Gebrauchtwagen kaufen
#1
Hallo,

Ich suche für einen Kumpel ein gebrauchtes Auto. Er hat sehr wenig Ahnung von der Materie.
Wenn möglich nicht älter als 10-12 Jahre und nicht mehr als 150T gelaufen und eine Anhängerkupplung sollte vorhanden sein.
Benzin oder Diesel ist erstmal egal. Ein bißchen Platz sollte die Karre schon bieten. Also ein Kombi oder Klein-SUV wäre nett.
Ansonsten nichts besonderes. Keine Luxusschleuder, kein Kleinwagen. 120 - 150 PS wäre gut.

Nun habe ich schon länger kein Auto mehr gekauft.
Sehe ich das richtig, daß die Preise für Gebrauchtwagen völlig absurd durch die Decke gegangen sind, oder kommt mir das nur so vor?
Unter 10 Riesen ist da ja kaum was zu machen.
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#2
Das siehst du vollkommen richtig: die Preise sind jenseits von Gut und Böse
Viele Grüße
Jörg
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#3
Ich habe auch schon lange kein gebrauchtes Auto mehr gekauft, aber im Bekanntenkreis haben sie ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich persönlich würde mich da nach einem Fzg um Bj 2000 orientieren, zB Golf IV oder Passat B5 ... ggf als Kombi.
Die kann man durchaus auch ohne viel Kilometer finden, sind robust, dennoch komfortabel (je nach Ausstattungslinie) und es gibt Ersatzteile ohne Ende.
Gruß, Kuni
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http://kuni.bplaced.net/
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#4
(03.09.2025, 10:19)Kuni schrieb: Ich persönlich würde mich da nach einem Fzg um Bj 2000 orientieren, zB Golf IV oder Passat B5 ... ggf als Kombi.

Vermutlich wird es dann wohl auf ein älteres Auto hinauslaufen.
10K sollen jedenfalls nicht investiert werden.
Ich orientiere mich dann mal so um das Baujahr 2005 - 2010. Mal sehen was es da so gibt.
Mein Sohn hatte bis vor kurzem auch einen Golf IV 1,6 von 2003 und war damit sehr zufrieden. Leider ist die Spannrolle vom Zahriemen kaputtgegangen. Zahnriemen ist übergesprungen. Motor im Eimer.
Gab noch 200 Euro Schrottwert dafür...
Jetzt fährt er einen Audi 80 B4 2,0E von Baujahr '93


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#5
wir haben letztens noch einen teilgeschlachteten Golf IV mit intaktem 1,6 Liter Motor und grade mal gut 100tkm zum Schrott gebracht, weil ihn für 100 Euro niemand wollte, und der Kat dann schon mehr wert war. Schade, aber dass man sich bei den Dingern gelegentlich um den Zahnriemen nebst Mechanik kümmern muss, das sollte doch einem Golf 4 Fahrer bekannt sein.

Jünger = besser, diese Rechnung funktioniert leider nicht. Der Golf 4 hat ein paar Schwachstellen, wenn man die kennt und sich drum kümmert, ist er eigentlich unzerstörbar. Golf 5 und 6 sind dagegen ziemliche Schrottgurken, ähnlich wie beim Bulli der T5 deutlich anfälliger ist als der unzerstörbare T4. In der Zeit von 1990 bis etwa 2005/2006 sind die besten konventionellen Autos gebaut worden - langlebig, schon recht modern, was Sicherheit, Fahrleistungen und Wirtschaftlichkeit angeht, die Elektronik war schon da, wurde aber noch für sinnvolle Dinge eingesetzt, und vor allem sind sie noch reparierbar. Die Autos aus der Zeit sind auch noch billig zu finden, weil jeder Gebrauchtwagenkäufer heute die Vollkasko-Sicherheit braucht, und vor solchen Kisten Angst hat. Wenn ich sehe, was alles so auf den Schrott wandert - z.B. der oben gezeigte Golf 4, der weggeworfen wird, obwohl es überall funktionierende Motoren für fast umsonst gibt - dann kann ich das Gejammere über eskalierende Gebrauchtwagenpreise nicht mehr so richtig ernst nehmen. Ich habe neulich bei einem Groß-Verwerter eine halbe Stunde im Auto verbringen müssen, als ein Kollege aus Schlachtern ausgebaute Kats verkauft hat. Was in der kurzen Zeit alles größtenteils auf eigener Achse angeliefert und anschließend am Fließband in die Presse gewandert ist, das kriege ich mit meiner Wertvorstellung nicht mehr überein. Wir reden alle über Nachhaltigkeit, Institutionen wie Pflegedienste jammern rum, dass es keine bezahlbaren Kleinwagen mehr gibt, und gleichzeitig werden riesige Mengen an Klein- und Kompaktwagen auf den Müll geworfen, die nichts weiter bräuchten als eine große Inspektion und frischen TÜV.

