Grüße aus Niederbayern
#1
Servus alle miteinander,

zuallererst einmal möchte ich mich für die Aufnahme in das Forum herzlich bedanken.

Ich heiße Thomas, bin 59, und komme aus der Goggomobil- und BMW-Stadt Dingolfing. Eigentlich wollte ich bis mindestens 70 oder noch länger arbeiten, aber leider hat mir nun die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung gemacht und mich zum vorzeitigen Ruhestand gezwungen. So habe ich jetzt zwangsläufig Zeit für Dinge, für die ich vorher keine Zeit hatte. Und genau dieser Umstand bring mich hier her. 

Mein Papa hatte schon seitdem ich denken kann ein Uher Tonbandgerät, zuletzt eine Uher SG 560. Das hat mir schon immer gefallen, auch wenn das für mich als Schüler unerschwinglich war. Und im Musikgymnasium, das ich besuchte, stand in einem Klassenzimmer Ende der 70er Jahre plötzlich eine Revox B77 (???), zumindest in meiner Erinnerung eine solche. Das Teil faszinierte mich total. Es war für mich einfach nur imposant und ein absolutes Objekt der Begierde. Aber auch diese Maschine spielte für mich in einer komplett unerreichbaren Liga. Die Jahre vergingen und ich hatte keinen Kopf für solche Gerätschaften – bis jetzt.

Irgendwie hat mich das Thema wieder eingefangen und ich habe überlegt - natürlich auch aus finanziellen Gründen - mir eine ältere Revox zu kaufen. Dabei habe ich gleich mal alle Fehler gemacht, die man als Unwissender, man darf in diesem Falle auch von „Vollpfosten“ sprechen, nur machen kann. Gerät, das auf den Bildern hübsch aussah, nämlich eine B77 MK III, Halbspur, bei Kleinanzeigen ausgesucht und mich auf die Aussagen des Verkäufers verlassen. 250 Tacken inkl. Versand überwiesen und auf das Paket gewartet. In der Zwischenzeit kam ich dann auf die glorreiche Idee, im Internet ein wenig zu forschen und stieß dabei auf dieses Forum. Natürlich ahnt Ihr, was passierte und Ihr lacht Euch sicherlich schlapp, aber es ist halt so. Ich habe nun eine mit Nikotin innen und außen beschichtete Maschine dastehen, die ganz offensichtlich in ihrem ganzen Leben noch keine Pflege erhalten hat. Nun hab ich das Gerät außen erst einmal vom schlimmsten Schmutz befreit, es am Strom angeschlossen und ein Uraltband von meinem Papa, welches im Begriff ist, sich aufzulösen, eingelegt. Naja dachte ich mir, so, wie die innen aussieht und vor allem wie verdreckt die ganze Bandführung ist, kann ich da nichts mehr kaputt machen. Zumindest weiß ich jetzt nach einem kurzen Test, dass sie wirklich eine Halbspur ist, dass sie in beide Richtungen spult, die Wiedergabe funktioniert, die VU-Meter leuchten, etc. Aber ich weiß jetzt auch, dass da mechanisch so einiges gemacht werden muss und elektronisch sowieso. Hmmm…, das ist ziemlich wenig für die Beschreibung „Funktion: einwandfrei und Zustand: sehr gut“.

Meine naive Vorstellung beim Kauf war, dass ich vielleicht ein paar Kondensatoren tauschen müsste. Das könnte ich ja noch selber hinbringen. Was aber eine Revision bedeutet, war mir nicht klar. Ich fürchte doch sehr, dass mich das als Nicht-Elektroniker völlig überfordert.

Ok, der erste Schock ist vorbei und nun werde ich mal überlegen, was ich mit der Möhre mache oder ob ich überhaupt was mit ihr mache. Sicher ist jedoch, dass ich hier im Form jede Menge Informationen nachlesen und im Zweifel die ein oder andere Frage einstellen werde. Und sicher ist auch, dass ich irgendwann in hoffentlich naher Zukunft eine wirklich funktionierende Revox zuhause stehen habe.

