Braun TG1000 Tonwellenmotor Problem
#1
Hallo am Wochenende,

vorgestern ist mir eine weitere TG 1000 zugelaufen, genauer per Kleinanzeigen wurde die hier um die Ecke angeboten.
Zustand nicht besonders, aber auch nicht hoffnungslos.

Erster Schnelltest daheim: 
Gerät geht an, sämtliche Leuchtmittel strahlen ihr trübes Licht ins traute Heim. Schnelles Vor . u.-Zurückspulen i.O.
Das noch eingelegte Band (22er Spulengröße, schwarzes Band mit roter Rückseite ohne Herst.-Aufdruck) vehrarrt aber im Startmodus
reglos auf seiner Position, gleich welche Bandgeschwindigkeit vorgewählt wird. also das Band raus und mal ein genauerer Blick auf Bandführung, Rolle u. Köpfe. hier sieht alles normal aus, sog recht sauber die Köpfe - naja - wenigstens ist die Brummklappe vorhanden,
da hat mal einer das Abdruckfederchen mit ainem Lötpunkt, also Federöse mit dem WK-Schirmgehäuse fixiert. Ich sichere diese Federn zwar auch, mache dies aber mit einem Tröpfchen 2K-Kleber.
Nach dieser kurzen Teilbesichtigung festgestellt: Capstan dreht nicht.
Das Gehäuse  ist sehr ja schnell abzunehmen, was mir einen Einblick des Grauens eröffnete. Ich muss es mal so sagen derartig viel Dreck in einem Gerät der Unterhaltungselektronik ist mir noch nicht begegnet. Ich sehe das aber locker, da gibt es Mittel und Wege. Erst ging es ja auch nur darum zu sehen gibt es überhaupt noch einen intakten Antriebspesen zw. Schwungmasse u. Tonwelle,
Dies ist der Fall nur mehrr der Tonmotor steht still.

Der Mot.-Ausbau ist sehr sevicefreubdlich und geht wirklich nullkommanix. Dieser Bürstenlöser Gleichstrommotor wird elektron. geregelt und ist konstruktiv mit mit einer kleinen Platine verbungen. Das Ding nennt sich Kommutierugsplatine da sind 4 Transistoren, einige Dioden und fünf oder sechs Widerstände plus enem Trimmpoti verbaut. Dachte mir als eloktrotechn. Laie, der ich nun mal bin, was soll denn an so einem Motörchen, übrigens eine Schöpfung aus dem Hause Siemens, schon kaputtgehen und so habe ich die wenigen passiven u. aktiven Bauteile auf besagter Platine zuerst mal geprüft und musste dann aber doch enttäuscht festestellen, daran liegt es nicht, also doch der Motor? Von dem wird ja gesagt, er sei unreparierbar un geben täte es das gute Stück auch nicht mehr..
Ersteres mag ja stimmen, die zweite Aussage ist nicht ganz zutreffend, so fand sich nämlich recht schnell im www schnell eine Bezugsquelle wo angebl. 11 ungebrauchte, ohne Orig.-Verpackung herumliegen würden. Dies fand ich einerseits so überraschend, dass ich, wie es sich im Nachhinein herusstellte andererseits doch überhastet einen bestellte. Späte entdeckte ich sogar noch einen solchen Mot., ebenfalls ungebraucht, im selbigen www.
Da bis zum voraussichtlichen Lieferdat. noch einige Tage vergehen, dachte ich mir den zur Seite gelegten Mot. noch ein zweites mal anzusehen, als weiteres hatte mich der in diesem Zusammehang im SM genannte Begriff Simmetrierung in Unruhe versetzt.
Simmetrierung, keine rechte Ahnung was der Autor hier damit verbindet, ausser, dass hierzu eine feine Spannungseinstellung in Richtung eines Minimums mittels eines auf der Kommutierungsplatine montierten befindl, Trimmpotetiometes unter Verwendung von einem Röhrenvoltmeters abzugleichen sei.

Velleicht sollte ich an dieser Stelle einschieben, dass es den Capstanmotor neu (also die vermeintl- wenigen die noch irgendwo herumliegen) nur ohne diese Kommutierungsplatine gibt, was erstens das Ablöten des alten Motors von selbiger Platine erfordert,
dann  muss man sie auf den neuen Mot. löten, danach den Spannungsminimumabgleich durchführen.

So weit so gut.
das SM schreibt hierzu einen einzigen Satz, denach also das reinste Kinderspiel - oder doch nicht, jedenfalls nicht für mich.
Hier das Zitat:

"Symmetrierung
Röhrenvoltmeter an Meßpunkt  3 (R 3003) anschließen, mit Trimmpotentiometer D (R 3006) auf Anzeigeminimum enstellen."


   
Ich muss sagen, diser Satz bereitet mir Kopfzerbrechen, warum, weil zu einem Messpunkt doch irgendwie ein zweiter gehören sollte.
Ich vermute einmal, dass dies so banal wie selbstverständlich - für einen Menschen vom Fach ist, dass der sich über so einen unsinnigen Gedanken wie der von mir erwähntewundern muss.
Also ich weis nicht, wo ich die zweite Prüfstrippe meines Röhrenvoltmeters anzuschließen habe.
Probieren geht bekanntlich über Studieren, ein Meßpunkt kenne ich ja schon. Messletung Nr.1 an R3003. Halt da ergibt sich eine neue Frage: "rechts oder links" am Widerstand - hm wo steht das nun geschrieben?
Ah der sog. Stromlaufplan, tatsächlich kaum leserlich zeigt zw. R3003 und T3003 könnte das der Fall sein. soweit so gut dann fangen wir mal an.
Nebenbemerkung:
Der Motor muss für diese Maßnahmen und Funktionstests nicht eingebautwerden (durch die kleinspannung 24V, bzw. 39V "Rückspannung" besteht kaum eine Sicherheitsgefahr beim hantieren).

