Spezialgewinde
#1
Wenngleich diese Frage wohl eher nicht ins BMF gehört, sei sie hier dennoch gestellt. In den einschlägigen Uhrenforen wurde sie selbst von dortigen "Spezialisten" nicht schlüssig bzw. befriedigend genau beantwortet. Es geht um Gewinde im Großuhrenbau, in meinem speziellen Fall um die an meiner Magnetpendeluhr verwendeten Gewinde (Fabrikat Brillié (Frankreich) um 1930. Die Gewinde konnte ich weder mit Gewindelehren, noch unter dem Werkzeugmikroskop eindeutig bestimmen. Es ist weder metrisch noch zöllig. Ferner scheiden Bodmer- und Thury-Gewinde wohl ebenfalls aus. Hat jemand hier sachdienliche technische Hinweise zu den Gewinden und Verschraubungen der Brillié-Magnetpendeluhren??

Martin
"Früher war mehr Lametta!"
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#2
Könnte es SF-Gewinde sein?

   
- - - Hier könnte Ihre Signatur stehen. - - -  thumbup
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#3
Das hatte ich auch anfangs angenommen, jedoch wieder verworfen, da die kleinste Größe "0" im SF-System gleich 6mm ist. Die Brillié-Uhr hat aber auch noch kleinere Gewinde in Richtung 4; 3 und 2mm (z.B. an den Schaltstiften der Signalauslösung / Schaltuhr). Bei der Mikroskop-Analyse der größeren Gewinde ergab sich leider auch kein matching nach der Gewindetabelle. Ich stütze mich hier ebenfalls auf die Tabellen der "Mikroskopfreunde".

Auffällig sind die Außen-Abmessungen der Muttern; deren Höhe um ca. 1/3 größer als bei üblichen metrischen oder zölligen Muttern ist, sie wirken irgendwie klobig. Ich finde die Verwendung dieser Sondergewinde in den 1930er-Jahren befremdlich bei einer ansonsten so innovativen Firma, deren Verdienst neben der ersten "sprechenden Uhr" (Telefon-Zeitansage) auch in der Ausstattung von Sternwarten, Industrie-Zeiterfassung usw. lag. Die Brillié-Magnetpendeluhren hatten seinerzeit wohl eine erhebliche Verbreitung, jedoch nicht in Deutschland.

Bislang ist es mir nicht gelungen, eine Monografie aller typischen Uhrengewinde bzw. exakte Reparaturdaten dafür zu recherchieren. Sollte zum Repertoire in der Uhrmacherausbildung gehören, jedoch derzeit Fehlanzeige.


Martin
"Früher war mehr Lametta!"
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