Welche der alten "guten" Walkman's gibt es heute noch zu kaufen bzw. werden angeboten?
Mir ist die Wiedergabe wichtiger als die Aufnahme.
Danke für evt. Tipps.
Wenn Du Nägel mit Köpfen machen willst, nimm einen Sony mit DD-Antrieb, bei dem das inzwischen so gut wie immer gebrochene Zahnrad bereits ersetzt wurde. Welches genaue Modell, da kann Dir Tobi bestimmt weiterhelfen.
Alles andere hat prinzipbedingt schlechtere Gleichlaufwerte, was mit guten Riemen zwar durchaus im Rahmen bleiben kann, aber die sind nun mal alle gut abgehangen - und Ersatzriemen in gleicher Qualität aufzutreiben, ist auch nicht einfach.
Kommt immer auf den Anspruch an. Die DDs haben keine großen Features, aber wenn du ein mal einen hattest sind Alle Anderen wie ein Kinderspielzeug, denn selbst wenn sie im Stand einen guten Gleichlaufwert schaffen sind sie in Bewegung alle nur mittelmäßig bis mies, nur die DDs haben einen Antrieb bei dem man das Gerät wirklich heftig erschüttern muss, damit es hörbar leiert.
Als Basis würde ich - wenn Du ohne Dolby B leben kannst den Ur DD, oder mit Dolby den DD III oder DD 33 empfehlen, die sind meiner Erfahrung nach am Unkritischsten, auch wenn der DD III dezente Motor Laufgeräusche im Kopfhörer hat, die aber vernachlässigbar sind. Beim Ur DD hast du allerdings geringfügig höheren W&F, weil er keinen Quartz Antrieb hat, das ist aber vernachlässigbar. Wir sprechen von Werten zwischen 0,05 und 0,09% WRMS. Der Ur DD hat allerdings 2 Revisionen, was es schon wieder schwierig macht, denn die erste hat einen anderen Kopf, der im Hochton früh abfällt und deshalb etwas muffelig klingt, man weiß nie was man bekommt.
Uneingeschränkt sind deshalb nur DD III und DD 33 zu empfehlen. Wie so gut wie alle Walkmans haben alle DD Modelle einen Bassabfall bei 50 oder 40 Hz. DD 30 und 33 haben eine zusätzliche Beule bei 60 Hz, die wohl die Beipack Kopfhörer ein bisschen aufdicken sollte. Es gibt aber Kondensator Sets mit anderen Werten am Ausgang, die den Bass bis 20 Hz glatt bügeln. Ironischerweise ist der Ur DD davon befreit, er hat als einziger einen anderen Verstärker, der Out of the Box Flat runter kommt. Wen der Bassverlust nicht stört kommt gut zurecht, wenn er nur die Mechanik revidiert, solang elektronisch Alles ok ist. Die Kondensatoren sind hochwertig und gehen normalerweise nicht kaputt. Durch die Kopfabnutzung entstehen manchmal Kanalungleichheiten. Der rechte Kanal fällt ab, wodurch Dolby nicht mehr richtig funktioniert. Der Kopf muss dann geläppt werden (wenn mans kann, ich kanns nicht), eine einfachere Lösung ist dann aber einfach einen Widerstand auszulöten und ihn durch einen Trimmer zu ersetzen, dann kann man den rechten Kanal nachregeln und es passt wieder. Beim DD 30 und 33 gibt es nämlich keine Möglichkeit mehr, den Dolby Pegel einzustellen. Beim DD II und III geht das Standard mäßig.
Ich habe meinen DD 33 mit einem Hart Permalloy Kopf aus einem Walkman D6C erweitert, das Bass Mod gemacht und mein nächster Plan wäre eine digitale Lautstärkeregelung einzubauen und damit auch die fürchterliche MegaBass Schaltung durch eine vernünftige Klangregelung zu ersetzen, die das Lautstärke IC mit sich bringt, denn die Lautstärkepotis in alten Walkmans waren bis in die 90er fürchterlich, weil sie nur einen Sweet Spot haben in dem beide Kanäle gleich laut sind. Darunter und darüber driften sie auseinander und im Kopfhörer ist dann schon 1 dB massiv störend, das betrifft leider auch spätere Modelle, speziell auch die, die zusätzlich noch ein zweites Poti in der Fernbedienung haben.
Je nach Anspruch kann man mit einem DD III oder 33 schon ganz gut leben, wenn man die Mechanik in Gang setzt, den Bandlauf justiert und bei Masseknacken neue Masseverbindungen zieht. Gefahr ist bei den Geräten immer, dass irgendwer ein falsches Netzteil angeschlossen hat und damit das Motor IC zerstört wurde. Das passiert in Sekunden Bruchteilen, die sind leider nicht gegen Verpolung geschützt und dann hat man praktisch einen Totalschaden weil der Tausch eh schwierig ist und es keinen Ersatz mehr gibt.
Der DD 33 ist meiner Ansicht nach der Hässlichste aber technisch (leider) auch der Beste. Ein DD 33 mit Bass Mod outperformt auch das Sondermodell DC2 bis auf dass der halt Dolby C kann, wenn man das braucht wäre der besser. Aber beim DC2 hat man Motorsurren von der Quartzsteuerung im Kopfhörer (das war eine verbesserte Version vom DD II, der ja noch keine hatte) und er hat zwar die größere Endstufe vom D6C, die dort aber mit nur 3V betrieben wird und deshalb meiner Ansicht nach deshalb auch schwächer ist, als die Endstufe der normalen DD Modelle, beim D6C wird sie mit 6V betrieben und performt deshalb auch besser. Der DC2 hat außerdem eben auch den Hart Permalloy Kopf. Letzendlich bringt der Kopf aber keine große Verbesserung, nur der Hochton ist minimal besser und der Kopf ist langlebiger, aber auch die normalen Köpfe kommen bis 15 kHz und auch der DC2 ist im Bass bei 40 Hz beschnitten. Der DD 100 ist praktisch ein DD II mit zusätzlicher Loudness Option.