Wohin nun mit der zweiten Messspitze? So langsam ergibt es sich durch systemat, Abtasten finden sich drei versch Spannungswerte.
Nun mal vorsichtig am Trimmpotentiometer drehen - lflutsch, brösel, dass Ding ist hinüber. Schnell ein anderes T-Poti Einlöten, nur woher nehmen, 100 Ohm lin und in Kleinstausführung. wer braucht denn sowas?
Oh da findet sich doch tatsächlich etwas ist zwar eines mit 300 Ohm, besser als nichts. dass originale war ein stehendes, dieses liegt, gefällt mir viel besser weil man nicht mehr in den Kühlersternen der Transistoren mit dem Verstellschrauber hängen bleibt.
Jetzt könnte die Symmetrierung endlich losgehen, nur bei allen drei verschiedenen Spannungen ändert sich durch das Trimmpoti leider gerade nicht das geringste.
Ganz wichtig: durch den Einbau des neuen Trimmpütis läuft der Motor wieder!
daher in der Vorbemerkung "...überhastete Bestellung.... aber wer weiß und wenn ich ihn nicht benötige, vielleicht ein anderer BRAUN TG 1000 Liebhaber.

Ich weiß im Moment nicht weiter wo ich Messpunkt zwei finde und hoffe auf Eure so geschätzte Hilfe

V.G.
Jo
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#2
Der zweite Messpunkt ist natürlich die Masse. Das ist die Regel. Das mV-Meter an die Stelle des Widerstandes anschließen. die zu den Treibertransistoren des Motors führt. Du kannst auch einfach über den Widerstand messen, ist dasselbe. Der Widerstand führt den Strom aus den Spulen gegen Masse. Die Messung kannst du mit jedem Digitalmultimeter durchführen, da brauchts kein Röhrenvoltmeter. Der 100 Ohm Trimmer ist ein bekanntes Problem. Wenn der sich verabschiedet bekommen die Hallelemente zu wenig Strom. Passiert wohl oft.
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#3
Masse war tatsächlich auch schon mein erster Gedanke und hatte da mal kurz getestet.

Nur das ich verabsäumt habe den Meßbereich in den mV umzuschalten, jetzt nochmal mit Röhrenvoltmeter und Multimeter gegen Masse nachgemessen:


0,97mV mit beiden Geräten.
Darüber war in den zur verfügung stehenden Serviceunterlagen leider auch nichts zu finden, andererseits hatte ich nicht mit einer solch kleinen Spannung gerechnet so sind mir Messwerte "durchgeflutscht".Wohlwegen sehr kleine Spannungen hier aben die Konstrukteure vor 50 Jahren wohl auch Röhrenvoltmeter vorgeschrieben. Des weiteren bin ich mir nicht so sicher ob da alles mit rechten Dingen zugeht, denn die anliegende Spannung ist durch das Poti nur minimal beinflussbar.
Durch Abbremsen des Motors aber un ein vielfaches.



Wenn ich nichts Gegenteiliges zum bisherigen Vorgehen hier erfahre, baue ich den Capstanmotor mal ein, mache die weiteren Revisionsarbeiten und wenn das Gerät soweit bis zum Einmessen gekommen ist, sich der Kreis sozusagen schließt wird sich zeigen ob der Motor richtig angesteurt wird, sprich die Bandgeschwindigkeiten normgerecht sind.



V.G.

Jo
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#4
Moin,

kleine Korrektur: Die Spannung zw. Meßpunkt 3 und Gerätemasse beträgt nicht wie fälchlicher Weise von mir angegebene 0,97 mV, sondern um 85 mV.
Ich war gestern etwas überfordert durch unangemeldete Besucher. Entschuldigt bitte meine dabei zwischendurch gemachten Messereien bzw. verwirrenden Mitteilungen.
Nb
Ich denke das ich diesen Simmetrierungsabgleich etwas überbewertet habe, lässt sich doch eine markante Spannungsänderung kaum darstellen.

V.G.
Jo
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#5
Wenn du statt des 300 Ω-Trimmpotis eins mit 100 Ω genommen hättest, würdest du auch ein deutlicheres Minimum einstellen können.... Das Ding ist ja nicht als regelbarer Widerstand, sondern in Potentiometerschaltung angeschlossen, also beide Enden der Widerstandsbahn sind mit unterschiedlichem Potenzial verbunden.
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#6
Wie schon Hannoholgi schrieb, gehört da natürlich das 100 Ohm Poti rein. Aber aus meiner Erfahrung passierte da auch nicht viel bei der Einstellung. Du kannst versuchsweise einfach zwei 50 Ohm Widerstände einlöten. Ich denke auch nicht, dass die Symmetrierung so genau sein muss,
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#7
Danke meine Herren!

Hier mal eine positive Meldung.
Der Capstanmotor ist wieder an seinem Platz und macht was er soll.
Die TG 1000 läuft erstmal tadelos, auch das Band auf BRAUN orig. 22er Spule ist ein Sammelobjekt zumindest die Aufbahme:
"hr 3 Hitparade international". Öffentl. Veranst. aus der Messhalle, Kassel Moderation: Werner Reinke. Am Silvesterabend 1988.

V.G.
Jo
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