A700: A = Aufgabe oder Abenteuer oder ...
#1
Die A700 aus dem Allgäu (die Vorgeschichte siehe hier).

Wofür steht das A? Für Aufgabe, Abenteuer oder Alptraum?

Ich habe mich für das erste A entschieden: also eine Aufgabe, um nicht zu sagen eine Herausforderung. Aber wie denke eine sehr interessante. Nachdem ich nun schon zwei TS1000, eine N4450 und mehrere A77 wieder zum Leben erweckt habe fühle ich dieser Herausforderung gewachsen. Wie weit ich komme wird sich zeigen, ich bin zuversichtlich solange die sündteuren Spezial-IC noch funktionieren. Aber soweit sind wir noch lange nicht.

Prolog:
Eine A700 „gegen Gebot“ wird im Allgäu angeboten. Für mich knapp 2h Autofahrt, also mal freundlich den Anbieter angeschrieben und auch gleich ein risikoaverses Gebot (in dreistelliger Höhe) in den Ring geworfen.
Die erste Rückmeldung lässt auf gesunden Realismus seitens des Anbieters hoffen, es folgt ein längeres, sehr freundliches und ergebnisoffenes Telefonat. Die Maschine stammt aus der Auflösung einer Ferienwohnung welche ein mutmaßlich recht wohlhabender norddeutscher Tourist von den 50er bis 90er Jahren bewohnte. Die Maschine steht aber schon mindestens 10 Jahre und wurde auch jetzt nicht an Spannung gelegt. Gut so.

Allerdings erfüllt mein Gebot nicht die Erwartungen des Verkäufers, aber wir liegen in der ZOPA (Zone of Possible Agreement).
Ich frage nach Zubehör wie Abdeckhauben oder Bändern. Soll vorhanden sein, ich erhalte Bilder und erfahre so auch das es eine Halbspur-Maschine ist. So erbitte ich mir Bedenkzeit. Bzw. eine Nacht zum drüber schlafen. Denn eigentlich habe ich bereits genug Bandmaschinen und suche wenn dann eher eine B77 MkII in Viertelspur.

Am Morgen danach recherchiere ich erstmals intensiv zur A700, ihrer Ausstattung, Komplexität und Risiken. Ein IC für die Wickelmotorregelung für geschmeidige 250€ aus Irland? My dear Sir Singing Club …

Nun ja, man soll ja positiv denken. Ich erläutere dem Anbieter meine Gedanken und erhöhe trotzdem das Gebot in eine Höhe, welche im Fall eines technischen „Desasters“ zumindest ein „Nullsummenspiel“ für mich ergeben sollte, unter Berücksichtigung des Wertes der zuzugebenden Spulen. Die Verhandlung endet damit das ich mich ins Auto setze ...

Und da steht sie nun:

   
   

Man sieht Ihr an dass sie die letzten Jahre nicht im wohltemperierten Wohnzimmer stand.
Und der Vorbesitzer war Etiketten-Fetischist, wie auch die Spulen mehr als deutlich zeigen

   
   

Dank der sehr guten Serviceanleitung (zu bekommen auf dem Studer ReVox Infoportal) ist die Wunderkiste schnell geöffnet. Alle Schrauben lassen sich ohne Kraftaufwand lösen, auch die Kappen der Andruck- und Umlenkrollen gehen mühelos ab.

   

Die Motorglocken tragen etwas Flugrost, die Sicherungshalter sehen aber sehr sauber aus.

   

Der letzte Service?

   

Großes Knallpotential, gut das der Verkäufer vom E-Fach ist und die Kiste nicht an Spannung gelegt hat.

   

Der letzte Bediener? Oder Bewohner?

   

Was folgt: eine Tauschteileliste anhand der Serviceanleitung bzw. der Schaltungen erstellen. Oder hat jemand schon eine für mich? Angel
Dann sehen wir weiter.
Viele Grüße, Bernd
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#2
Servus Bernd,
klingt doch bis jetzt ganz gut.
Du musst dass Schätzchen nur "streicheln". Smile
Viel Spaß
Andreas
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#3
Ah, mit Tonkopf für die Dia-Steuerung. Damit ist es für die Maschine normal, wenn sie beim Einschalten, natürlich erst nach Tausch der Knallkörper, klackt wenn das Relais anzieht. Bei mir hat das Relais geflattert und ich habe die Platine/Karte erstmal entfernt. Die Standard-A700 klackt nicht beim Einschalten.
Der Riemen für das Zählwerk fehlt, wenn ich das richtig sehe.

