Technics RS-M 17 Cassettendeck - Vorstellung
#1
Servus in die Runde,

heute möchte ich euch mein Technics RS-M17 "Stereo Cassette Deck" vorstellen.
Das Cassettendeck wurde in den Jahren 1979 und 1980 gebaut und gehört zu den eher einfachen Geräten dieser Zeit. So ist das Laufwerk noch vollständig mechanisch mit Hilfe der Pianotasten zu bedienen und die Bandsortenwahl geschieht manuell. Überdies gibt es hier noch keine Möglichkeit, die Bandsorte Typ 4 (Metal / Reineisen) auszuwählen, sondern man ist auf Typ 1, 2 und 3 beschränkt. Als Rauschunterdrückungssystem gibt es Dolby B.
         

Als Anschlüsse bekommt man dafür neben klassischen Ein- und Ausgängen auf Cinch-Basis noch einen 5-Pol DIN-Anschluss an der Geräterückseite bzw. an der Front zwei Mikrofoneingänge aufgetrennt in linken und rechten Stereokanal.

Die Abdeckung des Cassettenfachs lässt sich wie bei den meisten anderen Cassettendecks nach oben hin abziehen, sodass man besser an das Laufwerk herankommt:
   

Das Laufwerk sieht wie folgt aus und ist eines der Standard-Laufwerke, die man in einer Vielzahl von Matsushita-Geräten um diese Zeit herum finden kann:
   

Obwohl für die Pegelanzeige hier bereits ein VFD (Vakuumfloureszenz-Display) zum Einsatz kommt, ist das Bandzählwerk noch ein klassisches, mechanisches:
   

Das VFD bietet für die Pegelanzeige zwölf Segmente je Kanal, um einen Pegelbereich von -20 bis +8 dB anzuzeigen. Das Dolby-Symbol befindet sich bei +3 dB und die Segmente im positiven Bereich der Skala unterscheiden sich optischen von denen des negativen - allerdings nicht in der Farbe, wie man das von vielen späteren Cassettendecks kennt. Die Farbe ist tatsächlich gelb und damit eher ungewöhnlich - meistens findet man ja weiß, blau oder rot vor:
   

Nun zum Innenleben - hier findet man eine typisch für die Zeit noch relativ diskret aufgebaute, braune Platine vor, wobei auch hier schon ICs für bspw. die Dolby B Rauschunterdrückung zu finden sind. Um genau zu sein einer für jeden Stereokanal. Es handelt sich um NE646B Bausteine:
               
Übrigens ist hier auch der mechanische Aufnahme- und Wiedergabeumschalter zu sehen, welcher nach langen Standzeiten Kontaktprobleme und zu Brumm oder Kanalausfällen führen kann. In meinem Fall war das trotz schlechter Lagerbedingungen jedoch nicht so.

Hier noch Fotos vom Innenleben des Laufwerks - ich musste hier übrigens keinen Riemenwechsel vornehmen, selbst die Andruckrolle war noch brauchbar:
         


Das Cassettendeck ist nun schon seit einigen Jahren bei mir (die Fotos sind nun auch schon teileweise zwei Jahre alt) und spielt pro Woche geschätzt meist zwischen 2 und 5 Stunden in unserem Feuerwehrhaus.

Hier noch einige Links:
Viele Grüße
Alex

We Sold our Souls to Rock 'N' Roll!
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#2
Hallo lieber Alex,

Endlich mal wieder eine Tapedeck-Vorstellung. Danke dafür!

Auch wenn es "nur" ein Brot-und Butter-Gerät ist, was sich jedoch beim Verwendungsort erklärt (Kulturgut für Jungfeuerwehrleute). Wink

Im Nachhinein finde ich die "Backofen-Laufwerke" (Cassette liegt geneigt im Schacht; Ansicht direkt oder mit Spiegel) von Technics (und Aiwa) toll.

Schöne Grüße
Frank
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#3
Hi Alex,

auch von mir einen lieben Dank für die Vorstellung des Deck´s. Solche Berichte lese ich immer gerne.  Smile

Auch diese einfachen Geräte können gut klingen, wenn sie richtig gewartet und eingestellt sind.

