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Klingen über 40 Jahre alte Dolby-Aufnahmen besser mit ausgeschaltetem Dolby?
Kommt darauf an.
Die Revox-Welt, also A77 und B215 klingen mit Dolby, als wäre die Aufnahme soeben erstellt worden.
Mein Akai GX-F51 kommt ziemlich dumpf um die Ecke und klingt mit ausgeschaltetem Dolby deutlich besser (heller). Mit Dolby meine ich sogar ein "Pumpen" zu hören.
Die Kassetten wurden jeweils mit dem Gerät aufgenommen, mit dem ich sie jetzt abspiele.
Brauche ich einen Satz neuer Ohren oder habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Viele Grüße
Dietmar
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Das Problem ist, dass alte Aufnahmen eventuell an Pegel verloren haben, speziell in den Höhen. Dann passt der Arbeitspunkt nicht mehr, der verschiebt sich und dann klingt es dumpf.
Bei meinem externen Dolby (Nakamichi NR200) lässt sich das recht einfach mit dem Trimmpotis (hinten) ausgleichen. Bei fix eingebauten Dolby ist das natürlich nicht so einfach möglich.
Bei manchen Cassettendecks, gibt es eine Taste, ich glaube bei Pioneer heißt das "play trim" für eine Korrektur bei dumpfer Wiedergabe.
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20.07.2025, 11:12
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.07.2025, 13:17 von DietmarP.)
Danke für die schnelle Antwort. Externe Justage ist ... wäre optimal.
Ja, hatte ich mir auch so gedacht, doch warum passt es dann bei genauso alten Aufnahmen bei gleichem Bandmaterial mit den Revox-Geräten noch?
Viele Grüße
Dietmar
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Ich denke, das Akai braucht einen Neuabgleich der Dolby-Pegel (580mV).
VG Jürgen
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Ich denke auch, dass das Akai verstellt ist. Das kann Bauteilalterung als Ursache haben.
Ansonsten kommt es auf's Band an. Die meisten BASF und Agfa Cassetten der Bandsorte Typ II leiden an Pegelverlust, da diese auf Echtchromband setzen, TDK SA und Konsorten nicht.
Viele Grüße
Alex
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Danke für die Hinweise.
Ich nutze C90-TDK-SA- und Maxell-XL-II-Kassetten.
Als nächstes Teste ich die mit dem B215 aufgenommene Kassette auf dem AKAI.
Ich wollte die Tage mal die Köpfe entmagnetisieren, vielleicht bringt das etwas.
Viele Grüße
Dietmar
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(20.07.2025, 10:55)Norbsi schrieb: ...ich glaube bei Pioneer heißt das "play trim" für eine Korrektur bei dumpfer Wiedergabe.
Müsste Yamaha sein
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Ich hab das Dolby Problem auch, da liegts aber eindeutig an den Cassetten. Meine ältesten Dolby Aufnahmen sind von 1992, da hatte ich mir ein entsprechendes Gerät zugelegt (Philips FC630). Die Echtchrom Bänder (hauptsächlich BASF) haben alle soviel an Pegel verloren, dass sie mit Dolby nur noch dumpf klingen, ohne ist der Klang halbwegs normal. Bei den Sustitut Bändern (TDK, Fuji, Sony) ist die Wiedergabe mit Dolby noch weitestgehend einwandfei, soweit meine alten Ohren das noch beurteilen können. Ich hab auch noch 2 BASF Bänder (Chromdioxid super) aus den frühen 80ern, die damals ein Kollege mit seinem Sanyo Deck aufgenommen hatte, die sind nur noch dumpf, auch ohne Dolby. Bei den Normalbändern (Typ I) ist das nicht so ausgeprägt.
Gruß Holger
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20.07.2025, 14:11
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.07.2025, 14:12 von DietmarP.)
Interessant. BASF-Kassetten habe ich auch und dort stelle ich auch den Pegelverlust fest. (Hinterher ist man immer schlauer.)
