Nakamichi 480Z
#1
Thumbs Up 
Hallo Forumskollegen,

das Tonband und Cassettenfieber hat wieder zugeschlagen, und ich habe mir ein Nakamichi 480Z erstanden.
Da ich ein 482 ohne Z habe, ist das quasi als eiserne Reserve für mein Laufwerk, da hier das gute "Classic Doppel Capstan Laufwerk" verbaut ist.
Mein Wunsch ist hier noch nicht voll erfüllt, da ich eigentlich 3 Kopfdecks mit Dolby C bevorzuge.

   

Jetzt habe ich von Nakamichi ein 3 Kopf ohne Dolby C und ein 2 Kopf mit Dolby C. Confused
Aber ich hab ja noch die Revoxe, kann ja das 480Z hauptsächlich zum Abspielen nehmen.

Das 480Z kam sehr gut verpackt aus Deutschland an, und ist mechanisch in einem sehr guten Zustand. Wurde sicher schon einmal generalüberholt.
Am an dieser Serie immer gebrochenen Halterung für den Eject Bowdenzug wurde ein Blechwinkel angeschraubt:

   

Die orange caps wurden allerdings noch nicht getauscht, weshalb das Dolby C nicht so richtig funktionierte.
Das habe ich dann gleich erledigt, aber der Fehler blieb leider:

   

Ich hatte 2 Stk. 1,8 nF zwischen Dolby IC und A/W Schalter übersehen, und genau da lag der Fehler, hat wirklich zeitweise messtechnisch schon die Gleichspannung durchgelassen.
Meine Ersatzkondensatoren aus meinem Fundus sehen etwas eigenartig aus, die haben keine Drahtanschlüsse, sondern so Blechdinger:

   

Komischerweise sind die Kondensatoren C119 und C219 an der Layoutstelle R126 und 226 eingebaut. Gab einige Änderungen an diesem Gerät.

Leider haben die µA7300 von einem Kanal von der "falschen" Gleichspannung auch schon etwas gelitten, aber die hatte ich noch da.
Jetzt läuft das Ding zur vollsten Zufriedenheit!

Liebe Grüße
Norbert
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#2
klasse, wenn man sowas selbst hinbekommt und zudem auch weiß, wie man wo klären kann/muß, wo der Fehler liegt
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#3
Obwohl ich die Gleichspannung mit dem Oszi an den Pins von einem Dolby IC ab und zu springen gesehen habe, hat das in diesem Fall wirklich etwas länger gedauert.
Ich dachte, ich hätte alle orange caps getauscht, aber 2 haben sich zwischen den Elkos, die auch orange sind, und unter den Kabeln, von denen es in den Japanern leider immer viele gibt, versteckt.
Die "falsche" Layoutbedruckung war auch nicht gerade hilfreich...

Die Nakamichi´s haben mich aber immer fasziniert, weshalb die lange Fehlersuche auch wieder gerechtfertigt war.
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#4
Happy Birthday, 482!



Heute vor 45 Jahren kam das 482er in Familienbesitz:


   

Die Mehrwertsteuer war damals 30 %!



   



Jetzt darf es noch eine alte Cassette von damals spielen:



   
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#5
Der Preis soll doch wohl eher DM 1400 sein.... Huh  und nicht "13.400"
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#6
Das sind wohl öS.
Freundliche Grüße
Jens
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#7
Ja, Aflenz liegt in der Steiermark, also (1980) öS.

Gruß Holger
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#8
Tatsächlich Wink , danke für den Hinweis.
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#9
Das war quasi mehr als ein Monatsgehalt von meinem Vater, ich war damals 15!

Später versagte das Laufwerk; Spulmotor, Idler und Riemen waren zu tauschen, ihm dauerte die Reparatur zu lange, er kaufte dazwischen ein Akai GX 6, das Naka landete bei mir und spielt schon Jahre lang hier. Inzwischen war das Akai schon ein paar mal defekt! War für ihn ein schlechter Deal, wäre besser er hätte sich das 482 behalten!
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#10
(18.08.2025, 21:56)Norbs schrieb: Die Mehrwertsteuer war damals 30 %!

Zitat Wikipedia:

1978 wurde aber ein dritter Steuersatz mit 30 % festgesetzt. 
Diese (umgangssprachliche) Luxussteuer wurde auf Fahrzeuge, Schmuck, Uhren, Pelze und Konsumelektronik eingehoben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Umsatzsteu...storisches

Wäre es da nicht günstiger gewesen, sich das Ding in "D" zu kaufen und rüberzuschmuggeln? Big Grin

