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25.08.2025, 15:42
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.08.2025, 15:43 von Kuni.)
Hi zusammen,
ich habe mich heute Mittag an einer Ballmaschine des Tennisclubs meiner Tochter versucht.
Symptom: Kurzschluß beim Einstecken.
Dort werden alle 220V führenden Kabel über einen 16poligen Hirschmann Stecker geführt.
Dose + Stecker sind aus Bakelit und heißen wohl MEK160/MED160
(Bild aus dem Internet)
Nach einiger Messerei habe ich festgestellt, daß der Kurzschluß zwischen zwei Pins im Gehäuse der Dose sitzt.
Man sieht dort auch, daß Strom zwischen den beiden Pins geflossen ist, d.h. da ist ziemlich viel verbrannt und die Stelle sieht verkokt aus.
Hat man das bei Bakelit schon mal, daß sich da Kurzschlüsse im Material ausbilden ?
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25.08.2025, 17:17
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.08.2025, 17:49 von Uhermania.)
Kurzschlüsse, also Widerstand deutlich unter 1 Ohm wohl eher nicht. Aber bei Verkohlung gibt es natürlich Kriechströme. Was Du wie gemessen hast, das weiß ich leider nicht. Wir haben übrigens -- schon länger -- 230 V.
Gruß
Dieter
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25.08.2025, 17:35
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.08.2025, 17:35 von Kuni.)
Ich hatte zwischen zwei der Pins, an denen die Schmauchspuren zu sehen waren per Durchgangsprüfer (Multimeter) 0 Ohm ("piep").
Nach Leitungsverfolgung und ablöten aller weiterer Verbindungen blieb es beim Kurzschluß.
Ergo hab ich schlußendlich ein Kabel direkt an der Dose abgelötet unddirekt an den Kontakten der Dose gemessen, wieder Kurzschluß, also bleibt ja nur die Dose selbst.
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25.08.2025, 18:00
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.08.2025, 18:00 von Uhermania.)
Wenn die Kontakte ansonsten wirklich frei sind, dann liegt anscheinend wirklich ein Kurzschluss vor (die "Pieper" alleine sprechen i. Allg. schon deutlich oberhalb 1 Ohm an). Es gibt natürlich Gründe, warum es dort so heiß geworden ist (hoher Strom, schlechter Kontakt).
Dieter
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Sind die Kontakte denn alle einzeln beweglich, oder "kleben" da 2 zusammen? Durch Spannungsüberschläge kann auch in dem Bakelitkörper ein Lichtbogen auftreten, wodurch möglicherweise 2 Kontakte miteinander verschmolzen sind.
Durch einen Überschlag auf einer Platine hatte ich das mal, dass sich zwischen den beteiligten Leiterzügen Metalldampf niedergeschlagen hatte, der für einen Kurzschluss sorgte.
Gruß Holger
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Wie meinst Du beweglich?
Auf der einen Seite sind Pins, einige circa 1mm, ein paar ein wenig stärker. Auf der Steckerseite sind Kontakthülsen eingelassen. Der Kurzschluss ist aber nicht im Stecker, sondern in dem Teil mit den festen Pins. Finde da leider kein Bild.
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Im Prinzip wie hier
https://ebay.us/m/QT85p7
Nur daß an der Maschine der männliche Teil fest an der Maschine ist und der weibliche als Kupplung am Kabel (weil stromzuführend).
Der männliche Teil ist defekt.
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Hat da mal jemand Kontakspray, Öl oder ähnliches reingesprüht? Ist die Maschine samt Stecker mal feucht geworden?
Leider neigen solche Dinge sowie Feuchtigkeit in Verbindung mit Schmutz zu ungewollten Kriechströmen.
Das Plastik bzw. Pertinax (da ists noch schlimmer) verkohlt und wird selbst leitfähig.
Ein Teufelskreis und ein typisches Fehlerbild in Verbindugn mit hohen Spannungen.
