Änderung des Aufnahme- und Wiedergabeverstärker
#1
Hallo, 

musste bzw. hat schon mal einer von euch die Beschaltung der Aufnahme- und Wiedergabeverstärker geändert?

Ich könnte recht günstig an ein schönes altes Technics RS-641 kommen, einziger Wermutstropfen, es hat keinen HPF-Ferrit Tonkopf mehr. Man müsste also einen anderen, wahrscheinlich Hard Permalloy einbauen. Das dürfte aber einige Änderungen nach sich ziehen. Leider fehlen mir hier aber einige Semester, im Prinzip alle, um das in irgendeiner Form zu berechnen.

Die erste Baustelle wäre meiner Meinung nach der Wiedergabeverstärker. Er müsste so modifiziert werden, dass mit dem neuen Kopf ein glatter Frequenzgang entsteht.

Vielleicht kann ja jemand etwas zu diesem Thema sagen. 

Viele Grüße 

Michael
Zitieren
#2
Dieses konkrete Gerät kenne ich nicht, aber grundsätzlich gilt bei so einem Austausch: Man muss erstmal wissen, wie sich der neue vom alten Kopf unterscheidet: Induktivität, Ausgangspegel bei Wiedergabe mit Bezugsfluss und -frequenz (spezielles Messband mit Bezugsaufzeichnung erforderlich), Pegelabnahme durch Verluste im oberen Frequenzbereich, bei Aufzeichnung erforderlicher Signal- und Vormagnetisierungsstrom sowie notwendige Höhenanhebung bei den verschiedenen Bandsorten.
Zunächst muss der Wiedergabezweig so eingestellt werden (hierbei ist möglicherweise ein Wechsel pegel- und frequenzbestimmender Komponenten erforderlich), dass sich an Ausgang bzw. einem vom Hersteller im SM benannten Messpunkt ein bestimmter, ebenfalls herstellerseitig festgelegter Pegel ergibt. Als nächstes muss durch Anpassen der frequenzbestimmenden Teile erreicht werden, dass bei Wiedergabe der Bezugsaufzeichnung für den Frequenzgang dieser innerhalb des vom Hersteller angegebenen Toleranzfeldes bleibt. Beenden muss man die Prozedur mit der erneuten Einstellung des korrekten Bezugs- Wiedergabepegels. Vorher natürlich Azimuth korrekt einstellen (10Khz Pegelmaximum bei geringster Phasenabweichung zwischen den Kanälen,danach Kanalgleichheit im Verstärker justieren).
Danach wird (mit dem Band, das man später zu verwenden gedenkt) der Aufnahmezweig eingestellt. Hier muss man durch Variation von Vormagnetisierung, Aufzeichnungsstrom und Frequenzgang des Aufnahmezweiges, die Aussteuerbarkeit, einen geraden, in der Toleranz liegenden Frequenzgang über Band und korrekten Pegel erreichen. Das können hier aber andere, die sich mit dem Einmessen richtig auskennen, besser erklären.
Ach ja, das SM gibts hier: https://elektrotanya.com/technics_rs-641...nload.html (nicht von den leeren Vorschauseiten irritieren lassen, es ist alles vollständig)

Gruß Holger
Zitieren
#3
Der Aufnahme/Wiedergabeverstärker für dieses Kombikopf Gerät ist recht einfach aufgebaut.
Ich erkenne keine Resonanzkreise der Induktivität des Kombikopfes im Wiedergabezug.
Insofern bin ich der Meinung, daß ein Austausch gegen einen ähnlichen Kopf mit identischer Spaltbreite kein unlösbares Problem darstellt.
Die Anpassung des Über-Alles-Frequenzganges sollte mit den vorhandenen Einstellreglern gelingen.
Falls nicht, können die Kondensatoren in der Gegenkopplung verändert werden.
Das vorher zu berechnen erfordert einen großen Aufwand, zumal nicht alle Parameter bekannt sein dürften....

Gruß Jan
Zitieren
#4
In der Bucht tauchen immer wieder Ferrit-Köpfe für Sharp RT-480H auf. Die stammen aus der gleichen Zeit und könnten eventuell ohne Modifikationen passen.
Grüßle,
Franz
Zitieren
#5
Einfach umbauen und messen was rauskommt. 
Dann kann man anpassen.

Gruß Mani
Besonders gerne repariere ich meine Philips, Braun, Akai und TEAC Geräte Big Grin
Keine Hilfe bei fehlender Rückmeldung
Zitieren
#6
Ich habe bei meiner Tandberg TD 20 A den verschleißanfälligen Aufnahmekopf durch einen GX Kopf von AKAI ersetzt. Keine Änderungen in der Schaltung notwendig.
Zitieren
#7
(31.05.2025, 10:13)ManiBo schrieb: Einfach umbauen und messen was rauskommt. 
Dann kann man anpassen.

Gruß Mani

Sehe ich genauso, man muß nicht alles im Vorfeld unnötig verkomplizieren
Viele Grüße
Jörg
Zitieren
#8
Hallo, 

vielen Dank schon einmal  für die Erläuterungen. Ich habe mir das SM vom Deck geladen und einen kurzen Blick drauf geworfen. Beim 641er wird der TA7122 sowohl als Wiedergabeverstärker, als auch als Aufnahmeverstärker genutzt. Aktuellere Decks nutzen jeweils einen eigenen OP. Mit VR1/VR2 kann wohl die Rückkopplung noch variiert werden. Hier könnte man wohl den Überalles-Frequenzgang bei Wiedergabe noch verändern.

Die Elkos, die im Signalweg liegen, haben aufgrund ihrer hohen Kapazität keinen Einfluss auf den Frequenzgang, oder?

Das Verstärkte Signal geht an Pin 6 raus und geht letztendlich über VR3/VR4 zur weiteren Bearbeitung in Richtung Dolby Chip. Weiterhin sehe ich noch zwei Entzerrungsnetzwerke. Das Erste wäre die Rückkopplung über VR1, C17|R19, ... . Und das Zweite über R29, C23 und R31, welcher aber nur in Position Ferro aktiv ist, Bei allen anderen wird er mit S3-1 überbrückt. Hier wird wohl die Zeitkonstante entsprechend angepasst.

Dies wären wahrscheinlich auch die Wege welche ggf. angepasst werden müssten. Ich weiß, liegt noch in der Zukunft, erst mal einen Kopf einbauen und hören und messen. Aber ich möchte die die Schaltung gerne verstehen, bevor ich anfange sie zu "verkurbeln".

Hier noch ein Ausschnitt vom Schaltplan:

   


Viele Grüße

Michael
Zitieren
#9
Mir fällt noch ein, bei meinem Braun C301 habe ich auch mal einen neuen Kopf verbaut, welcher mechanisch passte. Kein Originalersatzteil.
Danach mußte ich auch keinerlei Schaltungsänderungen vornehmen. Läuft 1a.
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste