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Guten Abend die Herren.
Da ich seit langem auf der Suche nach einer Löschdrossel bin, aber nicht wirklich fündig werde reifte in mir der Gedanke einen solchen Apparat selbst zu konstruieren.
Ganz wichtig: Ich habe zwar Elektrotechnische Kenntnisse, in diesem speziellen Fall aber keine Ahnung was ich tue  .
Das ist also alles ein Experiment. Mein geringes Wissen stammt aus dem Studium von Patenten und dem Betrachten von Fotos aus dem Internet.
Ich verfüge aber über die Ausrüstung und das Wissen um dieses Experiment sicher durchzuführen. Wer's nachmacht: Eigene Gefahr! Bitte zumindest einen Trenntrafo verwenden! Spielerein mit Netzspannung könne LEBENSGEFÄHRLICH sein!
Aber im Endeffekt brauchen wir einen Elektromagneten, Weircliffe hat hier einen E-Kern verwendet, die anderen (Realistic, KSF, usw.) wohl auch.
Einen E-Kern können wir uns basteln. Man nehme einen beliebigen Trafo passender Größe (welche Größe ist die richtige?), meiner hat einen Eisenpaket von 95x95x46mm, bestehend aus MD Blechen, also kein klassischer EI Kern. Macht aber nix, das kann man umarbeiten. Nicht empfehlen würde ich Trafos mit EI Kern, bei denen das Blechpaket verschweisst wurde. Evtl. kann man zurechtfummeln, aber der Verlust an Eisen stört mich.
Dabei bin ich gerade, Blechschere und Schleifmaschine machen kurzen Prozess mit dem Blechpaket. Ok, ich schnippel jetzt schon den 3. Abend hier rum und hab grad die Hälfte also nicht so kurz der Prozess.
Warum nehmen wir keinen neuen Trafobausatz? Weil mir als Privatmann sowas einfach keiner mehr verkaufen will heutzutage. Ich suche seit Jahren nach einer Quelle für kleine Mengen Kernblech, Spulenkörpern und Isoliermaterial. Gibts nicht. Also wird umgebaut, habe schon einige Trafos erfolgreich umgewickelt.
So sieht das jetzt aus:
Wenn man in diesem halb befüllten Zustand schon Spannung an das Gebilde gibt, knurrt's ganz herrlich, mehr als ca. 70V hab ich mich noch nicht getraut. Das Magnetfeld erscheint mir aber schon ganz gut, ich weis das ist sehr subjektiv.
Wenn ich das richtig sehe geht der Trafo ja schon sehr früh in die Sättigung, da das Eisenpaket kleiner/nicht mehr geschlossen ist? Somit sollte man den Trafo in diesem Zustand tunlichst nicht mit 230V beaufschlagen, richtig? Das würde die Wicklung vermutlich killen.
So, bin gespannt auf eure Kommentare, wir haben hier ja einiges an Fachwissen gesammelt im Forum.
lg
David
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23.06.2025, 22:56
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.06.2025, 22:56 von revojo.)
Moin David,
ich will dich keinesfalls von deinem Projekt abbringen, coole Idee! Aber hier wäre z.B. ein Weicliffe Model 8 mit EMT 208 Branding
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/b...7-168-2545
Gruß
revojo
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(23.06.2025, 20:54)David77 schrieb: Wenn man in diesem halb befüllten Zustand schon Spannung an das Gebilde gibt, knurrt's ganz herrlich, mehr als ca. 70V hab ich mich noch nicht getraut.
Die Bleche müssen fest miteinander verbunden sein (am besten mit antimagnetischen Schrauben, zur Vermeidung von Wirbelströmen).
Natürlich wird die Geschichte heiß, weil der magnetische Kreis nicht mehr geschlossen ist. Deswegen laufen Löschdrosseln regelmäßig mit Überlast und im Intervallbetrieb.
Wieviel Spannung du am Ende aufschalten kannst, wirst du schnell bemerken: Wird die Wicklung nach 30 Sekunden so heiß, dass du sie nicht mehr anfassen kannst (ab 60° etwa), solltest du sie sofort vom Netz nehmen, abkühlen lassen und dann mit weniger Spannung nochmal versuchen. Es würde mich allerdings wundern, wenn du bei Spannungen <100 V z.B. Chromcassetten noch genügend gelöscht bekommst.
Grüße
Peter
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(23.06.2025, 22:56)revojo schrieb: Moin David,
ich will dich keinesfalls von deinem Projekt abbringen, coole Idee! Aber hier wäre z.B. ein Weicliffe Model 8 mit EMT 208 Branding 
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/b...7-168-2545
Gruß
revojo
Das Modell kann aber nur Spulen bis 18 cm löschen, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Und man muss es abholen. Und dann wäre da noch der nicht gerade günstige Preis. Daher drücke ich dir, David, die Daumen, dass dein Experiment zu deiner Zufriedenheit gelingt, weil du evtl. gleich drei Fliegen mit einer Klappe äh Drossel erschlagen könntest.
p.s. @revojo der hohe Preis hat bestimmt etwas mit der EMT-Adelung zu tun
Liebe Grüße
Thomas
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24.06.2025, 12:06
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.06.2025, 12:16 von revojo.)
Hallo Thomas,
ich glaub anhand der Glühbirnen auf der Front kann man schlussfolgern, dass es bis 14" bzw 35cm geht.
Aber stimmt schon, mit DHL bekommt man sowas nicht verschickt. Ob der Preis zu hoch ist, weiß ich nicht. Alleine der Altmetallpreis könnte den vielleicht sogar rechtfertigen. Und klar, dank EMT Logo ist man nochmal etwas renommierter unterwegs...
