Akai GX 630D Austausch der Kondensatoren
#1
Hallo,

ich würde gerne die Kondensatoren auf der Aufnahme- und Wiedergabe Platinen 
austauschen.
Hat jemand eine Liste mit der Kondensatoren, welche unbedingt auszutauschen sind?
Kann man höhere Spannungswerte nehmen (25V anstatt 6,3V)?

Bei eBay werden fertige Stets angeboten leider ohne Erklärung, ob es sich um REC oder PB Board handelt. 

Für jede Liste wäre in dankbar.
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#2
Höhere Spannungen gehen bei Elkos immer, sofern der Kondensator von den Abmessungen her passt, nur die Kapazität sollte in etwa eingehalten werden.

Gruß Holger
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#3
(17.09.2025, 21:12)Analoghoerer schrieb: Höhere Spannungen gehen bei Elkos immer, sofern der Kondensator von den Abmessungen her passt, nur die Kapazität sollte in etwa eingehalten werden.

Dieser Meinung war ich bis vor geraumer Zeit auch, nachfolgende Hinweise haben mich etwas vorsichtiger bei dieser Aussage gemacht. Wobei eine Stufe mehr Spannungsfestigkeit nicht entscheidend ist....

Gruß Jan
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#4
Prizipiell ist das einleuchtend, es muss ja ein gewisser Formierungsstrom fließen, der ist allerdings sehr niedrig (aber abhängig von der Kapazität). Stellt sich also die Frage, was ist "große Unterspannung" also etwa wieviel Prozent von U max? Ich hab auch schon gesehen, dass herstellerseitig beispielsweise vor der ersten Stufe eines Verstärkers ein Koppelelko mit beispielsweise 25V Spannungsfestigkeit eingebaut wurde, obwohl der nur mit ca. 2V belastet wird. Dachte immer, man macht das, um den Leckstrom möglichst klein zu halten, aber jetzt seh ich es auch etwas anders. Danke für den Hinweis, das steht leider in keinem Lehrbuch, obwohl es eigentlich logisch ist.

Gruß Holger
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#5
Ja, alles viel Theorie. In der Praxis gibt es da wohl weniger Probleme. Alle Elkos bei einer Akai zu wechseln ist viel Arbeit und man hat wegen der fehlenden Bedruckung schnell einen Elko verpolt und dann sucht man lange nach dem Fehler. Ich verstehe das Elkowechseln auch eher als ein Resultat der vielen Berichte über aufgeplatzte Elkos in Schaltnetzteilen. Ich halte es bei Akai Tonbandgeräten in der Regel für nicht notwendig.
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#6
Hallo zusammen,

es wäre mal interessant, für dieses Thema eine relevante Quelle mit fachlichem Hintergrund zu erfahren ("wissenschaftlich manifestierte Studie").

Als ehemaliger Elektronikentwickler habe ich für den Einsatz von Elkos in Schaltungen immer solche verwendet, die mindestens eine doppelt so hohe Nominalspannung aufweisen als die tatsächliche Betriebsspannung. Es galt da der Grundsatz, dass die Lebensdauer von Elkos, die nahe an der Nominalspannung betrieben werden, deutlich geringer wird. Das ist auf jeden Fall nachgewiesen.

Ein weiterer Aspekt ist der, dass die Technologie der Elkos einen starken Wandel durchgemacht hat, sodass Effekte, die Elkos von vor 50 Jahren zeigten, heute nicht oder nicht mehr in diesem Maße mehr auftreten (evtl. dafür andere).

Drittens: Die Diskussion um Messergebnisse sind nur dann sinnvoll, wenn sie wirklich vergleichbar sind (welches Messverfahren, welche Messanordnung, welches Bauteil usw.).

Ich muss mal in meinem Fundus von Berichten nachschauen, ob sich da etwas zu diesem Thema befindet.