Gruß Frank
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#6
Bei dem Golf von meinem Sohn wurde der Zahnriemen incl. Spannrolle und Wapu vor gar nicht so langer Zeit gemacht. Also erst während der Zeit, wo er das Auto schon besaß.
Vermutlich wurde da beim Zusammenbau irgendwie gepfuscht.
Einen neuen Motor wollte mein Sohn aber nicht mehr besorgen für die Kiste. Das Auto hatte nämlich noch ein zweites Problem, was nicht lösbar erschien.
Die ABS Kontroll-Lampe ging immer an, sobald sich das Auto in Bewegung gesetzt hat. (ab ca. 20 KM/h)
Alle 4 ABS Sensoren und Sensorringe wurden getauscht, sowie der ABS Hydraulikblock mit dem integrierten Steuergerät. 
Der Fehler war trotzdem nicht wegzubekommen. Für den TÜV muß das aber in Ordnung sein.
Die Karre hat 800 Euro gekostet und er ist 3 Jahre damit herumgefahren. Kann man also nicht meckern.
Einen gebrauchten Motor muß man ja auch erstmal einbauen. Das kann ja auch nicht jeder.
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#7
Uiii, ich dachte immer der 1.6 VW Motor wäre ein Freiläufer.

-
.
" Der erste Schluck aus dem Glas der Wissenschaft macht Sie zu einem Atheisten,
aber Gott erwartet Sie am Boden des Glases. "

(Werner Heisenberg)


Meine Recorder wurden gefertigt in: Regensdorf, Löffingen, Hösbach, Frankfurt und Oslo

Gruß
Ralf
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#8
(03.09.2025, 14:40)R@lly schrieb: Uiii, ich dachte immer der 1.6 VW Motor wäre ein Freiläufer.

Naja, da gibt es etliche Varianten.
Bei dem 105 PS DOHC 16V Motor setzen die Ventile bei defektem Zahnriemen auf jeden Fall auf dem Kolben auf.
Mag sein, daß das beim 8V Motor nicht der Fall ist. Den gab es ja auch im Golf 4.


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#9
Jan, 
ich möchte da den Toyota Avensis ab 2004 in den Ring werfen. Hab ich bis 2017 ohne Probleme gefahren, dann stand mir der Sinn nach etwas neuem. 
Er ist nicht sonderlich hübsch, deshalb auch nicht gefragt, Preise dementsprechend. Viel Auto fürs Geld...

LG
Mike
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#10
@Jan: 10-12 Jahre alt, das wäre Baujahr 2013 bis 2015. Da beginnt es m.E. schon sehr schwierig zu werden, denn da war die "Enshitification" der Autos, wie man heute so schön sagt, schon im Gange, zumindest bei etwas größeren Autos. Und insgesamt sind diese gar nicht mehr so neuen Autos oft immer noch erschreckend teuer. Kombis haben oft hohe Laufleistungen und wurden hart rangenommen. Das ist dann auch das Problem, wenn man nach welchen aus den 2000ern sucht, die sind sehr oft einfach schon ziemlich verbraucht.

@Frank: Es ist schon richtig übel, dass man de facto keine simplen, leichten Kleinwagen mehr neu kaufen kann. Die Folge völlig falscher Anreize. Dabei wären das die Autos, die gebraucht würden. Zumindest von Leuten, die so klug sind, nicht über ihre Verhältnisse zu leben.

Der Markt ist wirklich völlig verrückt geworden. Weil es neu nur noch überteuerte Wegwerfautos gibt, geht es immer mehr auseinander, man sieht auf den Straßen zunehmend ein Nebeneinander von geleasten fahrenden Smartphones und zunehmend älter werdenden traditionellen Autos. Die Zeiten, in denen man eine alte Karre für ein paar hundert Euro aufgebraucht hat, sind vorbei, inzwischen muss man die vorhandene Substanz erhalten, denn es kommt nichts mehr nach.