Der Steuersatz betrug 1980 hier 13%
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#11
Es war ohnehin kein guter Kauf. 1980 gab es schon etliche gute Kassettenrekorder, die deutlich billiger und genauso "langlebig" waren. Der Preis von damals entspricht einem heutigen Wert von 3200 €. Ein stolzer Preis für diese doch arg verbauten Nakamichis. Als Beispiel für Langlebigkeit, ein RC 200 von Telefunken aus den 80 ern, läuft immer noch, ohne, dass ein einziges elektronisches Bauteil gewechselt werden musste. Außer einem Riemen und einem Tonkopf musste nichts getauscht werden. Die Idler konnte ich wieder griffig machen. Das Gerät hatte ich damals für 500 DM gekauft.
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#12
500 DM zu damaliger Zeit für ein Cassettendeck ohne Hinterbandkontrolle finde ich jetzt allerdings zuviel. Mit High-Com hin oder her.
Da lob ich mir mein 3-Kopf AKAI GXC-725D, welches ich mir 79 oder 80 zugelegt habe. Ich meine ich habe 495 DM bezahlt.
Das Teil ist wirklich unverwüstlich.
Da sind heute noch die ersten Köpfe verbaut und das Ding hat richtig viel gelaufen. Das nimmt heute noch erstklassig auf.
Getauscht wurden bislang nur die Riemen und einen neuen Motor hab ich mal spendiert.
Ich mag auch keine LED Anzeigen zum aussteuern. Ich stehe auf Zappelmänner.
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#13
Gib mal ein Beispiel für ein Gerät mit Hinterbandkontrolle von 81 für 500 DM. Aber High-Com war schon klasse.
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#14
(19.08.2025, 09:50)AKRETA schrieb: Die Idler konnte ich wieder griffig machen.

Wie hast Du das gemacht? Meines läuft zwar perfekt, manchmal muss man beim Rückspulen die Kassette etwas andrücken, scheinbar "greift" der Idler dann nicht richtig.
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#15
(19.08.2025, 10:04)AKRETA schrieb: Gib mal ein Beispiel für ein Gerät mit Hinterbandkontrolle von 81 für 500 DM.

ok, das AKAI habe ich mir etwa ein Jahr vor 81 gekauft, aber so viel früher war das ja auch nicht...
Vermutlich war der Preis auch ein Sonderangebot, aber die gab es ja immer.
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#16
(19.08.2025, 09:50)AKRETA schrieb: Es war ohnehin kein guter Kauf. 1980 gab es schon etliche gute Kassettenrekorder, die deutlich billiger und genauso "langlebig" waren. Der Preis von damals entspricht einem heutigen Wert von 3200 €. Ein stolzer Preis für diese doch arg verbauten Nakamichis. Als Beispiel für Langlebigkeit, ein RC 200 von Telefunken aus den 80 ern, läuft immer noch, ohne, dass ein einziges elektronisches Bauteil gewechselt werden musste. Außer einem Riemen und einem Tonkopf musste nichts getauscht werden. Die Idler konnte ich wieder griffig machen. Das Gerät hatte ich damals für 500 DM gekauft.

Du wirst doch nicht ernsthaft ein Telefunken RC200 2 Kopf, mit dem Nakamichi 3 Kopf Doppelkapstan vergleichen wollen?
Geschweige die Betriebsstunden die da drauf sind und Frequenzgang und Gleichlauf sind immer noch top!

Das Nakamichi hat einen FB Anschluss und ich kann es bequem vom Sofa aus steuern und das seit 45 Jahren!

Bei einem gebe ich dir Recht, arg verbaut sind die japanischen Kassettendecks wirklich, das 482 Gott sei Dank noch nicht so sehr, ungefähr der gleiche Kabelverhau wie bei meinem CC20 Telefunken, aber noch akzeptabel siehe:

https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=31669

und

   

Da ist das Naka fast noch aufgeräumter!

Ausserdem haben die Nakamichi´s die genialste Kopfeinstellung die ich jemals gesehen habe, mit einer Schraube die Kopfhöhe einstellen, das wünsche ich mir bei einer Bandmaschine!
Vom Wiederverkaufswert brauchen wir ja gar nicht reden...

Ein Dragon oder 1000Zxl würde ich auch nicht nehmen, das wäre mir zu verbaut, von den derzeitigen verlangten Preisen sowieso nicht!

Liebe Grüße
Norbert
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#17
(19.08.2025, 09:23)janbunke schrieb:
(18.08.2025, 21:56)Norbs schrieb: Die Mehrwertsteuer war damals 30 %!

Zitat Wikipedia:

1978 wurde aber ein dritter Steuersatz mit 30 % festgesetzt. 
Diese (umgangssprachliche) Luxussteuer wurde auf Fahrzeuge, Schmuck, Uhren, Pelze und Konsumelektronik eingehoben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Umsatzsteu...storisches

Wäre es da nicht günstiger gewesen, sich das Ding in "D" zu kaufen und rüberzuschmuggeln? Big Grin

Der Steuersatz betrug 1980 hier 13%

Klar, dass haben auch viele gemacht, zumindest die, die ein Auto hatten. Aus diesem Grund hat es die Luxussteuer auch nicht sehr lange gegeben, der Effekt war enben der massive Kaufkraftabfluss ins benachbarte (westliche) Ausland. Passau war damals eine beliebte Einkaufsstadt und viele fuhren hin, um sich Kameras und HiFi Krempel zu besorgen. Für mich, der ich damals auch in Norbsis Alter war, kam das aber mangels Auto eher nicht in Frage, denn an der Grenze wurde ja noch kontrolliert und im Zug mit so einem Riesenpaket ist man ja dann doch aufgefallen. Und wen man erwischt wurde, war das dann ja auch kein Schnäppchen mehr. Daher hab ich damals mein Alpage Al-300 auch in Linz um 11.000,-öS erstanden, man musste halt in den sauren Apfel beißen. Die detschen Preise konnte man damals ungefähr mit dem Faktor 10 multiplizieren, dann hattte man den Preis in öS, sonst war der Umrechnungsfaktor 7.  Ausserdem immer blöd, wenn ein Garantiefall eintrat, da hätte man dann erst wieder ins Ausland gemusst, auch irgendwie kein Anreitz.
Viele Grüße
Lukas
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