Viele Grüße

Dieter
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#7
Das Elko Thema ist schier endlos. Ebenso die Thematik, Ersatz von Tantal. Als ich begann mich mit Bandmaschinen zu befassen, bin ich natürlich sofort mit der Thematik konfrontiert worden. Die Meinungen dazu waren und sind sehr verschieden. Trotzdem hat jeder Erfolg beim Instandsetzen und die Geräte funktionieren. Inzwischen habe ich sehr viele Maschinen zum Leben erweckt und, wer hätte das gedacht, werde ich oft um Rat gebeten. Dabei verhält es sich eigentlich wie beim wechseln der Bremsscheiben und Klötzer beim Auto. Es wird das passende Teil gekauft und verbaut. Gefühlsmäßig achtet man eventuell noch auf Markenware. Aus was Scheiben und Klötzer bestehen diskutiert eher niemand. Die Überdiemensionierung der Spannungen ist oft nicht anders machbar, da es gelegentlich keine Elkos mehr mit niedrigen Spannungen zu kaufen gibt. Ich habe mir angewöhnt die Elkos immer in Spannungsstufen, soweit es möglich ist, hinzulegen. 25V, 50V 63V oder 100V. Oft sind z. B. 1UF Kondensatoren mit 10V oder ähnlich verbaut. Da versuche ich dann einen 25V zu verbauen, bekomme ich nicht immer also kommt ein 50V hinein. Das gab noch nie Probleme, aber wer weiß was in 30 Jahren ist. Halten die Dinger von heute überhaupt so lange? Und da kommen wir zum nächsten Thema. Inzwischen weiß ich aus Erfahrung, dass ich bei japanischen Bandmaschinen keine komplette Elkokur mehr machen würde. Dort würde ich nur ein Elko wechseln, wenn er auch defekt ist. Für mich sind diese Maschinen von den Bauteilen her definitiv ein komplett anderes Level. Bei den heimischen Fabrikaten, allen voran Revox, ASC und Braun wechsel ich alles komplett durch. Elkos, Knallfrösche und Trimmer. Hier tut man sich keinen gefallen irgendwo etwas zu belassen, aber das ist nur meine bescheidene Erfahrung. Bei Revox geht das alles noch deutlich weiter. Hier liegt die A77 und B77 im Teiletausch Ranking bei mir deutlich vorn. Zurück zum Japaner. Ich bin begeistert von der Qualität der Elkos in diesen Geräten. 
Grüße Andre
Dual TG28/29, ASC6002/ 5004, Technics RS1500, Tesla CM160, Braun TG1000
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#8
Ich schließe mich mal an mit meiner Einschätzung.

Ich besitze ja so einige AKAI Bandmaschinen und Cassettendecks.
Elkos zu tauschen war dort in der Regel bisher nicht notwendig.
Ausnahme: Ich hatte mal eine GX 280D bekommen, wo ein Hochspannungselko im Netzteil kurzgeschlossen war und dann als Folge eine Diode und dann der Trafo zerstört worden ist.
Einen Ersatztrafo habe ich damals von Theo bekommen.
https://tonbandforum.de/showthread.php?t...#pid278841

Bei europäischen Fabrikaten, wie z.B. Braun und Revox, kommen defekte Elkos wesentlich häufiger vor. Insbesondere Frako, Röderstein, Philips und Konsorten sind potentielle Kandidaten.
Fazit:
Ich sehe es wie mein Vorredner André.
Bei einer GX 630D halte ich den Austausch aller Kondensatoren für überflüssig. Erst recht würde ich keine Austauschsets von eBay kaufen. Das ist überteuerter Schwachsinn.
Ich würde nur wirklich als defekt ausgemachte Kondensatoren ersetzen. Dazu muß man natürlich in der Lage sein, solche auch zu erkennen.
Leider sind viele nicht in der Lage, Schaltpläne zu lesen und zu verstehen und mit diesen Fähigkeiten und einem ordentlichen Equipment auf koordinierte Fehlersuche zu gehen.
Oft muß ich hier Berichte lesen, wo Leute solche Elko-Austauschorgien hinter sich haben und danach nichts mehr geht, weil man sich beim Basteln weitere Probleme eingehandelt hat.

