28.07.2025, 14:30
Hallo,
ich habe nun endlich einen funktionierenden AIWA HS P08. Das Gerät ist nicht einfach zu reparieren. Das Blöde ist um an die Mechanik zu kommen muss man immer erst das PCB entfernen. Man kann also nie direkt testen, ob alles gut ist. Das Problem daran ist, dass an 3 Seiten noch kleinere Boards an das PCB gehen. Deshalb muss man immer Alles ablöten. Das macht man maximal 2 oder 3 mal und irgendwann ist dann was im Eimer. Das Plastik-Flachband Kabel vom Tonkopf kommt dann noch dazu. Wenn man es ablötet läuft man Gefahr dass man es dabei schon zerstört, wenn man das Board einfach nur weg klappt und es dran lässt, bricht es aber auch totsicher, dummerweise sieht man das aber nicht.
Naja, das ist jetzt schon mal Alles gelungen. Alle Funktionen laufen und nach dem Schmieren der Mechanik, dem Entfernen der Klebrigen Gummireste des Original Riemens und dem Glatt schleifen der Laufflächen kommt das Gerät sogar auf seine (nicht besonders guten) Specs. Der Gleichlauf ist schon echt grenzwertig und zwischen FWD und REV Richtung habe ich 2% Geschwindigkeitsabweichung der auch noch variiert, je nachdem wo der Wickel grad steht. Das sind an die 50 Hz Unterschied zwischen A und B Seite. Erstaunlicherweise fällt es aber weniger auf, als man denken mag. Ich habs so eingestellt, dass er entweder 1% zu langsam oder 1% zu schnell läuft, je nachdem in welche Richtung er grad spielt. Neue Andruckrollen bräuchte ich noch. der Azimut ist nicht so ganz stabil, wenn er in Bewegung ist.
Der HS P08 ist ein historisch sehr interessantes Gerät und rein optisch meiner Ansicht nach vermutlich eines der schönsten tragbaren Cassettengeräte überhaupt oder vielleicht sogar der Schönste. Optisch hat es mir dieses AIWA Lineup echt angetan. Danach sind die Geräte dann langweilig geworden. Auch die kleineren Geschwister HS P05 MK II und HS P07 und HS P70 gefallen mir sehr gut. Das Besondere am HS P08 ist, dass es das erste Gerät in der Größe war, das eine Mikroprozessorsteuerung hatte und auch eine Fernbedienung. Dabei hat es Alle Komfortfunktionen. Autoreverse, Auto Replay in FWD Richtung (Also Ruckspulen und dann automatisches Abspielen, wenn man den Befehl gibt, ohne dass man noch mal was drücken muss) und Pausensuchlauf. Dazu Dolby B. Der Gleichlauf kommt auf leider nicht so gute 0,2 bis 0,3% nach WRMS. Das Anti Rolling ist ok, auf jeden Fall besser als bei den meisten neueren Flachmännern mit Winzlings Capstanen.
Damit das Gerät so kompakt ist, wird es - wie alle AIWA Geräte aus der Serie mit untypischen AAA Batterien betrieben. Das hat - wie ich leider fest stellen muss seinen Preis auf Kosten der Klangqualität, denn die angegeben 40 Hz schafft es untenrum nur bedingt. Je leerer nämlich die Batterien gehen umso weniger Bass ist übrig und ich habe den Eindruck, dass Dolby auch noch mal 5 Hz oder so einfordert. Bei den DDs reicht es die Elkos am Kopfhörerausgang durch höhere Werte zu ersetzen. Das hab ich hier beim AIWA auch gemacht, aber es bringt keine Verbesserung, denn scheinbar hat er einige Bypässe, die sicherlich auch bedacht sind.
Die Mikroprozessorsteuerung muss ja auch bei sinkender Spannung noch zuverlässig arbeiten und bevor das Gerät so leer ist, dass es nicht mehr genug Kraft aufwänden kann die Cassette in Ausgangsposition zu bringen und die Mechanik nicht in der Mitte hängen bleibt und möglicherweise das Band beschädigt
Batterietechnisch hat sich ja aber Einiges getan. Ich muss mir keine Sorgen über schlechte Zink Kohle oder NiCd Akkus mehr machen.
Meine DDs von Sony hab ich Alle aufgebohrt. Die gehen kerzengerade auf 20 Hz runter und ab dem DD II sind sie eigentlich auch auf 40 Hz begrenzt. Mit den Kondensator Kits von Marian Mihok kann man das aber aushebeln und dann hat man das volle Fundament, wie aus einem HiFi Cassettendeck.
Da ich schaltungstechnisch nicht so bewandert bin frag ich mich nun wo beim AIWA die Flaschenhälse sitzen und ob man die Schaltung im Pre Amp/Dolby Kreis mit höheren Kondensator Werten irgendwie aufbohren kann.
Das Service Manual befindet sich hier:
https://elektrotanya.com/aiwa_hs-p08_hs-...nload.html
Der Plan ist auf PDF Seite 4, auf dem Blatt selbst steht 6 als Seitenzahl.
Vielen Dank für eure Anregungen.
