Becoming Led Zeppelin
#1
Auf den Film "Becoming Led Zeppelin" habe ich lange gewartet.
Im Mai habe ich ihn im Kino zum ersten Mal konsumiert, außer mir waren vielleicht noch 6 oder 7 Altersgenossen von Anfang 60 bis Mitte 70 in der Aufführung.
Vor 50 Jahren wären es sicher bedeutend mehr Zuschauer gewesen...

Ich war gespannt, schließlich gab es schon mehrere Versuche diese Band zu portraitieren.
Sicher, die Aufnahmen von 1973 im Film "The Song Remains The Same" zeigen Led Zeppelin fast auf dem Höhepunkt ihres Tourlebens, technisch und inhaltlich gäbe es da aber aus meiner Sicht noch Spielraum.

Umso mehr war ich auf diese Musikdokumentation gespannt in denen die Musiker selbst zu Wort kommen und es außerdem nicht nur um Sex, Drugs und Rock`n Roll geht.
Damit man mich nicht falsch versteht; ich liebe auch die Doku "Exile On Mainstreet" von den Stones, aber die erstmals in Bildern gezeigte Led Zeppelin Geschichte ist anders...

Der Film beginnt mit den einprägsamen Bildern des Luftschiffes "Hindenburg", über die Bedrohung durch den "Blitz" in England, das Nachkriegsgroßbritannien in denen die Musiker in vollkommen unterschiedlichen Millieus aufwuchsen und spannt den Bogen von Schulbands und Kirchenchor über Skiffle hin zum Rock`n Roll in Amerika...

Es stehen die Lebenswege aller 4 Musiker im Mittelpunkt. Es wird die Geschichte sachlich aber auch sehr humorvoll erzählt, wie aus Sessionmusikern und Vorgängerbands schließlich der bleierne Zeppelin entstand (Zitat eines Musikerkollegen) aus dessen erster Silbe das "a" entfernt wurde...

Neben der guten Musik gibt es auch sehr viele Bilder von Studiotechnik, richtigen "amtlichen" Bandmaschinen und natürlich jede Menge Bühnenequipment.
Manches im Film scheint aus heutiger Sicht auch skurril, aber sei es drum.
Als angenehm empfinde ich auch, daß der Film Anfang der 70er Jahre endet, so wie es der Titel verspricht.

Es gibt meines Wissens zur Zeit keine Fassung mit deutschen Untertiteln, das tut dem Inhalt jedoch keinen Abbruch...

Gruß Jan
Zitieren
#2
Zum "becoming" Ledzep gehört aber die Supergroup Yardbirds aus dessen Nucleus Ledzep erst entstehen konnte.
Heißt : das muss also ein Film über die Yardbirds sein, gell
Zitieren
#3
bei AppleTV gibts den angeblich mit diversen Untertitel-Sprachen u.a. auch in deutsch. Auf die Angaben dort kann man sich aber leider nicht immer verlassen...
(nur zur Info; keine Werbung; bekomme nichts dafür ;-) )

CU
Fred
Teac X2000R schwarz / Erstbesitz aus 1994
Teac X2000R silber
Zitieren
#4
Interessant finde ich auch, daß die Band in den Olympic Studios ihre erste LP produzierte.

Im Gegensatz zu den Abbey Road Studios, welche zuerst auf Telefunken Mehrspurgeräten, später durch Studer Maschinen ersetzt, aufnahmen, verwendete 
Olympic zu dieser Zeit hauptsächlich Ampex-Maschinen.
   
Und wenn man der Doku glauben möchte wurde nicht auf EMI-Tape sondern neben Scotch auch auf 1/2" BASF Bandmaterial produziert.
   

Gruß Jan
Zitieren
#5
Dieses Buch habe ich übrigens gerade gelesen
https://www.medimops.de/brad-tolinski-li...01298.html

Sehr empfehlenswert.
Jimmy Page ist ein absolutes Musikgenie.
Zitieren
#6
Genie ist passend für Bach, Beethoven usw., auch vielleicht noch John Lennon. Jimmy Page ist ein einfallsreicher Könner, aber Genie ist m. E. zu hoch gegriffen. Da gibt es sehr viele, die müssten dann Über-Genies sein.

Dieter
Zitieren
#7
(31.07.2025, 08:04)janbunke schrieb: Dieses Buch habe ich übrigens gerade gelesen
https://www.medimops.de/brad-tolinski-li...01298.html

Sehr empfehlenswert.
Jimmy Page ist ein absolutes Musikgenie.