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25.08.2025, 22:08
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.08.2025, 22:36 von Karl 59.)
Hallo Kuni,
ist kein Bakelit. Hirschmann Artikel-Nummer 773026 (Die Einbau-Buchse).
Ist leider auch andersrum. Ich könnte das aber entbehren, wenn Dir das hilft, mit dem Stecker müsstest Du dann etwas improvisieren.
Gruß,
Karl
Edit: oder gleich so umbauen, dass die Buchse eingebaut ist, und der Stecker an der Leitung; dann ist es mit Ersatzteilen einfacher.
Noch mal Edit: Natürlich dann so umbauen, dass die spannungsführende Buchse auch in dem anderen Gerät ist; und da wo vorher der Einbaustecker war, die Leitung mit Stecker; nicht dass da Missverständnisse aufkommen.
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(25.08.2025, 21:10)Micha94 schrieb: Hat da mal jemand Kontakspray, Öl oder ähnliches reingesprüht?
Ist die Maschine samt Stecker mal feucht geworden?
Das Plastik bzw. Pertinax (da ists noch schlimmer) verkohlt und wird selbst leitfähig.
Von irgendwelchen Reinigungsversuchen konnte ich nichts sehen.
Lt. Platzwart wurde die Maschine nach einem Regen mit naßen Bällen benutzt und dann hätt's wohl "peng" gemacht und die Sicherung sei geflogen.
Ob die Maschine selbst im Regen stand konnte er nicht sagen ... wie das halt so ist in einem Verein, wenn einem das Zeugs nicht selbst gehört wird halt nicht drauf aufgepasst.
Die Elektronik (im Wesentlichen etliche Leistungsdioden, C's und Thyristoren) ist in einem Kunststoffgehäuse, mit Alu-Frontplatte das selbst nicht weiter abgedichtet ist und frei zugänglich außen am Gerät sitzt. Die Netzzuleitung geht über diesen Hirschmann Vielfachstecker ins Gehäuse und die Leitungen zu den div. Motoren aus dem Gehäuse, über den Stecker wieder zurück ans Gerät.
Bei dieser Bauform sind oben zwei dickere Pins, das sind die Netzzuleitungen (Phase + NL, dazwischen Erde). Auf den anderen Pins liegen 3-adrig die 230V der Motoren.
Neben den kurzschließenden Pins sieht man am hellgrauen Kunststoff des Gehäuses eine glänzende Schicht. Das sieht aus wie Graphit. Das gleiche sieht man auch zwischen den Pins an denen der Kurzschluß vorliegt.
(25.08.2025, 22:08)Karl 59 schrieb: ist kein Bakelit. Hirschmann Artikel-Nummer 773026 (Die Einbau-Buchse). Aaaah, immerhin mal ein Anhaltspunkt. Ich habe schon MEK160 und MED160 gegoogelt, aber das ist alles "gender falsch".
(25.08.2025, 22:08)Karl 59 schrieb: Ist leider auch andersrum. Ich könnte das aber entbehren, wenn Dir das hilft, mit dem Stecker müsstest Du dann etwas improvisieren. Karl, sehr nett von Dir, aber in der Ausführung kann ich das leider nicht verbauen.
Auf dem männlichen Teil wären dann 230V der Netzleitung offen. Das muß dort so gemacht sein, daß Technik-Noobs keinen Scheiß machen können.
Zudem industrietauglich robust ausgeführt ... das Gerät wird mit Sicherheit hart hergenommen.
(25.08.2025, 22:08)Karl 59 schrieb: Edit: oder gleich so umbauen, dass die Buchse eingebaut ist, und der Stecker an der Leitung; dann ist es mit Ersatzteilen einfacher. Schwierig, dann müßte ich ja den Einbauteil an ein lose Kabelenden ranbekommen. Gut, da könnte man eine kleine Dose als "Steckergehäuse" nehmen, aber dann kann ich auch gleich komplett auf andere Stecker umbauen. Die ganze Maschone ist halt auch schwer und ich muß sie dort auf dem Platz instandsetzen. Größere Mechanikarbeiten kann ich da nicht machen.
