Technischer Fortschritt...
#1
Mache gerade Versuche mit Maxell 18-180 Tripleband auf meiner A77 Mk4 (mit der gebrauchten Rolle).
Quelle ist mein (gapless) MP3 Player Creative Zen.
Höre Hinterband mit dem Kopfhörer ab --- könnte den Kopfhörer auch direkt in den MP3-Player stöpseln...
Stehe vor den beiden Geräten und denke...absurdes Hobby, was wir da haben...
VG Jürgen


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#2
Ist doch ein schönes Hobby! Dreifachspielbänder sind viel besser als ihr Ruf. Ich nehme ja oft für meine Uher Report auf Orwo 130 auf und hatte noch nie Probleme mit Dropouts, Höhenverlust oder sonst etwas.


Schöne Grüße
Alexander
Halbspur: RFZ T2221, Teac A3300SX-2T
Viertelspur: Tesla B115
Kassette: RFT SK3930
Bandsorten Alltag: PER-368, Orwo 120, Orwo 130
Bandsorten T2221: Orwo 106, Orwo 104, PER-528
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#3
Halten die Triple Bänder das auf Dauer aus? Die A77 hat ja wohl einen recht starken Bandzug, stärker als bei den Kleinspulern. Mein M2405, wickelt ja, obwohl es ein Kleinspuler ist, auch ziemlich fest, da hatte ich mit Typ130 / PS18 Bändern Probleme durch offenbar zu starke Dehnung (wellige Kanten). Hab solche dünnen Bänder dann nicht mehr verwendet. Ich hatte auch irgendwo mal gelesen, dass die Triplebänder vor Allem für kleine batteriebetriebene Geräte, deren Bandzug ja meist geringer ist, gedacht sind.

Gruß Holger
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#4
Es hatte schon seinen Grund, weshalb die Magnetbandtechnik das Schallspeicherverfahren für über 50 Jahre gewesen ist.
Und mal ganz ehrlich:
Eine playlist digital zusammenzustellen, die man sich gerne mehr als nur einmal anhören will - dafür ist für uns Tonbandler immer noch genügend Rechtfertigung vorhanden. Unbekannte Titel über shazam &co identifizieren und dann nochmal aufs Band packen macht großen Spaß. Jede Wette, dass diese "reanalogisierte" digitale playlist noch in Jahren spielbar ist, während ihr digitaler "Master" vielleicht nicht mehr abgerufen werden kann. Weil z.B. der zugehörige PC / Läppi nicht mehr funktioniert oder der zugehörige Streamingdienst nicht mehr verfügbar ist.

Eine große Freude war es für mich, auf digitaler Basis die Radiomitschnitte aus meiner Jugend in alter, gewohnter Reihenfolge zu rekonstruieren und diese sodann auf Band in besserer als der damaligen UKW-Qualität zu haben. War für meine umgebaute RdL ein echtes Marathon. Nebenbei entstanden dabei auch neue playlists/Bänder mit "neuerer Musik".

Die Bänder laufen regelmäßig in meiner Werkstatt auf einer zweiten "nur Wiedergabe"-RdL. Bänder vorwiegend alte Agfa bzw. BASF LP35 oder DP26.

Martin
"Früher war mehr Lametta!"
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#5
Das neue Zusammenstellen von alten bunt gemischt aus dem Radio und sonstwoher aufgenommenen Cassetten aus der Kinderzeit hatte ich auch mal probiert. Seltsamerweise hatte ich aber an den neuen, klanglich einwandfreien Aufnahmen weniger Freude als an den originalen, von denen leider viele nicht mehr existieren (Bandmaterial war schließlich teuer und wurde neu bespielt, wenn man glaubte, vorhandener Aufnahmen überdrüssig zu sein). Es hatte sich nämlich nicht nur die Titelabfolge ins Ohr eingeprägt, sondern auch sämtliche Unzulänglichkeiten wie Reinquatschen, Überblendungen, Umschalt-Knackse, Empfangsstörungen, die ersten paar cm vom Autoradio angeknittertes Band. Ohne all das ist einfach das ganze Flair weg, und die Zeitmaschine funktioniert nicht mehr ganz, wie sie soll.