Hätte ich das Geld und es wäre bei mir in der Nähe, könnte ich schwach werden. Zumal es auch noch VB ist.
Gruß
revojo
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Mal ne ganz doofe Frage:
wozu braucht man überhaupt so ein Gerät im privaten Bereich?
Ich könnte damit nichts anfangen außer meine schönen Partymixaufnahmen zu vernichten.
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Beispielsweise um obsolete Viertelspurbänder zu löschen, wenn man nur Halbspur fährt, oder umgekehrt.
Grüße
Peter
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Dafür benutze ich meine AKAI GX 280D-SS mit Vollspurlöschkopf.
Die Zeit spielt auch keine Rolle, denn ich kann ja direkt wieder eine neue Aufnahme machen.
Dazu schalte ich einfach in den 4-Kanal Modus, aktiviere somit den Vollspurlöschkopf und nehme aber nur 2 Kanäle auf.
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(24.06.2025, 12:45)janbunke schrieb: Dafür benutze ich meine AKAI GX 280D-SS mit Vollspurlöschkopf.
Hat halt nicht jeder.
Grüße
Peter
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Da haste auch wieder recht...
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Hallo revojo!
Auf dem Handy habe ich die Lämpchen gar nicht wahrgenommen. Der Preis ist somit zwar immer noch kein Schnäppchen, aber auch nicht unverschämt.
Mein Weircliff-Eraser konnte nur 18 cm, daher der gedankliche Kurzschluss. Ich habe seit einiger Zeit den von Akai, der immerhin auch 26 cm-Spulen löscht.
Liebe Grüße
Thomas
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Ich hab so ein Teil von Radio Shack in Bügeleisenform
Das Löschen geht damit wunderbar, ich brauche allerdings meistens ein paar Anläufe
Wie man es richtig bedient ist mir immer noch nicht klar.
Ich hab's langsam kreisend, langsam kreuz quer probiert
Bei allen Varianten brauche ich mehrere Durchläufe, aber danach ist das Band tatsächlich jungfräulich.
Hab schon überlegt eine Konstruktion mit Bandteller zu basteln damit man die Spule langsam drehen kann.
So in der Art sieht das Ding aus, meines natürlich für das deutsche Stromnetz
Viele Grüße
Jörg
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Hallo!
Ich wohne fast "um die Ecke" - und hatte deshalb kurz mit einem Kauf
geliebäugelt.
Bei der Frage nach der Nutzung habe ich schnell festgestellt, daß es
für mich privat überhaupt nicht von Nutzen ist (ich lösche keines meiner
Bänder!).
Bleibt eine mögliche Anwendung im Museum. Da wäre Bedarf. Aber sooo
viele Bänder sind es dann auch wieder nicht, die gelöscht werden könnten.
Dann steht der Bolide sich die Gummifüße platt.
Darum bleiben wir bei der Vollspur-Löschung, wenn ein/zwei Bänder ge-
löscht werden müssen.
So kann ich leicht auf einen Ausflug nach Bückeburg verzichten...
Gruß
Wolfgang
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Das Gerät in Bückeburg hab ich gesehen, preislich fänd ich es schon interessant, aber der Transport ist ein Problem und das Teil ist halt auch massiv gross. Wo stellt man sowas hin?
Den halb gefüllten Kern hab ich nur Interesse halber mal in Betrieb genommen. Ist klar die Bleche fest sein müssen. Dann knurrt er auch nicht so.
Der Anwendungsfall: eben gebrauchte 4 Spur Bänder und 2 Spur mit 2,75mm Spurbreite restlos löschen.
Wenn noch jemand einen Tipp hat oder Erfahrung im Bau einer Löschdrossel, ich bin für Anregungen dankbar.
Werd dann heute Abend weiter schnippeln...
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24.06.2025, 15:26
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.06.2025, 15:36 von Analoghoerer.)
Ich kann mich noch dunkel erinnern, in einem Bastlerbuch (ich weiss leider nicht mehr welchem) gabs mal einen Bauvorschlag für eine Löschdrossel, der auch funktioniert haben soll. Es wurde da von einem Röhren- Ausgangsübertrager (für PL84) mit auf Spalt geschichtetem EI Kern der I-Teil entfernt, die Primär- (Anoden-) Wicklung wurde an eine Spannung von 120 bis 150V aus einem Trennstelltrafo angeschlossen. Damit sollen auch widerspenstige, total übersteuerte oder gleichfeldmagnetisierte Bänder kein Problem gewesen sein, man bekam alles restlos weg (Bewegung der Drossel in geringem Abstand kreisförmig über die Spule, am Besten auf beiden Seiten nacheinander) . Durfte natürlich immer nur ganz kurz benutzt werden, da der Wickeldraht viel zu dünn war und das Ganze schnell zu heiß wurde (die industriell gefertigten, ich hatte mal eine vom BG19, wurden aber auch schnell heiß). Auch sollte man darauf achten, dass sich im Umkreis von ca. 2m um die eingeschaltete Drossel keine Tonbänder oder magnetische Datenträger befinden.
Die Versorgung der Löschdrossel aus einem Stelltrafo ist generell von Vorteil, da man so den Strom und damit das magnetische Wechselfeld allmählich auf Null reduzieren kann. Gleichfeldmagnetisierungen beim Abschalten der Drossel in ungenügendem Abstand zum Band werden so sicher vermieden.
Gruß Holger
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Es gab mal Löschautomaten eines japanischen Herstellers Sanix, die wirklich für Dauerbetrieb geeignet waren. Die Geräte wurden in Deutschland von der Fa. RTW verkauft. Am Boden des Gerätes befinden sich 5 große Kondensatoren, die mit einem lauten "Knack" auf eine Spule entladen werden, in der sich die Kassette befindet. Wir hatten unser Gerät damals unter der Bedingung bestellt, dass wir es einen Monat auf die Tauglichkeit im Dauerbetrieb testen konnten, Gerät hat bestanden.
