AKAI GX-75 MK-II, was darf es kosten?
#1
Moin in die Runde Wink 

Ich kann ein GX75MKII bekommen. 
Äußerlicher Zustand: hat lange kein Liebe gesehen, Rauchergerät
Technisch sind die Umlenklager der Andruckrollen verharzt und lassen sich nur mit hohem Kraftaufwand zur Endposition bewegen.
Ansonsten sieht das Laufwerk gut aus. 
Im Innern ist nur ein ganz geringer Geruch vom Rauch zu erahnen und augenscheinlich nichts mit Nikotin versifft.
Hab da schon andere Kaliber gesehen.

Was kann man dafür ausgeben?
FB und BDA ist vorhanden

Grüße, Piet
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#2
(05.06.2025, 09:19)applause schrieb: Technisch sind die Umlenklager der Andruckrollen verharzt und lassen sich nur mit hohem Kraftaufwand zur Endposition bewegen.

Dieses Problem haben die Kisten ja irgendwann alle. Läßt sich aber gut beheben.
Für meinen Geschmack werden die Geräte viel zu hoch gehandelt.
Ich habe mein MKI vor 2 Jahren im Top Zustand für 275 € verkauft.
Mit den von dir beschriebenen Einschränkungen würde ich persönlich höchstens 150 € geben.

Man kann aber auch bei diesem Herrn günstig kaufen... Cry
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/3...0-172-1170
Wie immer natürlich "Vollständig revidiert"
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#3
Die Frage wird sein, für welchen Preis will der Verkäufer es hergeben? ... und dann, bist Du bereit, diesen Preis zu zahlen?

Mir persönlich sind Geräte lieber, die unberührt sind, da ich selber revidiere.

Ich würde das Augenmerk auf die Köpfe und die Bandführung links werfen. Zeigt da das Deck wenig Betriebsstunden, würde ich sagen um 200 €, vor allem die FB ist oft nicht in den Angeboten erhalten.
Viele Grüße 
Manfred

"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
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#4
Hab das Deck ja schon hier und eine Preisvorstellung vom Besitzer welche deutlich unter eurer Einschätzung liegt Wink

Das wird jetzt aber das erste Deck sein, bei dem ich die es komplett zerlege, das Gehäuse komplett reinige und die Platinen zumindest von unten waschen werde.
Denn als ich die Bodenplatte abgenommen hatte, roch es schon sehr streng nach Qualm und beim Kabeldurchgang nach
oben riecht es total nach Popkorn bzw. nach Stinkefüsse.

Was nehmt ihr zum waschen der Platinen? Ich würde erst Fensterreiniger nehmen, da ich mit dem Nikotinputzmittel schlechte erfahrungen auf Platinen gemacht habe,
dann mit ISO, nach trocknung, hinterher.

Grüße, Piet
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#5
Ab damit in die Spülmaschine! Big Grin

Nee, lass ma besser, war'n Witz. Smile
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#6
(05.06.2025, 09:31)Manfred_K. schrieb: Ich würde das Augenmerk auf die Köpfe und die Bandführung links werfen.

Bei den Köpfen würde ich mir AKAI-typisch keine Sorgen machen.
Und beim MK II waren die Bandführungen bereits nicht mehr problematisch.
Bei MK I waren die teilweise zu weich und verschleißanfällig.
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#7
Hi Piet,

ich habe gerade eine Vollrevision eines Revox B 215 hinter mir, welches ebenfalls total zugequalmt war. Erste Bilder habe ich Stammtisch gezeigt. Der Preis war zu verlockend...

Für die Platinen verwende ich nur reines ISO. Damit Pinsel ich alles ab, danach spüle ich mit dest. Wasser. Die Platinen werden wie neu und riechen nicht mehr.

Alle anderen Teile reinige ich mit "Breff für Fett und Eingebranntes"  - Nicht für Kalk!  Das ist ein Wundermittel gegen Nikotin. Gehäuseteile einsprühen, Minute einwirken lassen, mit warmen Wasser gründlich spülen - Du wirst begeistert sein!

Breff aber bitte nicht für die Platinen verwenden. Breff löst den Lack vom Kupferlackdraht an und killt Filter, Spulen und Transformatoren.
Viele Grüße 
Manfred

"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
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#8
Ich würde dir Platinen schön in Ruhe lassen und lediglich den Staub abpusten.
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#9
Akai hat zwar Glasferrit Köpfe, aber diese sind natürlich auch nicht unzerstörbar. Da Ferrit sehr brüchig ist, kann es bei diesen Köpfen auch zum Ausbrechen von Ferrit am Kopfspalt kommen. Das sieht man mit bloßem Auge nicht. Hier hilft messen und natürlich ein gutes Mikroskop. Letzteres dürften wahrscheinlich nicht alle haben und der Kopf müsste auch ausgebaut werden. Welche Verkäufer dürfte das zulassen.

