UHER Royal de Luxe (fast) fertig
#1
Moin,
meine RdL ist jetzt einsatzbereit und hat auch schon 2 x 5 Stunden Testbetrieb hinter sich.
Ich musste bzw. habe:
  • Alles gemacht, was im Service Manual steht (außer HF-Bias, den habe ich in Ruhe gelassen, Grund siehe unten)
  • Alle "Gummiräder" kontrolliert, dabei aus einem eine leichte Delle rausgeschliffen
  • Bremsgummis mit Fahrradschlauch wieder tauglich gemacht (Tip aus dem Forum)
  • Druckscheiben der Kupplungen sauber gemacht (tut es, Filze konnte ich in Ruhe lassen)
  • Hauptriemen getauscht
  • Kunststoffring wieder in der "Capstanglocke" verklebt (Tip im Forum erst nachher gesehen)
  • Dabei auch das mir etwas zu groß scheinende Axialspiel neu eingestellt
  • Capstanlager und Motorlager mit ein bis zwei Tropfen "Sinteröl" beaufschlagt
  • Sämtliche Lagersitze, die Fett brauchen können, mit neuem Molycote-Fett versehen (auch die hintere Motorachse)
  • Dito das gesamte "Gestänge" wo sinnvoll, vorher natürlich das alte Fett weg
  • Die beiden defekten Birnchen hinter dem blauen Feld im Aussteuerungsinstrument ersetzt
  • Die gesamte Elektronik durchgemessen (geht ja mit Generator und Oskar gut, weil man ja direkt an die Kopfsignale kommt, ich musste hier nichts ändern/tauschen, hätte ich nicht gedacht)
  • Allerdings die defekten/knarzenden Lautsprecher ersetzt
  • Natürlich alles sauber gemacht, sowohl innen wie außen
Dabei habe ich gesehen, dass meine Maschine nicht älter als April/Mai 1972 sein kann: Die jüngsten Stempel sind auf Grundplatte und "Capstanglocke" mit 4/72. seriennummer ist 264 4 90502, wie in meinem Vorstellungspost geschrieben.
Gewundert hat mich folgendes: Ich habe den Wiederegabepegel nicht nach Service-Manual einstellen können: Auch in Endstellung der Potis blieb der zu messende Pegel zu niedrig. Nach Kontrolle mit Umschalten zwischen"Aufnahme" und "Hinterband" war er jedoch zu laut, so dass ich das dann nach Gehör wieder reduziert eingestellt habe: Das gaben die Potis her.
Bezüglich Elektronik bin ich zwar "alter Hase", aber die RdL ist erst das zweite Tonbandgerät, das ich überhaupt auf dem Tisch hatte und das erste, dass ich komplett gecheckt und wie beschrieben "revisioniert" habe. Es war durchaus etwas mehr Arbeit, als zunächst angenommen, aber sie schnurrt leise und spielt gut.
Damit bin ich jetzt also am Ende meiner Fähigkeiten, da ich weder ein Bezugsband, noch überhaupt andere als auf dieser Maschine aufgenommene Bänder habe. Die Köpfe habe ich optisch eingestellt: Höhe mit giftgrünem Zwirn am jeweils oberen und unteren Ende des Einstichs der Bandführungen, Azimuth und Zenit so gut es ging mit Lehre (Lineal, Winkelchen).
In sich ist das jetzt OK, sowohl Messungen mit Oscar als auch "Rauschtests" und "normale" Musik (was ist das?) stellen mich mit Hinterbandkontrolle kontrolliert jetzt zufrieden. Irgendwann leihe ich mir mal ein Band und hoffe, dass das dann auf einer richtig eingetaumelten Maschine aufgenommen wude, bis dahin muss es gehen ...
Eine sicher weitaus wichtigere - weil den Klang bestimmt massiv beeinflussende - Frage ist jedoch die folgende:
Wozu dient dieses Teil auf der Rückwand (siehe angehängtes Foto)? Sowas war auch auf der Schlacht-520, und die ist wirklich so billig gebaut, dass ich nicht davon ausgehe, dass da jemand Kosten ohne Zweck verursachte.
Abschließend mein großer Dank an das Forum und seine kompetenten Mitgleider: Ohne euch hätte ich das nie geschafft, Unterlagen hatte ich zwar schon vorher ge"startpage"d, aber ohne die hier gefundenen Informationen und Tips wäre ich sicherlich grandios gescheitert.

Martin


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#2
Ich meine das sei die Vorrichtung zum Lösen des eingerasteten Tragegriffs bei Aufstellung der Maschine in horizontaler Position die Stellfußfunktion übernimmt.

V.G.

Jo
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#3
Das ist die Rastnase für den Aufstellbügel. Rastet die ein, steht die Maschine exakt senkrecht. Löst man sie, läßt sich die Maschine in einen leichten Winkel nach hinten neigen, was bei Senkrechtbetrieb eine bessere Bedienbarkeit ergibt.

Martin
"Früher war mehr Lametta!"
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