Braun TG 1020 - Brummen bei Aufnahme
#1
Hallo BRAUN-Freunde,

ich bin noch relativ neu hier und möchte bitte Euer Know-how nutzen ein Problem meines TG 1020 zu fixen.

Wenn ich das Gerät einschalte und in den Aufnahmemodus wechsel, wird der Signalton (Musik) Hinterband kurzer Zeit mit einen Brummton unterlegt. Interessanterweise kommt es vor, dass das Brummen manchmal wieder verschwindet, um wenig später wiederzukommen. Es scheint ein Netzbrummen zu sein. Zu hören ist es nur "Hinterband", Vorband wird der Signalton zu keiner Zeit beeinflusst. Schalterstellungen haben keinen Einfluss auf das Brummen.
Die Brummklappe am Wiedergabekopf ist montiert. Hebt man sie manuell etwas vom Wiedergabekopf ab, verstärkt sich  das Brummen. Schalte ich das Gerät aus und wieder ein, ist das Hinterbandbrummen sofort weg... um kurze Zeit später wieder da zu sein. Ich bin völlig ratlos und für jede Idee dankbar.
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#2
Hallo, ich kenne das Gerät nicht, aber wenn das Brummen nur hinter Band auftritt, müsste es aus dem Wiedergabezweig kommen (Kopf nebst Anschlussleitungen, Wiedergabeverstärker bzw. dessen Stromversorgung). Tritt das Brummen auch bei Wiedergabe früher bespielter Bänder auf? Ist es auf nur einem oder beiden Kanälen? Ist es ein sattes 50Hz Brummen (sinusförmig) oder mehr 100Hz Knurren (verzerrt)? Da das Brummen mal auftritt und dann wieder nicht, würde ich einen Kontaktfehler (Masseproblem, Unterbrechung oder Kurzschluss mit "falschem" Massepotenzial) vermuten.

Gruß Holger

P.S.: Hab mit gerade mal das SM geladen, falls Du es noch nicht hast, das gibts hier: https://elektrotanya.com/braun_tg-1020_s...nload.html .
Ich hab da gesehen, dass die Köpfe Steckanschlüsse haben, da würde ich als erstes mal die Steckkkontakte des Wiedergabekopfes, speziell die Masseanschlüsse, kontrollieren.
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#3
Die Braun sind recht speziell und auch zieckig. Das kann sehr viel sein. Schwierig ist es, wenn es nur sporadisch auftritt. Ich hatte unlängst so ein Problem an einer Braun. Allerdings, war das Brummen auch beim Abspielen. Aber sporadisch. Es kam von der Relaisplatine. Reparatur steht noch aus. Problem hat der Besitzer erst mal durch Platinenwechsel gelöst. Unabhängig vom Problem. Schau dir mal alle Trimmer an. Die sind in der Regel bei den TG alle stark korrodiert und gehören neu. Ebenso die Elkos. Diese sind eine reine Katastrophe. Auf dieser Ebene suche ich nicht mehr nach Fehler, ich wechsle die alle komplett. Dann reinige ich speziell den Umschalter Vor und Hinterband.
Dann ist in der Maschine wieder etwas Struktur und es lässt sich gezielter Suchen. Wenn was brummt, lässt sich das sichtbar machen auf dem Oszi. 
Grüße André
Dual TG28/29, ASC6002/ 5004, Technics RS1500, Tesla CM160, Braun TG1000
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#4
Vielen Dank für Eure Hinweise. Das Brummen ist sinusartig und auf beiden Kanälen. Die Wieiedergabe bespielter Bänder ist unproblematisch, d.h., da brummt nichts. Es entsteht nur bei der Aufnahme und wird dann natürlich auch vom Band aufgezeichnet. Ich habe alle Steckverbindungen auf der NF- und Relais Platine gecheckt. Keine Auffälligkeiten. Ich tippe auch auf den Wiedergabezweig. In dem Zusammenhang muss ich erwähnen, dass ich vorher den Wiedergabekopf neu eingestellt habe. Ob es damit in Zusammen stehen könnte? Der Klang ist eigentlich top. Ich checke das morgen nochmal. Achso, entferne ich den Kopfträger und schalte bei eingelegtem Band auf Aufnahme, ist kein Brummen zu hören....

Guten Nacht und nochmal vielen Dank für Eure Mühe.
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#5
Big Grin 
Danke für den Hinweis mit der Relaisplatine. Der Schuldige ist gefunden. Es war der Gleichrichter B40C1500 der ein thermisches Problem hat.
Ende gut, alles gut!
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#6
Der ist bei dem Gerät sowieso sehr schwach dimensioniert.
Bau ruhig einen etwas stärkeren ein!
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#7
Schau dir hinter dem Gleichrichter gleich die Elkos 801 - 803 an! Am besten erneuern. Nicht das dir der neue Gleichrichter wieder wegstirbt.
Grüße André
Dual TG28/29, ASC6002/ 5004, Technics RS1500, Tesla CM160, Braun TG1000
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#8
Bei den TG 1000/1020 ist meist die komplette Elkokur angesagt. 
Da ist dermaßen viel Frako/Röderstein pp. Gedöns drin, daß das auf jeden Fall für Probleme sorgt.
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#9
Wenn der C801 so ein goldfarbiger Roederstein (ROE) Elko ist, gleich raus damit! Diese, speziell mit höheren Kapazitäen, neigen zu plötzlichem Kurzschliessen. Der Gleichricher arbeitete offenbar nur noch halbwellig, wodurch die Brummspannung bei der im Aufnahmebetrieb höheren Belastung nicht mehr ausgeregelt werden konnte. Das passiert bei diesen alten Brückengleichrichtern leider öfters, dass ein Zweig ausfällt.

Gruß Holger
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#10
Das Problem mit dem Brückengleichrichter hatte ich hier auch schon mal beschrieben.
Die Netzteilschaltung des Braun TG1000 scheint neben ungünstiger Masseführung und dünnen Leiterbahnen belastungstechnisch mit wenig Reserven dimensioniert .

Viele Grüße, Jan
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#11
Danke für Eure wertvollen Tipps. Ich werde alles umsetzen.
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