Danke Jan, das Buch werde ich mir mal besorgen.

Gruß Jan
Zitieren
#8
(29.07.2025, 19:53)Ferrograph schrieb: .............
..... und Vorgängerbands schließlich der bleierne Zeppelin entstand (Zitat eines Musikerkollegen) aus dessen erster Silbe das "a" entfernt wurde...


Gruß Jan

Den Film/ Stream habe ich leider noch nicht gesehen, werde mir wohl aber zum WE mal diesen Stream kaufen.

Zum Thema Luftschiff und Namensgebung hatte ich mich hier vor geraumer Zeit ja auch `mal geäußert.
Nun weis ich nicht, ob es im Film vorkommet, bzw Erwähnung fand,- ich hatte es bei meinen damaligen Recherchen weg gelassen,-
der Name " bleierner Zeppelin " soll (!) angeblich auf eine herablassenden, sarkastische Äußerung Keith Moons ( Drummer The Who)
zurückgehen und sich auf den Musikstil und die Kariere Aussichten der Led Zeppelin beziehen. - Sollte das stimmen, irrte sich Herr Moon wohl  Big Grin

.
.
" Der erste Schluck aus dem Glas der Wissenschaft macht Sie zu einem Atheisten,
aber Gott erwartet Sie am Boden des Glases. "

(Werner Heisenberg)


Meine Recorder wurden gefertigt in: Regensdorf, Löffingen, Hösbach, Frankfurt und Oslo

Gruß
Ralf
Zitieren
#9
(31.07.2025, 08:12)Uhermania schrieb: Genie ist passend für Bach, Beethoven usw., auch vielleicht noch John Lennon. Jimmy Page ist ein einfallsreicher Könner, aber Genie ist m. E. zu hoch gegriffen. Da gibt es sehr viele, die müssten dann Über-Genies sein.

Dieter

Deine Meinung...

Ich sehe das etwas anders.
Nichts gegen John Lennon, ein grandioser Musiker. 
Ich bin auch ein großer Fan von ihm und seiner Musik, aber wieso er diesen Titel tragen darf und Jimmy Page nicht, erschließt sich mir nicht.
Gittarrentechnisch kann (bzw. leider konnte) John Lennon auf keinen Fall mit Jimmy Page mithalten. 
Und wer das von mir empfohlene Buch mal gelesen hat, wird feststellen, daß da noch jede Menge weitere musikalische Qualitäten hinzukommen.
Vieles davon ist leider den meisten Leuten unbekannt.


sieh auch hier:
https://www.rollingstone.com/music/music...234814188/

Mit Google ins Deutsche übersetzt

Lange vor der Gründung von Led Zeppelin hatte Jimmy Page mit seinen Auftritten bei den Yardbirds und seiner Arbeit als Session-Gitarrist in der gesamten Londoner Rockszene bereits einen enormen Einfluss auf die Welt des Rock. Mit Anfang zwanzig war Page der erste Gitarrist, der auf Platten von The Who, den Kinks, Donovan, Marianne Faithfull und anderen mitwirkte. Doch 1968 festigte er seinen Ruf als einer der größten Rockgitarren-Götter aller Zeiten, als er mit Sänger Robert Plant, Bassist John Paul Jones und Schlagzeuger John Bonham eine Band gründete.

Bei Led Zeppelin wurde alles an Page sofort legendär – von seinem bestickten Drachenkostüm bis zu seiner Obsession für das Okkulte –, doch seine feurigen Riffs standen immer im Vordergrund. Man kann „Communication Breakdown“ oder „In the Evening“ nicht hören, ohne sie 72 Stunden lang im Kopf zu haben. „Ein Riff muss ziemlich hypnotisch sein, weil es immer und immer wieder gespielt wird“, sagte er 2012 dem Rolling Stone. Und sein Spiel hat auch seine zarten Momente, wie das atemberaubende Fingerpicking bei „Going to California“ oder das Intro zu „Stairway to Heaven“. „Er hatte diese Vision, die Stereotypen darüber, was die Gitarre leisten kann, zu überwinden“, sagte Joe Perry von Aerosmith. „Wenn man der Gitarre bei ‚The Song Remains the Same‘ von Anfang bis Ende folgt, entwickelt sie sich durch so viele verschiedene Veränderungen – lauter, leiser, sanfter, wieder lauter. Er schrieb die Songs, spielte sie, produzierte sie – mir fällt kein anderer Gitarrist seit Les Paul ein, der das von sich behaupten kann.“ – A.M.


