Reibrad Uher Royal de Luxe und andere
#1
Nabend zusammen,

Jemand wollte von mir ein neu gummiertes Reibrad haben mit exakt 48mm Durchmesser. Ich hab ihm dann erklärt, dass ein exakter Durchmesser nicht so wichtig ist, solange es nirgendwo aneckt, plus minus 1 mm wäre kein Problem.

Das hat er mir aber nicht geglaubt und hat die KI bemüht.

KI hat geantwortet:

--Ein um 1 mm kleineres Reibrad bei einer Uher SG Tonbandmaschine führt hauptsächlich zu Problemen mit der Bandgeschwindigkeit und dem Gleichlauf.
Die genauen Auswirkungen sind:
Zu langsame Wiedergabe-/Aufnahmegeschwindigkeit: Das Reibrad überträgt die Drehbewegung vom Motor auf die Schwungmasse (Capstanantrieb). Ist der Durchmesser des Reibrads geringer als vorgesehen, verringert sich die Übersetzungsrate, wodurch sich die Tonwelle langsamer dreht. Die Musik oder Sprache wird dadurch zu langsam wiedergegeben und klingt tiefer (Pitch-Shift-Effekt).--

Das steht unter jeder KI Antwort,
KI-Antworten können Fehler enthalten, damit ist man für jeden Unsinn gewappnet.

Ich hab es dann mit etwas Nachhilfe in Mechanik versucht, ergebnislos.

Wo führt das noch hin mit der KI,  der Lehrer fragt die Schüler, 10 ganz schnelle fragen die KI., dann gibt es 5 verschiedene Antworten und die Stunde ist gelaufen.  

Dann habe ich die KI gefragt:
ist das Uher Royal Reibrad mit 47mm zu klein?

Antwort:
--Nein, ein Reibrad mit 47 mm Durchmesser ist nicht zu klein für die Uher Royal de Luxe.
Tatsächlich wird für die Uher Royal de Luxe und ähnliche Modelle (wie SG 521, 560, 561, 562 und Variocord 263) ein Reibrad mit einem Durchmesser von 47 mm bis 48 mm als passend und korrekt angegeben.
Es gibt auch ein größeres Antriebs-/Zwischenrad mit ca. 72 mm Außendurchmesser, aber das 47-mm-Rad ist für eine andere Position im Antriebsmechanismus vorgesehen (oft das Rad, das vom Motor zur Schwungmasse greift).
Wenn Sie ein Reibrad mit 47 mm Durchmesser verwenden, sollte dies also die richtige Größe für die entsprechenden Antriebsstelle(n) in Ihrer Uher Royal sein.--

Schöne neue Welt.
Gruß Peter
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#2
Bleib locker Peter, wir alle kennen deine Arbeit.
Soll doch "Jemand" lieber KI fragen wo er er ein genau 48mm Reibrad herbekommt.
VG
Wolfgang
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#3
Ich behaupte mal, dass nicht der Durchmesser der Andruckrolle, sondern der der Kapstanwelle entscheidend ist. Ich habe eine Uher Rolle in ein Tandberg Gerät eingebaut. Lief einwandfrei.

Manni
3 Dreher und ca. 38 Tonbandgeräte an drei Anlagen ............  Rolleyes
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#4
Zitat: Ich hab es dann mit etwas Nachhilfe in Mechanik versucht, ergebnislos.

Ich finde es schlimm wenn ein Schüler seinem Lehrer nicht glaubt, sondern seinem Schummelzettel, den er nicht mal selbst geschrieben hat ....

Grüße: Erhard
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#5
(15.12.2025, 19:12)Moppedmanni schrieb: Ich behaupte mal, dass nicht der Durchmesser der Andruckrolle, sondern der der Kapstanwelle entscheidend ist. Ich habe eine Uher Rolle in ein Tandberg Gerät eingebaut. Lief einwandfrei.

Manni

das stimmt auch Manni, hier geht es aber um das Reibrad,

ich hab dann noch 2 Skizzen gemacht um die Funktionweise zu verdeutlichen, 

das mit der Umlaufgeschwindigkeit wurde scheinbar nicht verstanden, dann habe ich es mit der Übersetzung versucht.

            

wer jetzt nochmal mit KI kommt  beendet die Komunikation.

Schönen Abend 
Peter
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#6
KI = Künstlicher Idiot
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
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#7
Ich habe vor ca. zwei Wochen mal versucht, die Google-KI zu "trainieren". Durch sokratische Fragestellungen auf zwei unterschiedlichen Wissensgebieten gelang es tatsächlich, die KI zum Schluss zu den richtigen Antworten zu führen.
Gegenprobe zwei Tage später mit exakt gleichen Fragestellungen: die KI hatte alle ihre (am Ende korrekten) Antworten des 1. Durchgangs bereits wieder vergessen!

Nehmt es als Kaschperletheater. Problem ist nur die jüngere Generation, die das KI-Gelaber für bare Münze nimmt, kritiklos nachplappert und dem "postfaktischen Zeitalter" mit seinen äußerst fragwürdigen "Protagonisten" damit Tür und Tor öffnet.

