26.05.2025, 10:36
Moin Gemeinde,
ich hatte ja beim letzten Beitrag geschrieben, daß ich über das Grundig MCF 400 berichten werde.
Ist nun doch schon etwas her
Tja... wo fange ich an ?
Das Besondere an dem Kassettendeck ist die Kassettenschublade und das kleine Bauformat.
Das MCF 400 gehört zur Grundig Mini-Serie und war eines der kleinsten Vier-Motoren-Cassettendecks mit motorbetriebener Kassettenschublade.
Wobei allerdings nur 2 Motoren für den eigentlichen Kassettenbetrieb genutzt wurden. Marketing halt.
So ein Teil hat mir mein Kumpel vorbeigebracht, mit der Bitte einmal nachzuschauen, warum es nicht mehr funktioniert.
Beleuchtung defekt, Schublade fährt nicht mehr raus.
"Bestimmt was mit den Riemen..." dachte ich, da ich diese Grundig-Geräte nicht kannte.
Na ja...
Also erst mal vorsichtig geöffnet.
Sieht doch recht normal aus. Der Antriebsriemen für den Schlittenmechanismus sieht auch OK aus...
Lediglich so ein paar Plastikbrösel, ist wohl mal was reingerieselt im Laufe der Jahrzehnte.
Ist aber auch überall das Zeug... Na ja, säubern, neue Riemen und das Teil funzt wieder...
Also den ganzen Kassettenträger ausgebaut.
War eine gehörige Tüftelei, bis das draußen war.
Und überall diese Krümel...
Das war nur eines der kleinen Häufchen, die da rauskamen.
Nur... was zum Kuckuck ist das ???
Tja... und dann kam die Erleuchtung beim weiteren Zerlegen des Laufwerks...
Das Laufwerk hatte massive Karies. Da schienen im Laufe der Zeit ein paar Zahnräder zerbröselt zu sein.
Also erst mal tiefer recherchiert und festgestellt, daß das eine übliche Krankheit bei diesen Grundig-Mini-Kassettendecks ist.
OK, 1 oder 2 Zahnräder... wird ja irgendwie machbar sein...
Der Blick in die Service-Unterlagen offenbarte dann aber schnell die Anzahl der wirklich erforderlichen Zahnräder:
-> 1 x Motor-Ritzel Kopfschlitten (047)
-> 1 x Motor-Ritzel Wickelmotor (049)
-> 1 x Kupplungsrad (032)
-> 1 x Stufenrad Schwenkhebel (12)
-> 2 x Ritzel Schwenkhebel (21)
Nun begann die Suche nach diesen, wie sich herausstellte, seltenen Ersatzteilen.
Das Stufenrad und die beiden Schwenkhebel-Ritzel gab es als Set für 30 Euro in der Bucht (aus dem 3D-Drucker).
Gleich bestellt, ausgepackt, begutachtet und... sieht nicht besonders vertrauenserweckend aus.
Zudem... was ist mit den restlichen Zahrädern ???
Ich habe dann einen Lieferanten gefunden, der alle benötigten Zahnräder/Ritzel anbietet.
Die sind aus Polyoxymethylene (POM) gefertigt und sehr haltbar (und alterungsbeständig).
Allerdings hatte die Sache einen Haken... der Preis pro Zahnrad/Ritzel.
In Summe um die 140 Euro
Aber... das Kassettendeck sollte wieder funktionieren und ich habe dann alles, nach Rücksprache mit meinem Kumpel, bestellt.
In der Zwischenzeit (bis zur Lieferung) habe ich das Laufwerk komplett zerlegt und gesäubert.
Druckluft, Pinsel, Wattestäbchen und viel Geduld...
Na... das sieht schon mal wieder ganz ordentlich aus...
Am Schlimmsten war die Reinigung der gefetteten Führungsschienen (altes Fett mit Krümeln durchsetzt).
Dann kam die Lieferung.
Ich hatte 2 weitere Zahräder für ein MCF 500 und ein MCF 600 mitbestellt, die mir mein Kumpel zwischenzeitlich auch noch vorbeigebracht hatte.
Die hatten das gleiche Karies-Problem, aber es war jeweils nur ein einzelnes Zahnrad.
Nun ging es an den Zusammenbau.
Die Riemen habe ich vorsorglich auch alle ersetzt (Antrieb Motorschlitten, Antrieb Kassettenlaufwerk, Zählwerk).
Die Führung des Kassettenfachs, gereinigt (und anschließend neu gefettet).
So sieht das Ganze dann wieder ordentlich aus.
Die Elektronik war OK und funktionierte sauber.
Deshalb habe ich mich entschlossen, keine Elkos oder Transistoren (oder etwas anderes) vorsorglich zu ersetzen.
Lediglich das Netzkabel war fällig (da war ein altes Kabelstück mit Bakelit-Stecker dran) und die Hintergrund-Beleuchtung war hin.
Nun funktioniert das Kassettendeck wieder wie in alten Zeiten.
Spielt auch bei geöffneter Schublade
Ich hoffe, dieser Beitrag ist interessant für Euch.
Nachtrag... habe das MCF 400 dann behalten dürfen.
Steht jetzt bei Kleinanzeigen drin.
Grüße an alle,
Uwe
ich hatte ja beim letzten Beitrag geschrieben, daß ich über das Grundig MCF 400 berichten werde.