So, und bzgl. meiner Überzeugung der analogen Technik betreffend sieht es so aus: Es gibt so gut wie gar keinen rationalen Grund für den Erwerb einer alten Technik. Es ist ganz einfach ein rein emotionales Thema. Und egal, was die moderne Elektronik heutzutage an Funktionen und Qualität bereitstellt, fasziniert sie mich niemals so sehr wie eine Maschine, der man beim Arbeiten zusehen kann. Und der analoge Klang ist sowieso eine eigene Welt.

In diesem Sinne!

Herzliche Grüße aus Niederbayern

Thomas

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Auf dem Weg in die analoge Welt.  Cool
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#2
Tja Thomas,  so oder so ähnlich ist vermutlich vielen von uns schon gegangen .
Eines meiner ersten Erlebnisse mit "tut einwandfrei" war sogar von einem Händler,  es war ein Eumig FL1000. Wir haben uns zwar preislich geeinigt, aber das Teil hat mich über ein Jahr beschäftigt. Seitdem kenne ich mich mit den Dingern aus  Big Grin
Gruß, Kuni
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http://kuni.bplaced.net/
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#3
Hi Thomas und herzlich willkommen hier!
Da du die B77 ja sehr günstig bekommen hast, kannst du ja getrost ein paar Euro in eine vernünftige Revision stecken.
Hier gibts genügend Kollegen die das günstig und vor allem zuverlässig machen.
Viele Grüße
Jörg
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#4
Ohje, ohje! Ich habe da tatsächlich geschrieben, ich hätte eine B77 MK III. Das sollte natürlich A77 MK III heißen!!! In der Schule hatten wir damals eine B77.

Sorry Leute! Für den Preis eine B77 wäre echt ein guter Kauf gewesen!

Ja, ich glaube, ich werde alt!

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Auf dem Weg in die analoge Welt.  Cool
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#5
Ok, das ist natürlich doof... weil dann hast du die Bude in dem Zustand vglw teuer gekauft.  Cry
Gruß, Kuni
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http://kuni.bplaced.net/
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#6
Hi, Thomas, und herzlich willkommen. 
Ja, der Preis mag etwas hoch für den Zustand erscheinen, aber wenn die Köpfe gut sind, die VU Meter funzen und Motoren und Bremsen noch brauchbar sind, da lohnt der Aufwand und Du kannst viel Freude mit dem Maschinchen haben.
LG
Mike
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#7
Wenn die Maschine optisch gut erhalten ist und nicht verbastelt, halte ich den Preis für angemessen.
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#8
Moin Thomas,

schön das Du hierher gefunden hast.
Dem Schlusssatz Deines Eingangstatements- "...und bzgl. meiner Überzeugung der analogen Technik betreffend sieht es so aus: Es gibt so gut wie gar keinen rationalen Grund für den Erwerb einer alten Technik. Es ist ganz einfach ein rein emotionales Thema. Und egal, was die moderne Elektronik heutzutage an Funktionen und Qualität bereitstellt, fasziniert sie mich niemals so sehr wie eine Maschine, der man beim Arbeiten zusehen kann. Und der analoge Klang ist sowieso eine eigene Welt."
-Stimme ich 100% zu!
In diesem Sinne alles Gute wie auch viel Freude mit dem neuen oder wieder gefundenem Hobby

V.G.

Jo
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#9
Hallo Thomas,

dann möchte ich Dich, als "Fast-Nachbar", auch herzlich willkommen heißen und darf mich meinem
Vorredner anschließen, was Deinen Abschluss-Satz bei Deiner Vorstellung betrifft:
Ich hätte es nicht treffender ausdrücken können  Smile

Gruß vom Randl-Oberbayern

Hörbie
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#10
Hallo Thomas,

herzlich willkommen und lass Dir von einem Hobby-Bastler sagen, dass die Überarbeitung einer A77 keine Raketenwissenschaft darstellt 
(die einer A700 meiner Ansicht nach schon Big Grin ) 

Sofern Du mit einem Lötkolben umgehen kannst und ansonsten ein gewisses technisches Grundwissen bzw. Interesse an den Tag legst wirst Du das Projekt sicher zu Deiner Zufriedenheit und Erbauung umsetzen können.

