Bias-Traps einstellen klappt nicht bei Wdg.
#1
Hallo Tonbandfreunde,

Ich möchte bei meiner Revor A77 die Bias-Traps optimieren. Dazu mußte ich das Gerät auf die rechte Seite stellen - dann kommt man einigermaßen an die Platinen ran und an die schlecht erreichbaren Meßpunkte (angeschlossen an den Oszi).
Bei Aufnahme hat das gut geklappt (stimmte schon ganz gut).
Aber für die Wiedergabe-Traps muß ich ja die Spulen der Wiedergabe-Platinen, wie auf S. 29 des Service-Manuals beschrieben und abgebildet, einstellen.
Das Score soll dabei an beide OUTPUT-Cinch-Anschlüsse. Drücke ich nun beide REC-Schalter rechts und REC (links) und PLAY, so sehe ich beide 
121kHz-Schwingungen auf dem Scope. Aber ein Verstellen der Spulen auf den Playback-Platinen ändert garnichts!
Was ist denn da los, was mach' ich falsch?

Gruß
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#2
Sorry, ich hab' es selbst raus gefunden: Man muß dabei auf Hinterband (NAB) stellen, Vorband tut sich nichts. Dennoch ist die Verstellung seltsam: Beide Spulen wirken auf beide Kanäle, vor allem auf CH1, der beim Minimum sogar verzerrt wird (li.).
Kennt ihr das?
Gruß
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#3
Hi,
Noch ein Kommentar dazu, mal sehen, was ihr meint.

Ich habe beim Trap-Abgleich sogar 2 Probleme:
1) Die 121kHZ-HF strahlt aus den Platinen heraus. Dadurch ändern sich Form und Höhe der Sinusschwingungen deutlich, wenn ich das Chassis berühre oder gar dabei nahe an die Spulen rankomme. 
2) Im li. Kanal kann ich auf 99mV P-P minimieren; aber im re. geht nicht weniger als 215mV P-P. Insgesamt doch enttäuschend hohe Werte an HF, die da noch aus den Cinch-Ausgängen rauskommen bei Aufnahme - solche RF-Traps sind nicht-optimal.

Aber wen interessiert's schon, solche HF kann ja weder ein normaler Amp noch Lautsprecher wiedergeben - dachten wohl die Entwickler?

Gruß
Dieter
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#4
Hast du das Alu-Abschirmblech während der Messungen demontiert?
Wenn ja, dann ist das keine gute Idee.

Reste der HF liegen bei Aufnahme eigentlich immer an den Ausgängen an. Ganz weggefiltert bekommt man das kaum.
Damals ging wohl niemand davon aus, daß es Verstärker geben könnte, die diesen Frequenzbereich noch erreichen.
Man hört es zwar nicht, aber theoretisch könnte man damit sogar Hochtöner killen.

Ich habe bei meinen Uher Royals zusätzliche Bias Traps in Form von jeweils 2 Spulen und 2 Kondensatoren pro Kanal nachgerüstet, denn da kam auch jede Menge HF am Ausgang raus.

Gruß, Jan
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#5
(08.08.2025, 11:15)dbtester schrieb: 2) Im li. Kanal kann ich auf 99mV P-P minimieren; aber im re. geht nicht weniger als 215mV P-P. Insgesamt doch enttäuschend hohe Werte an HF, die da noch aus den Cinch-Ausgängen rauskommen bei Aufnahme - solche RF-Traps sind nicht-optimal.

Da bin ich (und viele vor uns) auch drüber gestolpert
https://tonbandforum.de/showthread.php?t...pid=356550

Soviel HF am Ausgang fand ich auch merkwürdig, aber ja, man hört es nicht ... vielleicht also eher akademischer Natur.
Gruß, Kuni
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#6
Richtig man hört es nicht.
Aber mein HK- Verstärker geht bis 250Khz da will ich keine HF im Eingang haben. 

Gruß Mani
Besonders gerne repariere ich meine Philips, Braun, Akai und TEAC Geräte Big Grin
Keine Hilfe bei fehlender Rückmeldung
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#7
Ich will Revox wirklich nicht schlecht reden, aber das sind so Details, die hätte man damals schon besser machen können, zumal in der Preisklasse.
Ich laß bei Einmessungen ja eigentlich immer ein Oszi am Ausgang mitlaufen. HF in dem Maß hab ich noch bei keinem anderen Gerät gesehen.
Gruß, Kuni
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#8
Question 
Jetzt war ich neugierig.

Ich habe gerade mal bei meiner A77 gemessen mit dem Oszi. Lautstärkeregler auf 10, Stereo Aufnahme, Stellung Input (Vorband)
Links ca. 90mV ss, Rechts ca. 145mv ss
Umstellung auf NAB (Hinterband) bringt keinen wesentlichen Unterschied.
Das ist schon recht viel und beim Einmessen nicht gerade hilfreich.

Hier der rechte Kanal. 20mV pro Einteilung ist eingestellt.
   
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#9
Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, daß man da an seinen Fähigkeiten zweifelt wenn das Einmessen nicht tut.
Wir haben damals an Wolfgang's A77 Ewigkeiten gesucht, bis wir auf der Fehlersuche das Oszi am Ausgang dran hatten mit entsprechender Auflösung. Da fällt's Dir dann wie Schuppen aus den Haaren und Du hast Lust in Villingen anzurufen und zu fragen wieso sie das nicht im SM erwähnt haben, daß man da einen TP einschleifen muß bei der Messung am LineOut  Angry
Gruß, Kuni
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#10
Bin ich Anfangs auch drüber gestolpert und hab geglaubt ich bin besoffen.
Dann habe ich das Einmessen an der Maschine nicht mehr per Röhrenmillivoltmeter gemacht, sondern per Oszi.
Da kann man das Nutzsignal von der überlagernden HF gut unterscheiden.
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#11
Deshalb hatte ich mir ein Bandfilter 'gewünscht' (und bekommen...).
VG Jürgen


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#12
Aber ja wohl nicht nur um A77en einzumessen? 
Dazu habe wir in meinem oben verlinkten Beitrag ein kleines Schaltungsbeispiel, das tut's an der Front vollkommen.
Gruß, Kuni
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#13
Jan hat völlig recht, ich hatte alles ohne Abschirmblech gemessen und eingestellt. Ich wußte garnicht, daß es auch mit geht, denn bei mir überdeckt ein dickes Papier mit den Einstellpunkten alle unteren Einstellöffnungen, deshalb dachte ich, das Blech muß runter.
Wie auch immer, jetzt mit Abschirmblech und erneutem Optimieren der Wiedergabe-Bias-Traps komme ich auf bessere Werte von 44mV P-P (Ch1) und 98mV (Ch2) - ganz gut, da P-P.
Aber bei der Einstellung der Aufnahme-Traps stimmt was nicht: optimiere ich die, so ist die HF bei Wiedergabe in Ch. II extrem hoch (und auch in der Wdg.-Spule nicht genug reduzierbar). Deshalb habe ich jetzt Aufnahme- und Wiedergabe-Traps-Spulen nur am Cinch-Ausgang mit Oszillieren optimiert und komme da im Min. bei Ch 1 auf 28mV p-p und Ch 2 auf nicht unter 105mV p-p - naja, die Werte gehen so, da ja p-p gemessen.
Seltsame Einstellungen.
Gruß
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