Viele Grüße,
Martin
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#6
(26.05.2025, 22:07)Kirunavaara schrieb: Es hatte sich nämlich nicht nur die Titelabfolge ins Ohr eingeprägt, sondern auch sämtliche Unzulänglichkeiten wie Reinquatschen, Überblendungen, Umschalt-Knackse, Empfangsstörungen, die ersten paar cm vom Autoradio angeknittertes Band. Ohne all das ist einfach das ganze Flair weg, und die Zeitmaschine funktioniert nicht mehr ganz, wie sie soll.

Viele Grüße,
Martin

Ja, genau so!! Ich kenne das, ist bei mir ganz exakt die identische Erfahrung. Im Kern waren die alten Aufzeichnungen aber teilweise zerfallen (Sticky Shed) oder durch Umkopieren zu gruselig. Das Flair ist bei mir im Hirn geblieben, denn immer, wenn ich die besseren Rekonstruktionen abhöre, höre ich den Fehler "hinein" (es gibt keinen Fachbegriff dafür, ist für mich so etwas wie "Psycho-Residuumhören"). Aber es zeigt, wie stark man das über die Jahrzehnte internalisiert hat.

So auch im Radio: da hört man einen Titel aus der alten Liste und denkt an dessen Ende, jetzt muß doch das und das kommen. Tut´s aber nicht wg. anderem Sendeschema. Für die anderen ist das langweilig, immer die gleiche Titelfolge. Aber im Kern ist auch die schon in sich das "Flair"... . Ja, der emotionale Impetus davon ist schwer zu beschreiben...

Martin
"Früher war mehr Lametta!"
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#7
(26.05.2025, 22:07)Kirunavaara schrieb: ... Es hatte sich nämlich nicht nur die Titelabfolge ins Ohr eingeprägt, sondern auch sämtliche Unzulänglichkeiten wie Reinquatschen, Überblendungen, Umschalt-Knackse, Empfangsstörungen, die ersten paar cm vom Autoradio angeknittertes Band. ...

Viele Grüße,
Martin

Wie sich die Geschmäcker doch unterscheiden (bzw. unterschieden). Als ich bereits in jungen Jahren (mit 12) anfing, von meinen Lieblingssendungen Mitschnitte (damals noch auf Kassette) anfertigte, war ich immer peinlich bemüht, das Reingequatsche zu unterbinden. Als die ersten Decks mit Postfading herauskamen, habe ich sogar nachträglich solche Sprachreste und Knackser durch nachträgliches Ausblenden gelöscht, dabei in Kauf genommen, dass Postfading sich im Nachgang etwas anders anhört, als rechtzeitiges Ausblenden während der Aufnahme. Heute würde ich sonstwas dafür geben, noch mal an komplette Mitschnitte inkl. Wortbeiträgen von einigen Moderatoren zu bekommen. Mein damaliger und langjähriger absoluter Favorit Winfried Trenkler z.B. hat eigentlich die Songs immer ausspielen lassen und dabei ungemein interessante und fundierte Wortbeiträge zu den Stücken und den Interpreten eingespielt. Diese Beiträge drehten sich grundsätzlich nie um Trivialitäten aus dem "wilden Leben" eines Rockstars sondern beschränkten sich auf musikalische Zusammenhänge (wer spielte mit wem, wer beeinflusste wen etc. etc.) Diese Beiträge hätte ich heute gerne "um die Musik drumherum". Aber das habe ich eben als Teenager anders empfunden. So bleiben mir eben einige Dutzend "zurecht gestutzte" Aufzeichnungen meiner damaligen Lieblingssendungen "Rock In" (Trenkler) und "In Between" (M.Rüsenberg) - beide damals beim WDR2.

Lang ist's her...