MfG, Tobias
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
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24.06.2025, 18:02
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.06.2025, 18:57 von Peter Ruhrberg.)
(24.06.2025, 17:11)bitbrain2101 schrieb: Am Boden des Gerätes befinden sich 5 große Kondensatoren, die mit einem lauten "Knack" auf eine Spule entladen werden, in der sich die Kassette befindet.
Nach diesem Prinzip arbeitete auch das EMT 204 (etwa 1960). Die "Funkschau" (1966, S. 140) schreibt dazu:
Mit ihm lassen sich schnell und rationell auch große Archivbestände von Magnettonbändern löschen; in der Regel … können die Bänder in ihren Kartons liegend eingeschoben werden, Neben Magnettonbändern lassen sich auch perforierte 16-mm- und 35-mm-Magnetfilme löschen. Rund um den Einschub ist die Löschspule angeordnet, der durch eine Kondensatorbatterie ein Energiestoß von 5 Millionen Voltampere zugeführt wird und der in dem von Kondensatoren und Spule gebildeten Schwingkreis … abklingt. Es entsteht ein homogenes Wechselfeld von mehreren Kilogauß, das im Band eine Löschdämpfung von 80 dB hervorruft. Der Ladegleichrichter arbeitet in Spannungsverdoppelungsschaltung und führt der Kondensatorbatterie die hohe Gleichspannung von 5 kV zu. Ein Schaltschütz verbindet die auf 5 kV aufgeladenen Kondensatoren mit der Löschspule. Die Kontaktflächen sind prellarm und für eine Belastung von 1000 A eingerichtet, so daß sich der Abbrand in Grenzen hält. Auf diese Weise brauchen die Kontakte erst nach 50.000 Löschvorgängen ausgewechselt zu werden; ein Zählwerk auf der Frontseite des Gerätes nennt die Zahl der Löschungen. Übrigens lassen sich mit diesem Gerät auch die Tonspuren von belichteten, aber noch nicht entwickelten Magnettonfilmen löschen, ohne daß Lichteinfall zu befürchten ist. Jeder Löschvorgang dauert 20 sec (zweimaliges Löschen bei 90°-Drehung des Bandes). Die Stromaufnahme beträgt 0,13 A an 220 V, nur direkt zu Beginn des Löschvorganges steigt sie kurzzeitig auf 1 A.
Der Dauerbetrieb war also nur möglich, weil der Abklingvorgang des Magnetfelds relativ kurz war.
Schaltplan des EMT 204:
Wie vermutlich bekannt, hat Eduard Schüller ab 1936 (!) ein Löschgerät patentieren lassen, in dem ein Magnetband zwischen zwei großen Spulen rotierend allmählich hindurch- und herausgeführt wurde. Auch mit einer solchen Konstruktion war durch Kühlung der Spulen ein Dauerbetrieb möglich, der Löschvorgang dauert in der Praxis etwa 25 Sekunden.
Grüße
Peter
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Schüllers patent habe ich gelesen, dank eines Hinweises darauf von dir aus einem anderen Thread.
Mechanisch möchte ich einfach bleiben, die "Bügeleisenform" wär schon in Ordnung. Ich brauche solch ein Gerät ja nicht all zu oft.
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An dem Thema hab ich mich auch schon versucht, aber nicht so popelig, sondern mit einem arbeitslos gewordenen 2kVA-Spartrafo. Dem hab ich die I aus dem EI-Kern geklaut und ihn (isoliert) wieder zusammengeschaubt.
Getestet mit Disketten und einem 500W-Halogenstrahler als Vorwiderstand hats leise gebrummt, der Strom war bei so 1,8A. Am Regeltrafo habe ich knapp 3A bei 50...60V erreicht, da hats schon lauter gebrummt und die Disketten rappelten schon ganz schön. Leider hat der RT immer nach 30s wegen Überstroms abgeschaltet... dem Trafo wars egal, der ist ganz cool geblieben.
Nicht nachmachen, Kinder:
Ich hätte schon ein Gehäuse und wollte den Halogenstrahleransatz weiterverfolgen, aber mehr gibts im Moment noch nicht. Spannend ist aber auch der geschaltete Schwingkreis wie oben gezeigt, die Teile wären auch da, aber die Zeit...
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25.06.2025, 17:31
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.06.2025, 17:33 von Peter Ruhrberg.)
(25.06.2025, 16:23)Übertrager schrieb: An dem Thema hab ich mich auch schon versucht, aber nicht so popelig, sondern mit einem arbeitslos gewordenen 2kVA-Spartrafo. Dem hab ich die I aus dem EI-Kern geklaut und ihn (isoliert) wieder zusammengeschaubt.
Genauso habe ich es mal vor 45 Jahren gemacht. Den Trafo hatte ich geschenkt bekommen, ursprünglich diente er in einem medizinischen Gerät, Röntgen oder so. Und ja, die Isolation ist wichtig, das hatte ich vergessen zu erwähnen. Immer diese Selbstverständlichkeiten, die am wichtigsten sind ...
(25.06.2025, 16:23)Übertrager schrieb: dem Trafo wars egal, der ist ganz cool geblieben.
Schön, wenn er so überdimensioniert ist. Das war meiner auch. Später fand ich dann in einer Transformatorenfabrik eine kleinere, aber sehr effektive Löschdrossel, die ich für nen feuchten Händedruck bekam. Nach Erweiterung durch einen Fußtaster hat sie mich fast 20 Jahre lang begleitet. Dann war Pause, bis vor gut zehn Jahren aus der Agfa Bezugsbandabteilung dieser Trumm bei mir eintrudelte:
Ich brauchte nur den überlauten Ventilator auszutauschen, bisschen reinigen, Kette ölen, seitdem schnurrt er wie ein Kätzchen, nur etwas lauter ...