Vielleicht bekannt, hier trotzdem der Bericht einer umfangreichen Überarbeitung der A700.

Viel Erfolg mit der Restauration.
Viele Grüße
Dietmar
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#4
Ich wünsche auch gutes Gelingen, eine Aufgabe ist es sicher, ein Abenteuer kann es ja auch im positiven Sinn sein  Smile 

Die A700 ist auf jeden Fall eine tolle Maschine, erst die Revox C270 kam darüber hinaus (innerhalb der Revox-Maschinen).

Du hast auch eine spätere Version ergattert, sehr gut  Cool Bandwaagen mit Mikroschaltern und einstellbaren Federn, neue Version des Kopfhörerverstärkers mit Relais, Plastikringe um die Bandteller.

Die A700 wurde im Laufe der Produktion mehrfach verändert, daher wirst du die Teileliste wohl selbst erstellen müssen…
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#5
Guten Morgen Allerseits und besten Dank für Eure aufmunternden Rückmeldungen  thumbup

@Andreas: mit Streicheln alleine wird es wohl nicht getan sein, ich hoffe bei Bedarf auf Deine Meister-Kenntnisse "in Person" zurückkommen zu dürfen 
(immer nur Uhers und Satelliten zu reparieren wird Dir auf Dauer sicher langweilig  Big Grin )

@Dietmar: vielen Dank für den Link  Smile

@Hans-Volker: Deinen Bericht im OFF hatte ich tatsächlich bei meiner Vor-Kauf-Recherche entdeckt und zumindest die bisher studierten ersten 2 Seiten haben den Ausschlag gegeben das Projekt anzugehen. thumbsup

(08.06.2025, 19:11)havox schrieb: ...
Die A700 wurde im Laufe der Produktion mehrfach verändert, daher wirst du die Teileliste wohl selbst erstellen müssen…

Dazu gleich eine Frage an Dich:
Ohne hier eine Grundsatzdiskussion anstoßen zu wollen: die Platinen der A700 scheinen ja gefühlt zur Hälfte mit Tantals bestückt zu sein. Bevor ich ein Risiko für die teuren ICs eingehe würde ich diese alle kontrolliert aber pauschal erneuern und - wenn es von der Baugröße passt - gegen hochwertige (z.B. Panasonic) Elkos ersetzen. Oder gibt es Positionen wo es aufgrund spezieller elektrischer/schaltungstechnischer Eigenschaften geboten ist bei Tantal zu bleiben?
Viele Grüße, Bernd
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#6
Also geboten würde ich nicht sagen.

Ich würde die Tentals tauschen:
- Auf der Netzteilplatine
- Laufwerkssteuerung
- Capstansteuerung
- An den Bandzugwaagen / Bewegungssensor

Nicht tauschen würde ich sie:
- Auf den 3 Audiokarten
- Im gesamten Vorverstärkerbereich, also alles unterhalb der Laufwerkssteuerung

Elkos natürlich überall erneuern. Entstörkondensatoren sowieso. Motorkondensatoren auch. Da kann man es sich einfacher machen, in dem man die 50/60 Hz Umschaltung entfernt. Sonst bekommt man Platzprobleme.

Zumindest zwei Geräte laufen bei mir so problemlos.
In der A700 sind viele beidseitige Platinen, wo sich die Bauteile nicht so leicht auslöten lassen wie z. B. bei einer A77.

Gruß
Robert
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#7
Tintenfische haben Tentakel, Bandmaschinen haben Tantals..... Wink
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#8
Aufpassen beim entlöten von Bauteilen bei der A700. Die sind beidseitig verlötet und Lötaugen reißen hier schnell mal ab, wenn man nicht vorsichtig ist. 

Ich habe kürzlich zwei von den Biestern überholt incl. Tausch der teuren ICs.
Gruß André
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#9
Mir sind schon Tantals auf den Audiokarten abgefackelt.....
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#10
Hallo Bernd,

Glückwunsch zum Erwerb dieser Maschine.
Sicher ist viel zu tun, aber der Lohn für die Mühe ist eine tolle Maschine.
Ich bin sehr gespannt auf den Fortgang der Aktion.
Bei mir stehen zwei dieser Schmuckstücke und warten auf Revision, aber bisher fehlte mir noch der Mut.

