Zur Fairness von Streaminganbietern ggü. Künstlern
Jetzt bin ich schon mal ein wenig in dem Thema, daher mal ein Perspektivenwechsel. Dieses mal geht es nicht um technische Aspekte, sondern darum was die Künstler (bzw. Rechteinhaber) an den Streams und Downloads haben.
Zunächst: Auch ich finde eine gute Masterbandkopie ist das Beste, was man seinen Geräten antun kann. Aber seien wir mal ehrlich, das geht schon heftig ins Geld und -zumindest aus meiner Perspektive- ist die Auswahl auch ziemlich begrenzt. Schallplatten wären eine Alternative, aber das reizt mich nicht. Ist inzwischen auch teuer und ich will halt kein Knistern und Rumpeln, daher Tonband. Egal. Hier noch einmal ChatGPT mit ein paar interessanten Einblicken. Und am Ende eine Darstellung der Plattform Bandcamp (https://bandcamp.com/) die nicht nur fair ist, sondern häufig einfach die High-Res Master anbietet und damit füttere ich gerne meine eigenen Sessions.
Hier ist eine kompakte, fakten-basierte Übersicht zu Vergütungs-/Fairness-Modellen und typischen Erlösen je 1.000 Streams bei den gängigsten Musik-Streamingdiensten (Stand: 2024/25).
Kurz erklärt: die Modelle
Richt-/Durchschnittswerte für 2024 (brutto an Master-Rechteinhaber, vor Label/Distributor-Split): Dienst ca. $ pro 1.000 Streams
Fairness-Einschätzung je Anbieter (kurz & praxisnah)
Kompensationsmodell (kurz):
Bandcamp ist primär Direct-to-Fan-Verkauf (Download, Vinyl/Merch, Abos) mit Revenue-Share statt Pay-per-Stream: 15 % auf Digitals (10 % ab 5.000 $ Jahresumsatz), 10 % auf Physisches; dazu kommen Payment-Fees ~4–7 %. Rest (typisch 80–85 %) geht an Artist/Label; Auszahlungen erfolgen zeitnah.
„Bandcamp Friday“:
An ausgewählten Freitagen verzichtet Bandcamp auf seinen Revenue-Share – dadurch fließen ~93 % einestypischen Kaufs direkt an Artists (nur Zahlungsgebühren bleiben). Die Aktion läuft weiterhin; aktuelle Termine kommuniziert Bandcamp im Blog/Bandcamp Daily.
Streaming bei Bandcamp:
Es gibt keine Vergütung pro Stream. Vor Kauf sind wenige Voll-Streams (Default: 3) möglich; gekaufte Releases streamen unbegrenzt in der App (MP3-V0 bei WLAN). Band-/Artist-Abos liefern wiederkehrende Einnahmen (Bandcamp zieht auch hier 10–15 % + Zahlungsfee).
„Wieviel pro 1.000 Streams?“ – so lässt sich Bandcamp einordnen
Ein direkter Kauf ersetzt viele Streams. Beispiel-Rechnungen (brutto Preis → Netto an Rechteinhaber, ohne Label/Distributor-Split):
Fairness-Bewertung (Bandcamp im Vergleich)
Wenn du Einnahmen pro Fan maximieren willst, ist Bandcamp kaum zu schlagen (besonders an Bandcamp Fridays). Für breite Reichweite und passives Hören bleiben DSPs wichtig – dort zählt deshalb Strategie (Release-Takt, Playlists, Märkte), um den effektiven $/1k zu heben.
Viele Grüße
Linus
Jetzt bin ich schon mal ein wenig in dem Thema, daher mal ein Perspektivenwechsel. Dieses mal geht es nicht um technische Aspekte, sondern darum was die Künstler (bzw. Rechteinhaber) an den Streams und Downloads haben.
Zunächst: Auch ich finde eine gute Masterbandkopie ist das Beste, was man seinen Geräten antun kann. Aber seien wir mal ehrlich, das geht schon heftig ins Geld und -zumindest aus meiner Perspektive- ist die Auswahl auch ziemlich begrenzt. Schallplatten wären eine Alternative, aber das reizt mich nicht. Ist inzwischen auch teuer und ich will halt kein Knistern und Rumpeln, daher Tonband. Egal. Hier noch einmal ChatGPT mit ein paar interessanten Einblicken. Und am Ende eine Darstellung der Plattform Bandcamp (https://bandcamp.com/) die nicht nur fair ist, sondern häufig einfach die High-Res Master anbietet und damit füttere ich gerne meine eigenen Sessions.