(25.06.2025, 16:23)Übertrager schrieb: Spannend ist aber auch der geschaltete Schwingkreis wie oben gezeigt,
Typisch EMT: Durchdacht, effektiv, minimalistisch, hält fast ewig.
Grüße
Peter
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5kV aus einer Kondensatorbatterie in eine Luftspule zu jagen, ist wirklich minimalistisch. Ich stell mir grade die Geräuschentwicklung vor... (und muß leider anmerken, daß 5MVA kein "Energiestoß" sind, sondern eine Leistung. Gell, liebe Funkschau?)
Von dem HP habe ich auf die Schnelle kein Schaltbild gefunden. Aber aus dem thread, in dem Peter den Kasten damals vorgestellt hat, geht hervor, daß mit 50Hz gelöscht wird und zum Abschalten eine abklingende Schwingung eines aus den Löschspulen und einem dicken C (hinten rechts) bestehenden Schwinkreises verwendet wird.
Eigentlich logisch, denn wie will man die Bänder langsam aus dem Wirkungsbereich der Löschspulen bringen?
Weiß jemand, wie die Weircliffe-Geräte das machen?
Interessant auch. daß auch bei dem EMT eine Bewegung des Löschguts notwendig ist. Für den Gelegenheitslöscher ist dann wohl ein umgedrehter Trafo ausreichend, wenn man an der Seite einen Stift anbringt, um den man die Spule oder den Wickel einmal drehen kann.
Michael
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(25.06.2025, 16:23)Übertrager schrieb: An dem Thema hab ich mich auch schon versucht, aber nicht so popelig, sondern mit einem arbeitslos gewordenen 2kVA-Spartrafo. Dem hab ich die I aus dem EI-Kern geklaut und ihn (isoliert) wieder zusammengeschaubt.
Getestet mit Disketten und einem 500W-Halogenstrahler als Vorwiderstand hats leise gebrummt, der Strom war bei so 1,8A. Am Regeltrafo habe ich knapp 3A bei 50...60V erreicht, da hats schon lauter gebrummt und die Disketten rappelten schon ganz schön. Leider hat der RT immer nach 30s wegen Überstroms abgeschaltet... dem Trafo wars egal, der ist ganz cool geblieben.
Nicht nachmachen, Kinder:
Ich hätte schon ein Gehäuse und wollte den Halogenstrahleransatz weiterverfolgen, aber mehr gibts im Moment noch nicht. Spannend ist aber auch der geschaltete Schwingkreis wie oben gezeigt, die Teile wären auch da, aber die Zeit...
Interessanter Ansatz. Inwiefern meinst du "... isoliert wieder zusammengebaut..."? Also den Kern mit nichtleitenden Schrauben zusammenschrauben, oder wie?
So'n überdimensioniertes Monstrum hätt ich auch noch im Schuppen stehen...
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(25.06.2025, 22:30)Übertrager schrieb: Ich stell mir grade die Geräuschentwicklung vor...
Sagen wir: Es war ein Erlebnis.
(25.06.2025, 22:30)Übertrager schrieb: (und muß leider anmerken, daß 5MVA kein "Energiestoß" sind, sondern eine Leistung. Gell, liebe Funkschau?)
Die Funk-Technik (1960, S. 526) verwendete ebenfalls das Wort "Energiestoß". Weiß der Geier, von wem die damals abgeschrieben haben.
(25.06.2025, 22:30)Übertrager schrieb: Von dem HP habe ich auf die Schnelle kein Schaltbild gefunden.
Ich suche schon sehr lange danach.
(25.06.2025, 22:30)Übertrager schrieb: Aber aus dem thread, in dem Peter den Kasten damals vorgestellt hat, geht hervor, daß mit 50Hz gelöscht wird und zum Abschalten eine abklingende Schwingung eines aus den Löschspulen und einem dicken C (hinten rechts) bestehenden Schwingkreises verwendet wird.
So sieht es wohl aus. Es sind mehrere Kondensatoren verbaut, direkt hinter der Spule ein ganz dickes Teil. Es könnte sein, dass einer der Kondensatoren zur Funkenlöschung dient, nur einen passenden Serienwiderstand habe ich nicht entdecken können.
(25.06.2025, 22:30)Übertrager schrieb: Eigentlich logisch, denn wie will man die Bänder langsam aus dem Wirkungsbereich der Löschspulen bringen?
Durch das langsame Herausfahren der Schublade mit dem sich zugleich darauf drehenden Bandmaterial. Erst wenn wie Schublade ganz draußen ist, wird der Strom für die Spulen abgeschaltet. Übrigens beträgt der Stromverbrauch dieses Löschgerätes max. 5 A.
(25.06.2025, 22:30)Übertrager schrieb: Für den Gelegenheitslöscher ist dann wohl ein umgedrehter Trafo ausreichend, wenn man an der Seite einen Stift anbringt, um den man die Spule oder den Wickel einmal drehen kann.
Genauso habe ich es damals gemacht.
Grüße
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.06.2025, 23:02 von David77.)
(25.06.2025, 22:30)Übertrager schrieb: 5kV aus einer Kondensatorbatterie in eine Luftspule zu jagen, ist wirklich minimalistisch. Ich stell mir grade die Geräuschentwicklung vor... (und muß leider anmerken, daß 5MVA kein "Energiestoß" sind, sondern eine Leistung. Gell, liebe Funkschau?)