Meine TDK-Kassetten sind von 1983 mit Dolby aufgenommen. Davor, also ca. ab 1980 habe ich Aufnahmen mit JVC/ANRS, die klingen ohne Dolby auch noch gut. Den B215 habe ich seit 1987, den AKAI seit Anfang 1983.
Viele Grüße
Dietmar
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20.07.2025, 17:18
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.07.2025, 17:20 von kesselsweier.)
Hallo Dietmar,
wie teilweise schon angeklungen, gibt es für dumpfen Klang bei Compact-Cassetten, insbesondere bei der Verwendung von Rauschverminderungssystemen wie Dolby, mehrere Ursachen:
1. Die Tonköpfe sind dejustiert (Azimut), verschmutzt, aufmagnetisiert oder verschlissen
2. das Bandmaterial hat an Empfindlichkeit bzw. Pegel verloren (Echtchrom-Cassetten)
3. Der Arbeitspunkt des Dolby-Systems (400 Hz 200 nWb/m ANSI) ist (bei der Aufnahme und / oder Wiedergabe oder durch Punkt 2) nicht korrekt. Vulgo: Aufnahme- und Wiedergabepegel sollten gleich hoch sein bzw. weniger als gut 1 dB abweichen)
4. Bauelementealterung oder Defekte.
5. falsche Vormagnetisierung (Bias) bei der Aufnahme (erkennt man klanglich i.d.R. jedoch schnell)
Das Problem verstärkt sich in der Regel, wenn Aufnahme- und Wiedergabegerät nicht identisch sind, besonders, wenn sie unterschiedlich alt sind (Stichwort Playback EQ unterschiedlicher Referenzleerbänder)
Bedingte Abhilfe: Tonköpfe reinigen und entmagnetisieren, Tonkopfjustage prüfen, externes, justierbares NR-System benutzen, Wiedergabegerät mit von Außen verstellbarem Wiedergabekopf verwenden, Play-Trim (NAD, Yamaha) versuchen. Equalizer...
Dolby ausschalten hilft ein wenig, linearer Klang ist jedoch etwas anderes, besonders bei Dolby C.
Ich selber habe mir angewöhnt, sofern es nicht wirklich wichtige Aufnahmen sind, es löschend oder gar entsorgend hinzunehmen...
Schöne Grüße
Frank
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(20.07.2025, 10:46)DietmarP schrieb: Klingen über 40 Jahre alte Dolby-Aufnahmen besser mit ausgeschaltetem Dolby?
Diese Erfahrung habe ich insbesondere bei Kaufkassetten mit Dolby B gemacht.
Diese klingen dumpf und teils komisch. Daher spiele ich diese immer ohne Dolby ab.
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20.07.2025, 17:41
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.07.2025, 17:51 von DietmarP.)
Danke für die Zusammenfassung(en) der Möglichkeiten, ich gehe sie der Reihe nach durch:
- Verschleiß bei GX- also Glasköpfen? Möglich ist alles, aber unwahrscheinlich; dann schon eher ein Problem mit der Kopfjustage.
- TDK-SA und Maxell XL-II sind keine Echtchrom-Kassetten, zum Glück.
- Die Kassetten sind mit dem gleichen Gerät aufgenommen. Ich versuche neue Aufnahmen zu machen, ob ich da unterschiede höre.
- Alterungen und Defekte sind für mich als KTB schwer zu identifizieren.
- Entmagnetisieren steht auf meiner Liste
- "Eigentlich", bei leiser Lautstärke und ohne Kopfhörer, hört es sich ohne Dolby ganz ok an.
- Kaufkassetten habe ich keine, oder war da eine? Richtig, "Rumours" von Fleetwood Mac könnte ich mal suchen und testen.
Nachtrag:
ich hatte damals fürs Auto eine Entmagnetisierungskassette beschafft. Äh, haben diese Teile irgendeine Wirkung?