Gruß, Jan
Zitieren
#10
Meiner Meinung nach kann man John Lennon nicht mit Jimmy Page und Jimmy Page nicht mit John Lennon vergleichen.
Lennons großer Schwerpunkt war die Poesie und der Inhalt seiner Texte, Page's Fokus liegt meiner Meinung nach auf der Poesie in der Musik...

Viele Grüße; Jan
Zitieren
#11
(31.07.2025, 11:39)Ferrograph schrieb: Meiner Meinung nach kann man John Lennon nicht mit Jimmy Page und Jimmy Page nicht mit John Lennon vergleichen.
Lennons großer Schwerpunkt war die Poesie und der Inhalt seiner Texte, Page's Fokus liegt meiner Meinung nach auf der Poesie in der Musik...

Viele Grüße; Jan

Sehr schön ausgedrückt

Ich erweitere meine Feststellung

"Jimmy Page ist und John Lennon war ein absolutes Musikgenie!" Smile
Zitieren
#12
Na, ja "Genie" ist ein mehr als dehnbarer Begriff der stark von pers. Vorlieben und Sozialisation abhängt.
- oder volkstümlich ausgedrückt,- es kommt darauf an, wen man fragt.
Fragt man Personen aus dem Klassik Bereich kommt mit Sicherheit nicht Page, Lennon oder Hendrix an erster
Stelle, die gelten zum Teil eher als Radaubrüder,- ich kenne z.B. einige Dozenten von der hiesigen (Musik) FH die
mir zum Thema "Musik" derartiges antworteten...

"Googlelt" man nach den "besten Rock Gitarristen" kommt eigentlich immer Hendrix auf Platz 1, echte Könner an der Klampfe
aber wie z.B. Rory Gallagher kommen in den s.g. "Top 10 " gar nicht vor... na, ja- das kann man auch ganz anders sehen.

J. Page ist zweifelsohne, auch technisch, einer der Besten, Lennon, was reine Technik angeht, kommt der Mann als Gitarrist nicht
über das Können eines guten Keller Musikers hinaus,- Intellektuell, künstlerisch ist/war John Lennon einer wohl innovativsten überhaupt.

,- "Genie"  ist eben ein relativer Begriff

.
.
" Der erste Schluck aus dem Glas der Wissenschaft macht Sie zu einem Atheisten,
aber Gott erwartet Sie am Boden des Glases. "

(Werner Heisenberg)


Meine Recorder wurden gefertigt in: Regensdorf, Löffingen, Hösbach, Frankfurt und Oslo

Gruß
Ralf
Zitieren
#13
Dass Gallagher nicht ganz oben gelistet wird, ist ein Skandal! Big Grin

Einer meiner absoluten Lieblingsmusiker. Leider viel zu früh verstorben.
"Irish Tour '74" ist für mich die beste Platte von Gallagher. Die hab ich bestimmt schon 1000mal gehört und werde es immer wieder tun.

Gruß, Jan
Zitieren
#14
(31.07.2025, 13:18)R@lly schrieb: ..., die gelten zum Teil eher als Radaubrüder,- ...

Tja, "Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden" wusste schon Wilhelm Busch zu sagen. Viele erinnern sich sicher noch der musikalischen Querelen im Elternhaus: "Stell endlich diesen Krach ab, wir sin hier nich bei de Hottentotten!" Das bekam ich in dieser oder abgewandelter Form öfters mal zu hören. Na ja, wenn ich so manche "Musik" von heute höre, gehts mir ähnlich wie seinerzeit meinem Vater vor 50+ Jahren...

Gruß Holger
Zitieren
#15
Wenn wir schon bei Jimmy Page sind, gibt es auch ein paar Verbindungen zum Thema Tonbandgeräte.

Neben diversen A77, die immer einmal auf Fotos in seinen Domizilen auftauchen, hatte er sich später auch professionell mit 
einer Studer A80 8-Spur in seinem privaten Studio ausgerüstet.
   
Aber auch eine einfache TEAC 3340 nutzte er in seinem Heimstudio.
   