Von dem HP habe ich auf die Schnelle kein Schaltbild gefunden. Aber aus dem thread, in dem Peter den Kasten damals vorgestellt hat, geht hervor, daß mit 50Hz gelöscht wird und zum Abschalten eine abklingende Schwingung eines aus den Löschspulen und einem dicken C (hinten rechts) bestehenden Schwinkreises verwendet wird.
Eigentlich logisch, denn wie will man die Bänder langsam aus dem Wirkungsbereich der Löschspulen bringen?
Weiß jemand, wie die Weircliffe-Geräte das machen?
Interessant auch. daß auch bei dem EMT eine Bewegung des Löschguts notwendig ist. Für den Gelegenheitslöscher ist dann wohl ein umgedrehter Trafo ausreichend, wenn man an der Seite einen Stift anbringt, um den man die Spule oder den Wickel einmal drehen kann.
Michael
Soweit ich rausfinden konnte müssen bei Weircliffe und auch bei den EMT Kopien die Bänder bis zum Anschlag eingeschoben und dann langsam herausgezogen werden (oder werden mechanisch per Federkraft herausgeschoben? Nicht ganz klar.). Die Schiebetür am Beschickungsschlitz aktiviert die Geräte.
Aus den Weircliffe Patenten und Fotos geht hervor, dass die Löschspule auf einem die gesamte Breite des Geräts überspannenden E-Kern steckt. Die Spule wird aber nicht auf den mittleren Schenkel, sondrern auf einen der Äusseren gewickelt. Dieser Schenkel wird (zur Konzentration der Feldlinien?) in einem Winkel von geschätzt 30-45° abgeschrägt.
Zumindest frühere Geräte dieses Herstellers hatten keine nennenswerte Elektronik verbaut. Von den Weircliffe 7/8 oder EMT 208 Geräten konnte ich keine Innenansichten finden.
Andere Hersteller, von denen es aktuell solche professionellen Geräte noch gibt, erwarten, dass das Band liegend an einer Führung entlanf über die aktive Fläche gerollt wird. Diese Geräte sind aber hauptsächlich für EDV Datenbänder und wohl zur Datenvernichtung gedacht. Ich vermute, diese Geräte sind ähnlich den Weircliffe Geräten aufgebaut.
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Interessant, danke Euch beiden!
Dann siehts wohl so aus:
Die meisten Geräte arbeiten mit 50Hz, dicken, offenen Spulen und einer Mechanik, die das Löschgut bewegt.
Das EMT 204 hat diesen Klatsch-Bong-Mechanismus, der eine gedämpfte Schwingung höherer Frequenz erzeugt. Hat den Vorteil, daß man die Bänder sofort einfach rausnehmen kann und den Nachteil, daß man dafür auf die Ladung der Kondensatorbatterie warten muß.
Nachdem Magnete auch in der Spanntechnik verwendet werden, gibts Entmagnetisierer auch im Werkzeughandel. Da habe ich bis jetzt aber auch nur Platten gesehen, über die man sein Zeug schiebt. Es würde mich aber nicht wundern, wenn es da auch das EMT-Prinzip gäbe.
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26.06.2025, 04:35
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.06.2025, 04:36 von franzm.)
In der Fertigung von Bildröhren für Farbfernseher hat man, neben der klassischen Handspule, auch Vorrichtungen mit automatischem Abklingen des Spulenstromes verwendet. Anfangs wurden die Spulen über motorisch bewegte Stelltrafos gespeist, später wurde der Stromverlauf elektronisch gesteuert.
In Esslingen gab es sogar eine Anlage die recht massive Eisenklumpen "entmagnetisieren" konnte.
Ich muss mai in meien Unterlagen nachschauen, ob ich nicht den Schaltplan der kleineren Geräte habe. War nichts kompliziertes, bloß einige 555 die einen Haufen Leistungs-Darlingtons ansteuern.
Grüßle,
Franz
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(25.06.2025, 22:57)David77 schrieb: Soweit ich rausfinden konnte müssen bei Weircliffe und auch bei den EMT Kopien die Bänder bis zum Anschlag eingeschoben und dann langsam herausgezogen werden (oder werden mechanisch per Federkraft herausgeschoben? Nicht ganz klar.). Die Schiebetür am Beschickungsschlitz aktiviert die Geräte.
Ich habe das Weircliff für 18 cm-Spulen gehabt, sah praktisch identisch aus (daher meine Verwechslung mit dem Gerät oben) und du musst die Schiebetür tatsächlich herunterdrücken und gedrückt halten, schiebst dann das Löschgut (toller Begriff, oder?  ) hinein und ziehst es natürlich auch wieder hinaus. Eine mechanische Armbanduhr sollte man währenddessen besser nicht tragen  . Und wenn alles aus dem Löschraum (auch cool, oder?  ) entfernt wurde, lässt man den Schieber wieder los. Die Bewegung macht man also automatisch. Man will ja nicht seine Hand festklemmen  .
Das Gerät hat 1a gelöscht, besser als mein Akai Bulk Eraser.
Wenn es jemanden gäbe, der das Gerät in Bückeburg holen würde und wir einen Forentransport organisiert bekämen... hier am Niederrhein wohnen ja doch einige Leute mit Tonbandgeräten und ein Gerät würde hier sicherlich auch benutzt werden.
Liebe Grüße
Thomas
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Hallo Thomas!
Da käme ja wohl ich eventuell in Betracht.
Wenn ein "Westler" die Abwicklung (Kauf & Kontaktdaten) übernimmt,
dann wäfre ich bereit den Trumm abzuholen (der VK wird mir hoffentlich
beim Einladen helfen) und im Museum zwischen zu lagern.