Ich habe dieses Jahr gleich zwei Autos gerettet, die aufgrund ihrer Mängel eigentlich nichts mehr wert waren. Mein Carina hatte in kurzem Abstand erst einen deftigen Hecktreffer und dann noch einen Lagerschaden im Motor. Ich habe ihn für das halbe Geld, was ich heute für ein vergleichbares Auto bezahlen müsste, wieder auf die Straße gebracht. Ich wollte auch mein Auto behalten. Schöner ist er dabei nicht geworden, aber was soll's. Der Starlet meiner Tochter war ehrlich gesagt etwas bekloppt und für das Geld hätte ich auch gleich einen guten kaufen können. Aber es wäre doch so schade um das kleine rote Auto gewesen, das eigentlich als Schlachtwagen vorgesehen war... ich werde trotzdem mir nie wieder ein Auto anlachen, bei dem die Vorbesitzer bestimmt zehn Jahre lang die Flüssigkeiten nicht mehr gewechselt haben...

@Mike: Ja, wenn er durchgehend gut gewartet wurde, ist das ein dankbares Auto. Als Kombi dürfte es aber inzwischen sehr schwierig sein, einen ordentlichen zu finden...

Viele Grüße
Nils
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#11
Unser 3er Touring, den meine bessere Hälfte fährt, hat inzwischen 12 Jahre und knapp 100.000km runter.
Wirkliche Defekte oder Ausfälle gabs in der Zeit nicht, nur normale Wartung und Verschleißteile.
Gekauft haben wir ihn vor ca. 10 Jahren mit 14.000km runter für 19.000,00€ glatt aus erster Hand beim Vertragshändler.
Was vergleichbares bekommt man heute kaum unter 30T€.
Die Preise sind völlig verrückt geworden.
- - - Hier könnte Ihre Signatur stehen. - - -  thumbup
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#12
(03.09.2025, 13:03)janbunke schrieb: Bei dem Golf von meinem Sohn wurde der Zahnriemen incl. Spannrolle und Wapu vor gar nicht so langer Zeit gemacht. Also erst während der Zeit, wo er das Auto schon besaß.
Vermutlich wurde da beim Zusammenbau irgendwie gepfuscht.
Einen neuen Motor wollte mein Sohn aber nicht mehr besorgen für die Kiste. Das Auto hatte nämlich noch ein zweites Problem, was nicht lösbar erschien.
Die ABS Kontroll-Lampe ging immer an, sobald sich das Auto in Bewegung gesetzt hat. (ab ca. 20 KM/h)
Alle 4 ABS Sensoren und Sensorringe wurden getauscht, sowie der ABS Hydraulikblock mit dem integrierten Steuergerät. 
Der Fehler war trotzdem nicht wegzubekommen. Für den TÜV muß das aber in Ordnung sein.
Die Karre hat 800 Euro gekostet und er ist 3 Jahre damit herumgefahren. Kann man also nicht meckern.
Einen gebrauchten Motor muß man ja auch erstmal einbauen. Das kann ja auch nicht jeder.

Wenn Zahnriemen samt Spannrolle und WAPU gemacht wurde und das nach kurzer Zeit kaputt geht, lag es wohl dadrann, das die Werkstatt sicherlich billigteile aus dem Zubehör verwendet hat. Gerade bei den Spannrollen und Zahnriemen für den Golf 4 ist man besser aufgehoben wenn man auf Originalteile, oder zumindest Nahmhafte Zulieferer (Erstausrüsterqualität) setzt.

Was das ABS angeht scheint es wohl am mangelndem Reparaturverständnis  der Werkstatt gelegen zu haben, es gibt ja kaum noch Mechaniker die wirklich reparieren können und nurnoch Teile  auf Verdacht tauschen was den Preis für eine Reparatur in die Höhe treibt.

Mit Hilfe des VW Diagnosesystems VCDS ist es ohne weiteres möglich einen Fehler im ABS so einzugrenzen das man einen Fehler auch finden und beseitigen kann, kostet aber auch entsprechend Geld und das kauft nicht jede Freie Werkstatt, die setzen auf universelle Systeme die veilleicht nicht so tief in die Bordelektronik einsehen können.
Z.B. beim Wechsel des ABS Hydroblock ist VCDS zwingend erforderlich sonst bekommt man nach Austausch das System nicht korrekt entlüftet und die ABS Lampe geht an.
Auch neue  Sensoren aus dem Zubehör können u.U. ungeeignet sein, genau wie auch Thermostate und Druckschalter oder Lambdasonden funktionieren oft nicht.

Man darf auch nicht vergessen, das der G4 bereits 20+X Jahre auf dem Buckel hat und wenn der in seiner bisherigen Lebenszeit nicht regelmäßig gewartet wurde sollte man, wenn man einen kauft vorher einen kompletten Check z.B. beim Tüv machen lassen um den Zustand des Wagens zu erhalten. Kostet zwar auch ein wenig aber man hat dann eine Grundlage auf der man entweder verzichtet oder aufbauen kann.
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