Gruß Jan
Zitieren
#16
@Jan: Bei Gallgher gehe ich sogar mit. Zwar auch nicht als Genie, aber auf jeden Fall sehr gut. Zumindest was das "Feeling" anbelangt, und außerdem ist er ja ganz stark dem Folkloristischen verbunden gewesen.
Die Übersetzung vom Rollingstone, na ja, da steht auch viel Übertreibung drin:

Beispielweise: ... das atemberaubende Fingerpicking bei „Going to California“ oder das Intro zu „Stairway to Heaven“ -- zu Stairway to Heaven: Jeder fortgeschrittene Hobby-Gitarrist kann das, ich bin selbst Gitarrist, das ist nichts, was ich als atemberaubend nennen würde. Ich würde sogar so weit gehen, dass das Stück lediglich bis zum Anfang seines Gitarrensolos gut ist, danach nur noch mittelmäßig. Dann z. B. "Black Dog": Riff ist sehr gut, aber wenn es dann zur Dominanten geht, verheddert sich Page gewaltig im Metrum. Das könnte sogar ich besser hinkriegen (und ich bin kein Genie!). "Whole Lotta Love": Der Gitarreneinsatz ist hier richtig gut und ausdrucksstark gelungen. Led Zeppelin besteht natürlich auch aus Robert Plant. Das ist jetzt wirklich nur Geschmackssache: Mir fällt die Stimme auf die Nerven, wenn ich viele Stücke höre. 

Der Rollingstone erwähnt auch noch "Kinks": Wenn da Soli gemeint sind von z. B. "You really got me" oder dergleichen, dann liegt die Zeitschrift hier falsch: Das hat Page sogar selbst dementiert mit den Worten ungefähr wie "das konnte Dave Davies schon selbst erledigen". Ist halt ein Beispiel, wie stark sich Gerüchte halten.

Bei der Beurteilung, ob der Musiker genial ist, sind ja verschiedene Aspekte relevant, denke ich. Reduziert auf Gitarren-Virtuosität, da spielt Page sicher nicht in der obersten Liga mit -- auch wenn das der Rollingstone vehement behauptet. Bei den Kompositionen ist er sicher besser.

Dieter
Zitieren
#17
Das Besondere an Jimmy Page ist wohl, dass er nicht nur ein astreiner Rock-Gitarrist ist, das sind andere auch, sondern wie kein zweiter auch die Technik zwischen Gitarre und fertigem Musikprodukt perfekt beherrscht und es versteht,  innovative Ideen genau dort einzubringen. 

Ein toller Kerl !


Frankie
Hau wech, den Schiet - aber sech mir, wohin


Zitieren
#18
Unabhängig ob jmd. ein musikalisches "Genie" ist oder so genannt werden darf, ist es für mich nicht entscheidend, ob man "es" einfach Nachspielen kann oder nicht, sondern das derjenige es halt als erster so und nicht anders gemacht hat .....
Hinzu kommt, das jmd. der Noten perfekt technisch nachspielen kann, nicht immer die Zuhörer auch emotional begeistern kann.

In der komponierten Musik können viele Hunderte die Noten technisch perfekt spielen, aber nur wenige treffen dann den "richtigen" Ton und sind dann "gefeierte" Stars.

Grüße

Frank
A77 MKIV 1/2-Spur, B77 MKII 1/4-Spur, PR99 1/2-Spur CCIR, B710-MKII, AKAI-GX 265D 1/4-Spur-AR
Zitieren
#19
So sehe ich das auch, Frank @dilbert, 
zu dieser Zeit war das Gitarrenspiel innovativ, künstlerisch, einzigartig. 
Heute kann jeder Studiomusiker vermutlich alles besser, dank Fingertraining usw., die spielen jeden Kram vom Blatt ohne Probleme. Aber 1970 war halt vieles neu, was heute eben normal ist. 
Eine Einordnung, welcher Gitarrero wie virtuos war, möchte ich mir gar nicht anmaßen. Es gibt aber auch neben Les Paul noch einige, die mir sehr gut gefallen. Jimi Hendrix gehört nicht dazu, weil ich seine Musik nicht sonderlich mag, aber ich mag ihm nix absprechen. Ich werfe hier mal den Eric Clapton in den Ring, Albert Lee beeindruckt durch sein schnelles, sauberes Spiel (also mich zumindest), Tommy Emmanuel hat sich vom "Strat-Gitarristen" zum absoluten Entertainer entwickelt, ich durfte ihn schon in der Tonhalle sehen. Ich mag auch den Ex Stray Cats Gitarristen Brian Setzer. 
Streng genommen hat Eric Clapton mit seinen Crossroads-Festivals einen Haufen begnadeter Musiker, nicht nur Gitarristen, bekannt gemacht. Das solltet Ihr Euch vielleicht mal anschauen. Ich find´s gut  Smile
LG
Mike
Zitieren
#20
Led Zeppelin bestand aus vier Musikern, trotzdem fokussieren sich die meisten Diskussionen auf Jimmy Page.
Das Angenehme an der Doku "Becoming L.Z." ist, daß hier alle zu Wort kommen und ihr Einfluß auf die Gruppe gezeigt wird.
Natürlich wird niemand bestreiten, daß Page die treibende Kraft zur Formung und Stilbildung war.
Trotzdem kann nur das Zusammenspiel dieser vier Musiker die Wirkung von L.Z. beschreiben....
Über die rühmliche oder unrühmliche Rolle ihres Managers Peter Grant wird in der Doku wenig gesprochen.