Gruß
Wolfgang
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Lieber Wolfgang,
vielen Dank für das Angebot, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich dir das zumuten möchte. Das Gerät MUSS sauschwer sein, denn sein kleiner Bruder war schon praktisch nicht versandfähig, weil es über 20 kg wog. Du musst es ja auch aus deinem Auto wuchten und ins Museum bekommen. Ob man es gut mit 2 Leuten packen kann oder ob es dafür schon wieder zu klein ist?
Liebe Grüße
Thomas
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.06.2025, 13:57 von cisumgolana.)
Hallo Thomas!
Da laß´ Dir mal keine grauen Haare wachsen.
Zu schwer ist relativ.
OK, ich habe Abstand davon genommen, einen
im Wege stehenden Mercedes 6-Zyl.-Motorblock
mehrere Meter umzubetten. Oder, wie bei der
Einrichtung unseres Museums, sowas wie T9/M10/M15
gleich reihenweise durch die Halle zu tragen.
Aber im Einzelfall geht das schon. Und ich denke,
der VK wird froh sein, den Trumm los zu werden,
und mit anpacken. Im Museum dann mit vereinten
Kräften...
Darum, an mir soll´s nicht scheitern!
Gruß
Wolfgang
PS.:
Diese olle Musiktruhe (unhandlich und 45kg schwer)
habe ich auch allein in den Kofferraum gewuppt. Und
auch wieder raus...
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Update zum Projekt Löschdrossel:
Die Bleche sind nun fertig zurecht geschnippelt und stecken im Spulenkörper. Bei einer Spannung von ca. 100V zieht die Drossel etwa 2,5A.
Die ersten Versuche habe ich mit ein paar alten Kassetten durchgeführt. Mit dem Ergebnis bin ich soweit hoch zu frieden, Typ I und Typ II Kassetten lassen sich vollkommen problemlos löschen. Der Eisenkern hat praktisch die gleiche Breite wie die Bandwickel in einer MC, somit muss ich die Kassetten nur 4-5 mal über die Drossel schieben, 1x Umdrehen und das ganze Wiederholen und sie sind komplett blank! Da die Drossel am Trennstelltrafo hängt kann die Spannung zum Ende der Behandlung langsam auf 0V gedreht werden, wie Holger weiter oben schon schrub ein gutes Vorgehen. Ich bin begeistert.
Der Test mit "richtigem" Tonband muss noch bis morgen warten, dazu muss ich den Spulenkörper der Drossel noch bearbeiten, die Sekundäranschlüsse müssen weg damit man nah genug an eine Spule heran kann.
Meinen hochwissenschaftlichen (ähem...) Untersuchungen (Schraubenzieher über dem Prüfling schwenken und fühlen wo's am meisten zieht) nach bilden sich die "Feldstärkenmaxima" an den Kanten des mittleren Steges des E-Kerns. Damit hatte ich auch gerechnet. Wenn man eine einzelne, stärker ausgeprägte, Kante hätte, könnte man die Feldlinien sicherlich noch weiter auf ein Maximum Bündeln. Das hat ja auch Weircliff in seinen Patenten beschrieben.
Und nun noch eine Frage:
Der Spulenkern trägt im Moment ja nur die Primärwicklung die beim Spendertrafo schon dabei war. Wenn ich nun den Kern mit CuL einfach auffülle müsste sich doch auch das zu erzielende Magnetfeld erhöhen, richtig? Evtl. kann ich dann die Versorgungsspannung auch noch erhöhen, da der Gleichstromwiederstand der Wicklung steigt, oder bei gleicher Spannung verbleiben und weniger Wärme entwickeln. Oder hab ich da 'nen Denkfehler?
lg
David
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(25.06.2025, 22:50)Peter Ruhrberg schrieb: (25.06.2025, 22:30)Übertrager schrieb: Aber aus dem thread, in dem Peter den Kasten damals vorgestellt hat, geht hervor, daß mit 50Hz gelöscht wird und zum Abschalten eine abklingende Schwingung eines aus den Löschspulen und einem dicken C (hinten rechts) bestehenden Schwingkreises verwendet wird.
So sieht es wohl aus. Es sind mehrere Kondensatoren verbaut, direkt hinter der Spule ein ganz dickes Teil. Es könnte sein, dass einer der Kondensatoren zur Funkenlöschung dient, nur einen passenden Serienwiderstand habe ich nicht entdecken können.
Ich denke es könnten auch Kondensatoren zur Blindleistungskompensation verbaut sein. So eine Spule zieht ja fast nur Blindstrom (VAR) aus dem Netz.
Mit einem dicken Kondensator parallel zur Spule "schwingt" dieser zwischen Spule und Kondensator her und es wird weniger Blindstrom aus dem Netz entnommen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Blindleist...mpensation
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(26.06.2025, 23:30)Micha94 schrieb: Ich denke es könnten auch Kondensatoren zur Blindleistungskompensation verbaut sein.
Durchaus möglich. Leider sind Aufbau und Verkabelung so unübersichtlich, dass ich mich nicht um ein Re-engineering bemüht habe. Hauptsache die Kiste läuft
Grüße
Peter
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.06.2025, 07:51 von Ferrograph.)
(26.06.2025, 22:00)David77 schrieb: Und nun noch eine Frage:
Der Spulenkern trägt im Moment ja nur die Primärwicklung die beim Spendertrafo schon dabei war. Wenn ich nun den Kern mit CuL einfach auffülle müsste sich doch auch das zu erzielende Magnetfeld erhöhen, richtig? Evtl. kann ich dann die Versorgungsspannung auch noch erhöhen, da der Gleichstromwiederstand der Wicklung steigt, oder bei gleicher Spannung verbleiben und weniger Wärme entwickeln. Oder hab ich da 'nen Denkfehler?