Interessant wäre bei Akai und allen Anderen natürlich ein Blick auf die Ersatzteillage. Vorallem Riemen, Idler, Andruckrolle. Womöglich hat das Akai ein Zahnrad, dann entfällt der Idler. 

Viele Grüße
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#10
Was Gummiteile betrifft ist für die 75/95er alles zu bekommen. Hab davon selbst schon einige fit gemacht.
Haken an den Decks ist nur die verharzte Mechanik der Köpfe / GA. Bekommt man aber problemlos wieder flott.
Gruß, Kuni
..............................

http://kuni.bplaced.net/
..............................
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#11
(05.06.2025, 12:51)janbunke schrieb: Ich würde dir Platinen schön in Ruhe lassen und lediglich den Staub abpusten.

Nikotin in Verbindung mit Staub ergibt teilweise "wunderbare" Übergangswiderstände. 

Diese sind der Klangqualität nicht unbedingt zuträglich. 

Wenn ich ein Nikotin-Deck revidiere, dann richtig. Oder man lässt von Raucher-Geräten grundsätzlich die Finger, aber das ist nur meine bescheidene Meinung  Wink
Viele Grüße 
Manfred

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#12
Verharzt sind bei GX 75/95 in der Regel die Lager der beiden Andruckrollen-Schwenkarme.
Dann geht das Cassettenfach auch nicht mehr richtig auf.
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#13
@all:

Gibt es die Bandführung links für die 75/95 irgendwo noch zu kaufen? Eventuell als Nachbau?
Viele Grüße 
Manfred

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#14
(05.06.2025, 13:06)Manfred_K. schrieb:
(05.06.2025, 12:51)janbunke schrieb: Ich würde dir Platinen schön in Ruhe lassen und lediglich den Staub abpusten.

Nikotin in Verbindung mit Staub ergibt teilweise "wunderbare" Übergangswiderstände. 

Diese sind der Klangqualität nicht unbedingt zuträglich. 

Wenn ich ein Nikotin-Deck revidiere, dann richtig. Oder man lässt von Raucher-Geräten grundsätzlich die Finger, aber das ist nur meine bescheidene Meinung  Wink

Ist ja noch gar nicht gesagt, daß es so schlimm innen aussieht. Das Gerät hat ja einen geschlossenen Deckel.
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#15
Stimmt!

Das Revox B 215 ist oben total offen, da kommt der ganze Dreck geballt auf die Platinen.

Da hat Piet eventuell Glück beim AKAI!
Viele Grüße 
Manfred

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#16
Das stimmt auch, aber bei den unerwarteten Rauchergeräten die ich so gesammelt habe, stank von Gehäuse über Platine und Laufwerk alles nach kaltem Rauch. Da hilft meist nur die Komplettreinigung. Schwierig wird es beim Laufwerk. Da hilft meist nur frische Luft und Geduld. Bei Gehäuseteilen habe ich gute Erfahrung mit "Nikotin Entferner" von Mellerud gemacht. Das zieht den Nikotin so richtig aus den "Poren" der Oberfläche. Natürlich muss man vorher an einer unauffälligen Stelle prüfen ob mehr als nur der Nikotin entfernt wird. Es ist immer wieder erstaunlich was da so alles drauf ist. Wenn man dann bedenkt, dass das Zeug ja auch in der Lunge hängt...

Bei Platinen bin ich dann ein wenig zurückhaltender. Meist versuche ich mit kleinen in Isoprpanol getränkten Wattepads die Oberfläche und einige Bauteile zu reinigen. Zuletzt mit einem Fön, nicht zu heiß und mit Abstand, die Platine leicht erwärmen, dabei "verdunstet" noch ein wenig. Man merkt dann auch, den nachlassenden Nikotin Geruch.

Viele Grüße 

Michael
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#17
(05.06.2025, 13:33)Technics123 schrieb: Bei Platinen bin ich dann ein wenig zurückhaltender. Meist versuche ich mit kleinen in Isoprpanol getränkten Wattepads die Oberfläche und einige Bauteile zu reinigen. 

Ich gehe da etwas "hemdsärmeliger" dran. Von den Tipps, die Platinen in den Geschirrspüler zu stecken, rate ich unbedingt ab.

Reines Iso und ein weicher Pinsel, haben mir noch nie eine Platine zerstört. Die anschließende Trocknung muss natürlich sorgfältig erfolgen. Im Winter stelle ich die Platinen über Nacht auf den Heizkörper, im Sommer auf die Terrasse  Wink

Reinigen:

   

Spülen:

   

   

Wie neu:

   
Viele Grüße 
Manfred

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#18
Zitat:Für die Platinen verwende ich nur reines ISO. Damit Pinsel ich alles ab, danach spüle ich mit dest. Wasser. Die Platinen werden wie neu und riechen nicht mehr.