Gruß, Jan

edit:
Viel sinnvoller ist es, bei den alten AKAI Maschinen die sehr oft stark rauschenden 2SC458 Transistoren zu ersetzen.
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#9
Hallo,

danke sehr für die vielen Antworten.

Die Transistoren habe ich schon getauscht, werde wohl mir die Kondensatoren einzeln anschauen und entscheiden, ob einen Tausch notwendig ist.

Habe bei einigen Aufnahmen festgestellt, dass der rechte Kanal im HF-Bereich nicht gut klingt und dachte, dass defekte Kondensatoren als Ursache sein können.
Tonköpfe sind sauber und entmagnetisiert, Aufnahme-und Ausgabepegel sind mit NAK T-100 Software eingestellt.
Mir ist klar, dass viele Gründe für diese Anomalie geben kann, deshalb versuche ich da anzufassen, wo ich selber was reparieren kann, folglich zuerst die Kondensatoren.

Viele Grüße
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#10
(18.09.2025, 08:00)Uhermania schrieb: Hallo zusammen,

es wäre mal interessant, für dieses Thema eine relevante Quelle mit fachlichem Hintergrund zu erfahren ("wissenschaftlich manifestierte Studie").

Als ehemaliger Elektronikentwickler habe ich für den Einsatz von Elkos in Schaltungen immer solche verwendet, die mindestens eine doppelt so hohe Nominalspannung aufweisen als die tatsächliche Betriebsspannung. Es galt da der Grundsatz, dass die Lebensdauer von Elkos, die nahe an der Nominalspannung betrieben werden, deutlich geringer wird. Das ist auf jeden Fall nachgewiesen.

Ein weiterer Aspekt ist der, dass die Technologie der Elkos einen starken Wandel durchgemacht hat, sodass Effekte, die Elkos von vor 50 Jahren zeigten, heute nicht oder nicht mehr in diesem Maße mehr auftreten (evtl. dafür andere).

Drittens: Die Diskussion um Messergebnisse sind nur dann sinnvoll, wenn sie wirklich vergleichbar sind (welches Messverfahren, welche Messanordnung, welches Bauteil usw.).

..[..]..

Ich arbeite seit über 30 Jahren in der Elektronik-Entwicklung und kann deshalb dem Dieter vollkommen zustimmen.

Das Thema Kondensator wird nirgends so heiß diskutiert wie im Bereich Audio. Dabei gibt es Anwendungen, wo man wirklich zwingend selektieren und gut überlegen muss, damit die Schaltung (überhaupt..) funktioniert. Das sind in erster Linie Schaltnetzteile, Servo-Antriebe und HF-Anwendungen. Der Audio-Bereich ist dagegen nahezu uninteressant (bis auf ein paar Ausnahmen wie Leckstrom in bestimmten Schaltungen). Selbst der ESR spielt oft nur eine untergeordnete Rolle, solange man seine Signalkette nicht mit Rechtecksignalen betreibt ;-)

Viel "Pseudowissen" wird einfach unreflektiert weitergegeben und führt dann zu allen möglichen "Mysterien". Davon leben mittlerweile viele Reparatursatz-Händler und füllen mit der "Angst vor dem falschen Kondensator" ihre Taschen. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass die wenigsten hier weder über die Ohren noch über das entsprechende Mess-Equipment verfügen, um die teuer erkauften "Vorteile" qualitativ wirklich nachweisen zu können.