Gruß Jan
Zitieren
#21
Moin Gemeinde,

ich bin ja ebenfalls bekennender Anhänger der frühen Werke von L.Z. und höre sie noch heute gelegentlich. Aber eben auch nur bis "Houses of the holy". Danach wird es für mich etwas "verquast". Nichts gegen cross over music aber irgendwie muss das Produkt am Ende dann auch stimmig sein. Das war den letzten Werken von L.Z. bis zur ersten Trennung nach dem Tod von Bonham m.E. nach nicht gelungen. Danach folgte für mich eigentlich auch nur noch "Aufguss" und "Gemurkse".  Insofern stimmt die frühe Lästerung von Keith Moon durchaus: er soll gesagt haben, die von Page nach dem Ende der Yardbirds geplante Supergroup (...nach Page's Idee unter Mitwirkung von Entwhistle, Moon, Beck, Plant und ihm selbst) würde vom Himmel stürzen, wie ein bleierner Ballon. Ich denke, das Zusammenwirken solcher starken Egos hätte durchaus zu dem geführt, was Moon prophezeite. Und schaut man sich die "Vita" von L.Z. an, ist ja an dem zumindest musikalischen Abstieg der Band was dran. Meiner Ansicht jedenfalls...

Das Alles ändert für mich aber nichts daran, dass mir die ersten 5 Werke von L.Z. sehr gut gefallen, weil sie in mir eine "Saite zum klingen bringen".

Mit dem Begriff "Genie" würde ich etwas sparsamer umgehen. Genie kommt nicht umsonst von Genius, setzt also voraus, dass jemand etwas auf geistiger Ebene erschafft und dieses umsetzt. Sicher war Page damals ein sehr brillianter Techniker was ihm ja schon in sehr jungen Jahren einen guten Ruf als Sessionmusiker einbrachte. Aber waren seine späteren eigenen kompositorischen Ideen, die er umsetzte, wirklich neu? Okkulte Einflüsse wurden auch von anderen Bands zu der Zeit schon eingebaut. Auch ausgefallene Bühnenpräsenz in Punkto Bekleidung waren zu der Zeit nicht unbedingt neu. Wie gesagt: L.Z. war eine gute, mitreissende und durchaus vielseitige Rockband. Aber nach dem kometenhaften Aufstieg folgte nach meiner Ansicht eine (verglichen mit anderen Bands der 70er) recht schnelle, unsanfte Landung. Meinte das Keith Moon, als er dereinst lästerte?

Thema "die Bestenliste der Gitarristen". Auch da sehe ich andere als Jimmy Page weiter vorne. Genau wie David Gilmore, der meines Geschmackes nach auch überbewertet wird - zumindest in technischer Hinsicht. Auch bei einem Eric Clapton hatte man bisweilen den Eindruck, dass er zum Ende der 70er Jahre schlichtweg das Gitarrespielen aufgehört hat. Zumindest auf vielen Studioaufnahmen liess er die Virtuosität aus den Tagen mit Blind Faith, Cream oder Derek and the Dominos vermissen. Aber danach hat er wohl auch seinen Spielstil geändert (Nickname "Slowhand"). Dass er durchaus anders kann, zeigte er aber immer wieder mal (z.B. auf "Riding with the King" oder "Reptile"). 
Deshalb steht er für mich - auch wie Page - nicht ganz oben auf dem Treppchen.
Aber Popularität schafft eben auch Einfluß - insofern gebührt Page natürlich auch ein hohes Ranking in der Ahnengalerie.

