Uher 724 Stereo
#1
Hallo in die Runde, 

ich habe eine Frage betreffend einer Uher 724 Stereo. Die liegt hier schon einige Zeit ungeprüft bei mir rum und ich habe irgendwie immer einen Bogen darum gemacht, eine Schönheit ist sie ja nicht gerade, zumal beim Öffnen des Deckels mir gleich ein Tütchen mit Antriebsriemen und Sprengringen entgegenfiel...das ist selten ein gutes Zeichen. Aber wie sich nun herausgestellt hat, stammen idese Teile wohl von einer älteren Reparatur und das Gerät ist a)vollständig und B) auch noch weitestgehend funktionstüchtig. Den Aufbau an sich finde ich auch recht solide und ich fange langsam an das Ding zu mögen. 
Nun zum Problem...jedesmal, wenn ich (bei nicht eingelgtem Band) versuche eine Laufwerksfunktion zu starten und der dem Netzschalter nachgeschaltete Taster, der bei Nichtvorhandensein eines Bandes ausschaltet (der dient ja mit Sicherheit dazu, beim Spulen bei Bandende den motor abzuschalten) betätigt wird gibt es ein lautes Knacken im Lautsprecher der Stereo-Anlage. Dazu muss der Verstärker nur eingeschaltet sein. Der knackst sogar bei komplett runtergedrehter Lautstärke und wenn er auf einen ganz anderen Eingangskanal gestellt ist. Also jedesmal, wenn der Taster die Stromzufuhr des Motors unterbricht, bzw. wieder herstellt kommt da ein Geräusch wie ein Knacksen mit Paukenschlag. Bei eingelegtem Band ist das Proble zwischen Play und Stop nicht vorhanden (logischerweise ist der Tatser in dem Moment ja geschlossen), betägige ich aber den Hebel für Spulen (egal ob vorwärts oder rückwärts) habe ich sogar ein lautes Krachen, obwohl der Taster gar nicht geöffnet und geschlossen wird, ebenfalls auch dann, wenn das Gerät nicht einmal am Verstärker angeschlossen ist. Und ja, das kommt definitiv aus den Lautsprechern. 
Vom Symptom her erinnert mich das an meinen Elac Miracord 760 mit defekten, dem Motor in Reihe geschalteten Kondensator, jedoch deutlich heftiger. Aber sowas gibt es in der Uher 724 nicht. 
Das Oszi am DIN-Stecker (Audio-Ausgang zum Verstärker) angeschlossen, zeigt noch bei 50mV/Div einen deutlichen Ausschlag über mehrere Kästchen, um es genauer zu bemessen ist der Impuls zu kurz. 
Hat schonmal jemad einen ähnlichen Fehler bei einem Uher Gerät dieser oder ähnlicher Bauart gehabt? 

Gruß

Peter
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#2
Der Motor ist ein Wechselstrommotor, der einen Störimpuls erzeugt, wenn man ihn ein oder ausschaltet. Um das zu verhindern wird parallel zum Schalter ein Entstörkondensator geschaltet. Es kann sein, dass der defekt ist.
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#3
Hallo Akreta, 

sowas in der Richtung war ja auch meine erste Vermutung, aber im Schaltbild konnte ich keinen solchen Kondensator finden (im Geröät natürlich auch nicht).

[Bild: J+7d9PS4wRMAJGwAgYgaL4P8BCTreibtZHAAAAAElFTkSuQmCC]

K 3 ist sicher der oben angesprochene Taster, davor (2polig) der Netzschalter, die Motorwicklung dient hier gleichzeitig auch noch als Transformator, parallel dazu gibt es auch noch zwei Kontakte, die das Audio-Signal nur durchschalten (auf dem Auszug nicht zu sehen), wenn Play oder Pause aktiviert ist, bei Stop und Spulen sind die offen, das ist alles in Ordnung, deswegen bin ich etwas ratlos...

Gruß

Peter
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#4
Hallo Peter,

es gibt schon Kondensatoren. Ich würde mir mal den C41 anschauen, der dämpft die Flanke beim Einschalten für die kleinere der beiden Versorgungsspannungen. Bei der Gelegenheit würde ich auch noch den größeren Elko C44 prüfen.

Gruß

Dieter
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#5
Ach so, Knacken in der Stereo-Anlage. Das habe ich überlesen. Dann hat es wohl nichts mit den genannten Elkos zu tun. Das sind dann ziemlich sicher EMI-Probleme (Elektromagnetische Interferenz). Und die Lautsprecher im Gerät, machen die ebenfalls das Knacken?

Dieter
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#6
Hallo Dieter,

ja, in den eingebauten LS knackt es auch, da das Gerät aber aktuell aus dem Gehäuse ausgebaut ist, sind die grad nicht mehr im Rennen. Ich habe einerseits eine Übertragung über den Audio Out, anderseits aber auch irgendeine Art Rückkopplung ins Stromnetz, da das Knacken ja auch bei komplett herunter gedrehter Lautstärke und auch auf anderen Signalquellen auftritt.

Gruß

Peter
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#7
Wie sieht denn der Schalter K3 aus? Ist das ein Mikroschalter? Ist dieser versuchsweise durch einen anderen Schalter ersetzbar?

Kontaktabbrand kann die Funkenbildung beim Ausschalten auch verstärken und somit die EMI-Störung.

Gruß

Dieter
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#8
Der K3 ist eine Art Microschalter (nach heutigen Verhältnissen nicht mehr ganz so micro, aber zu der Bauzeit vielleicht schon), so ähnlich wie bei diesen alten Lampen mit so nem Zugseil-Schalter. Habe ihn mechanisch ausgehakt, das geht schon besser. Der Netzschalter verursacht auch ein Knacken, aber bei weitem nicht so derbe wie der K3. Wenn´s passt eaue ich den am WE mal aus und schaue, ob er sich öffnen lässt, bzw. was als Ersatz passen könnte. Danke schonmal...

Gruß
Peter
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#9
Hallo nochmal, 

der Microschalter ließ sich nicht öffnen, der Versuch Kontakspray einzubringen blieb auch ohne Erfolg und der Hauptschalter verursacht aber ebenfalss ähnliche Probleme. Ich habe jetzt über beide Schalter einen 1µF/600V Kondensator gelötet, nach dem Vorbild, wie es bei einem meiner Plattenspieler auch gelöst ist. Jetzt knackst es nur noch beim Ein- und Ausschalten, nicht aber mehr beim Starten des Spulvorganges und auch nicht wenn die Spannungsversorgung des Motors durch die Bandendabschaltung unterbrochen wird. Damit kann ich leben. Vielleicht optimiere ich das noch mit einem Widerstand in Reihe zum Kondensator, mal schauen. 
Jetzt wird geputzt und dann muss ich noch prüfen, warum es nur im "Liegen" aber nicht im "Stehen" vernünftig abspielt. Da stimmt dann irgendwas mit dem Bandlauf anscheinend nicht. Das hat auch  anscheinend sehr viel gelaufen,war glaub ich mal in einer Tanzschule in Benutzung. 

Gruß

Peter
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#10
Peter,

eigentlich wäre es besser, einen Kondensator über die Induktivität (also Transformatorspule) zu schalten. Dadurch ermöglicht man ihr, den Strom weiter für eine gewisse Zeit fließen zu lassen, und dieser geht außerdem nicht über den Netzanschluss. Man benötigt dann auch nur einen Kondensator. Stattdessen wäre auch ein Boucherot-Glied möglich, also einen Reihenschaltung aus Kondensator und Widerstand.

Gruß

Dieter
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