VG
Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#8
Winfried Trenkler habe ich mit Rock in und Schwingungen auch noch in allerbester Erinnerung. Cool
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#9
(26.05.2025, 22:07)Kirunavaara schrieb: [...] hatte an den neuen, klanglich einwandfreien Aufnahmen weniger Freude als an den originalen [... ] sämtliche Unzulänglichkeiten wie Reinquatschen, Überblendungen, Umschalt-Knackse, Empfangsstörungen [...]

Eine Erfahrung, die ich auch machen musste. Bei etlichen alten Aufnahmen aus der Jugendzeit, 1000 mal abgeleiert, kam regelrechte Enttäuschung auf, als ich sie "in Originalqualität" auf PC hatte. Beispiel: "Winds of Change" von Eric Burdon. Dieses Lieblingslied rauschte früher so geheimnisvoll aus weiter Ferne zu mir herüber (Ich wusste damals nicht mal, dass das die "Animals" gespielt hatten, obwohl ja das "House of the Rising Sun" schon ein echtes Leib- und Magenlied war!) ... und dann musste ich feststellen, dass das, was ich für eine besonders artistisch gespielte und Gitarre hielt, irgendein orientalisches Streichinstrument ist, und dass mit Telefonstimme und beigemischten Rauschen gearbeitet wurde. Inzwischen habe ich meine CD-Version oft genug gehört und finde sie auch saugut. Falls nun aber jemand auf die Idee kommt, sich das Stück auf YT anzuhören, eine Warnung: Dort ist das Stück, das auch von seiner eindrucksvollen Dynamik lebt, vollkommen totkomprimiert.

Andere Erinnerungs-Enttäuschungen gab es auch bei Texten, heute zumeist leicht unter dem Stichwort "Lyrics" auffindbar. Beispiel: Savage Rose, "The Ballad of Gale". Der Name der Sängerin triggerte schon mal allerlei wilde Phantasien, und die Musik, zudem noch bestens "engtanzgeeignet" ließ diese Ballade zu einem besonders geilen (wobei das Wort damals noch erheblich geiler, weil unanständig, war) Stück werden. Und nun: Entzaubert, zu einem moraltriefenden, kitschigen Melodram verkommen.
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#10
Ja, stimmt, seltsames Hobby, dem wir da verfallen sind.

Ich habe damals viel BFBS gehört, Top 20 und 40. Es gibt ein Portal, wo sich einige dieser Aufnahmen (Oldies) kostenlos finden und hören lassen, daneben gibt es noch viel mehr zu stöbern. Oft sind 3 Sendungen zusammengefasst, z.B. 1963, 1973 und 1983. 

BBC selbst hat auch ein Archiv mit bester Tonqualität, für die aktuellen Charts.
Viele Grüße
Dietmar
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#11
Zitat:
"...absurdes Hobby, was wir da haben..."

Aber schee is Big Grin

Gruß Andreas


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#12
Vom Radio habe ich damals schon fast nie was aufgenommen, es kam eh nichts im Radio, was mir gefiel. Deswegen hatte ich nur sehr sehr wenige Mixtapes, aber sehr viele komplette Alben auf MC. Es gab allerdings ein sehr prägendes Mixtape, das mir jemand mal aufgenommen hat und was meinen Einstieg in ein für mich völlig neues Musikgenre bildete. Viele der Bands auf diesem Mixtape höre ich bis zum heutigen Tag gerne, auch wenn längst LPs und CDs der Alben im Regal stehen.
Gruß
Helge

Uher 4400 Report Monitor – Uher 4200 Report Monitor
Akai X 201 D – Akai GX 630 D – Akai GXC-760D
Revox A77 Mk II
Sony TC-758
Braun TG 1000
Marantz Model 5220
ASC 6002 S


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#13
(28.05.2025, 11:31)Andreas 112 schrieb: Zitat:
"...absurdes Hobby, was wir da haben..."

Aber schee is Big Grin

Gruß Andreas

Deine LAN-Verkabelung ist dafür amtlich!
Respekt.

Gruß Jan
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#14
Danke Big Grin 

Analog und Digital vertragen sich recht gut .
Schönen Gruß
Andreas
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