Warum ich vom DD II, DD 100 und DC2 abrate:
Die Geräte haben die selbe Basis und der DD II scheint mehrere Revisionen zu haben (mindestens 2). Ich beschäftige mich mit den DDs nun schon seit über 20 Jahren und hatte mehr als 20 Geräte in unterschiedlichen Ausführungen in der Hand. Der DD II hat sehr häufig das Problem, dass das Spulen nicht mehr Richtig funktioniert, er schaltet elektronisch frühzeitig ab und im schlimmsten Fall passiert das nach wenigen Sekunden, sodass man die Cassette nicht mehr vor oder zurück Spulen sondern nur noch abspielen kann. Das passiert trotz 100%ig intakter Mechanik. Ich hatte mal einen DC2, den ich deshalb weg gegeben habe und hatte bereits mehrere DD II, die das auch hatten. Ich glaube, dass es besser wird, wenn man die Folienkondensatoren zusätzlich erneuert, aber kann nicht garantieren, dass es das komplett löst. Ich habe auch schon SMD Kondensatoren und sogar 2 Transistoren im Muting Kreis getauscht und durchgemessen, konnte aber nichts fest stellen, denn das Muting funktioniert dann auch nur noch begrenzt gut, wodurch eklige knack Geräusche beim Starten, Stoppen und am Ende der Cassette entstehen. Der DD II, den ich derzeit in Betrieb habe hat ein minimal anderes Layout auf dem Board, als die, die betroffen sind, ich gehe deshalb davon aus, dass es evtl. Ein Designflaw war und Sony das korrigiert hat. Den DD II gab es ja eine ganze Weile. Da der DD 100 das selbe Board plus Zusatzplatine am Rand hat gehe ich - obwohl ich so ein Gerät noch nicht hatte - davon aus, dass auch er davon betroffen sein wird. Außerdem hat auch der DD II minimales Motorsurren im Kopfhörer, das aber konstant ist und nur hörbar wird wenn man sehr leise hört oder den Lautstärkeregler auf 0 stellt.
Warum ich den DD 30 nicht empfehle:
Ich hatte bereits zwei Geräte wo etwas mit der Quartz Regelung nicht funktionierte, das kann Zufall sein, weil bei beiden Geräten mal Batterien ausgelaufen waren und die Regelung ziemlich am Rand sitzt. Da kann schon mal eine Leiterbahn oder ein Bauteil kaputt sein. Bei meinem derzeitigen Gerät hab ich jedenfalls die Ursache noch nicht gefunden. Der will einfach nicht auf Specs kommen.
Ansonsten hat der DD 30 ein ziemlich penetrantes Motorsurren, das mit Erhöhen der Lautstärke ansteigt. Trotz getauschter Elkos und Folienkondensatoren ist es weiterhin da. Vermutlich sind da SMD Kondensatoren am Lecken, aber die zu finden wird schwierig, oder es ist auch hier ein Designflaw. Sony musste durch den zusätzlichen Megabass sehr viele Teile auf engen Raum kriegen. Ich hatte jedenfalls mindestens 3 DD 30, die alle das gleiche Surren aufwiesen und weiß das auch von anderen Sammlern.
Der DD 30 ist für mich optisch (leider) das schönste Gerät von Allen, vor Allem in schwarz und Silber. So für mich aber unbrauchbar.
DD, DD II, DD 100, DC2, D3, DD III, DD 30, DD 33 haben die exakt gleiche Mechanik. Bei Allen muss mindestens immer das Center Gear ersetzt werden. Oft ist das Zahnrad vom hinteren Wickeldorn gebrochen, der Mitnehmer geht auch gern kaputt. Alle Teile sind bei fixyouraudio.com mittlerweile verfügbar. Es sollten immer auch das Capstan Gummi und die Andruckrolle ersetzt werden.
Zu den „Budget DDs“ DD I, DD 10, DD 11 und DD 22 kann ich Nichts sagen. Die waren mir immer zu klobig, ich denke aber, dass die Mechanik - wenn man die zu klebriger Masse verkommenen Reste vom Riemen entfernt hat - einfacher zu warten ist und weniger anfällig. Allerdings hat Sony hier billige Elkos verwendet und ich kenne kein einziges dieser Geräte, das nach dem Riementausch vernünftig läuft, wenn man nicht die Elkos tauscht. Immerhin gibt es aber auch hierfür Komplett Sätze, was die Sache einfacher macht.
Früher war das auch Alles egal. Die Kopfhörer waren eh Scheiße und nicht so empfindlich wie heute. Da ist Vieles von dem Dreck, den man heute so hört gar nicht an gekommen oder wurde schon vom Noise Floor der Cassette überdeckt, die man von einer Schallplatte oder in einem schlechten Recorder aufgenommen hatte.
Die EX Serie ist solide. Der W&F akzeptabel. Der Riemen ist leicht zu tauschen und elektronisch ist da selten mal was kaputt. Das beschränkt sich eher auf kalte Lötstellen und es ist alles auf einem Board, das zwar entlötet werden muss, die paar lötpunkte hat man aber schnell entfernt. Braucht man im Prinzip aber nur, wenn das Center Gear kaputt ist (auch hier bricht das gern mal, aber nicht immer), ansonsten kommt man da auch an die Andruckrollen einfach ran, bei vielen sogar, ohne das Gehäuse zu zerlegen, man muss lediglich die Klappe entfernen und manchmal entfällt sogar das, weil die eh nur geclippt sind. Meistens müssen aber die Kontakte der Mikroschalter und auch die Funktionstasten gereinigt und manchmal auch nach gelötet werden.
Bis auf wenige Ausnahmen haben die WM EX Modelle alle das selbe Laufwerk, nur dass besonders späte Geräte Plastik Capstane anstatt Metall haben. Ob das den W&F schlechter macht, weiß ich nicht. Einige Modelle haben einen besseren Motor, der den W&F noch mal etwas verringert. Im großen und Ganzen unterscheiden sie sich aber eher durch ihre Gehäuse, Features und Fernbedienung, die Spitzenmodelle haben Fernbedienungen mit LCD, die dann jede Funktion anzeigen können. Man sollte aber drauf achten entweder ein Modell zu kaufen, bei dem man alle Funktionen am Gerät steuern kann oder dass die Fernbedienung vorhanden ist, weil Man sonst bestimmte Einstellungen nicht tätigen kann. Außerdem gibt es einige Modelle die am Gerät nur einen dreistufigen AVLS Schalter für die Lautstärke haben, regelbar ist die dann nur an der Fernbedienung. So ein Gerät hatte ich mal. Das is nix wenn man laut hören will, weil die oberste Stufe bedeutet, dass die Endstufe praktisch voll aufgedreht ist. Auch wenn man an der Fernbedienung runter regelt hört man dann trotzdem die Verzerrungen und Megabass und Groove funktionieren auf dieser Stufe nicht mehr und die günstigeren Modelle haben einen fest verbundenen Kopfhörer an der FB. Man hat dann nur die Möglichkeit selber eine Buchse nachturüsten, direkt eigene Kopfhörer anzulöten oder die Fernbedienung nicht zu benutzen.