Es muss nicht immer Revox oder Nakamichi sein  thumbsup
Viele Grüße 
Manfred

"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
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#4
Auf den Platinenfotos gut zu erkennen sind auch direkt auf die Platine gedruckte Widerstandsschichten (das schwarze zwischen den verbreiterten Leiterzugenden auf der Bestückungsseite). Das war in Japan-Geräten, besonders in den 70ern, öfters zu finden. Hatte den Vorteil, dass weniger Widerstände zu bestücken waren und auch gerätespezifische "krumme" Werte ausserhalb der Normreihe problemlos realisiert werden konnten.

Gruß Holger
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#5
Ja, das sieht man bei vielen Technics Decks der 70er. Das RS-M17 hat auch den Vorteil, das durch den SP Tonkopf normalerweise jeder noch verfügbare Permalloy Tonkopf als Ersatz genommen werden kann. Man muss halt nur den Abstand der Aufhängung ein wenig beachten, oder modifizieren.

Viele Grüße

Michael
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#6
Servus zusammen,

freut mich sehr, dass euch die Vorstellung gefällt  Smile Ich lese solche Gerätevorstellungen im Allgemeinen auch sehr gerne und dachte mir, wer nehmen kann, kann auch geben Smile

Und ja, das Deck macht nach wie vor einen super Job als Abspielgerät und wenn dann doch mal jemand etwas dran kaputt macht, ist's auch kein Weltuntergang.

Übrigens wird die gute Kiste nicht nur von den jüngeren Kollegen verwundert angeschaut, sondern gerade den älteren gefällt das Teil  Big Grin Die meisten "Alten" haben immerhin auch schon mindestens 20 Jahre kein (funktionierendes) Cassettendeck mehr gesehen. Um so größer ist dann vermutlich die Enttäuschung, dass bisher trotz der vielen Spielstunden noch nie der klischeehafte Bandsalat aufgetreten ist oder ein Bleifstift notwendig war  Wink

Wenn dann jemand mal wieder ein paar Bierchen zu viel erwischt hat, kann's auch mal passieren, dass die Kiste mehrere Tage am Stück eingeschalten bleibt - hat das Deck allerdings bisher auch ohne Probleme mitgemacht  Angel

(16.07.2025, 02:11)Analoghoerer schrieb: Auf den Platinenfotos gut zu erkennen sind auch direkt auf die Platine gedruckte Widerstandsschichten (das schwarze zwischen den verbreiterten Leiterzugenden auf der Bestückungsseite). [...]

Interessant! Das ist mir noch gar nicht aufgefallen, da an der Elektronik zum Glück nichts zu machen war. Man lernt nie aus...  Cool

(16.07.2025, 11:51)Technics123 schrieb: [...] Das RS-M17 hat auch den Vorteil, das durch den SP Tonkopf normalerweise jeder noch verfügbare Permalloy Tonkopf als Ersatz genommen werden kann. Man muss halt nur den Abstand der Aufhängung ein wenig beachten, oder modifizieren.

Ebenfalls sehr interessant, denn der aktuelle Originalkopf ist schon relativ runtergeritten  Angel Einen Versuch wär's auf jeden Fall wert, wenn ein Tausch nötig wird.
Viele Grüße
Alex

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#7
Übrigens gibt es vom englischsprachigen YouTuber Mend It Mark auch ein Reparaturvideo zum Technics RS-M 17:




Da bekommt man noch den ein oder anderen Einblick mehr in das Gerät  Smile
Viele Grüße
Alex

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#8
Selbst im7 1982er RS-M206 hat Technics noch Widerstände direkt auf die Platine "gedruckt". So als eine Art erste SMD Widerstände. 

   


Viele Grüße 

Michael
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#9
(15.07.2025, 20:36)al3x135 schrieb:   
Übrigens ist hier auch der mechanische Aufnahme- und Wiedergabeumschalter zu sehen, welcher nach langen Standzeiten Kontaktprobleme und zu Brumm oder Kanalausfällen führen kann. In meinem Fall war das trotz schlechter Lagerbedingungen jedoch nicht so.

