Kondensatormikrofon Übertragung per Funk
#1
Hallo in die Runde,

nach dem Erwerb einer Nagra 4.2 konnte ich im Laufe der letzten Monate mein Nagra Equipment erweitern.
Dazu geselltem sich eine Nagra III, eine SNS (welche ich fast am häufigsten gebrauche) und eine IV s mit einem QGB.
Das diskutierte Problem des Anschlusses der Geräte an eine stationäre Anlage wurde professionell gelöst.
Alle Tonbänder (6 Stück) sind nun ,mittels einer "Krake" (wegen der 10 abgehenden Doppelkabel) angeschlossen. Ich kann damit nun jedes Gerät über die Anlage wiedergeben, aufnehmen und von einem zum anderen Gerät überspielen. 
Mit der Anwendung habe ich nun keine Probleme mehr.

Nun möchte ich einen Auftritt unserer Bläsergruppe (Hubertusmesse mit Orgel) in einer Kirche mit der IV s aufnehmen.
Die Orgel befindet sich vorn in der Kirche, unsere Bläsergruppe (30 Mann) im Hinterschiff in ca. 60 m Entfernung.

Die Orgelmusik will ich mit 2 Neumann 102, die auf einem 3,50m hohen Stativ aufgebaut werden sollen) aufnehmen, unsere Gruppe mit 2 Rode NT5.
Als Mischer verwende ich einen SQN 4s.
Da ich nun keine 150 m Mikrofonkabel längs durch die Kirche auslegen möchte, suche ich nach einer Möglichkeit der kabellosen Übertragung der beiden Neumann Mikrofone. Das Problem hierbei ist wohl die Phantomspeisung.

In meiner laienhaften Vorstellung empfinde ich das als recht einfach. Am Orgelstativ zwei Sender mit der entspr. Spannung für die Mikros, an der IV 2 zwei Empfänger und die beiden Rode (Ph. Spannung vom Tonband) in die SQN gestöpselt.

Ist das so einfach?

Grüße aus dem Münsterland
Gerd Huh
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#2
Hallo Gerd,
das Problem sollte sich mit einem netzunabhängigen Phantomspeiseadapter lösen lassen.
V.G.
Jo
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#3
heißer Tip (bei derzeit 35 °C): entscheide dich für die 150 m diskret verlegtes, graues Mikrofonkabel. Die Neumänner werden es dir danken. Vor allem die späteren Zuhörer...
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#4
Ich würde den Aufnahmeplatz in die Mitte zwischen beiden Locations machen, dann ist der Kabelweg (und somit der Spannungsverlust der Phantomspeisung über den Leitungsweg) für beide Seiten weniger ein Problem. Ich möchte aber etwas anderes zu denken geben:

Wenn Orgel und Bläser einigermaßen nah mikrofoniert werden, denn kommen die Bläser bei den Orgelmikros mit einer Verzögerung von ca 180ms an (Laufzeit des Schalls bei 60m Entfernung) und die Orgel in den Bläsermikros ebenso. Du wirst also immer ein Echo hören. Die Richtcharakteristik der Mikros hilft dir da auch nicht, weil die Mikros ausserhalb des Hallradius stehen werden, und somit keine Richtwirkung mehr haben. Gleiches Problem werden die Musikanten haben, die ja miteinander spielen sollen, aber alle Informationen von einer Seite der Kirche zur anderen die 180ms Laufzeit haben. So kann man eigentlich nicht vernünftig spielen.
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#5
Das Laufzeitproblem besteht so oder so, ich denke aber dass die Bläser und die Orgel getrennte Stücke spielen?
Dietmar
Fostex R8; REVOX B77; Uher 4200 Report IC, Uher 4000 L, Tesla B115; Tesla B90; Technics RS AZ7; Mirano Echo Chamber T-4;
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#6
Ich vermute stark es handelt sich um diese Veranstaltung: https://www.sauerland-herbst.de/hubertuskonzert/ und zitiere den Pressetext: "Der ganz besondere Höhepunkt vor der Pause: Es erklingt die Auftragskomposition des Sauerland Herbst zu unserem 20. Festival-Geburtstag für Jagdhörner, Waldhörner und Orgel." Offensichtlich sollen sie gleichzeitig spielen.

Das Laufzeitproblem besteht nicht, wenn jemand den Verantwortlichen das Problem erklärt und vorschlägt die Bläser in die Nähe der Orgel zu stellen. Probleme sollten vorzugsweise an der Quelle behoben werden. Alles Gepfusche im Nachgang wird zu schlechteren Ergebnissen führen. Ich habe es meist so erlebt, dass Komponisten oder Dirigenten darauf vertrauen, dass die Aufnahmeleitung (=Gerd in diesem Fall) tontechnischen Input liefert um ein bestmögliches Endergebnis für alle zu erzielen. Deswegen sind sie (meist) offen für pragmatische Änderungsvorschläge, die umsetzbar sind.
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#7
Danke für die Kommentare.
Wir blasen eine Hubertusmesse mit Parforcehörnern in der Stimmung Es. Das sind reine Naturhörner ohne Ventile mit einem Tonbereich von 2,5 Oktaven.
Die Sauerländer verwendeten Waldhörner mit Ventilen.
Bei den einzelnen Stücken der Messe begleitet also die Orgel die Bläser gleichzeitig.

Zitat Jensenmann:
Wenn Orgel und Bläser einigermaßen nah mikrofoniert werden, denn kommen die Bläser bei den Orgelmikros mit einer Verzögerung von ca 180ms an (Laufzeit des Schalls bei 60m Entfernung) und die Orgel in den Bläsermikros ebenso. Du wirst also immer ein Echo hören.

Das habe ich bisher noch nicht bedacht. Ich kann den Einsatz von 4 Mikrofonen an verschiedenen Standorten also vergessen.
Ich werde die VIs in der Mitte der Kirche aufbauen, von dem Standpunkt die Neumann Mikrofone auf die Bläsergruppe ausrichten.
Dann entfällt auch die kabellose Übertragung.
Mit einer 26 Spule habe ich bei 38 cm/sec ca. 40 min Laufzeit. Das reicht für den musikalischen Teil der Messe. Ich werde es bei der Generalprobe ausprobieren.

Die Aussteuerung übernimmt mein Enkel der schon mehrere Auftritte unserer Gruppe mit der 4.2 begleitet hat. Eine lakonische Bemerkung kann er sich jedoch nie verkneifen:" Lass den antiquierten Plunder zuhause, ich kann das mit meinem Handy genau so gut aufnehmen".
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#8
(14.08.2025, 14:35)leitzfan schrieb: Die Aussteuerung übernimmt mein Enkel der schon mehrere Auftritte unserer Gruppe mit der 4.2 begleitet hat. Eine lakonische Bemerkung kann er sich jedoch nie verkneifen:" Lass den antiquierten Plunder zuhause, ich kann das mit meinem Handy genau so gut aufnehmen".

Generation Mäusekino kennt es nicht besser Big Grin
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#9
(13.08.2025, 15:25)leitzfan schrieb: Da ich nun keine 150 m Mikrofonkabel längs durch die Kirche auslegen möchte, suche ich nach einer Möglichkeit der kabellosen Übertragung der beiden Neumann Mikrofone. Das Problem hierbei ist wohl die Phantomspeisung.

Wenn Geld eine untergeordnete Rolle spielt, von Sennheiser gibt es z.B. einen Aufstecksender SKP 2000 inklusive Phantomspannung. Der  jeweilige Funkempfänger wird natürlich zusätzlich benötigt.  
So etwas gibt es aber auch von anderen Herstellern.

Gruß Ulrich
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