Wenn du die Windungszahl gleichsinnig erhöhst erzeugst du eine größere Induktion im Kern und damit einen höheren magnetischen Fluss.
Allerdings bedingt das sofort eine entsprechende Erwärmung des Kernes, da bei gleichbleibenden magnetischen Widerstand die hier entstehende höhere Verlustleistung in Wärme abgeführt wird. Damit wird sich auch die Spule noch mehr erhitzen.
Gruß Jan
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(27.06.2025, 07:44)Ferrograph schrieb: (26.06.2025, 22:00)David77 schrieb: Und nun noch eine Frage:
Der Spulenkern trägt im Moment ja nur die Primärwicklung die beim Spendertrafo schon dabei war. Wenn ich nun den Kern mit CuL einfach auffülle müsste sich doch auch das zu erzielende Magnetfeld erhöhen, richtig? Evtl. kann ich dann die Versorgungsspannung auch noch erhöhen, da der Gleichstromwiederstand der Wicklung steigt, oder bei gleicher Spannung verbleiben und weniger Wärme entwickeln. Oder hab ich da 'nen Denkfehler?
Wenn du die Windungszahl gleichsinnig erhöhst erzeugst du eine größere Induktion im Kern und damit einen höheren magnetischen Fluss.
Allerdings bedingt das sofort eine entsprechende Erwärmung des Kernes, da bei gleichbleibenden magnetischen Widerstand die hier entstehende höhere Verlustleistung in Wärme abgeführt wird. Damit wird sich auch die Spule noch mehr erhitzen.
Gruß Jan
Warum verhalten sich Induktivitäten so wenig intuitiv?
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Habe heute mit der Löschdrossel ein paar erste 18cm Bänder gelöscht. Auch das funktioniert wunderbar. 30 Sekunden von beiden Seiten langsam über das Band bewegen und der Inhalt ist restlos verschwunden.
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.06.2025, 15:15 von Übertrager.)
(27.06.2025, 15:32)David77 schrieb: Warum verhalten sich Induktivitäten so wenig intuitiv?

Achtung Wortwitz: Weil sie komplex sind 
Generell sind die Eigenschaften einer Luftspule recht einfach zu beschreiben, mit einem Kern wirds etwas komplizierter, in der Realität kommen noch ein paar Gemeinheiten dazu.
Bei Deinem Versuch wird sich nicht nur der ohmsche, sondern auch der komplexe ("Wechselstrom"-)Widerstand erhöhen, und zwar linear mit der Induktivität. Die geht wiederum linear mit der Windungszahl. Ein einfacher Test wäre es. die Sekundärwicklung einfach in Serie mit der Primärwicklung zu schalten.
Wenn Du das Ding 30 Sekunden in Betrieb in der Hand halten kannst, ist beim Strom noch Luft nach oben.
Allerdings gibt es eine Grenze, und das ist die Sättingungsmagnetisierung des Eisenkerns. Oberhalb derer steigt der Strom direkt mit dem ohmschen Widerstand.
Außerdem würde ich den Kern zuverlässig mit dem Schutzleiter verbinden, damit bei einem Isolationsfehler der FI/RCB der Hausinstallation abschaltet.
Ansonsten: Schöne Bastelei, vor allem die Blechschnippelei hätte ich mir nicht angetan.
Michael
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(28.06.2025, 15:15)Übertrager schrieb: Allerdings gibt es eine Grenze, und das ist die Sättingungsmagnetisierung des Eisenkerns. Oberhalb derer steigt der Strom direkt mit dem ohmschen Widerstand.
Ob bei diesem riesengroßen Luftspalt über dem E-Profil der selbstgebauten Löschdrossel eine magnetische Sättigung des Kernes auftreten kann?
Gruß Jan
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(28.06.2025, 15:34)Ferrograph schrieb: (28.06.2025, 15:15)Übertrager schrieb: Allerdings gibt es eine Grenze, und das ist die Sättingungsmagnetisierung des Eisenkerns. Oberhalb derer steigt der Strom direkt mit dem ohmschen Widerstand.
Ob bei diesem riesengroßen Luftspalt über dem E-Profil der selbstgebauten Löschdrossel eine magnetische Sättigung des Kernes auftreten kann?
Gruß Jan
Im Leerlauf nicht, aber wenn man ein Band oder einen Bobby drüberschiebt...?
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28.06.2025, 18:16
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.06.2025, 18:21 von David77.)
Och, das Geschnippel war halb so schlimm. Hab ich auf mehrere Tage verteilt.
So, das fertige Gerät nimmt Formen an. Hier die Löschdrossel an sich. Die aktive Seite hab ich gerade noch über den Bandschleifer laufen lassen, ist nicht perfekt da sich die Klebestellen meiner letzten Schleifbänder verabschiedet haben. Man kann sowas wohl nicht >20 Jahre lagern, wer hätt's gedacht  .
Das ganze kommt jetzt in dieses formschöne Kästchen, das das Schuppenuniversum gnädigerweise ausgespuckt hat. Die aktive Fläche ist nicht ganz bündig zur Oberseite des Gehäuses, steht ca. 1-2mm über. Ich denke da kommt noch eine Lage Filz oder Leder drauf um auch ein Beschädigen der Spulen und Bänder zu vermeiden. Geplant ist auf der Unterseite des Kästchens einen Griff sowie Füsse zu montieren, womit sich das Gerät entweder wie ein Bügeleisen über die zu löschenden Spulen bewegen lässt oder stationär zum löschen von MC's verwenden lässt. Das Schuppenuniversum war nicht gütig genug einen passenden Griff zur Verfügung zu stellen. Da ist eine Fahrt zum Baumarkt nötig.