Viele Grüße
Dietmar
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(20.07.2025, 13:22)peter-hifi schrieb: (20.07.2025, 10:55)Norbsi schrieb: ...ich glaube bei Pioneer heißt das "play trim" für eine Korrektur bei dumpfer Wiedergabe.
Müsste Yamaha sein
Ja stimmt, bei Pioneer heißt es FLEX
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20.07.2025, 20:56
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.07.2025, 21:05 von JUM.)
(20.07.2025, 10:46)DietmarP schrieb: Klingen über 40 Jahre alte Dolby-Aufnahmen besser mit ausgeschaltetem Dolby?
Kommt darauf an.
Die Revox-Welt, also A77 und B215 klingen mit Dolby, als wäre die Aufnahme soeben erstellt worden.
Mein Akai GX-F51 kommt ziemlich dumpf um die Ecke und klingt mit ausgeschaltetem Dolby deutlich besser (heller). Mit Dolby meine ich sogar ein "Pumpen" zu hören.
Die Kassetten wurden jeweils mit dem Gerät aufgenommen, mit dem ich sie jetzt abspiele.
Brauche ich einen Satz neuer Ohren oder habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ich frage nochmal nach...
Sowohl die B215-, als auch die Akai-Kassetten sind vor ca. 40 Jahren jeweils auf B215 und Akai aufgenommen worden?
Es ist das gleiche Bandmaterial? Welches TDK?
Wie klingt das Akai, wenn Du eine solche Kassette frisch neu aufnimmst - mit dem Akai und mit Dolby?
Und wie klingt das Akai, wenn Du eine solche Kassette frisch neu aufnimmst - mit dem Akai, aber ohne Dolby?
VG Jürgen
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(20.07.2025, 20:56)JUM schrieb: (20.07.2025, 10:46)DietmarP schrieb: Klingen über 40 Jahre alte Dolby-Aufnahmen besser mit ausgeschaltetem Dolby?
Kommt darauf an.
Die Revox-Welt, also A77 und B215 klingen mit Dolby, als wäre die Aufnahme soeben erstellt worden.
Mein Akai GX-F51 kommt ziemlich dumpf um die Ecke und klingt mit ausgeschaltetem Dolby deutlich besser (heller). Mit Dolby meine ich sogar ein "Pumpen" zu hören.
Die Kassetten wurden jeweils mit dem Gerät aufgenommen, mit dem ich sie jetzt abspiele.
Brauche ich einen Satz neuer Ohren oder habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ich frage nochmal nach...
Sowohl die B215-, als auch die Akai-Kassetten sind vor ca. 40 Jahren jeweils auf B215 und Akai aufgenommen worden?
Es ist das gleiche Bandmaterial? Welches TDK?
Wie klingt das Akai, wenn Du eine solche Kassette frisch neu aufnimmst - mit dem Akai und mit Dolby?
Und wie klingt das Akai, wenn Du eine solche Kassette frisch neu aufnimmst - mit dem Akai, aber ohne Dolby?
VG Jürgen Kein Problem:
Sowohl die B215-, als auch die Akai-Kassetten sind vor ca. 40 Jahren jeweils auf B215 und Akai aufgenommen worden?
-> richtig
Es ist das gleiche Bandmaterial? Welches TDK?
-> TDK SA und Maxell-XLII
Wie klingt das Akai, wenn Du eine solche Kassette frisch neu aufnimmst - mit dem Akai und mit Dolby?
-> "eigentlich" nehme ich nicht mehr auf, d.h. ich muss die Verkabelung erst wieder herstellen, um aufzunehmen. Ich wollte eine B215-Kassette mal mit dem Akai abhören (und umgekehrt, Akai-Kassette mit dem B215).
Und wie klingt das Akai, wenn Du eine solche Kassette frisch neu aufnimmst - mit dem Akai, aber ohne Dolby?
-> ich melde mich, wenn ich wieder aufnehmen kann, zurück
Momentan bin ich viel unterwegs, d.h. Rückmeldungen müssen bis zum Wochenende warten.