Nicht empfehlen würde ich die Panasonic RQ SX Geräte, bis auf 3 oder 4 Stück haben die alle einen Mechanismus mit 2 Riemen, die richtig miese Specs haben, schlechtes anti Rolling und es ist ein Glücksspiel die unter 0,3% zu kriegen, Viele haben auch Capstane mit Gummibeschichtung, die ihren Grip verliert und für die es keinen Ersatz gibt. Genau so schwierig sind die Aiwa HS-PX Geräte, weil da eigentlich immer die Kondensatoren im Eimer sind.
Leicht in Gang zu setzen sind die einfachen Panasonic RQ JA Modelle, die sind auch billig zu kriegen. Der Aiwa HS P05 (MK II) und der HS G35 und 36 machen auch einen guten Eindruck (hatte selbst aber noch keinen), das selbe Laufwerk ist auch im Fisher PH 26 verbaut, der super leicht in Gang zu setzen ist, allerdings ist er sehr klobig und die Klappe vorne ist Mega empfindlich, die Weichmacher scheinen sich zu verflüchtigen und die Feder, die die Klappe schnappen lässt fehlt gern mal. Das selbe Gerät gibt es auch unter dem Sanyo Brand. Die kleineren Sanyos aus den 80ern sind auch alle super stabil. Klanglich darf man da natürlich keine Wunder erwarten.
Insgesamt muss man für jedes Gerät etwas Grundwissen da sein. Und bei immer mehr Geräten mit glattem Capstan komme ich nicht mehr auf eine konstante Geschwindigkeit ohne ihn aufzurauen und teilweise auch den Anpressdruck zu erhöhen. Warum das so ist weiß ich nicht. Danach funktionieren die meisten aber Problemlos. Garantieren kann man natürlich nie, dass ein 30 oder 40 Jahre altes Gerät mit winziger Mechanik wieder so laufen wird, wie es das mal getan hat. Die Wahrscheinlichkeit bei einem großen HiFi Cassettendeck ist größer. Ohne Messcassetten kann man eh nicht sicher sein, ob das Optimum erreicht ist.
Schwierig ist immer die Erwartungshaltung „Das geht noch“. Es gibt keine Walkmans die noch perfekt laufen, ohne dass man zumindest alle relevanten Gummiteile tauscht. Sie laufen vielleicht noch „irgendwie“, aber ein Riemen, der 20 Jahre lang stand, hat auf jeden Fall ne Delle und eiert, hat nicht mehr seine original Spannung wodurch das Anti Rolling versagt, hat für gewöhnlich eine Andruckrolle, die nicht mehr 100%ig sicher läuft.
Es ist halt immer die Frage was man erwartet. Mit einem hochwertigen Modell, speziell auch den „getunten“ DDs erreicht man eine CD nahe Wiedergabe, wo Viele vielleicht denken, dass das gar nicht möglich ist. Wenn man damit leben kann, dass der Bass halt nicht perfekt ist, der Motor einstreut und der Klavieranschlag nicht ganz sauber ist und es beim Gehen eben ziemlich stark leiert wird mit einem einfachen Gerät glücklich, wenn es so funktioniert, wie es ursprünglich gedacht war. Wer das Optimum will hat nicht viele Auswahlmöglichkeiten und es ist ganz klar ein Unterschied ob man das Gerät in Bewegung oder gar Beim Sport nutzen möchte oder nur im Sessel, Bett, im Zug oder auf dem Autorücksitz, denn dann kann so ein WM EX oder Ähnliches Schon ideal sein, während die in Bewegung auf ganzer Linie versagen. Im stand gibt es EX Modelle, die 0,07% W&F erreichen, schüttelt man so ein Gerät aber nur leicht ist man schnell bei 1-3%. Machst du das selbe mit einem Quartz DD landet der irgendwo bei 0,3-0,4% je nach Musik fällt das dann gar nicht auf, dass er heftig geschüttelt wird. Mit einem
WM-EX Oder adäquaten Modellen von anderen Herstellern würde ich nicht joggen gehen.
Am Bass Lack der meisten Geräte lässt sich durch das gezielte Tauschen einiger Kondensatoren übrigens schrauben. Ich bin grad dabei das an einem Aiwa HS P08 umzusetzen. Das ist schon irre was da im Versuch raus kam. Nahezu glatter Frequenzgang bis 20 Hz, Out Of the Box ist oberhalb 50 Hz schon Falldown. Vermutlich hat das auch viel mit Batterielebensdauer zu tun. Die Batterien waren in den 80ern und 90ern viel schlechter und die Firmen haben Werbung mit immer kleiner werdenden Geräten gemacht wo man es irgendwie hin bekommen musste, dass so ein kleiner Gumstick Akku mehrere Stunden hält, das hat natürlich auch Einfluss auf den Sound. Die großen RQ SX Modelle haben einen 60 fachen schnellen vor/rücklauf. Wenn das Gerät auf dem Tisch liegt dann entwickelt es,
Wenn du den auslöst so viel Fliehkraft, dass es erst mal Zuckt. Man kann dann sehen wie selbst bei vollem Flachakku die Batterieanzeige einmal auf 0 springt und blinkt. Erst wenn man stoppt erholt sich das dann wieder. Also so ideal war das Alles nicht…
Achso, es gibt auch neue Alternativen. Die haben aber alle den selben Tanashin Clone Mechanismus und sind sehr klobig, Der Fiio CP 13 und der neue von Maxell kommen auf ganz gute W&F Werte, der Maxell soll etwas besser im Bass sein, hat aber das Billigere Gehäuse. Da hätte man dann aber ein Neues Gerät. Ich würde aber bis November warten, denn Fiio hat ein Neues Gerät angekündigt, den CP 15, angeblich soll er flacher werden und eine Full Logic Steuerung bieten, vielleicht hat der dann auch eine Chrom Entzerrung und keinen Falldown unter 80 Hz. Lassen wir uns überraschen. Es wäre natürlich stark, wenn es wieder ein Neues Gerät gäbe, das man bedingungslos empfehlen kann.