Soweit meine Ansicht - die man natürlich nicht teilen muß.

Gruß
Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
Zitieren
#22
@ Peter - Ich stimme Dir da in vielen Belangen zu. Die "Spätwerke" der L.Z. empfinde ich auch als eher "hätte man auch lassen können"
Für mich pers. war der künstlerische Höhepunkt der L.Z. mit dem Live Doppelalbum " The Song Remains the Same " erreicht.
Sound und auch Covergestaltung mit dem (wie nennt man das?) eingeklebten Booklet war einfach gut.
Obwohl Vergleiche hier hinken, habe ich dieses Album mit einer LP  einer anderen Rockband aus der Zeit verglichen
Deep Purple`s  " Made in Japan " - Diese beiden Rock Live Doppelalben gehören für mich zum Besten was der Live Rock hervorgebracht hat.

.
.
" Der erste Schluck aus dem Glas der Wissenschaft macht Sie zu einem Atheisten,
aber Gott erwartet Sie am Boden des Glases. "

(Werner Heisenberg)


Meine Recorder wurden gefertigt in: Regensdorf, Löffingen, Hösbach, Frankfurt und Oslo

Gruß
Ralf
Zitieren
#23
(02.08.2025, 11:29)R@lly schrieb: Deep Purple`s  " Made in Japan " - Diese beiden Rock Live Doppelalben gehören für mich zum Besten was der Live Rock hervorgebracht hat.


Wahre Worte. "Made In Japan", oft kopiert und nie erreicht. Vor allem sollte man sich auch immer vor Augen halten, mit welchem Equipment Martin Birch diese Aufnahmen anfertigte. Heute haben die meisten von uns wahrscheinlich bessere Gerätschaften zu Verfügung.

Damals war noch nichts digital. Ich glaube das Wort gab es zu dieser Zeit noch gar nicht.

Ihr wisst ja, jeder Raumsonde die das Sonnensystem verlässt, sollte man eine Kopie beilegen. Dann könnten etwaige Außerirdische zumindest ergründen was die best mögliche Musik auf dem Planeten Erde ist  Wink

"Child In Time" oder "Strange Kind Of Woman" zu topen, das wird schwierig.
Viele Grüße
Michael
Zitieren
#24
(02.08.2025, 11:29)R@lly schrieb: ...
Diese beiden Rock Live Doppelalben gehören für mich zum Besten was der Live Rock hervorgebracht hat.
...
Humble Pie - Rockin' the Fillmore...
Oder ausführlicher hier...
Und natürlich: Colosseum Live...1971, 1994, 20052014, 2025... (Chris Farlowe ist Baujahr 1940....)
VG Jürgen
Zitieren
#25
(16.09.2025, 07:00)JUM schrieb:
(02.08.2025, 11:29)R@lly schrieb: ...
Diese beiden Rock Live Doppelalben gehören für mich zum Besten was der Live Rock hervorgebracht hat.
...
Humble Pie - Rockin' the Fillmore...
Oder ausführlicher hier...
Und natürlich: Colosseum Live...1971, 1994, 20052014, 2025... (Chris Farlowe ist Baujahr 1940....)
VG Jürgen

Emerson, Lake & Palmer: "Pictures At An Exhibition"
Emerson, Lake & Palmer: "Welcome Back My Friends, To The Show That Never Ends..."
U.F.O.: "Strangers In The Night"
The Kinks: "One For The Road"
Saxon: "The Eagle Has Landed"
Rush: "Exit Stage Left"
Black Sabbath: "Live Evil"
Level 42: "A Physical Presence"

...und so weiter...

Bis denni!
Wolfgang
Zitieren
#26
Über Geschmack lässt sich trefflich streiten.

Nun, für meinen bescheidenen Geschmack kommt nicht eines dieser Alben an "Made in Japan" heran. Damit stehe ich nicht alleine, auf die Gefahr hin jetzt geteert und gefedert zu werden.
Viele Grüße
Michael
Zitieren
#27
Es ist doch mühsam, daß beste (Live-) Album zu küren, aber "Made in Japan" als das beste, halte ich doch für gewagt ...

