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Hallo liebe Elkotauscher:
Ich habe hier ein 433Mhz Funkschalter Set. Das sind so Zwischenstecker, wo man halt irgendwas einstecken kann, um es dann per Fernbedienung ein- und auszuschalten zu können.
Einer dieser Zwischenstecker hatte folgendes Problem: Man konnte ihn per Funk problemlos einschalten, jedoch ausschalten lassen wollte er sich kaum noch. Das Ding hat eine Kontroll LED. Diese geht an, wenn das Relais anzieht. Es war zu erkennen, das die LED mit voller Helligkeit aufleuchtet, aber kurz danach etwas dunkler wurde. Also hab ich das Gerätchen mal aufgeschraubt. Innen drin ist eine kleine Platine mit SMD Hühnerfutter, einem Relais und einem bedrahteten 220µF 35V Elko. Den hab ich sofort unter Generalverdacht gestellt und ausgelötet. Jetzt zum Zustand des Elkos:
- Nicht ausgelaufen
- Nicht aufgebläht
- ESR 0,0 Ohm. (Gemessen mit meinem ELV Komponententester)
- 220µF Kapazität
-> Also alles traumhaft gut.
Dennoch habe ich ihn getauscht und siehe da, das Gerätchen funktioniert wieder und die LED bleibt dauerhaft hell. Dieser Elko war also definitiv schlecht und dadurch ist intern eine Spannung bei Einschaltung des Relais abgesunken, wodurch der Funkempfänger taub wurde.
Was sagt mir das:
Elkos zu messen ist verwirrend.....
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....ähnlich ists z.B. auch mit den Papierwickel Kondensatoren, die in den Geräten bis in die 60er Jahre hinein, eingelötet wurden
M.f.G.
justus
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Gegenprobe mit altem Elko fällt wie aus?
Gruß
Dieter
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Das Messergebnis ist vom alten Elko...
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Ach das kann man doch alles vergessen:
Jetzt ging es ne ganze Weile und jetzt ist der Fehler wieder da..............
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Ich besorge jetzt mal diesen 0,33µF X2 Kondensator, der in Reihe zu der Platine als "Netzteil" dient......
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Isolationsmessung mit Hochspannungsprüfung ist die Lösung des Problemes.
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(25.11.2025, 19:38)bb_magnetophon schrieb: Ich besorge jetzt mal diesen 0,33µF X2 Kondensator, der in Reihe zu der Platine als "Netzteil" dient......
...und da wette ich, daß dies zu 100% der Übeltäter ist!
Hatte genau das gleiche Phänomen bei einem unserer Gefrierschränke:
Beim Einschalten Status LED kurz hell, dann immer dunkler und dann keine Funktion am ganzen Gerät mehr.
Auf der Bedienplatine ein Elko, jede menge SMDs und ein X2 Kondensator... und dieser hatte tatsächlich deutlich zu wenig Kapazität.
Viel Erfolg bei der Reparatur,
Silvio
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Danke :-) Ich werde berichten
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Ich tausche kaum Elkos aus. Bringt in den meisten Fällen nichts. Diese Elko-Geschichte ist eine Mär, die mit defekten Low-ESR Kondensatoren auf Mainboards und Spielkonsolen entstand. Große Elkos trocknen sehr selten aus, da ihr Volumen im Verhältnis zur Oberfläche groß ist und die Dichtungen selten undicht werden. Man muss immer überlegen, wofür der Elko genutzt wird. In NF-Schaltungen spielt eine Änderung der Kapazität selten eine große Rolle.
In Schaltnetzteilen sind es meistens die kleinen Kapazitäten, die Ärger machen. In deinem Fall ist das Netzteil eine Konstruktion, bei der durch die Reihenschaltung eines Kondensators mit geringer Kapazität, eine Spannungsreduzierung auf wenige Volt möglich ist. Dieser Längskondensator geht häufig kaputt, habe ich schon in vielen Geräten gefunden.
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Diese Längskondensatoren sind selbstheilend, bei einem Durchschlag verdampft ein Teil der Metallisierung um die defekte Stelle herum. Je öfter es (zB. durch ein unsauberes, mit hohen Spannungsspitzen belastetes Netz) zum Durchschlag kommt, desto geringer wird also die Kapazität. Offenbar werden diese Kondensatoren hinsichtlich der Spannungsfestigkeit hart an der Grenze betrieben (ich mag diese Netzeile auch nicht gerade).
Gruß Holger
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Vor 10 Stunden
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Vor 10 Stunden von bitbrain2101.)
Wenn der ESR-Tester 0 Ohm anzeigt, hat der Elko einen Kurzschluß, ist mir auch schon passiert. Normales Multimeter schafft da Klarheit.
Die X2 Kondensatoren sind "selbstheilend", das heißt, bei einem Durchschlag brennt nur die Folie um den Durchschlag weg und der Kurzschluss ist weg. Irgendwann haben die Dinger aber so viele Durchschlagslöcher in der Folie, daß der Kondensator fast keine Kapazität mehr hat und dann funktioniert das "Kondensator-Netzteil" nicht mehr.
MfG, Tobias
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
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0 Ohm ESR muss kein Kurzschluß sein. 0 Ohm ESR und 0µF wären ein Kurschluß :-)
@Akreta:
ich wechsle viele Kondensatoren. Bei Studer Maschinen ein Muss, da dort Phiips und Frako verbaut wurden. Diese sind immer auffällig, wenn sie nicht schon kaputt sind.
Hab auch schon Frolyt Typen (aus den 1990ern) gehabt, mit guten ESR und µF Werten, bei denen aber die Spannungsfestigkeit dahin war, was sich in kurzzeitigen Durchschlägen geäußert hat.
Große Becher Elkos sind tatsächlich meist gut.