BTW der HS P05 hat auch keine Chrom Entzerrung. das selbe Modell gibt es aber als HS P06 MIT Tuner Pack, Tape Type Switch und Dolby B. Dürfte aber schwieriger zu kriegen sein.
02.08.2025, 17:28 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.08.2025, 17:38 von Christian_Mueller.)
Ja, Tobi ist DER größte Walkman Experte im deutschen Sprachraum und ich würde, bei unbedingter Kaufabsicht, auf jeden Fall seiner Empfehlung folgen und ein gewartetes DD Modell holen.
Auf ein neues Modell von Fiio zu warten wäre, aus meiner Sicht, jedoch nicht sinnvoll. Das neue Gerät hat fast sicher keine guten Werte bei Anti-Rolling und auch eine Rauschunterdrückung wird es vermutlich erneut nicht geben. Eine Entzerrung für Chrome/Metal hätte unbedingt schon beim CP13 dabei sein müssen, denn das Fehlen hat sehr viele Leute vom Kauf abgehalten und der grundsätzlich in Betracht gezogene Kassetten-Wiedereinstieg kam wieder vom Tisch...
(02.08.2025, 17:28)Christian_Mueller schrieb: das Fehlen hat sehr viele Leute vom Kauf abgehalten und der grundsätzlich in Betracht gezogene Kassetten-Wiedereinstieg kam wieder vom Tisch...
Ehrlich gesagt denke ich nicht, daß jemand wegen einer fehlenden Entzerrungs-Umschaltung auf den Wiedereinstieg ins Cassetten hören komplett verzichtet. Die meisten Nutzer wußten doch schon damals nicht, wozu dieser Schalter diente, wenn es ihn überhaupt gab. Nur "Chrom ist besser" hatte sich bei vielen eingebrannt, aber daß man dafür irgendetwas umschalten muß? Und bei vorbespielten Chromcassetten dann wieder doch nicht? Da blickten doch nur Leute vom Fach und so ein paar Freaks wie wir noch durch. Der Rest hörte einfach Musik und ärgerte sich höchstens mal, wenn es dumpf klang oder leierte.
Natürlich würde ich eine Entzerrungsumschaltung begrüßen. Aber ganz pragmatisch täte es alternativ auch ein Klang-/Höhenregler, der im Prinzip bei reiner Wiedergabe nicht viel anderes macht als ein dezidierter EQ-Umschalter, nur stufenlos :-)
Lieber Christian, danke für die Blumen, aber ich denke, da Gibts Andere, die sich besser auskennen als ich. Es sind ja im Prinzip nur ein paar Geräte, die ich gut kenne und mir ein paar Gedanken mache, wie man sie optimieren kann.
Ansonsten bin ich da bei Martin. Viele günstigere Geräte hatten damals gar keinen Umschalter und beim AIWA HS P05 ist es z.B. so, dass der nur bis 12,5 kHz angegeben ist, die Überbetonung bei Typ II wirkt dann praktisch dagegen, bei dem Gerät klingt es dann gar nicht so, als wär da was zu viel.
In erster Linie geht es mir darum, dass ich ungern Geräte für andere repariere, weil ich nie garantieren kann, ob sie dann auch dauerhaft zufriedenstellend laufen und Einen sowas auffressen kann, wenn man dann ständig gebeten wird sich das mal anzugucken, vor Allem wenn man sowas gewerblich macht und dann noch unentgeltlichen Ersatz sorgen muss, wenn sowas irreparabel kaputt ist. Das rechnet sich einfach nicht, aber ich möchte meine Erfahrung für andere Bastler und Interessierte teilen. Das Internet ist leider voll mit Mansplaining und Rolling und oftmals kriegt man dann gesagt, die Geräte seien kaputt, wenn dieses oder Jenes ist oder das stimme nicht und dann werden die ganz schnell ganz eklig. Wenn man dann aber mehrere des selben Typs hat und Alle haben die gleichen Flaws ist das schon auffällig und dann kann mans auch belegen, egal was Andere sagen, aber oft wollen Leute es auch nicht probieren, wenn man einen Tipp gegeben hat, der bei einem selbst mehrfach funktioniert hat. Ich hatte z.B. ein ganz ekliges Masseklicken und habe dann fest gestellt, dass zwischen den Massepunkten des DD 33 im Betrieb plötzlich 4 Ohm waren. Ausgeschaltet waren es 0. Ich habe dann alle Massepunkte und das Chassis mit Kabeln verbunden, bis ich überall 0 Ohm hatte, dann war es weg.
Ich erlebe dann ganz oft, dass Leute genau solche Fehler in Foren posten, dann erklärt man, wie sie das einfach beheben können und dann kommt entweder keine Antwort mehr oder es wird ignoiert, als würde das nicht stimmen. Teilweise wird man sogar gemobbt. Mit dem AIWA HS P08 und dem Bass Lack war das so. Ich hatte zusätzlich im Mikrocontrollerforum noch angefragt, welche Kondensatoren ich tauschen muss, damit der Frequenzgang tiefer wird. Dann haben einige das direkt zerrissen so vonwegen "der Kopf schafft das eh nicht, Kassette ist eh alles Andere als optimal, was willst du da optimieren, das klingt nach Voodoo…" blablabla. Vieles wird einfach abgeschrieben, ohne es probiert zu haben und dann heißt es "Geht eh nicht, vergiss das und mach was sinnvolles mit deiner Zeit…", aber 5 Minuten mal provisorisch Kondensatoren aufs Board löten und gucken obs was bringt, ist kein Aufwand und wenns nix bringt macht man sie wieder ab und weiß halt dass es nicht besser geht. Mir ist ganz schön die Kinnlade runter gefallen, als das Gerät dann plötzlich vom Falldown bei 50 Hz und einem leichten Abfall sogar ab 150 kerzengerade auf 20 Hz runter kam.
Und dann auch dieses Genöle "Wozu brauchst du 20 Hz, die Musik, die ich höre geht eh nicht tiefer als 50…", ja cool, wenn DU das nicht Brauchst und meinst man hört das sowieso nicht, dann mein das halt. Mich stört es und ich weiß dass es besser gehen kann, auch wenn das nicht glauben willst.