Das beste Live-Album of all times dürfte nach einschlägiger Meinung "Live at Leeds" von den The Who sein. Berühmte, nahmhafte Kritiker aus den USA und GB waren voll des Lobes für das Album. Dazu aus der englischsprachigen Wikipedia:
Zitat:"Live at Leeds has been cited as the best live rock recording of all time by The Daily Telegraph, The Independent, the BBC, Q magazine, and Rolling Stone. In 2003, it was ranked number 170 on Rolling Stone's list of the 500 greatest albums of all time, maintaining the rating in a 2012 revised list, and dropping to number in 2020. A Rolling Stone readers' poll in 2012 ranked it the best live album of all time (In dieser Abstimmung kam Made in Japan auf Platz 6). It was ranked number 356 in Colin Larkin's All Time Top 1000 Albums." wikipedia

Ich persönlich schätze dieses Album sehr. Allerdings mag ich "Rockin' the Fillmore" von Humble Pie ebenfalls gerne. Die Band war außerdem die erste, die ich jemals live gesehen habe im Sommer 1974 in der Düsseldorfer Philipshalle. Außerdem war es das erste Album, was ich auf meinem ersten 26er Band auf meiner Revox A77 aufgenommen habe (1975), gefolgt von "Made in Japan". Allein deshalb haben diese beiden Alben eine besondere Bedeutung für mich. 

Tatsächlich könnte ich nicht sagen, welches der drei Alben für mich das beste ist. Reminiszenzen, Stimmung und meine intellektuelle Verfaßtheit - also kurz wie-bin-ich-drauf bestimmen zu unterschiedlchen Zeiten, was das beste ist ... und das gilt wohl für jeden hier in der Runde.

Led Zeppelin mag ich tatsächlich sehr. Habe den Film gesehen (netflix) und war ganz angetan, aber an ein gutes Live-Album kann ich mich nicht erinnern.
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut
Zitieren
#28
Für mich (!) unangefochten auf Platz 1: SANTANA „Lotus“ (3fach Album - 1973 live in Japan). Musikalisch sowieso aber auch aufnahmetechnisch und was die Covergestaltung anbelangt, ein Meilenstein. Danach DEEP PURPLE „Made in Japan“ und auf Platz 3 folgt YES „Yessongs“ (3fach Album - 1973). Letzteres aber mit eher bescheidenem Sound.

Gruß Micha
Zitieren
#29
Wow, da kennt jemand Lotus! Ein wirklich geniales Album!
Santana mal richtig funky.
Völlig abgefahren ist zum Beispiel die ganz andere Interpretation von Samba pa ti.

Ich besitze die originale 3-fach LP mit den bunten Postern. 
Die Platte habe ich von meinem lieben Vater geerbt.
So wie auch das weitere sehr gute Live Album Moonflower. (Fast alle anderen Platten von Santana nenne ich ebenfalls mein Eigen)
Mein Vater war von 1929 und hatte eine sehr progressive Plattensammlung.
Santana, Pink Floyd, Led Zeppelin, Deep Purple, Wishbone Ash, Eric Clapton und solche Sachen.
Nix olle Marschmusik oder Schlager, also so'n Zeug's was bei den meisten anderen Eltern Zuhause rumstand.
Außerdem besaß mein Vater bereits Ende der 60er-Jahre eine für damalige Zeiten ziemlich exclusive Anlage.
(Braun CSV 500, Braun L710, Braun CE 250, Braun PS 400, Uher Royal de Luxe, Uher CR124 (kam etwas später dazu))
Das war damals alles mehr als ungewöhnlich. Darauf war ich früher mächtig stolz und konnte prima damit angeben. Wink


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
       
Zitieren
#30
Die Santana hab`ich auch, nicht schlecht
Die hier erwähnte "Live at Leeds" von "The Who" klar , eine der Besten, zumindest "lautesten" :-)

Auch wirklich gut, Live Doppelalbum von Jane, "Live at home " 1974, Hannover

.
.
" Der erste Schluck aus dem Glas der Wissenschaft macht Sie zu einem Atheisten,
aber Gott erwartet Sie am Boden des Glases. "

(Werner Heisenberg)


Meine Recorder wurden gefertigt in: Regensdorf, Löffingen, Hösbach, Frankfurt und Oslo

Gruß
Ralf
Zitieren
#31
"Out in the Rain" von Jane, damals der ultimative Fetenschwoofsound.
Das waren die Partys, wo man später zum Knutschen auf den überall verteilten Matratzen herumlag und möglichst wenig Licht brennen durfte. Tongue
Wat war dat schön!