LG Tobi
ich habe nun endlich einen funktionierenden AIWA HS P08. Das Gerät ist nicht einfach zu reparieren. Das Blöde ist um an die Mechanik zu kommen muss man immer erst das PCB entfernen. Man kann also nie direkt testen, ob alles gut ist. Das Problem daran ist, dass an 3 Seiten noch kleinere Boards an das PCB gehen. Deshalb muss man immer Alles ablöten. Das macht man maximal 2 oder 3 mal und irgendwann ist dann was im Eimer. Das Plastik-Flachband Kabel vom Tonkopf kommt dann noch dazu. Wenn man es ablötet läuft man Gefahr dass man es dabei schon zerstört, wenn man das Board einfach nur weg klappt und es dran lässt, bricht es aber auch totsicher, dummerweise sieht man das aber nicht.
Naja, das ist jetzt schon mal Alles gelungen. Alle Funktionen laufen und nach dem Schmieren der Mechanik, dem Entfernen der Klebrigen Gummireste des Original Riemens und dem Glatt schleifen der Laufflächen kommt das Gerät sogar auf seine (nicht besonders guten) Specs. Der Gleichlauf ist schon echt grenzwertig und zwischen FWD und REV Richtung habe ich 2% Geschwindigkeitsabweichung der auch noch variiert, je nachdem wo der Wickel grad steht. Das sind an die 50 Hz Unterschied zwischen A und B Seite. Erstaunlicherweise fällt es aber weniger auf, als man denken mag. Ich habs so eingestellt, dass er entweder 1% zu langsam oder 1% zu schnell läuft, je nachdem in welche Richtung er grad spielt. Neue Andruckrollen bräuchte ich noch. der Azimut ist nicht so ganz stabil, wenn er in Bewegung ist.
Der HS P08 ist ein historisch sehr interessantes Gerät und rein optisch meiner Ansicht nach vermutlich eines der schönsten tragbaren Cassettengeräte überhaupt oder vielleicht sogar der Schönste. Optisch hat es mir dieses AIWA Lineup echt angetan. Danach sind die Geräte dann langweilig geworden. Auch die kleineren Geschwister HS P05 MK II und HS P07 und HS P70 gefallen mir sehr gut. Das Besondere am HS P08 ist, dass es das erste Gerät in der Größe war, das eine Mikroprozessorsteuerung hatte und auch eine Fernbedienung. Dabei hat es Alle Komfortfunktionen. Autoreverse, Auto Replay in FWD Richtung (Also Ruckspulen und dann automatisches Abspielen, wenn man den Befehl gibt, ohne dass man noch mal was drücken muss) und Pausensuchlauf. Dazu Dolby B. Der Gleichlauf kommt auf leider nicht so gute 0,2 bis 0,3% nach WRMS. Das Anti Rolling ist ok, auf jeden Fall besser als bei den meisten neueren Flachmännern mit Winzlings Capstanen.
Damit das Gerät so kompakt ist, wird es - wie alle AIWA Geräte aus der Serie mit untypischen AAA Batterien betrieben. Das hat - wie ich leider fest stellen muss seinen Preis auf Kosten der Klangqualität, denn die angegeben 40 Hz schafft es untenrum nur bedingt. Je leerer nämlich die Batterien gehen umso weniger Bass ist übrig und ich habe den Eindruck, dass Dolby auch noch mal 5 Hz oder so einfordert. Bei den DDs reicht es die Elkos am Kopfhörerausgang durch höhere Werte zu ersetzen. Das hab ich hier beim AIWA auch gemacht, aber es bringt keine Verbesserung, denn scheinbar hat er einige Bypässe, die sicherlich auch bedacht sind.
Die Mikroprozessorsteuerung muss ja auch bei sinkender Spannung noch zuverlässig arbeiten und bevor das Gerät so leer ist, dass es nicht mehr genug Kraft aufwänden kann die Cassette in Ausgangsposition zu bringen und die Mechanik nicht in der Mitte hängen bleibt und möglicherweise das Band beschädigt
Batterietechnisch hat sich ja aber Einiges getan. Ich muss mir keine Sorgen über schlechte Zink Kohle oder NiCd Akkus mehr machen.
Meine DDs von Sony hab ich Alle aufgebohrt. Die gehen kerzengerade auf 20 Hz runter und ab dem DD II sind sie eigentlich auch auf 40 Hz begrenzt. Mit den Kondensator Kits von Marian Mihok kann man das aber aushebeln und dann hat man das volle Fundament, wie aus einem HiFi Cassettendeck.
Da ich schaltungstechnisch nicht so bewandert bin frag ich mich nun wo beim AIWA die Flaschenhälse sitzen und ob man die Schaltung im Pre Amp/Dolby Kreis mit höheren Kondensator Werten irgendwie aufbohren kann.
Das Service Manual befindet sich hier:
https://elektrotanya.com/aiwa_hs-p08_hs-...nload.html
Der Plan ist auf PDF Seite 4, auf dem Blatt selbst steht 6 als Seitenzahl.
Vielen Dank für eure Anregungen.
LG Tobi