Ähnliches hab ich im Macuser Forum erlebt, als ich von Windows aufs Macbook umgestiegen bin und es darum ging für Alles adäquate Software zu finden. Es geht scheinbar mehr darum sich damit zu profilieren, was für eine Elite man mit den neusten Apple Produkten meint zu sein. "Wie du willst Platten digitalisieren? Lass das doch und hör einfach Spotify…" oder ganz oft auch "Das Gerät ist dafür nicht gemacht, wenn du keine Lust auf ein Abenteuer hast und dich nicht umgewöhnen willst, kauf dir doch lieber wieder einen Windows PC…". Alles klar, ich kaufe also ein MacBook Air für 1780 Euro und dann ist es für die einfachsten Dinge nicht gemacht, die ich mit jedem 300 Euro Windows Gerät mit kostenloser Software machen kann? Natürlich ist das Bullshit, die Leute sind einfach blöd und haben Geltungsbedürfnis. Es war schwierig die ganze Software zu finden, aber mittlerweile habe ich für alles einen adäquaten oder besseren Ersatz, was ich vorher mit Windows gemacht habe und bereue es seither keine einzige Sekunde. Ich liebe mein Macbook und hab mich noch nie so zuhause an einem Computer gefühlt, aber ich hätte mir gewünscht ein paar nette Leute in dieser Community zu finden, die mir brauchbare Tipps gegeben hätten.
Oftmals ist es aber vielleicht auch Nachlässigkeit oder Faulheit, dass man um Rat fragt, aber dann eben keinen wirklichen Bock hat sich tatsächlich drum zu kümmern, weil es eben doch nur ne Spielerei ist und dann wird eben ein Bisschen rumgenörgelt wie scheiße und kaputt Alles ist. Sowas hab ich aber auch schon gemacht, vor Allem als ich jünger war. Im HiFi Forum gibts auch viele Experten, die ganz schön unnett sind und durch die High End Sektion wird da auch viel über angeblichen Klang geschwurbelt. Ich bin da mal richtig zusammengefaltet worden, weil ich eine besondere Liebe zu den 80er Komponenten von Fisher Sanyo habe. Das sind solide Mittelklasse Geräte, teilweise mit toller Ausstattung und sehr eigenen Designs. Das wird dann aber mit Schneider und Kaufhaus Schrott verglichen und sich darüber lustig gemacht und dann wird man mit seiner "Plastik Kompaktanlage" eben nicht ernst genommen. Das ist sowieso oft ein Problem. Jemand mit einem soliden 2 Kopf Einsteiger Cassettendeck wird oft eher belächelt, weil das ja Alles Müll ist, das muss dann schon ein Dragon, ein CT95, ein Sony Esprit Deck sein oder zumnindest ein GX75, Alles andere wird dann als Schrott abgetan und dann wird Jemand, der das vielleicht nicht so intensiv betreibt oder einfach nicht das Geld hat ausgegrenzt, anstatt ihn mit Respekt zu behandeln und das Beste raus zu holen. Sowas find ich schade.
Ein 14 Jähriger der grad seine Liebe zu alten Medien entdeckt braucht Support, das kann sich Alles gar nicht entwickeln, wenn man dem von Anfang an sagt "Du hast da Scheiß Hardware, kauf dir erst mal n Nakamichi, dann können wir weiter reden…", hab ich jetzt bei YouTube in den Kommentaren auch gelesen. Da war so ein Sharp 7700 System. Eine Frau hat dann geschrieben sie habe von ihren Eltern als Jugendliche eine Onkyo Integra Anlage wo die Boxen schon allein 3000 Mark kosteten geschenkt bekommen. Das hier seien 1000 Watt für 1000 Mark und billiger Schrott. Sowas tut mir irgendwie weh, denn die Komponenten in dem Sharp Turm sind zwar nicht High End, aber solide Mittelklasse HiFi Ware in einem übergrossen Plastik Klotz, der zwar nach mehr aussieht als es ist, aber es bleibt eine ernstzunehmenden HiFi Anlage mit der man schon gut Musik hören kann und wo der Unterschied zu einer Onkyo Integra mit selben Lautsprechern marginaler ist als man denken mag oder auch faktisch nicht vorhanden. Der Verstärker hat ne Mords Leistung, wenn auch nicht 1000 Watt und die Cassettenlaufwerke erreichen einen soliden Frequenzgang von 40 bis 17 kHz mit einem W&F unter 0,1% WRMS. Wenn sich das Jugendliche gerade so vom Konfirmationsgeld oder vom Ferienjob leisten konnten, die vielleicht auch lieber eine Onkyo Integra hätten haben wollen, finde ich es respektlos zu sagen das ist Schrott. Das ist im Gegensatz zu Schneider, Soundwave oder Condor nämlich echt brauchbares Zeug und wenn Jemand sowas noch im Keller hat und sich wieder fit machen will anstatt irgendein teures 3 Kopf Deck zu kaufen hat er dafür meine vollste Unterstützung.
Dementsprechend wäre es aber auch schön Walkmans empfehlen zu können, die uneingeschränkt funktionieren und Garantie haben. Beim Fiio habe ich jetzt leider auch schon ein paar unschöne Dinge gelesen. Unkonstante Qualität der Andruckrolle, dadurch geknickte Bänder, Köpfe die nach ein paar Betriebsstunden schon üblen Einsclhliff haben…. Ich hoffe das sind Einzelfälle und ja blöd, dass es keinen Tape Type Switch gibt, aber besser ein neues funktionierendes Gerät zum Akzeptablen Preis, als ein Altes zum Selben, das am Ende nicht läuft, oder? Aber vielleicht sind ja die Verbesserungen am CP15 dann die, die jetzt noch für ein Niveau der alten Geräte fehlen. Ich bin gespannt.
Schon richtig, aber ich habe schon sehr oft gelesen, dass der CP13, aufgrund der spartanischen Ausstattung, für viele Leute nicht in Frage kam.
Das Nachfolgemodell wird nur spannend, wenn es tatsächlich zusätzliche Funktionen in der Ausstattung geben sollte. Wenn man dann aber lediglich von einer Aufnahmefunktion und geringeren Ausmaßen als Vorteile liest, so kann man seine Erwartungen eigentlich, zumindest schon mal ein wenig, zurück schrauben...
Noch so eine lächerliche Behilfsaufnahmefunktion - am Besten mit Permanentmagnet braucht kein Mensch. In den Leaks liest man aber Nichts darüber.