Also viel Erfolg!

Gruß
Alfred

Meine Freude an der Tonbandtechnik verdanke ich Hermann Hoffmann, dem Erfinder der Radio-Comedy.

http://www.sender-zitrone.de/
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#11
Ich würde es auch so machen, wie Robert es vorgeschlagen hat. Defekte Tantal-Elkos kommen auch auf den Audioplatinen vor, aber verursachen im Fehlerfall keine Folgeschäden.

Ich glaube, die Frage war auch, ob Tantal-Elkos wieder durch Tantal-Elkos ersetzt werden müssen. Ich mache das nicht, sondern nehme „normale“ Aluminium-Elkos  als Ersatz. Bisher ohne Probleme.

Und noch was zu den doppelseitigen Platinen: Einige Bauelemente müssen auch beidseitig verlötet werden. Ich bin mir nicht sicher (bezweifle es eher), ob / dass die Platinen an den entsprechenden Stellen Durchkontaktierungen haben.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#12
Hatte mal die A700 von einem Freund wiederbelebt. Da hatte er was zu auf Facebook gepostet. Da hatte dann einer wehement geschrieben, dass die Tantals drin bleiben können. Laufwerksteuerung, Netzteil und Capstanregelung hatte ich schon fertig. Da dachte ich mir: Ja, mal testen wird schon gehen.... Kleine Sünden bestraft der Herr sofort (mit Rauchzeichen aus den Audiokarten)
Das war mal wieder Glück vom Feinsten....
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#13
Das hatte ich jetzt tatsächlich noch nie! Lediglich einen halbtoten auf dem Wiedergabeverstärker. Ohne Rauchzeichen…
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#14
(09.06.2025, 10:53)havox schrieb: Und noch was zu den doppelseitigen Platinen: Einige Bauelemente müssen auch beidseitig verlötet werden. Ich bin mir nicht sicher (bezweifle es eher), ob / dass die Platinen an den entsprechenden Stellen Durchkontaktierungen haben.

Die Platinen haben keine Durchkontaktierungen und ja, einige Bauteile müssen beidseitig verlötet werden.
Gruß André
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#15
Super, vielen vielen Dank für die hilfreichen Anwendertipps  thumbsup
Der Mensch wächst bekanntlich an seinen Aufgaben, ich möchte tunlichst nichts kaputtreparieren oder verschlimmbessern, besonders nicht an einer auch für mich teuren Maschine.
Daher werde ich die vorgeschlagene Reihenfolge tunlichst einhalten. 

Empfiehlt sich für die Schonung der Platinen die Beschaffung einer Entlötstation? 
Bisher konnte ich alle meine Gerätschaften mit der Handsaugpumpe folgenfrei (für die Kontaktierungen) bearbeiten ...
Viele Grüße, Bernd
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#16
Die Platinen der A700 sind Mist. Die gehen z.T. auch mit Entlötstation noch kaputt. Da muss man sich beim Löten mit der Temperatur von unten annähern!
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#17
(09.06.2025, 09:46)q-tip schrieb: ...

Nicht tauschen würde ich sie:
- Auf den 3 Audiokarten
- Im gesamten Vorverstärkerbereich, also alles unterhalb der Laufwerkssteuerung

...

Hallo Robert (und natürlich auch die anderen hilfreichen Kollegen),

ich habe die Serviceanleitung noch nicht durchgearbeitet, sind das diese Karten?

   

Und ungeachtet dessen? Sind die noch an der Vorderseite arretiert/gesichert?
Jemand hat hier nützliche "Ausziehhilfen" in Form von Kabelbindern installiert, aber wenn ich vorsichtig daran ziehe (ich wollte die Potis in Augenschein nehmen) dann rührt sich erstmal nichts  Huh
Viele Grüße, Bernd
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#18
Die Kabelbinder sind Serienausstattung und ja, die Karten sitzen fest. Also die Kabelbinder nutzen, vorher so herausholen und ausrichten, dass sie nirgendwo mehr anhaken und die Zugkraft langsam erhöhen.