Passender Ersatz in richtiger "gender Ausführung" ist mir im Netz noch nicht begegnet. Momentan tendiere ich dazu, das einfach fest zu verbinden, mit Schrump-Lötverbindern.
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Gefunden:
Das Einbauteil heißt MESEI-160 https://www.ebay.de/itm/124279474516
Das Kupplungs-Gegenstück MEK-160 https://www.ebay.de/itm/124282922924
Gut, aber die Frage war ja nicht nach den Steckerbezeichnungen, sondern ob das vorstellbar ist, daß sich in dem Stecker ein Kurzschluß bildet ... zB wegen des Materials
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Alle Kunststoffe können nach Kohlenstoff-Absonderung nach Überhitzung bzw. Zerfall unter Verkohlung leitfähig werden. Das gilt für Thermoplaste (Epoxy, ABS usw.) als auch für Duroplaste (z. B. Bakelit, Pertinax usw.).
Soll eine Reparatur durchgeführt oder nur die Ursache für den Fehler gefunden werden?
Gruß
Dieter
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Ah, danke. Das war mir vollkommen neu.
Ziel ist es schon das Ding zu reparieren ... wobei mich halt interessiert hatte wie man einen derartigen Fehler erklären kann.
Klar, Wassereinbruch, Kriechstrom aber nach Trocknung hätte ich gesagt ist die Isolierung wieder vorhanden.
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26.08.2025, 08:34
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.08.2025, 09:17 von Uhermania.
Bearbeitungsgrund: Ergänzung
)
Wenn es zu heiß wird, zerfällt jede Kohlenstoffverbindung unter Absonderung von Kohlenstoff, der dann für die Leitfähigkeit verantwortlich ist. Für Diamant braucht man dazu eine "etwas" höhere Temperatur. Aber bei Kunststoffen liegt sie in gut erreichbaren Regionen. Wie ich schon schrieb, hohe Stromstärke und höherer Übergangswiderstand könnten die Hitze verursacht haben. Aber auch Wassereintritt wäre möglich. Auch Metallfilm-Ablagerungen, wie Holger es erwähnte, sind durchaus möglich.
Für die Reparatur würde ich bedenken, dass es ein juristisch kompetenter Betrieb (sprich ein Elektromeister oder dergl.) sein sollte, wenn das Ding öffentlich betrieben wird.
Gruß
Dieter
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Zwecks Bediensicherheit: Aus genau dem Grund würde ich es bevorzugen das Ding wieder genau so herzustellen, wie es der Hersteller getan hat.
Gut, die beiden Teile sind ja zu bekommen, ist dann auch einfacher als die Frickellösung mit den Lötverbindern.
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Dass Kunststoff leitfähig werden kann, ist ein bekanntes Phänomen bei Röhrensockeln.
Gruß
Wenni
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Ja, die Pertinax Sockel nehmen mit der Zeit Luftfeuchtigkeit auf, vor allem, wenn ein Gerät lange Zeit unbenutzt in muffiger Atmosphäre, zB. im Keller gestanden hat, unbedingt bei der Wiederinbetriebnahme alter Radios beachten, erstmal bei gezogenen Röhren messen, ob da Ströme vagabundieren. Ich hatte sowas aber auch schon mal an einem Bakelitsockel (Octal, EL34), der musste auch irgendwie, wahrscheinlich durch feuchte Luft, seine Isolation teilweise eingebüßt haben, so dass es bei knapp 800V+Aussteuerung zum Überschlag kam. Der Fehler ließ sich nur durch Tausch der Fassung (hatte dann bei beiden Röhren eine aus Keramik eingebaut) beheben, der Verstärker läuft bei einem Bekannten heute noch.
Gruß Holger
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Ok, danke Euch. Ich tausche diese Hirschmann Anschlüsse und starte die Maschine .... man wird sehen
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