Da heißt es, das Gerät soll flacher werden und Full Logic Controls haben. Es müsste also wirklich ein Custom Laufwerk sein. Ein Typ von Fiio, der das Ding mit entwickelt fängt regelmässig die Stimmung der Cassetten Freaks im Internet auf und mittlerweile gibt es auch 2 mögliche Front Designs für die Klappe. Was Fiio im CP 13 schon mal richtig gemacht hat ist der ausserordentlich gute W&F Wert. Der CP 13 scheint sich ganz gut zu verkaufen und die Firma hat insgesamt einen guten Namen, die Wahrscheinlichkeit, dass da was Besseres, als bei anderen Herstellern raus kommt ist also schon mal da. Wenn's der 100. Tanashin Clone mit Aufnahme wird ist es gegenüber dem CP 13 sogar eine Verschlechterung.
offiziell steht da von Fiio's Seite aus nix. CP steht ja wahrscheinlich ausserdem für Cassette Player, das lässt hoffen und solang er DC Bias hat ist der Löschkopf kein Permanent Magnet also nicht schädlich. Die Aufnahmefunktion muss man ja nicht nutzen, solang die Wiedergabe passt lässt das hoffen, dass etwas Brauchbares da raus kommt. Allerdings bringts auch nix zu spekulieren.
03.08.2025, 17:32 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.08.2025, 17:45 von Christian_Mueller.)
Interessant, dass Jemand der über etliche hervorragend funktionierende bzw. instandgesetzte Walkmen verfügt, auf ein mit Sicherheit nicht besonders aufregendes Fiio Playerchen gespannt ist...
Das ist das, was ich sagte: Ich finde es schön, wenn es NEUE empfehlenswerte Alternativen für "User" gibt, die vor Allem auch bezahlbar sind und Einem nicht direkt den Spaß nehmen. Nichts ist für die Ewigkeit, irgendwann ist der letzte Kopf runter, das letzte Lager ausgeschlagen usw… Die Dinger sind jetzt alle 30+, das wird nicht immer so weiter gehen! Deshalb hat das meinen größten Respekt denn das rettet vielleicht irgendwann ein Stück Popkultur.
Also der Fiio in seiner "klotzigen" Art wird es wohl nicht werden. Erinnert mich sehr an Lego Bausteine.
Lieber mache ich ein paar Abstriche, aber ein kleines bisschen Haptik einer Tiptaste sollte schon sein.
Ich weiß noch nicht wann ich zuschlage aber an den letzten neuen Walkmans wird sich wohl am Aussehen nicht so viel ändern.
03.08.2025, 17:59 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.08.2025, 18:07 von Analoghoerer.)
Bezieht sich auf #13:
Ich geh mal davon aus, dass AC Bias gemeint ist. DC Bias kann auch bei Wiedergabe hochwertige Aufnahmen schädigen, wegen möglicher Kopfmagnetisierung.
Im Artikel wird auch erwähnt dass es wohl keine Typ II / IV Umschaltung und kein Dolby geben soll, eine Selbsverständlichkeit bei allen Marken- Altgeräten, ausser Billigstexemplaren. Kein Dolby wird damit begründet, dass die Fa. Dolby keine Lizenzen mehr vergibt, Dolby B und C gibts aber schon seit mehr als 20 Jahren, demzufolge sollten die Patente abgelaufen sein. Man kann also so ein System einbauen, darf es dann nur nicht "Dolby" nennen. Das angesprochene DNR ist ja was anderes, das wirkt nur wiedergabeseitig, durch Bandbreiteneinengung in Abhängigkeit vom Frequenzspektrum des Audiosignls (Verdeckungseffekt). Kann bei Uraltaufnahmen aber auch nützlich sein.
hast Du vielleicht mit dem Erfahrungen? JVC CX5
Den hatte ich damals für meine Tochter gekauft (in Rot), so einen würde ich suchen; die aktuellen Preise sind aber ziemlich abgehoben.
Ich bin ja hier im Forum auch etwas Außenseiter mit meinen Grundigs und JVCs, aber speziell die JVCs sind einfach unkaputtbar und genügen meinen Ansprüchen, auch wenn das keine "HighEnd" Geräte sind, und nicht über endlose Einstellmöglichkeiten verfügen.
Gruß,
Karl
Meine bevorzugten Zitate:
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher" (Albert Einstein)
"Planung ist das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum" (Mehrere mögliche Quellen, unbekannt)
"Wenn man sein Gewicht halten will, dann muss man auch 'mal essen können, wann man keinen Hunger hat" (unbekannt)
Das mit dem DC Bias wusste ich nicht. Ich dachte, solang ein echter Löschkopf vorhanden ist, der elektrisch ausgeschaltet werden kann hat das dann keine Auswirkungen mehr auf die Wiedergabe, nur die Aufnahmen werden halt nicht so dolle. Aber jetzt wo dus sagst…Klar, wenn sich der Magnetismus durch das gleich bleibende Magnetfeld während der Aufnahme auf die anderen Teile und den Tonkopf überträgt….. Naja solang man es nicht nutzt passiert das ja nicht.
Es gab ja mehrere zu Dolby komatible Systeme wie ANRS von JVC oder das Rauschminderungssytem aus der DDR. Da es bereits auch Software gibt, die Dolby emuliert, das nur nicht so nennt, müsste es doch möglich sein, sowas ohne Lizenz und ganz billig auf einen FPGA zu schreiben. Hiess es nicht sogar mal, dass späte DDR Geräte Dolby Chips hatten, aber es nicht aufs Gerät gedruckt haben und so die Lizenzen umgangen sind? Und diese Billig Katalog Decks hatten auch häufig so eine Noise Reduction Taste. Ob das nur so DNR/DNL Whatever mässig war oder auch Dolby B in Disguise?!
Ja es ist halt so, dass man den Fokus offenbar auf andere Dinge setzt. Auf der anderen Seite wird halt viel geredet und spekuliert und nur weil etwas nicht angekündigt ist, heißt es ja nicht, dass es nicht trotzdem kommen kann. "All we know" sagt ja erst mal nix. Ich fände z.b. ein vertikales Design mit irgend einem Diagonalen Fenster, wie bei den poppigen Mid 80s Modellen cool, dazu dann die Option einen Gürtelclip anzuschrauben. Dieses Horizontale macht sich an der Hose irgendwie immer altbacken.