Auch die viel diskutierten "Folien-Bypass" Kondensatoren" (welche über AL-Elkos gelötet werden, um HF zu unterdrücken) sind so eine verrückte Teilehändler-Erfindung. 
Die Technik kommt ursprünglich aus dem Bereich "High-Speed Logic & FPGA-Design" (in welchem ich hauptsächlich arbeite). Dort ist es u.a. für die korrekte Funktion von PLL's in FPGA zwingend notwendig, die Induktivitäten der verschiedenen "Supply-Rails" durch "Capacitor stacking" zu minimieren. Der Audio-Frequenzbereich (und somit der erzielbare Effekt...) ist davon allerdings mehrere Zehnerpotenzen entfernt.

Wenn sich jemand wirklich für "Physik" der Kondensatoren (und anderer Bauelemente..) interessiert, und sich ein eigenes Bild verschaffen will (ohne KI & Wiki), dann gibt es dafür haufenweise exzellente Quellen.
Wenn es um "Power-Supply-Bypassing" geht, gibt es etliche Application-Notes verschiedener Hersteller (TI, Analog-Device,...) wo diese Themen wirklich wissenschaftlich/messtechnisch behandelt werden.
Z.B.: hier

Eine weitere Quelle sind die Application-Notes der Firma Würth. 
Z.B.: hier
Ich habe mit Kondensatoren von Würth extrem gute Erfahrungen gemacht. Bezüglich Stabilität und Parametern sind sie den gehypten Panasonics, Nichicons,...u.s.w. teilweise überlegen. Um das zu verifizieren sollte man allerdings keinen Chinakracher zu Rate ziehen, sondern wenigstens einen "DE5000" oder einen "PEAK ATLAS".
Informationen dazu u.a. hier

Das Thema an sich ist hoch interessant. Sinnvoll ist es aber nur, wenn man selbst recherchiert und ausprobiert (Messen) und nicht irgendwelchen "das muss man so machen.." - Mythen von selbsternannten "Spezialisten" anheim fällt.

Einer meiner Lieblings-Entmystifizierer ist deshalb auch Prof. Dr. Manfred Zollner (Links spare ich mir,..einfach mal im Netz suchen..).
Wenn man Interesse an fundierten Grundlagen hat, sollte man sich seine Bücher einmal anschauen.

Beste Grüße,
Wilhelm
Wir lösen ständig nur Probleme die wir ohne uns nicht hätten
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#11
@Rixie. HF heißt Hochfrequenz. Das ist alles ab 150 kHz. Du meinst wohl eher Hochton also so um 10 kHz. Wie verhält sich es denn mit der Qualität bei Source? Wenn da beide Kanäle ok sind, kann es eigentlich nur an ein paar Elementen liegen und nicht an allen Kondensatoren.
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#12
Hallo,

danke für den Hinweis, diese Definition für HF war mir nicht bekannt.
Tatsächlich meine ich höhere Töne. Als Quelle habe ich CD genommen.
Ich werde mir zuerst die Aufnahme Platine vornehmen und schauen, ob Kondensatoren verdächtig aussehen.
Ich schaue mir die Möglichkeit an, ob über die Einstellung der Frequency Response Adjustment was zu machen ist. An die Tonköpfe will nicht ran.

Viele Grüße
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#13
Das ist sinnlos. Man kann nur in seltenen Fällen einen defekten Kondensator optisch erkennen. Das ist das große Märchen, das erzählt wird seit es mal defekte Kondensatoren in Computern und Schaltnetzteilen gab. Hinzu kamen dann noch angeblich ausgelaufene Kondensatoren, die in Wirklichkeit aber angeklebt waren und was man sah war der Kleber. Ausgelaufene Kondensatoren gab es mal in einer SMD Serie. Dieser Krankheit sind fast alle Camcorder von Anfang der 90iger zum Opfer gefallen.
Die Akai hat keinen einstellbaren Aufnahmefrequenzgang, wie eine Revox. Man kann nur den Vormagnetierungsstrom einstellen. Die Tonköpfe werden eher nicht Schule sein. Warum nimmst du nicht ein paar Sinustöne auf und machst mal einen etwas objektiveren Test?
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