Hallo,

wäre es möglich den Aufnahme-und Wiedergabeumschalter auf dem Foto zu markieren, ich als Laie und Einsteiger in Sachen Tape-Deck Wartung erkenne den nicht auf Anhieb  Rolleyes, müsste den an meinem Technics M33 auch mal ausfindig machen und wohl mal reinigen.

Danke und viele Grüße,
Martin
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#10
Na klaro:
   

Der Schalter wird durch den langen Draht mit der Laufwerkstaste bewegt.
Viele Grüße
Alex

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#11
Dankeschön  thumbup
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#12
Das gute alte RS-M17 lebt auch Mitte 2026 noch und spielt - zumindest im Sommer - mindestens ein bis zwei mal die Woche für ein paar Stunden (geschätzt also pro Sommerwoche 4-5 Stunden).
Der Einschliff am Tonkopf ist nicht sichtbar größer oder schlimmer geworden und auch das Display leuchtet noch recht schön, auch wenn man vermutlich mal dessen Innenseite abwischen könnte. Das Deck wurde auch einige Male vergessen, auszuschalten. Hat aber scheinbar weder Display noch sonstiger Technikc geschadet...

         
Viele Grüße
Alex

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#13
Au Backe, die Achsaufnahme der Andruckrolle hat einen Riss!
Gruß,
Jochen
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#14
Dann muss halt irgendwann mal der 3D Drucker ran. Oder man baut was aus Metall. Hatte ich auch gleich gesehen. Einer der Gründe, warum ich in den Laufwerkstyp wie er in einem Sharp GF4343 verbaut ist auch nichts mehr investieren würde, gleiches Problem. Da haben auch noch mehr Plastikteile Risse oder sind sogar schon gebrochen.
Gruß
Lorenz
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#15
Ja - und den hat die Aufnahme schon seit ich das Gerät habe. Vielleich ist auch deswegen bei ein, zwei Bändern der Azimuth nicht konstant, so wie bei den meisten anderen Bändern  Cry
Aber was kann man da großartig tun? Schlachtlaufwerk - keine Lösung - immerhin wird bei allen dieser Laufwerke bzw. Andruckrollenarme früher oder später mal was reißen, wenn die Wellen der Andruckrollen nicht aus Plastik bestehen und somit nicht mitschrumpfen...

3D-Druck? Ist in den meisten Fällen viel zu ungenau. Außerdem braucht man neben einem genug präzisen Druck oder Guss auch noch jemanden, der das Ganze vermisst und ohne Verfälschung durch den Riss nachbaut...

Immerhin knittert das Laufwerk keine Bänder, wenn der Bandlauf sauber ist.
Viele Grüße
Alex

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#16
Das ist nun wirklich keine Raketentechnik. Ein gut designtes Teil aus dem 3 D Drucker wäre da voll ausreichend. Aber auch hier wäre mir das zu unsicher meine schönen Cassetten zu riskieren.

Diese Technics Decks sind ansonsten wirklich super solide und klingen richtig gut, vor allem wenn man bedenkt, was sie damals gekostet haben. Das waren glaub ich ziemliche Power Seller, denn sie sind oft anzutreffen. Es gibt auch ein Nachfolge Gerät mit Metal Position, wo sonst alles gleich ist. Hieß das nicht sogar einfach RS-M18?! Was ich nie verstanden habe (der Ex meiner Schwester hatte auch so eins, als ich klein war und gelegentlich Cassetten seiner CDs aufgenommen habe) war, wie dieser Timer Schalter funktioniert.
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#17
Der Timerschalter ist ein Pauseschalter, der nach kurzem Bewegen des Laufwerks aber wieder rausspringt.
Du schaltest also das Tapedeck ohne Strom ein, drückst bspw. Aufnahme, Play und den Timer-Schalter und lässt dad Deck so stehen.
Gibst du durch zum Beispiel eine Zeitschaltuhr Strom auf das Gerät, dreht das Laufwerk an, die Timer-Taste springt hoch und die Andruckrolle somit wieder in Position.