Aber ich kanns nur noch mal sagen: Was den Mechanismus angeht tut sich da definitiv was und das macht Hoffnung, denn ein so kompaktes Design wie auf dem Rendering ist mit dem aktuellen Mechanismus nicht möglich. Was ich essentiell für ein stabiles Gerät halte wäre
Anti Rolling, Bandwahl, stabiler Gleichlauf, ordentlicher Frequenzgang bis unten hin. Ohne Dolby kann man durchaus leben. Sanyo hat in seinen einfachen Modellen übrigens durch Schrägstellung des Motors ganz einfach effektives Anti Rolling realisiert, indem man den Riemen einmal verdreht hat. Dafür muss man nur den Motor in die andere Richtung laufen lassen und es kostet nur minimal mehr Platz und lässt sich sogar mit dem vorhandenen Mechanismus im CP13 ohne zusätzliche Teile realisieren. Im Maxell hat man wohl aufs Auto Stop verzichtet, hab ich im Review gehört. Das find ich gar nicht so doof, denn dieser dämliche Hebel um Bandlauf ist sicher nicht förderlich für die Bandabnutzung, allerdings war der Gleichlauf unter aller Sau und kam nicht annähernd an den des CP13 ran.
@Luedre, vielleicht hab ich einen Sony WM EX668 für dich. Riemen neu, Andruckrollen neu, CG neu. der liegt eh nur rum, ich mag ihn nicht. Fernbedienung ist dabei und son Batteriefach auch. Muss noch mal messen, ob ich ihn guten Gewissens abgeben kann. Ansonsten wär da noch ein DD II, allerdings in der "schlechten" Revision. Wenn du damit leben kannst, dass der Rücklauf gelegentlich stoppt ohne, dass das Band am Ende ist, wär das vielleicht auch was. CG neu, Gummi neu, Andrckrolle neu, Capstan aufgeraut, alle Masseknacken beseitigt, Kondensatoren neu und Basslack ausgehebelt. Ich müsste nur mal den Bandlauf und den Gleichlauf justieren. Wenn du kein Dolby brauchst wär da noch ein einfacherer RQ SX, der zuletzt Specs erreicht hat, aber da sind alte Andruckrollen drin, sowas geb ich dann ungern ab.
(01.08.2025, 17:39)DOSORDIE schrieb: Der Fiio CP 13 und der neue von Maxell kommen auf ganz gute W&F Werte, der Maxell soll etwas besser im Bass sein, hat aber das Billigere Gehäuse.
Der Maxell kommt hier aber ganz schlecht weg:
Ja, bei den Geräten soll der Gleichlauf nach ein paar Betriebsstunden besser werden. Aber der erste Eindruck, uff...
(03.08.2025, 19:34)DOSORDIE schrieb: Ohne Dolby kann man durchaus leben.
Stimmt, wenn man eine andere Rauschunterdrückung einsetzt. Das Maxell Gerät soll nicht besser sein, als so ziemlich alles vorher. Zwei Dinge hat die Menschheit offenbar verlernt: Zum Mond fliegen zu können und gute Walkmen zu bauen...
(04.08.2025, 14:31)q-tip schrieb: Der Maxell kommt hier aber ganz schlecht weg:
Ja, bei den Geräten soll der Gleichlauf nach ein paar Betriebsstunden besser werden. Aber der erste Eindruck, uff...
Gruß
Robert
Schönes Jaulkonzert, da waren in den 80ern ja sogar ausgesprochene Billiggeräte besser, zumindest ihren ersten Lebensmonaten.
Das Problem ist wohl, dass es keine vernünftigen technologischen Ausrüstungen für die Produktion derartiger Geräte mehr gibt, nach dem Ende der Cassettenära wurde alles restlos vernichtet. Würde man derartige hochwertige Fertigungsanlagen heute wieder aufbauen, wären die damit hergestellten Geräte, schon auf Grund der geringen Stückzahlen, schlicht unerschwinglich.
Die Ausrüstungen könnte man wieder beschaffen. Aber es rentiert sich nicht. Denn auch das Wissen um die Funktionsweise und die Produktion dieser Geräte ist auch nur noch teilweise vorhanden. Diese Kenntnisse wieder zu erlangen und neue Geräte zu entwickeln verlangt Zeit und Geld. Dazu ist kein Investor bereit.
06.08.2025, 20:41 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.08.2025, 20:45 von tk141.)
Ja, das ist das Hauptproblem. Wir könnten ein viel größeres Kassetten-Revival haben, wenn es anständige Geräte neu gäbe. Daher kann ich mich Tobi nur anschließen (Hervorhebung von mir):
(03.08.2025, 17:40)DOSORDIE schrieb: Das ist das, was ich sagte: Ich finde es schön, wenn es NEUE empfehlenswerte Alternativen für "User" gibt, die vor Allem auch bezahlbar sind und Einem nicht direkt den Spaß nehmen. Nichts ist für die Ewigkeit, irgendwann ist der letzte Kopf runter, das letzte Lager ausgeschlagen usw… Die Dinger sind jetzt alle 30+, das wird nicht immer so weiter gehen! Deshalb hat das meinen größten Respekt denn das rettet vielleicht irgendwann ein Stück Popkultur.
Die Kassetten gibt es. Sogar ganz viele neue kommerziell bespielte Titel gibt es inzwischen wieder, die klingen auch völlig ok. Generation Z kauft Vinyl, weil sie neben Spotify auch was zum Anfassen wollen, auch Kassetten werden von ihren Künstlern oft angeboten. Der Unterschied: Es gibt überall Plattenspieler zu kaufen, auch durchaus vernünftige für erschwingliches Geld, der Einstieg ist niederschwellig möglich. Aber brauchbare Kassettenabspielgeräte, da kann man als Einsteiger schnell die Lust verlieren. Ich denke, die meisten dieser neuen Kassetten werden nur ausschließlich aus Sammlergründen gekauft (wird ja sogar ein gewisser Anteil des Vinyls). Meine Tochter dürfte eine der wenigen aus der Generation sein, die die überhaupt vernünftig abspielen kann.