Hier ist eine kompakte, fakten-basierte Übersicht zu Vergütungs-/Fairness-Modellen und typischen Erlösen je 1.000 Streams bei den gängigsten Musik-Streamingdiensten (Stand: 2024/25).
Kurz erklärt: die Modelle
- Pro-Rata / Streamshare (Marktanteile) – der Standard: Aus Abo- und Werbeumsätzen entsteht ein Länder-/Monatspool; Rechteinhaber erhalten eine Quote entsprechend ihres Stream-Anteils. So zahlen u. a. Spotify, Apple Music, Amazon Music, YouTube Music und (weitgehend) TIDAL.
- User-/Fan-zentriert – Einnahmen eines einzelnen Fans werden (ganz/teilweise) nur an die von ihm gehörten Artists verteilt. SoundCloud nutzt „Fan-Powered Royalties“ für teilnehmende Independent-Artists. Deezer hat mit UMG ein „artist-centric“ Modell (Frankreich zuerst) eingeführt, das engagiertes Hören höher bewertet und Betrug/„Noise“ abstraft; 2025 wurde es in FR auch auf Publishing ausgeweitet.
- Sonderregeln / Schwellen & Promo – Spotify monetarisiert seit 2024 erst ab 1.000 Streams/Jahr pro Track (darunter: 0 €; Geld bleibt im Pool) und wertet „funktionales Rauschen“ ab; außerdem gibt es „Discovery Mode“ mit reduzierter Promo-Vergütung gegen mehr Algorithmus-Reichweite. TIDAL hat 2023 die „Direct Artist Payouts“ beendet, bietet inzwischen dafür u. a. Contributions (direkte Fan-Unterstützung).
Richt-/Durchschnittswerte für 2024 (brutto an Master-Rechteinhaber, vor Label/Distributor-Split): Dienst ca. $ pro 1.000 Streams
- Amazon Music $8,80
- TIDAL $6,80
- Apple Music $6,20
- YouTube / YouTube Music $4,80
- Deezer $4,8 (Zusammenfassungen zum Duetti-Report)
- Spotify $3,00
Fairness-Einschätzung je Anbieter (kurz & praxisnah)
- Spotify – Pro-Rata + Schwelle + Promo-Rabatt: Größtes Publikum, hohe Gesamtauszahlungen; transparentes „Loud & Clear“. 1.000-Stream-Schwelle benachteiligt Long-Tail; Promo-Rabatt („Discovery Mode“) kann zu „Race to the bottom“ führen; großer Free-Anteil drückt $/1k. → Fairness: mittel/– (starke Reichweite, aber niedrige Sätze & Hürden).
- Apple Music – Pro-Rata, kein Free-Tier, kein Promo-Abschlag. Keine werbefinanzierten Musikstreams, historisch klare Aussagen zu Vergütung; keine „pay-for-promo“-Deals; gute $/1k. Weiterhin marktanteilsbasiert (nicht fan-zentriert). → Fairness: eher hoch.
- Amazon Music – Pro-Rata; Prime-Bundle. Aktuell höchster $/1k-Wert im Feld (Durchschnitt); skaliert gut über Prime-Ökosystem. Weiterhin Pro-Rata; Transparenz zur exakten internen Verteilung begrenzt. → Fairness: eher hoch/mittel+.
- YouTube / YouTube Music – Hybrid (Abo + Ads + Content ID/Creator Music). Monetarisierung auch über UGC/Content ID & Creator Music; stark wachsender Abo-Anteil hob $/1k. Hohe Varianz je Kanal und Nutzung; Ads drücken Sätze. → Fairness: mittel.
- Deezer – Artist-/User-zentrierte Elemente (FR), Anti-Fraud. Reformen zielen auf engagiertes Hören & Anti-Fraud; Ausweitung auf Publishing (FR) ist ein Plus für Songwriter. Umsetzung/Abdeckung noch länderspezifisch; globale Vergleichswerte schwanken. → Fairness: tendenziell hoch (bes. in ACPS-Märkten).
- TIDAL – (aktuell) Pro-Rata, neue Fan-Features statt DAP. Überdurchschnittlicher $/1k-Wert; Fokus „artist-first“; direkte Contributions möglich. User-zentrierte DAP-Komponente eingestellt. → Fairness: eher hoch/mittel+.
- SoundCloud – Fan-Powered Royalties (user-zentriert, für teilnehmende Indies). Einnahmen fließen direkt anhand deiner Hörer-Basis; unabhängig von Superstars. Gilt nicht für alle Releases/Deals. → Fairness: hoch (wenn FPR aktiv).