So sieht, z.B., die Platine für die Dia-Steuerung aus.
Viele Grüße
Dietmar
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#19
(09.06.2025, 12:12)berndw schrieb: Empfiehlt sich für die Schonung der Platinen die Beschaffung einer Entlötstation? 

Unbedingt  Exclamation

Einige hier, mich eingeschlossen,  setzen die ZD-915 seit langem erfolgreich ein. 
z.B. hier zu bekommen. Ist jeden € wert!

Ich entlöte bei 370 Grad.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#20
Ich würde die ZD-8925 empfehlen.
Die ZD-915 hat einen nervigen (finde ich) Lüfter, die ZD-8925 nicht.
VG Jürgen
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#21
Ich hab einen Spannungsregler in die 915 eingebaut um das nervige Lüftergeräusch zu verringern.
Das funktioniert seit Jahren problemlos.
Viele Grüße
Jörg
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#22
(09.06.2025, 15:34)JUM schrieb: Ich würde die ZD-8925 empfehlen.
Die ZD-915 hat einen nervigen (finde ich) Lüfter, die ZD-8925 nicht.
VG Jürgen

Ja, die sieht gut aus. Da scheint mir auch der Öffnungsmechanismus für das Sammelgefäß besser gelöst als bei der ZD-915.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#23
(09.06.2025, 12:19)berndw schrieb: ich habe die Serviceanleitung noch nicht durchgearbeitet, sind das diese Karten?

Ja, bei Dir sind es halt 4 wegen der besagten Dia-Steuerung (die oberste).
Die kleinen Trimmer sind normalerweise in Ordnung und müssen nur vielleicht gereinigt werden. Die großen fallen meist auseinander und müssen neu.

Ansonsten möchte ich auf die schicke Möglichkeit hinweisen, dass man die Platinen so anpassen kann, dass man bei 19 cm/s NAB Entzerrung hat und bei 38 cm/s CCIR. Also quasi das beste beider Welten. Gibt es hier auch irgendwo einen Thread zu.

Gruß
Robert
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#24
(09.06.2025, 11:43)hyberman schrieb:
(09.06.2025, 10:53)havox schrieb: Und noch was zu den doppelseitigen Platinen: Einige Bauelemente müssen auch beidseitig verlötet werden. Ich bin mir nicht sicher (bezweifle es eher), ob / dass die Platinen an den entsprechenden Stellen Durchkontaktierungen haben.

Die Platinen haben keine Durchkontaktierungen und ja, einige Bauteile müssen beidseitig verlötet werden.

Guten Morgen Allerseits,

dank eines geschätzten Forumsmitglieds verfüge ich nun auch über eine originale, sehr dicke Serviceanleitung der A700, welche neben den Schaltungen und Stücklisten auch die Layoutpläne der Platinen beinhaltet.
Darin sind auch die beidseitigen Leiterbahnen zu erkennen. Jetzt brauche ich nur noch Zeit und Muße das Projekt anzugehen. 
Aktuell ist die Werkbank allerdings noch von der TS1000 belegt ...
Viele Grüße, Bernd
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#25
(09.06.2025, 12:16)bb_magnetophon schrieb: Die Platinen der A700 sind Mist. Die gehen z.T. auch mit Entlötstation noch kaputt. Da muss man sich beim Löten mit der Temperatur von unten annähern!

Moin.
Das hat jemand vor mir an dieser A700 auch schon festgestellt. Oder es war ein Grobmotoriker. Auf der Netzteilkarte wurden wohl mal die 3 Gleichrichter erneuert. Ich kann mir nicht vorstellen dass das Gerät so das Werk verlassen hat  Huh

   

   

   

Nach einer ersten Sichtung scheinen sich die anderen Platinen noch im Auslieferzustand zu befinden, bis auf einen ersetzten Tantal auf der A25.

PS: wer noch Motivation braucht die alten Rifas rauszuwerfen ... 

   

Schönes Wochenende.
Viele Grüße, Bernd
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#26
Die Platine wird im Bereich der Gleichrichter sehr warm, daher auch die sichtbare Verfärbung. Ich bin mir nicht so sicher, dass da schon mal jemand dran war.
Die Gleichrichter waren ab Werk auch etwas unterdimensioniert und sollten durch etwas stärkere ersetzt werden.