Man schont somit Band und Andruckrolle, da sie keine Druckstellen bekommen. Und es gibt kein Hochjaulen.
Viele Grüße
Alex

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#18
Die Risse in der weißen Kunststoffhalterung der Andruckrolle gehören bei Technics fast schon zum Inventar.Ich habe auch Decks mit Rissen um die Achse und sie laufen seit Jahren. Viellecht ist Technics wegen der Risse später auf schwarzen Kunststoff umgestiegen.

Viele Grüße

Michael
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#19
Spätere Decks hatten eine perfidere Timer-Lösung, einen Schiebeschalter mit "Off", "Rec" und "Play". Bei Rec und Play geht das Deck in den jeweiligen Modus, ohne dass eine Taste gedrückt ist. Den irrtümlich auf Rec zu haben, hat schon so mancher Aufnahme ohne Löschsicherung das Leben gekostet.

Das VFD in Gelb ist tatsächlich interessant, hat Matsushita aber ganz gerne gemacht, einige Panasonic-Videorecorder hatten das ebenfalls. Das Display selbst leuchtet blau, die Farbe kommt von einem Filter davor. Aber mein Favorit sind die dreifarbigen, die Technics bei den größeren Modellen in der ersten Hälfte der 80er verbaut hat, z.B. mein RS-M235X. Da gehen die Segmente von Blau über Orange auf Rot.
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#20
Die oben genannte Art der Timerschaltung hat beispielsweise das Telefunken RC200, der Schalter konnte leicht, zB. beim Putzen, unabsichtlich nach unten in Aufnahmeposition gestellt werden. Beim Einschalten mit eingelegter Cassette fing das Deck dann sofort an, aufzunehmen. Eine Bekannte hat sich damit einige Aufnahmen versaut.

Gruß Holger
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#21
(17.07.2026, 10:41)Analoghoerer schrieb: Die oben genannte Art der Timerschaltung hat beispielsweise das Telefunken RC200....

und ungefähr fast jedes andere Deck seit dem Zeitpunkt, ab dem elektronisch gesteuerte Laufwerke verbaut wurden.
Ich kontrolliere diese Schalter bei meinen Decks auch lieber ab und an mal, nicht dass er sich doch mal aus Versehen in die Aufnahmepoistion versetzt hat.

Übrigens findet man dieses gelbe Display fast baugleich auch in ein paar weiteren Geräten. Da wäre u.a. auch das Denon DR 220.
Viele Grüße
Alex

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#22
Ja mein Vater hat sich mit seinem Technics RS-M04 auch mindestens eine Lücke gelöscht. Obwohl der Timer-Schalter dort halbwegs klein und nicht ganz so leicht irrtümlich zu betätigen ist.
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#23
Bei vielen Decks reagiert der Timer Schalter aber nur wenn der Stecker wirklich stromlos ist. Wenn die Anlage nicht mit einer schaltbaren Mehrfachdose verbunden ist, passiert da dann idR Nichts.
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#24
Ja, bei Geräten mit Standby Schaltung gibts da nochmal eine zusätzliche Sicherheit, da die Aufnahme nur beim Anschalten der Netzspannung ans vorher stromlose Gerät (via Schaltuhr) aktiviert wird. Das RS200 hat aber kein Standby, da läuft die Aufnahme bei eingeschalteter Timerfunktion sofort los, wenn der Netzschalter gedrückt wird.
Von Aufnahmen, die einem wichtig sind, sollte man sich aber eh ein digitales Backup machen, dann ist man immer auf der sicheren Seite, einer Cassette können ja auch noch andere Unglücke widerfahren.

Gruß Holger
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#25
Nee das betrifft nicht nur Geräte mit Standby. Die Power Schalter sind ja oft hinter dem Netzteil, wodurch die Geräte auch mit dem Power Schalter nicht komplett stromlos sind. Ich hatte schon einige Tapedecks wo das so war und die hatten alle kein Standby. Aber klar, vor allem bei so halb mechanischen Lösungen wie bei dem Technics passiert das natürlich sehr schnell.
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