Und Schwarmwissen, Hilfsbereitschaft und auch manchmal persönliches "an die Hand nehmen" hier im Forum ist sensationell  thumbup , an dieser Stelle sei als Beispiel der umfassende Restaurationsbericht von Holgi (übrigens genau eine A77 Mk III Halbspur) genannt.

Viele Grüße aus dem oberen Oberbayern, Bernd
Viele Grüße, Bernd
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#11
Hallo Thomas,

wäre da vielleicht auch eine Reklamation möglich gewesen?

Läuft die Maschine denn so im Groben?

Gruß

Dieter
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#12
Recht herzlichen Dank an alle für die netten Willkommenswünsche!

@Bernd: Den Restaurationsbericht von Holgi habe ich gestern größtenteils schon gelesen und der Bericht wird in nächster Zeit sicher so eine Art "Heilige Schrift" für mich sein. Vielen Dank dennoch für den Tipp! Lötkolben ist für mich nicht ganz neu, aber in der Vergangenheit kaum benutzt. Elektroniker bin ich auch nicht, aber nachdem die A77 im Vergleich zu heutigen elektronischen Geräten doch eher grobschlächtig und rustikal gebaut ist, könnte ich vielleicht das ein oder andere hinbekommen. Man wächst halt mit den Aufgaben. (Die 5 € für die Phrasenkasse werfe ich bei mir ein!)

@Dieter: Kleinanzeigen halt. Rolleyes Gekauft wie gelesen oder so ähnlich. Ich habe die Gurke gekauft und bezahlt, also ist sie jetzt meine. Allerdings habe ich dem Verkäufer noch ganz deutlich geschrieben, dass er mich über den Tisch gezogen hat. Das wird ihn zwar nicht wirklich interessieren, aber ich bin so wenigstens ein wenig meinen Frust losgeworden. Und ja, die Maschine läuft -zumindest so ein bisschen.  Sick

Wie ich gerade schrieb, ist die Maschine jetzt halt mal die meinige und darum werde ich jetzt alles daran setzen, dass ich sie einmal lieb haben kann.  Big Grin  Ich mache eine Bestandsaufnahme, ein paar Fotos und stelle das alles zusammen mit meinen Fragen (zu denen ich bisher noch keine Antworten im Forum gefunden habe) in einem neuen Fred ein.

Viele Grüße
Thomas

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Auf dem Weg in die analoge Welt.  Cool
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#13
[quote pid="402032" dateline="1753714573"]
@Dieter: Kleinanzeigen halt. Rolleyes Gekauft wie gelesen oder so ähnlich. Ich habe die Gurke gekauft und bezahlt, also ist sie jetzt meine. Allerdings habe ich dem Verkäufer noch ganz deutlich geschrieben, dass er mich über den Tisch gezogen hat. Das wird ihn zwar nicht wirklich interessieren, aber ich bin so wenigstens ein wenig meinen Frust losgeworden. Und ja, die Maschine läuft -zumindest so ein bisschen.  Sick
[/quote]
Dann hast Du ja schon mal die richtige Einstellung. Wenn Spezialteile wie Köpfe und Motoren i. O. sind, ist der Rest ein Kinderspiel. Na ja, fast ...
Ich habe bei meiner A77-Gurke sogar ein elektronisches Zählwerk gebastelt und ein paar andere Kleinigkeiten. Vielleicht stelle ich mal das rein.

Dieter
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#14
Von mir auch ein Servus aus Oberbayern (Mühldorf)!
Viele Grüße
Alex

We Sold our Souls to Rock 'N' Roll!
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