Ist nun doch schon etwas her
Tja... wo fange ich an ?
Das Besondere an dem Kassettendeck ist die Kassettenschublade und das kleine Bauformat.
Das MCF 400 gehört zur Grundig Mini-Serie und war eines der kleinsten Vier-Motoren-Cassettendecks mit motorbetriebener Kassettenschublade.
Wobei allerdings nur 2 Motoren für den eigentlichen Kassettenbetrieb genutzt wurden. Marketing halt.
So ein Teil hat mir mein Kumpel vorbeigebracht, mit der Bitte einmal nachzuschauen, warum es nicht mehr funktioniert.
Beleuchtung defekt, Schublade fährt nicht mehr raus.
"Bestimmt was mit den Riemen..." dachte ich, da ich diese Grundig-Geräte nicht kannte.
Na ja...
Also erst mal vorsichtig geöffnet.
Sieht doch recht normal aus. Der Antriebsriemen für den Schlittenmechanismus sieht auch OK aus...
Lediglich so ein paar Plastikbrösel, ist wohl mal was reingerieselt im Laufe der Jahrzehnte.
Ist aber auch überall das Zeug... Na ja, säubern, neue Riemen und das Teil funzt wieder...
Also den ganzen Kassettenträger ausgebaut.
War eine gehörige Tüftelei, bis das draußen war.
Und überall diese Krümel...
Das war nur eines der kleinen Häufchen, die da rauskamen.
Nur... was zum Kuckuck ist das ???
Tja... und dann kam die Erleuchtung beim weiteren Zerlegen des Laufwerks...
Das Laufwerk hatte massive Karies. Da schienen im Laufe der Zeit ein paar Zahnräder zerbröselt zu sein.
Also erst mal tiefer recherchiert und festgestellt, daß das eine übliche Krankheit bei diesen Grundig-Mini-Kassettendecks ist.
OK, 1 oder 2 Zahnräder... wird ja irgendwie machbar sein...
Der Blick in die Service-Unterlagen offenbarte dann aber schnell die Anzahl der wirklich erforderlichen Zahnräder:
-> 1 x Motor-Ritzel Kopfschlitten (047)
-> 1 x Motor-Ritzel Wickelmotor (049)
-> 1 x Kupplungsrad (032)
-> 1 x Stufenrad Schwenkhebel (12)
-> 2 x Ritzel Schwenkhebel (21)
Nun begann die Suche nach diesen, wie sich herausstellte, seltenen Ersatzteilen.
Das Stufenrad und die beiden Schwenkhebel-Ritzel gab es als Set für 30 Euro in der Bucht (aus dem 3D-Drucker).
Gleich bestellt, ausgepackt, begutachtet und... sieht nicht besonders vertrauenserweckend aus.
Zudem... was ist mit den restlichen Zahrädern ???
Ich habe dann einen Lieferanten gefunden, der alle benötigten Zahnräder/Ritzel anbietet.
Die sind aus Polyoxymethylene (POM) gefertigt und sehr haltbar (und alterungsbeständig).
Allerdings hatte die Sache einen Haken... der Preis pro Zahnrad/Ritzel.
In Summe um die 140 Euro
Aber... das Kassettendeck sollte wieder funktionieren und ich habe dann alles, nach Rücksprache mit meinem Kumpel, bestellt.
In der Zwischenzeit (bis zur Lieferung) habe ich das Laufwerk komplett zerlegt und gesäubert.
Druckluft, Pinsel, Wattestäbchen und viel Geduld...
Na... das sieht schon mal wieder ganz ordentlich aus...
Am Schlimmsten war die Reinigung der gefetteten Führungsschienen (altes Fett mit Krümeln durchsetzt).
Dann kam die Lieferung.
Ich hatte 2 weitere Zahräder für ein MCF 500 und ein MCF 600 mitbestellt, die mir mein Kumpel zwischenzeitlich auch noch vorbeigebracht hatte.
Die hatten das gleiche Karies-Problem, aber es war jeweils nur ein einzelnes Zahnrad.
Nun ging es an den Zusammenbau.
Die Riemen habe ich vorsorglich auch alle ersetzt (Antrieb Motorschlitten, Antrieb Kassettenlaufwerk, Zählwerk).
Die Führung des Kassettenfachs, gereinigt (und anschließend neu gefettet).
So sieht das Ganze dann wieder ordentlich aus.
Die Elektronik war OK und funktionierte sauber.
Deshalb habe ich mich entschlossen, keine Elkos oder Transistoren (oder etwas anderes) vorsorglich zu ersetzen.
Lediglich das Netzkabel war fällig (da war ein altes Kabelstück mit Bakelit-Stecker dran) und die Hintergrund-Beleuchtung war hin.
Nun funktioniert das Kassettendeck wieder wie in alten Zeiten.
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Grüße an alle,
Uwe
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AKAI GX-635D, Technics SL-1300G mit Grado Prestige Gold TA, Onkyo TA-2570, Accuphase E-206, Arcam CD72, Onkyo T-4850
Empfehlung: hifiengine.com (Service-Manuals, Bedienungsanleitungen)
Das Gute am Alter ist, daß man diesen ganzen Dolby-Schnick-Schnack nicht mehr braucht, weil man's eh nicht mehr hört.
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