Zur Sicherheit gibt es einen Bimetallschalter an der Wicklung, der bei ca. 75°C abschaltet. Zusätzlich eine Sicherung und ein Kontrolllämpchen. Jeder Selbstbau braucht ein Lämpchen, das ist ja quasi Vorschrift  .
Grad bin ich noch am Grübeln, wie ich die Drossel in dem Häuschen befestige. Irgendwie tendiere ich zu Vergussmasse... mal sehen.
Achso: Betrieben wird das ganze dann ausschliesslich am Regeltrenntrafo, daher gibts auch keinen Schutzleiter.
lg
David
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Das hast du gut umgesetzt, mir gefällt dein Projekt.
So ein Schuppenuniversum ist Gold wert...
Gruß Jan
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Ok, neue Erkenntnisse!
Die Bügeleisentechnik ist 'n Scheiss.
Ich habe umdisponiert, das Ding kriegt einen kleinen Tisch aus Plexiglas. Die Spulen können dann in definierten Positionen mit einem Stift fixiert werden und um diesen Stift herum über den Löschmagneten gedreht werden.
Gründe dafür: Die Drossel ist schwer. Ich möchte sie ungern auf den zu Löschenden Spulen - geschweige denn Offenwickeln! - abstellen und herumschieben. Anders ist ein definierter Abstand aber nicht zu erreichen. Wenn mann versucht die Drossel in einem definierten Abstand über die Spule zu bewegen kommt nur ein unzureichend gelöschtes Band heraus. Bei Versuchen mit einem provisorisch konstruierten Tisch, wie oben beschrieben, sind wiederholbar einwandfrei gelöschte Bänder möglich.
Ausserdem ist es bei Offenwickeln ganz leicht möglich sich den Bobby aus dem Wickel zu saugen! Fragt mich woher ich das weis...
lg
David
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Etwas nach dem identischen Prinzip, hatte ich vor etlichen Jahren gebraucht gekauft. Das sieht so aus!
Thomas
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29.06.2025, 11:43
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.06.2025, 11:44 von Peter Ruhrberg.)
(29.06.2025, 10:16)David77 schrieb: Ich habe umdisponiert, das Ding kriegt einen kleinen Tisch aus Plexiglas. Die Spulen können dann in definierten Positionen mit einem Stift fixiert werden und um diesen Stift herum über den Löschmagneten gedreht werden.
Gute Idee.
Vielleicht schont es Bänder & Spulen, wenn du als Abstandshalter eine Filzmatte o.ä. über dem Kern anordnest oder auf der Plexiglasgehäuse legst. Für schwerer zu löschende Chrom- und Metallcassetten kannst du sie ja abnehmen.
Noch zu der früher geäußerten Idee, die Spule im Gehäuse zu vergießen: Da bin ich mir nicht sicher, ob das eine guter Einfall ist, a) wegen der dann vollkommen fehlenden Luftzirkulation, b) falls mal was zu reparieren sein sollte, macht dies der Verguss praktisch unmöglich.
Grüße
Peter
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Als Distanzmedium würde sich eine Teflonscheibe gut eignen. Gibt es in verschiedenen Stärken, ist temperaturunempfindlich und bietet geringe Oberflächenreibung.
Z.B. hier!
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.06.2025, 12:17 von RalfR.)
Link klappt nicht
Klappt doch, sorry.
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(29.06.2025, 12:16)Gyrator schrieb: Als Distanzmedium würde sich eine Teflonscheibe gut eignen.
Danke, daran habe ich überhaupt nicht gedacht.
Dafür an Dinge, die bei mir ohnehin ungenutzt herumliegen...
Grüße
Peter
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Wenn die Seite mit dem Link nicht angezeigt wird, Seite nochmal neu laden lassen, dann klappts.
Oder so https://www.ebay.de/itm/387639934030
MfG, Tobias
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
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Schönen Sonntag zusammen!
Da es mir draussen viel zu warm ist, hab ich mich in den Bastelkeller verkrochen. Nur kurze Abstecher in den Schuppen waren notwendig. Da steht halt die Standbohrmaschine.
Ja, Teflon klingt gut. Mal sehen ob das überhaupt nötig ist.
Habe den Tisch nun an den Apparat dran gebastelt. So sieht das jetzt aus.
Der Wickelteller für den Offenwickel ist irgend 'ne olle Platte  . AC/DC heisst die Gruppe, egal hat 'nen dicken Kratzer.
Interessant ist folgendes Phänomen:
18 und 27er Spulen lassen sich problemlos Löschen. Bisher mit Agfa PE31/36/46 getestet. Da herrscht hinterher Totenstille - bis auf etwas Rauschen, das Band ist wirklich Jungfräulich.
Die ersten Versuche mit Offenwickeln waren dagegen etwas enttäuschend. Mein erster Wickel war BASF SPR50LHL. Da blieb nach dem Durchlauf ein Rhytmisches wummern auf dem Band. Dachte erst, gut ist halt ein recht modernes Band, vielleicht ist die Drossel nicht stark genug. Zweiter Wickel drauf, diesmal ein olles PER525. Gleiches Ergebnis. Ich grüble.
@ Peter Ruhrberg
Ja, dieselben Gedanken bzgl. Verguss hatte ich auch. Da ich das Gerät jetzt aber stationär betreibe und vom Bügeln der Bänder abgekommen bin, wird auch nix mehr vergossen.
@ Gyrator
Das ist ja eine Wilde Konstruktion.
lg
David
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In den USA gab es solche Geräte zu kaufen, aber nicht für richtig große Spulen https://www.ebay.com/itm/197465101850?
MfG, Tobias
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