Liebe Tonbandfreunde, ich brauche mal wieder eure Hilfe.
Meine UHER SG561 Royal startet in Play mit etwas zu langsamer Geschwindigkeit (960Hz statt 1000Hz), geht dann innerhalb 2-3 Sek runter auf 930Hz und dann innerhalb 10-15 Sek. langsam hoch auf die richtigen 1000Hz des Bezugsbandes.
Vor der Reparatur der Bremse fiel mir das nicht auf, da wurde die aber nicht völlig gebremst - der weiße Bremsteller rotierte z.T. noch mit.
Die Bremse arbeitet jetzt korrekt, der li. Bremsteller wird also total gestoppt und die Kupplung arbeitet korrekt. Auch der Aufwickelzug scheint korrekt zu sein.
Den Anlaufkondensator habe ich geprüft. Das Kapazität-Messgerät sagt 8,5µF und 11Ohm ESR, scheint also o.k. zu sein, oder?
Was könnte es noch sein?
Gruß
31.10.2025, 10:28 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.10.2025, 10:36 von janbunke.)
Mechanik verharzt? Gummirolle verschlissen? Bandzug zu stark eingestellt? Anpreßdruck der Gummirolle falsch eingestellt?
Da ist vieles möglich.
Hast du die Brems-und Zugkräfte anhand des SM mit einer Federwaage kontrolliert?
Tritt das Problem nur einmal nach dem Einschalten auf, also wenn die Maschine noch kalt ist, oder immer, wenn man ein Band mit Play startet?
Hallo janbunke,
Danke für die schnelle Antwort.
1. Verharzt ist die Mechanik nicht, ansonsten läuft ja alles prima.
2. Die Gummirolle wurde schon ersetzt.
3. Das ist auch im Betrieb, wenn die Maschine warm ist, jedesmal nach Stop->Play.
Nach längerem Probieren habe ich's rausgefunden: Starte ich im waagerechten Betrieb, gibt es keine Probleme, in allen Geschwindigkeiten.
Sobald ich die Maschine aber langsam ins senkrechte kippe, geht das Tempo runter und bleibt (jetzt) fast dauernd so.
Woran kann das liegen, Lagerschäden?
Leider finde ich kein komplettes Service-Manual für die SG561, nur für die 560, auch auf den hiesigen Downloadseiten. Ich finde überall nur die elektrischen Einstellungen (2 DIN-A3 Seiten), nicht die mechanischen. Die SG560 und 561 sind ja gerade mechanisch nicht ganz gleich, z.B. hat die 561 Umlenkrollen, die 560 Bolzen. Insofern nützt die Einstellung z.B. der Bremse lauf S.M. 560 auf 40mm Abstand (S.8) nicht so viel, da sich das auf die Bolzen bezieht (ich nehme jetzt einfach den Bolzen als Meßrand, auf dem die Rolle sitzt, o.k.?).
Vielleicht kann dieses S.M. noch eingestellt werden.
31.10.2025, 18:41 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.10.2025, 19:04 von mincom.)
Bitte mal die Auslaufzeit des Schwungrades prüfen: einmal in waagerechter, das andere Mal in senkrechter Position. Nach Abschaltung ist das Friktionsrad ja ausgekuppelt und das Schwungrad im freien Auslauf. Falls hier ein Unterschied besteht, ist das Capstanlager möglicherweise verschlissen, verharzt oder trocken. Sicherheitshalber auch mal das Axialspiel der Tonwelle prüfen (ist die untere Nylon-Lagerschraube zu stramm eingestellt?).
Hallo mincom,
Danke für die schnelle Antwort (@niels: hab das nur bei 19cm bisher getestet). Die Auslaufzeit des Schwungrades waagerecht liegt bei 1:50 Min., senkrecht nur bei 23 Sek. Also wohl doch das Capstanlager. Aber wie komme ich da ran? Die Einheit mit Netzumschalter, Netzschalter und Anlaufkondensator ausbauen, und dann?
Gruß
01.11.2025, 10:02 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.11.2025, 11:06 von janbunke.)
(01.11.2025, 09:51)dbtester schrieb: Hallo mincom,
Danke für die schnelle Antwort (@niels: hab das nur bei 19cm bisher getestet). Die Auslaufzeit des Schwungrades waagerecht liegt bei 1:50 Min., senkrecht nur bei 23 Sek. Also wohl doch das Capstanlager. Aber wie komme ich da ran? Die Einheit mit Netzumschalter, Netzschalter und Anlaufkondensator ausbauen, und dann?
Gruß
Ist vielleicht der im Schwungrad eingeklebte Schwingungsdämpfer lose?
Das ist ganz oft der Fall. Dann müßte es allerdings klappern.