Es ist ja mit Autoradios dasselbe Leid. So lange ich noch welche finde, die man vernünftig ans Laufen kriegt, werde ich welche nutzen. Die japanischen um 1990 sind inzwischen alle perdu (oder vielleicht noch etwas für virtuose Filigranbastler), nur Blaupunkt von Anfang der 90er hält nach meiner Erfahrung bis heute. Nur wie lange noch? Die laufen jetzt schon mindestens zwanzig Jahre länger als ihre Schöpfer es wahrscheinlich seinerzeit geplant hatten. Dass die Displays alle Pixelfehler haben, wen juckt's, immerhin sind die Kassettenlaufwerke gut, noch...
(06.08.2025, 20:41)tk141 schrieb: ...
Die japanischen um 1990 sind inzwischen alle perdu (oder vielleicht noch etwas für virtuose Filigranbastler),
...
Viele Grüße
Nils
Bei den Kenwood aus dieser Zeit sind es in der Regel lediglich die ausgelaufenen Miniatur-Elkos - die allerdings schwer zu beschaffen sind. Tuner und Laufwerke sind hingegen ok - und von guter Qualität.
Und das Elkos nach >30 Jahren marode sind, ist ja nun nichts überraschendes.
VG Jürgen
P.S. Man kann auch damit - nach Revision - schnuckelige Mini-HiFi-Anlagen bauen...
Ich hab leider ein Problem mit meinem Bremen SQR 46. Das driftet in der Geschwindigkeit massiv. Riemen und Andruckrollen sind neu und ich hatte 2 Elkos um den Motor auf Verdacht auf dem Board getauscht. Da sind sonst nur Tantals drauf. Der Fehler scheint aber schon auf dem Board zu sein, denn wenn ich Kältespray drauf sprühe verändert sich die Geschwindigkeit…
08.08.2025, 13:11 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.08.2025, 13:16 von Christian_Mueller.)
(06.08.2025, 20:41)tk141 schrieb: Die Kassetten gibt es. Sogar ganz viele neue kommerziell bespielte Titel gibt es inzwischen wieder, die klingen auch völlig ok. Generation Z kauft Vinyl, weil sie neben Spotify auch was zum Anfassen wollen, auch Kassetten werden von ihren Künstlern oft angeboten. Der Unterschied: Es gibt überall Plattenspieler zu kaufen, auch durchaus vernünftige für erschwingliches Geld, der Einstieg ist niederschwellig möglich. Aber brauchbare Kassettenabspielgeräte, da kann man als Einsteiger schnell die Lust verlieren. Ich denke, die meisten dieser neuen Kassetten werden nur ausschließlich aus Sammlergründen gekauft (wird ja sogar ein gewisser Anteil des Vinyls).
Stimmt! Man bekommt gute CD Player und Plattenspieler und kann beim Kauf eines neuen Kassettendecks nichtmal mit Rauschunterdrückung aufnehmen. Die aktuell angebotenen Walkmen sind kaum eine Betrachtung wert und neue Kassetten sind ebenfalls nicht mehr so gut wie die von früher, während originalverpackte Chromkassetten in der Bucht bei 8-9 Euro (pro Stück) los gehen. Wie soll denn da eine Kaufabsicht entstehen, wenn gute Leer-CDs 25 Cent kosten...
08.08.2025, 14:48 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.08.2025, 14:50 von janbunke.)
(08.08.2025, 13:57)moxx schrieb: Es gibt immer noch tonnenweise gebrauchte Cassetten für kleine Knöppe auf Trödelmärkten, An-/Verkaufsläden etc.
Ich kaufe oft die einschlägigen MAXELL/SONY/TDK und BASF Chromcassetten aus den 80ern und gelegentlich ist sogar noch klasse Musik drauf.
Diese alten Cassetten sind durch die Bank immer noch gut nutzbar, wer braucht da minderwertige Neuware zweifelhafter Herkunft ??
Frankie
Im Prinzip sehe ich das genauso, doch habe ich auch schon oft ganze Chargen von gebrauchten Maxell oder TDK Cassetten gehabt, die komplett Müll waren wegen Längsriefen auf dem Band.
Die wurden dann wohl auf ganz schlechten Geräten verwendet.
Solche Cassetten kann man nur entsorgen.
Vor kurzem hatte ich mal wieder Glück und habe einen Schwung sehr gute XLII erstanden für sehr kleines Geld.
Alte BASF Chromcassetten kann ich nicht empfehlen. Das Thema Pegelverlust haben wir ja schon sehr oft hier diskutiert.
(08.08.2025, 14:48)janbunke schrieb: Alte BASF Chromcassetten kann ich nicht empfehlen. Das Thema Pegelverlust haben wir ja schon sehr oft hier diskutiert.
Und auch, daß nicht pauschal alle BASF CrO2 betroffen sind und vor allem nicht bei Neuaufnahmen ohne Dolby ... aber ja, brauchen wir hier nicht nochmal zu vertiefen
Nö. Echtchrom ist IMMER betroffen. Mal mehr, mal weniger, aber nie garnicht. Dass es sich trotz der Alterung noch gut nutzen lässt - bei einem Deck, dass es schafft sie einzumessen bei Neuaufnahme auch mit Dolby - steht auf einem anderen Blatt. Einen Totalausfall bei BASF Chromdioxid habe ich auch noch nicht gehabt. Trotzdem ist es je nach Tapedeck eben nicht mehr optimal nutzbar, da sind die Japaner wesentlich problemloser, allerdings hab ich immer mehr Bänder bis mindestens in die späten 80er, die sich nicht mehr komplett löschen lassen. Bei einer 79er TDK SA sind die "Reste" nach einiger Zeit plötzlich verschwunden, bei Maxell XLII von 88 und Scotch XL II aus dem selben Jahr bleiben sie bestehen.
Mein AIWA läuft jetzt mit Basstuning kerzengerade runter bis 20 Hz. Ich hab mir 4 Tage echt den Kopf zermartert, was da Alles nicht stimmt. Ein Wackelkontakt kam durch schlechte Dolby Potis, hab jetzt feste Widerstände eingebaut, zwar 4 dB zu laut, aber ist mir jetzt auch erst mal egal, klingt super.
Der Maxell Walkman ist von VWestlife übrigens noch mal getestet worden. Ich vermute, das Exemplar von Anadialog war fehlerhaft. Der W&F lag bei 0,16%, das ist akzeptabel und über dem was die Meisten Walkmans damals konnten. Klanglich scheint er am Besten zu sein, denn man hört, dass er scheinbar ziemlich tief kommt. Es geht aufwärts ;-)