Viele Grüße
Dietmar
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(20.07.2025, 10:46)DietmarP schrieb: Klingen über 40 Jahre alte Dolby-Aufnahmen besser mit ausgeschaltetem Dolby?
Kommt darauf an.
Mit ausgeschaltetem Dolby bei der Wiedergabe sollte es besser klingen wenn man auf das Rauschen keinen Wert legt, denn es findet eine Höhenanhebung statt(Preemphasis).
Rock, Pop, Techno und sonstige laute Musik ohne Dolby, Klassik mit Dolby wegen dem Rauschen.
Dolby erwartet alles mit Computergenauigkeit, aber es gab nur analoge Geräte damals.
Gleichlauf, Phasenverschiebung, es wirkt sich alles negativ aus wegen der Preemphasis(Aufnahme mit Dolby) und Deemphasis(Wiedergabe mit Dolby).
Nach 40 Jahren sollte man da nichts mehr erwarten.
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Auch bei Neuaufnahmen ist das Dolby C sehr grenzwertig bzgl. Kompatibilität zwischen den Geräten.
Meine B215 Neuaufnahmen klingen am Nakamichi auch nicht besonders gut.
Das passt am AKAI besser.
Eigentlich klingt es immer am aufgenommenen Gerät an Besten, obwohl der Azimuth überall penibel genau eingestellt wurde.
Nakamichi ist sowoeso ein Sonderfall, da eine andere Entzerrung verwendet wurde und anfangs war das Dolby C mit 2 µA7300 Dolby B Bausteinen realisiert.
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Wenn die Geräte richtig (und penibel) eingestellt sind, sind die Aufnahmen auch kompatibel.
Hier stehen einige Nakamichi, ein Studer A721, ein Tascam 122, Sony und Denon Decks. Und was ich in einem Deck aufnehme, passt und klingt auch auf den anderen. 
Allerdings braucht die genaue Justage immer etwas Zeit und Geduld, und viele Decks sind mechanisch und elektronisch nicht sehr stabil. So kann es auch nach kurzer Zeit schon zu Inkompatibilität kommen.
The 7 P's: Prior proper planning prevents piss-poor performance.
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Vielen Dank für eure Kommentare und Meinungen.
Ich habe jetzt eine Kassette, die mit AKAI aufgenommen wurde und sich mit Dolby dumpf anhört in den B215 gesteckt und dort hört sie sich gut an. Die Unterschiede, mit und ohne Dolby, sind nicht so stark wie beim AKAI.
Die Kassette, die mit dem B215 aufgenommen wurde und dort mit Dolby einwandfrei spielt, hat das gleichen Höhenproblem mit dem AKAI.
Also liegt das Problem beim AKAI.
Neuaufnahmen habe ich noch nicht machen können. Entmagnetisieren steht auch noch an.
Zur Entmagnetisierungskassette habe ich keine Rückmeldungen bekommen. Wie ist eure Meinung dazu?
Viele Grüße
Dietmar
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Eine Entmagnetisierungscassette habe ich schon, aber keine Batterie dafür und deshalb auch keine Erfahrung damit. Ich nehme immer die 230 V Drossel.
Einen Nachteil hat eine solche Cassette bestimmt, denn es wird nur der A/W Kopf entmagnetisiert.
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Wie geschrieben, ich hatte die Entmagnetisierungskassette fürs Auto angeschafft.
Heute mit der Akai-Drossel AH-9 entmagnetisiert und anschließend über die Tuning-Funktion neu "eingemessen". Das Ergebnis hat mich überrascht. Deutlich mehr Höhen und kein Pump-Effekt mehr zu hören.
Ich dachte bislang, dass die Tuning-Funktion nur die Aufnahme betrifft.
Wie auch immer, so kann ich wieder hören ohne das Gefühl, ich hätte Watte in den Ohren.
Viele Grüße
Dietmar
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