- „$ pro 1.000 Streams“ sind Näherungen. Real hängt es stark vom Land, Abo vs. Free, Vertragskonditionen (Label/Distributor-Split!), Family-Plänen, Bundles, Promotions (z. B. Discovery Mode) u. a. ab. Duetti betont explizit, dass es keine festen „Pay-per-Stream“-Tarife gibt.
- Ausgezahlt wird an Rechteinhaber, nicht zwingend direkt an Artists. Die Aufteilung (z. B. 50/50, 80/20, Vorschüsse) bestimmt am Ende, was bei den Künstlerinnen und Künstlern ankommt.
- Am meisten pro 1.000 Streams: derzeit Amazon, danach TIDAL und Apple. YouTube liegt im Mittelfeld, Spotify am unteren Ende – dafür mit größter Reichweite. Deezer geht mit ACPS/Fairness-Experimenten voran (vorerst v. a. in Frankreich). SoundCloud ist für teilnehmende Indies am fairsten, weil fan-zentriert.
Kompensationsmodell (kurz):
Bandcamp ist primär Direct-to-Fan-Verkauf (Download, Vinyl/Merch, Abos) mit Revenue-Share statt Pay-per-Stream: 15 % auf Digitals (10 % ab 5.000 $ Jahresumsatz), 10 % auf Physisches; dazu kommen Payment-Fees ~4–7 %. Rest (typisch 80–85 %) geht an Artist/Label; Auszahlungen erfolgen zeitnah.
„Bandcamp Friday“:
An ausgewählten Freitagen verzichtet Bandcamp auf seinen Revenue-Share – dadurch fließen ~93 % einestypischen Kaufs direkt an Artists (nur Zahlungsgebühren bleiben). Die Aktion läuft weiterhin; aktuelle Termine kommuniziert Bandcamp im Blog/Bandcamp Daily.
Streaming bei Bandcamp:
Es gibt keine Vergütung pro Stream. Vor Kauf sind wenige Voll-Streams (Default: 3) möglich; gekaufte Releases streamen unbegrenzt in der App (MP3-V0 bei WLAN). Band-/Artist-Abos liefern wiederkehrende Einnahmen (Bandcamp zieht auch hier 10–15 % + Zahlungsfee).
„Wieviel pro 1.000 Streams?“ – so lässt sich Bandcamp einordnen
Ein direkter Kauf ersetzt viele Streams. Beispiel-Rechnungen (brutto Preis → Netto an Rechteinhaber, ohne Label/Distributor-Split):
- Track 1,00 $ ⇒ nach 15 % Bandcamp + ~4–7 % Payment bleiben grob 0,78–0,85 $.
- Das entspricht ≈ 260–280 Spotify-Streams, wenn man mit ~3,00 $/1.000 Streams rechnet (Duetti-Report 2024/25).
- Album 10,00 $ ⇒ ~8,1–8,5 $ netto (bei 15 % Fee) ⇒ ≈ 2.700–2.850 Spotify-Streams. Fällt die Bandcamp-Fee auf 10 %, steigt der Netto-Anteil auf ~8,9–9,5 $ ⇒ ≈ 3.000–3.200 Streams.
Fairness-Bewertung (Bandcamp im Vergleich)
- Bandcamp – sehr hoch für Artists mit aktiver Fanbase: höchster direkter Anteil (80–85 %, teils 93 % an „Bandcamp Friday“) + freie Preisgestaltung + Abo-Optionen. Kein „Pool“, kein Promo-Rabatt – Einnahmen kommen direkt von den Fans. Nachteil: Reichweite/Entdeckung ist kleiner als bei großen DSPs, und ohne Fan-Konversion gibt’s keine Einnahmen.
- Streaming-DSPs (Spotify, Apple, Amazon, YouTube etc.): pro-rata bzw. hybride Modelle; $/1k stark unterschiedlich. Für reine Reichweite/Discovery unschlagbar, aber pro-Stream-Einnahmen bleiben niedrig, v. a. bei werbefinanzierten Anteilen (siehe Spotify).
Wenn du Einnahmen pro Fan maximieren willst, ist Bandcamp kaum zu schlagen (besonders an Bandcamp Fridays). Für breite Reichweite und passives Hören bleiben DSPs wichtig – dort zählt deshalb Strategie (Release-Takt, Playlists, Märkte), um den effektiven $/1k zu heben.
Viele Grüße
Linus

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