Auch die 3 Motor Control Platinen oben am Kühlkörper sollten neue Gleichrichter bekommen. Da muss man ja eh bei wegen der Rifas.
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#27
Die Lötstellen sehen gut aus, lediglich das Kolophonium wurde nicht mit Spiritus entfernt.

Gruß Jan
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#28
Auf der Platine wurde herumgekratzt und mindestens ein Lötauge ist abgerissen.
Also von guten Lötstellen ist das dann doch sehr weit entfernt.
Viele Grüße
Jörg
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#29
Na ja, zu viel Kolophonium und eine offensichtlich verzunderte oder "abgeknabberte", vielleicht auch noch zu heiße Lötspitze verwendet. Positiv ist bei dieser Platine ja, es gibt keine Bauteile mit umgebogenen Anschlüssen, eigentlich müssten die gut zu wechseln sein, ohne irgendweche Platinenschäden. Natürlich braucht es einwandfreies Lötgerät und nicht etwa Opas alten 60 Watt Kolben.

Gruß Holger
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#30
Gerade bei der A 700 sind auf der Netzplatine die Ladeelkos zur Leiterbahn hin umgebogen und verlötet ! Solcher Schwachsinn macht das auslöten zum Abenteuer
und oft zu abglösten Leiterbahnen .
Also Vorsicht !

Gruß charly Sad
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#31
Bei Axilelkos die Beine auf der Oberseite durchschneiden. Dann Zinn heiß machen und die Beinchen nach unten durchschieben....
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#32
(15.06.2025, 08:01)bb_magnetophon schrieb: Bei Axilelkos die Beine auf der Oberseite durchschneiden. Dann Zinn heiß machen und die Beinchen nach unten durchschieben....

Genauso wird es gemacht!  Smile
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#33
(15.06.2025, 08:01)bb_magnetophon schrieb: Bei Axilelkos die Beine auf der Oberseite durchschneiden. Dann Zinn heiß machen und die Beinchen nach unten durchschieben....

Vielen Dank auch für diesen wichtigen Hinweis  Smile thumbup
Viele Grüße, Bernd
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#34
Oft wiederholt und deshalb nicht weniger wichtig, kennzeichne vor dem Entlöten den Pluspol mit einem kleinen Punkt auf der Platine. Oft sind Schaltpläne nicht korrekt und andersherum, auch schon gesehen, war vom Werk die Polung falsch. (Letzteres ist selten).
Viele Grüße
Dietmar
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#35
Hallo Allerseits,

ich wollte die Kühle des Kellers nutzen und dem Capstanmotor etwas Pflege geben. Er dreht sich frei und leichtgängig, wenn ich eine Bleistift-Notiz auf der Vorderseite des Gussteils richtig deute wurde er mutmaßlich am 09.06.2003 einmal gewechselt.
Die Maschine stand mutmaßlich nicht immer ausgeglichen temperiert, das hatte ich ja bereits festgestellt.
Am Capstan-Motor bzw. am Rahmen der "Tachospule" sieht man auch erkennbare, aber mit dem Glaspinsel entfernbare Korrosion.

   

Diese Korrosion zeigt sich beidseitig am Tachokranz:

   

Was mir Sorge bereitet: die Spule zeigt an meinem Fluke 87 keinen Durchgangswiderstand ... damit dürfte auch keine Geschwindigkeitsregelung funktionen, oder?

   

Ein "Show-Stopper"?  Huh
Viele Grüße, Bernd
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#36
Wenn die Spule keinen Durchgang hat, bekommt die Regelung keine Tachoimpulse, die Maschine wird dann viel zu schnell laufen, wenn sie nicht eine Schutzschaltung hat, die in so einem Fall eingreift. Hoffen wir mal, dass der Fehler an den Spulenanschlüssen liegt, so dass man das reparieren kann. Da dort ja offensichtlich Feuchtigkeit eingewirkt hat, könnte ein Anschluss abkorrodiert sein.

Gruß Holger
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#37
(15.06.2025, 16:22)Analoghoerer schrieb: [...] Hoffen wir mal, dass der Fehler an den Spulenanschlüssen liegt, so dass man das reparieren kann. Da dort ja offensichtlich Feuchtigkeit eingewirkt hat, könnte ein Anschluss abkorrodiert sein.