Klar besitze ich die Platte ebenfalls.
Zitieren
#32
Das Schöne ist, dass sich beim Anhören der entsprechenden Platten oder Tonbänder diese wunderbaren Erinnerungen sofort wieder einstellen.

Die alten Zeiten kommen nicht zurück, aber so bleiben sie lebendig   Heart

Mir passiert das, um auf LZ zurückzukommen, bei THANK YOU  oder STAIRWAY....

Frankie
Hau wech, den Schiet - aber sech mir, wohin


Zitieren
#33
Led Zeppelin II
Ein Muss!
Led Zeppelin IV mit Stairway to Heaven besitze ich leider nur auf CD


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
Zitieren
#34
Die LZ IV habe ich als LP, aber meiner Meinung nach die beste Fassung der LZ von
"Stairway to Heaven" ist auf der "The song remains the same " ( Live Doppelalbum )

Das ist wirklich das schöne an den alten Scheiben, auch wenn`s etwas knistert und rauscht- z.T. aus der Zeit
mit vielen schönen Erinnerungen,- allein die Platten in der Hand zu haben...-
das kann kein noch "so guter" Stream ersetzen.

.
.
" Der erste Schluck aus dem Glas der Wissenschaft macht Sie zu einem Atheisten,
aber Gott erwartet Sie am Boden des Glases. "

(Werner Heisenberg)


Meine Recorder wurden gefertigt in: Regensdorf, Löffingen, Hösbach, Frankfurt und Oslo

Gruß
Ralf
Zitieren
#35
(18.09.2025, 18:27)R@lly schrieb: aber meiner Meinung nach die beste Fassung der LZ von
"Stairway to Heaven" ist auf der "The song remains the same " ( Live Doppelalbum )

Ja, da liegst du nicht unbedingt falsch. 
Natürlich ist diese Scheibe ebenfalls in meiner Sammlung. (als CD)
Das Trommelsolo von John Bonham bei Moby Dick ist allerdings auch ein echter Knaller.
Weitere LED Zeppelin Lieblingsstücke von mir sind "When the levee breaks" und "Kashmir"
Zitieren
#36
Leider (oder zum Glück?) war ich für den Besuch der LZ Konzerte immer noch ein paar Jährchen zu jung und bin auch im dafür falschen Teil Deutschlands aufgewachsen...
Ich finde , daß die Live Aufführungen von LZ beginnend nach 1974 zunehmend monotoner wurden zumindest nach vorliegenden YT Material.
Im Studio waren sie immer noch gut , aber das Tourleben und die Drogen forderten ihren Tribut.
Neben den schon erwähnten Live Doppelalbum "The Song Remains the Same" gefällt mir das 1970er Konzert in der Albert Hall sehr gut.

Gruß Jan
Zitieren
#37
(18.09.2025, 13:09)janbunke schrieb: Wow, da kennt jemand Lotus! Ein wirklich geniales Album!
Santana mal richtig funky.
Völlig abgefahren ist zum Beispiel die ganz andere Interpretation von Samba pa ti.

Ich besitze die originale 3-fach LP mit den bunten Postern. 
Die Platte habe ich von meinem lieben Vater geerbt.
So wie auch das weitere sehr gute Live Album Moonflower. (Fast alle anderen Platten von Santana nenne ich ebenfalls mein Eigen)

Dto. Jan,

danke auch für die Einstellung des auf dem Fußboden ausgebreiteten Covers. So habe ich das auch gemacht, auf einen Tisch passte das ja nicht, und damit angegeben. Die Oma meiner damaligen Freundin (und jetzigen Frau) hat das Album 1974 für mich von West-Berlin in die DDR geschmuggelt. Rentner durften ja "rüber" fahren.

Ein Tipp für die Fans dieses Albums: 2017 erschien in Japan eine 3-fach SACD (Hybrid, also auch auf normalem CD-Player abspielbar), die um die Titel der Japan-Konzerte ergänzt wurde, die es damals nicht auf das 3-fach Vinyl geschafft haben. Da sind weitere Leckerbissen dabei und das ist m. E. nun wirklich nicht mehr zu toppen: https://www.discogs.com/de/release/10040...tana-Lotus-

Sorry für dieses (weitere) OT Im Led Zeppelin-Faden.

Gruß Micha
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 2 Gast/Gäste