse sollte im 'Profil' notiert sein.
Hans-Joachim