Gruß Holger

Guten Morgen Allerseits,

unter der Lupe konnte ich erkennen das der Spulendraht an einem der Anschlüsse (zum roten Kabel) ab war. Ich habe versucht den Draht wieder an den Lötstützpunkt anzulöten (am noch erkennbar verzinnten Ende des Lackdrahtes), was "mechanisch" auch gelang. Nur hat die Spule noch immer keinen messbaren Durchgang an den Anschlüssen  Sad

Damit sind meine Möglichkeiten erschöpft ... hat zufällig jemand so eine Spule abzugeben oder Fähigkeit/Möglichkeit das zu reparieren?

Mit hoffenungsvollen Grüßen, Bernd
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#38
Frage an die Runde: Ist das der gleiche Motor, wie in einer A77?
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#39
Nein. Bei der A77 liegt der Sensor extern und nicht als Ring im Motor. Wäre auch zu schön gewesen…
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#40
stimmt..... Da sind ja die Dinger dran, die gerne zerbröseln.......
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#41
Du kannst den Ring gerne mal zusenden aber versprechen kann ich nix. Das ist ja alles vergossen......
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#42
(18.06.2025, 15:28)bb_magnetophon schrieb: Du kannst den Ring gerne mal zusenden aber versprechen kann ich nix. Das ist ja alles vergossen......

Vielen Dank für das Angebot, seit heute Nachmittag ist der Tachoring aber bereits unterwegs nach Kiel  Smile
Viele Grüße, Bernd
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#43
Ich werde dann berichten  Cool Und mal an meiner A700  Widerstand und Induktivität messen. Vielleicht kann man daraus abschätzen, ob Neuwickeln möglich wäre. Ob ich das dann könnte, ist natürlich auch noch die Frage  Big Grin

Edit: Die Spule hat 1,6 kOhm und 300 mH  Sad Das spricht schon mal für etliche Windungen…
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#44
Moin,
der Ring ist heute hier angekommen. 

Der Blick durch die Lupe zeigt mir: (Auch) das Spulenende ist von seinem Lötstützpunkt abgerissen aber  noch ein freier Rest vorhanden:

   

Hier habe ich ihn schon „flachgelegt“ und mit dem Skalpell vorsichtig blankgeputzt.

Dann habe ich an den Lötstützpunkt eine frisch verzinnte Kupferlitze angelötet:

   

Und die beiden Enden verlötet:

   

Geht wieder  Smile

   

   

Ich messe hier 700 Ohm und 290 mH, vermutlich war meine Widerstandsmessung an meiner Spule nicht so optimal  Blush Die Induktivität passt ja genau zusammen.

Kann dann die Heimreise antreten  Smile
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#45
Du bist eindeutig der Spulenzauberer hier in unserem Forum...

Gruß Jan
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#46
Da wird sich der Motor sehr freuen.
Und die Regelung erst :-)
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#47
(23.06.2025, 14:48)Ferrograph schrieb: Du bist eindeutig der Spulenzauberer hier in unserem Forum...

Gruß Jan

Nicht nur das
Der Hans-Volker ist noch dazu ein klasse Forenkollege!
Viele Grüße
Jörg
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#48
Ihr macht mich ja ganz verlegen  Blush  Smile

Die Freude über die höchst erfreuliche Anzeige des Ohmmeters ist ja ganz auf meiner Seite. Sowas ist immer ein ganz besonderer Moment!
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#49
Hallo Hans-Volker,

Ehre wem Ehre gebührt... :-)
Verlegenheit ist also fehl am Platze.
Ich kann mich den Lobeshymnen nur anschließen.
Unser Treffen wegen meiner Studer 807 hat mir auch viel Spaß gemacht.

Herzlichen Gruß
Alfred

Meine Freude an der Tonbandtechnik verdanke ich Hermann Hoffmann, dem Erfinder der Radio-Comedy.

http://www.sender-zitrone.de/
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#50
Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen und Dr. VU (alias havox) nur meinen Dank und Respekt zollen. In meiner A700 spielen sie tadellos, aus zwei mach eins hat gut funktioniert. Mein B226 spielt ebenfalls wie neu.
Viele Grüße
Dietmar
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