Der Ausbau des Capstanschwungrades ist nicht ganz easy aber machbar.
Der Motor muß dafür raus und vorher müssen diverse andere Teile aus dem Weg.
Das sieht man eigentlich wenn man dabei ist. Nicht so ganz einfach zu beschreiben.
Noch vor kurzem hatte ich das Vergnügen bei einer SG561.
Danke für die detaillierte Antwort, mincom. Das ist mir aber zu aufwendig und nicht wirklich nötig, ich betreibe die SG561 halt nur noch waagerecht, und da läuft sie prima, wenn auch um 1% zu schnell mit TEAC-Prüfband, was ja nicht einstellbar ist, aber kein echtes Problem.
Nun habe ich noch eine andere Frage:
Bereits Vorband zeigt sich ein Höhenabfall von bis zu 6dB/20kHz, was auch der Aufn./Wdg.-Frequenzgang prinzipiell zeigt, über beide Eingänge ^v und v, abgenommen über "Monitor" ^ .
Woran kann das denn liegen (Kondensatoren?), jemand 'ne Idee?
Gruß
Daß der Frequenzgang schon bei Vorband und 20kHz um einiges abfällt, kann ich für die Uher Royals bestätigen. Das ist konstruktionsbedingt und nicht durch alternde Bauteile zu erklären.
Ich habe meine RDLs entsprechend modifiziert, so daß der Vorband-Frequenzgang nach oben halbwegs linear bleibt.
Ich habe einige pF Kondensatoren rausgeworfen und woanders welche in die Schaltung eingefügt um die hohen Frequenzen anzuheben. Bitte nicht nach den Details fragen. Ist zu lange her.
Man sollte auch auf jeden Fall den Hochpegeleingang (Pegel II Regler) der Maschine benutzen.
Als Konsequenz dieser Anpassungen hatte ich danach allerdings bei Aufnahme ziemlich starke Einstreuungen des HF Oszillators am Ausgang, so daß ich noch eine L/C Biasfalle nachgerüstet habe.
05.11.2025, 14:21 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.11.2025, 14:28 von janbunke.)
Hier mal der Vorband Frequenzgang bei einer meiner modifizierten RDLs
Nicht ganz glatt aber für mich ausreichend.
Die minimale Anhebung bei 30Hz und bei 20 Khz hört man sowieso nicht.
@janbunke,
Doch, genau diese Frequenzanhebung würde mich interessieren. Wie und wo hast du es gemacht? Ich sehe z.B. am Hochpegeleingang v zwei 33k Widerstände direkt hinter den Potts in Serie. Die könnte ich doch mit Cs überbrücken. Allerdings sehe ich danach (fast) keinen Widerstand gegen Masse außer 15k und <5k (Trimmer) vom Mikroverstärker. Welche Werte sollte ich da als Brücke nehmen - da blicke ich nicht ganz durch (in die Gegenkopplung und Entzerrung der nachfolgenden Stufe möchte ich keinesfalls eingreifen)? Oder ich muß es eben ausprobieren.
05.11.2025, 19:51 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.11.2025, 22:08 von janbunke.)
Ich kann es leider nicht mehr genau sagen, wo ich welche Änderungen vorgenommen habe. Das ist einfach zu lange her.
Ich müßte mir mal den Schaltplan vornehmen. Vielleicht kommt dann die Erinnerung zurück.
(05.11.2025, 19:51)janbunke schrieb: Ich kann es leider nicht mehr genau sagen, wo ich welche Änderungen vorgenommen habe. Das ist einfach zu lange her.
Ich müßte mir mal den Schaltplan vornehme. Vielleicht kommt dann die Erinnerung zurück.
Lieber Janbunke,
da würde nicht nur ich Dich mal sehr gerne ermuntern wollen, in die Untiefen Deiner Uher-Modifikation hinabzutauchen und uns die Maßnahmen bekanntzugeben. Es gibt hier nach wie vor zahlreiche ambitionierte RdL-Schrauber und - Löter, die gerne noch ein bisserl mehr aus diesen Kisten herausholen würden!
Hallo,
Ich habe nach einigem Versuchen einen guten Kompromiss gefunden. Ich überbrückte die beiden Widerstände R65/R66 mittels einem C=520pF (470Pf//47pF, gemessen echte 503pF). Die Höhenanhebung dadurch ist zwar leicht abhängig von der Phono-Potistellung und vom Micro, dies macht aber viel weniger aus als der Fehler zuvor. Ich komme damit VB bei halber Potiöffnung (und Micro zu) auf +0,4dB/10kHz, 0dB/16kHz und -0,5dB/20kHz - sieht also richtig gut aus, und mir reicht das völlig.
Dieter