Hab ich bei zig Geräten schon gemacht, auch mit Kontakt WL oder Bremsenreiniger ohne Aceton volle Pulle durchgesprüht, da ist noch nie was passiert.
Ich habe auch schon einige sehr versiffte Platinen ausgebaut, mit Fettlöser eingesprüht und mit der Dusche warm abgeduscht.
Auch da noch nie ein Problem nacher gehabt.

Zitat:Von den Tipps, die Platinen in den Geschirrspüler zu stecken, rate ich unbedingt ab.
Ja, das ist Mumpitz. Der Geschrrspüler an sich hat ja keine große Reinigungskraft, die wird nur durch Dauer, Hitze und das extrem agressive Reinigungsmittel erzielt.
Alle drei Faktoren sind kontraproduktiv!

Zitat:Akai hat zwar Glasferrit Köpfe, aber diese sind natürlich auch nicht unzerstörbar. Da Ferrit sehr brüchig ist, kann es bei diesen Köpfen auch zum Ausbrechen von Ferrit am Kopfspalt kommen.
Ja, leider sind die AKAI Glass & X'tal Ferrite Köpfe alles andere als Verschleissfrei, aber lange nicht so schlimm wie Pioneer Uni-Crystal Ferrite Köpfe.
Das Glas der GX Köpfe hilft entgegen vieler Vermutungen nicht gegen die mikroskopische Kraterbildung auf den Ferritkernen. Das Glas ist ja nur die Einfassung der Ferritkerne.
Das gleiche Problem zeigen auch die Ferritlöschköpfe ohne Sendust Guard.  Bein den ersten GX75/95 waren die auch verbaut.
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#19
Also ich besitze ein AKAI GXC-725D, welches ich mir 1979 gekauft habe. Darauf sind abertausende Cassetten gelaufen. Ein Verschleiß ist weder sicht- noch hörbar.
Aber es stimmt, ich hatte bei einigen über ebay gekauften AKAI Bandgeräten bereits verschlissene Köpfe zu melden. Ich vermute wegen Billigbandmaterial, wie Shamrock und Co.
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#20
Sehen tut man das nicht, Ferrit ist schon extrem hart. Es bildet sich ja auch kein Einschliff wie den, den man bei Permalloy Köpfen schon nach relativ kurzer Zeit sehen kann.
Im fortgeschrittenem Stadium sieht man bei den GX Köpfen so einen leichten grauen Schleier in Bandkontaktzone. Unter starker Vergrösserung sieht man dann die Ursache für den Schleier.
Eine rauhe Oberfläche aus Mikrokratern, die ähnlich wie bei den "rauhen Löschköpfen" die Höhen im Band etwas anlöschen, am Kopfspalt selbst sorgen die winzigen Ausbrüche für Hochtonabfall bei der Abtastung.

Es kommt natürlich auch aufs Gehör an, einen Hochtonabfall über 15k höre ich auch nicht mehr.  Aber OK ist ein Gerät, das ab 10-12khz langsam in den Keller geht, ja trotzdem nicht mehr.

Es gibt Vermutingen, die späteren GX Köpfe sind gar nicht mehr single Crystal sondern billiges Hot Pressed Ferrite.
Die frühen GX Köpfe für Großspuler und die für Cassettengeräte die noch nicht Metaltauglich waren, sollen weit weniger von diesen Gap Erosion Problem betroffen sein.
Keine Ahnung ob das stimmt. Fakt ist aber, die GX Köpfe sind nicht annähernd so robust wie von AKAI behauptet.


https://www.tapeheads.net/threads/how-co...ks.109559/

https://www.tapeheads.net/threads/brand-...ng.100532/

https://www.tapeheads.net/threads/lapping-akai-gx-heads-huh.59415/

https://www.tapeheads.net/threads/akai-g...ear.95630/

https://www.tapeheads.net/threads/akais-...ion.35785/

https://www.tapeheads.net/threads/head-m...ach.98833/
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#21
Hier ein AKAI Schrottkopf.
https://tonbandforum.de/showthread.php?t...#pid283199
Davon hatte ich bereits mehrere zu vermelden.
Bei den GXC Cassettendecks aber noch nie.
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#22
Ups, der sieht ja richtig fertig aus. Das ist vielleicht das Gemeine am Ferrit, wenn es einmal anfängt zu bröcken kann dies extrem werden. Man kann Ferritköpfe zwar auch läppen, Garlock hat da wohl eine Technik für, aber nicht in der herkömmlichen Form.
Aber selbst bei deinem Kopf wäre wohl nichts zu machen gewesen. 

Technics hatte wohl HPF Köpfe, wie diese qualitativ einzuordnen sind kann ich nicht sagen. Es gab ja auch von diversen Herstellern Sendust-Ferrit Köpfe (S&F) , über diese Köpfe liest man aber wenig. War aber glaube ich die bevorzugte Bauform bevor die amorphen Köpfe in die höherwertigen Decks kamen. 

Viele Grüße 

Michael
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