Ich fürchte, wir stehen am Vorabend einer völlig anderen "Neuen Schönen Welt", deren Auswüchse wir altersbedingt aber wohl nicht mehr werden genießen müssen - sofern uns irgendein Gott diese Gnade gewährt!

Martin
"Früher war mehr Lametta!"
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#8
(15.12.2025, 19:59)bitbrain2101 schrieb: KI = Künstlicher Idiot
Genau! (Anmerkung: als ob es nicht schon genug natürliche Idioten gäbe ... )

Zum Fachlichen: 
Die ausführlichen Skizzen mit Erläuterung und Berechnung sind natürlich alle richtig.
Vereinfacht ausgedrückt:
Wenn das Reibrad einfach zwichen dem Metallrad auf dem Motor und der Schwungmasse die rotierende Kraft überträgt,
hat es im Prinzip die gleiche Funktion wie ein Riemen, ist nur mechanisch anders konstruiert.
Entscheiden sind nur die Durchmesser des Motorrades und der Schwungmasse und das sich
daraus ergebende Übersetzungsverhältnis. 

Rein theoretisch wäre es völlig wurscht, ob das dawzischen liegende Reibrad einen Ø von 10mm oder 100mm hat. 
Praktisch würde das 10mm-Rad nur viel schneller rotieren und sich entsprechend auch schneller abnutzen, 
bräuchte aber nur wenig Platz. Beim 100mm-Rad wäre es genau umgedreht, weshalb es dann in der Praxis auf einen
guten und vernünftigen Kompromiß hinausläuft, also irgendwas um die 50mm Ø.
Das wurde beispielsweise bei der UHER RdL vor mehr als 50 Jahren alles noch mit natürlicher Intelligenz bewerkstelligt,
weshalb solche Dinge auch noch bis zum heutigen Tag funktionieren.

Schönen Gruß
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
2. Können wir messen, was wir hören?
Menno van der Veen
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#9
Also jetzt beginnt die KI ja wirklich die Menschheit gefährlich zu verblöden. Ein Zwischenrad hat doch nix mit der Übersetzung zu tun, die bestimmt ausschließlich das Durchmesserverhältnis der Laufflächen von antreibender und angetriebener Rolle, in diesem Fall Motorwelle und Schwungmasse, wie oben ja ausfühlich dargestellt. Genau so ist es mit der Bandgeschwindigkeit, die lediglich von der Umfangsgeschwindigkeit der Capstanwelle, also deren Drehzahl und Durchmesser abhängt, die Größe der Andruckrolle ist da ohne jeden Einfluß. Unsereiner hat das ich glaube in der 5. Klasse gelernt (Rechnen mit Verhältniszahlen und die ersten Physiklektionen), heutzutage lernt man das ja scheinbar nicht mehr. Wenn künftige technische Entwicklungen auf so einer Basis stattfinden, na dann gut Nacht.

Gruß Holger
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#10
Der Gehörnte treibt sich schon länger in Gestalt des Internets umher, die KI ist sein neues Steckenpferd.
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#11
Es kommt noch schlimmer,

viele von uns hier sind in einem Alter, und oder, haben den nötigen Verstand zu zweifeln und nicht alles zu glauben. Wir haben aber auch Kinder und sicher auch Enkelkinder und somit kann es uns nicht egal sein was die KI für Schäden anrichten kann.

Wenn es 1000 Daten zum Geburtstag von Goethe gibt, werden die wenigen falschen Daten sicher nicht wieder gegeben. Was ist aber mit neueren Daten von denen es noch wenig gibt? 

Ich hätte große Lust mal einen Rasenmäher mit Atomantrieb in Kleinanzeigen anzubieten. Wenn ich  2 Wochen später nach einem solchen suche,

KI:

---Vor kurzen wurde ein Rasenmäher mit Atomantrieb vorgestellt, genaue Daten sind noch nicht vorhanden,,,bla,bla,bla---

Wie will die KI ihre Aussagen verifizieren? Die sammelt doch nur Infos aus allem was das Netzt bietet und ich denke das die KI für Leuten mit bösen Absichten sehr hilfreich erscheinen kann. 

Woher stammt die Info der KI, das Reibräder von 47-48 mm für das Royal de Luxe in Ordnung sind?

Das habe ich in KA geschrieben damit ich keine Reklamationen bekomme, wenn das 48mm Rad doch nur 47,5 mm hat, was ja nicht für alle belanglos scheint. Alle anderen Räder werden immer mit 48mm Durchmesser angegeben.

Schönen KI freien Dienstag
Peter
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#12
Ich nutze die KI ab und zu und bin von den guten Ergebnissen überrascht. Man darf eine KI aber nicht als Nachschlagewerk missverstehen. Es ist ja auch keine KI, es ist eine Textgenerierung auf Grund von Wahrscheinlichkeiten. Vorteil ist aber, dass man schnell Ansätze findet um ein Thema zu verstehen. Harte Fakten muss man immer durch weitere Quellen ergänzen.
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