Alte Papierkondensatoren sollte man immer rauswerfen, der Verguss ist im Laufe der Jahrzehnte oft undicht geworden, so dass durch eindringende (und vom Papier aufgesogene) Luftfeuchtigkeit die Isolation nicht mehr gewährleistet ist. Bei Koppelkondensatoren können hierdurch auch (insbesondere Endstufen-)Röhren zerstört werden.
Wie die anderen schon schrieben, kann man bedenkenlos machen und muss man bei Papierkondensatoren auch, die sind heutzutage alle hinüber und ein Folienkondensator ist auf jeden Fall ein guter Ersatz.
grundsätzlich wurde bereits alles schon gesagt. Diese Papierkondensatoren aud jeden Fall erneuern.
Da ich vor ca einem Jahr ebenfalls ein TK27 hergerichtet und dann hier im Forum veräußert habe,
sind mir diese C's noch ein Begriff. Es dürfte sich zwar nicht um Koppelkondensatoren,
sonden um die beiden Schirmgitterkondensatoren der beiden EF86 handeln.
Eränzend möchte ich nur noch auf folgendes hinweisen:
Bei den Originalkondensatoren ist auf der einen Seite ein umlaufender schwarzer Strich.
Der bezeichnet den Anschluß der äußeren Metallfolie. In diesem Fall geht dieser Draht auf Masse.
Das solltest Du bei den Ersatzkondensator auch beachten. Auf dem Foto ist allerdings die
Kennzeichnung der "Außenseite" nicht klar erkennbar. Aber normalerweise ist das bei gewickelten
Foliekondensatoren immer irgenwie gekennzeichnet.
Wenn Du es nicht beachtest, funktioniert das Gerät zwar trotzden. es geht auch nichts kaputt,
aber es kann aber u.U. zu höheren Brummeinstreuungen und anderen Störungen kommen.
Wenn die Außenfolie auf Masse bzw. auf der niederohmigeren Seite (bei der Funktion als Koppelkondensator)
liegt, wirkt diese als Abschirmung.
Ansonsonsten wünsche ich Dir viel Erfolg.
Schönen Gruß
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
2. Können wir messen, was wir hören?
Menno van der Veen
Bei den gelben oder schwarzen axialen Folienkondensatoren aus aktueller Produktion, die man heute gern für die Sanierung von Röhrengeräten nimmt, ist der Außenbelag überhaupt nicht mehr gekennzeichnet. Ich hab diese Dinger auch schon öfters eingebaut (und werde das demnächst erneut bei einem Graetz Melodia tun), aber noch nie einen erhöhten Brumm festgestellt.
Ich glaube, das ist mehr eine theoretische Geschichte, die in der Praxis kaum Auswirkungen hat...
(23.04.2025, 21:19)Magictape schrieb: Auf dem Foto ist allerdings die
Kennzeichnung der "Außenseite" nicht klar erkennbar. Aber normalerweise ist das bei gewickelten
Foliekondensatoren immer irgenwie gekennzeichnet.
Sowas habe ich ja noch nie gesehen bei "modernen" Folienkondensatoren.
Ich bitte um ein Beispielfoto oder Link.
Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Man lernt schließlich nie aus.
24.04.2025, 09:23 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.04.2025, 09:24 von Alfred F.)
Moin zusammen,
habe das Teil mit der Lupe untersucht und leider nix gefunden.
Bleibt also die Hoffnung, dass das Gerät auch so seinen Dienst tut.
Auf jeden Fall werde ich berichten, sobald auch die Elkos getauscht sind und der erste Probelauf durch ist. (Post mit den erwarteten Kondensatoren ist noch nicht durch.)
Ferner habe ich bereits den Rat aus einer anderen Aktion umgesetzt und die Vitrohm-Widerstände getauscht.
Allen einen schönen Tag
Gruß
Alfred
Meine Freude an der Tonbandtechnik verdanke ich Hermann Hoffmann, dem Erfinder der Radio-Comedy.
24.04.2025, 09:46 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.04.2025, 09:56 von janbunke.)
(24.04.2025, 09:01)Ferrograph schrieb: Naja, kommt darauf an was man als "modern" bezeichnet.
Die KOWEG Kunststofffolien waren bis nach 1990 so gekennzeichnet...
Gruß Jan
"modern" sollte heißen, "aktuell käuflich als Neuware erwerblich"
Un da kenne ich nichts, was diese Markierung heute noch hätte.
Aber trotzdem interessant, denn die Bedeutung dieser Markierung war mir bislang unbekannt.
Das liegt auch wohl daran, daß ich an so uralten (Röhren)Geräten eher nicht herumschraube.
warum man bei aktuell produzierten Foliekondensatoren keine Kennzeichnung des "Außenwickels" mehr vorhanden ist, wird hier auf der Internetseite "Frag Jan zuerst" sehr plausibel erklärt: https://www.die-wuestens.de/dindex.htm
=> Auf "Katalog" klicken, zum Thema "Kondensatoren" runter scrollen, dannn auf "5. Economy-Line Foliekondensatoren ... " klicken. Unterhalb des Fotos in der linken Tabbellenspalte gibt es dann die Erklärung.
Aber bei klasisch hekömmlich gewickelten Foliekondensatoren gibt es diese Kennzeichnung des "Außenwickels", entweder durch einen umlaufenden Strich (Ring) oder durch farbliche Kennzeicnung der entsprechenden Stirnseite. Bei den silbrig-weißen KOWEG-Kondensatoren ist das z.B. der Fall. Die Farbkennzeichnung gibt auch Auskunft über die Spannungsfestigkeit.
Fachlich ist das in Steffens Beitrag zuvor bestens erklärt.
Zurück zu Dir, Alfred:
Sorry, daß ich Dich unnötig verunsichert habe. Bei Deinen Kondensatoren ohne die besagte Kennzeichnung ist es demzufolge völlig wurscht, wie rum Du sie einlötest.
So sind wir alle noch ein wenig schlauer geworden.
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Restaurationd Deines TK27.
Schönen Gruß
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
2. Können wir messen, was wir hören?
Menno van der Veen
Diese Kondensatoren sind intern seriengeschaltet gewickelt. Das bewirkt eine Verbesserung der elektrischen Eigenschaften gegenüber herkömmlichen Zweilagen-Kondensatoren. Sie sind induktionsarm, selbstheilend und hoch belastbar. Durch die Serienschaltung gibt es aber keinen "Außenwickel" mehr, daher entfällt die entsprechende Kennzeichnung, Einbau-"Polung" ist beliebig.
interessant ist ja der Aufdruck "www.fjz-ajf.de" auf den Kondensatoren.
Da hat sich der Herr Wüsten selber eine Charge bedrucken lassen?
Die Frage ist, kann man die Dinger nur bei ihm kaufen?
Das ist ja irgendwie kein richtiger Internetshop.
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Zurück zu Dir, Alfred:
Sorry, daß ich Dich unnötig verunsichert habe. Bei Deinen Kondensatoren ohne die besagte Kennzeichnung ist es demzufolge völlig wurscht, wie rum Du sie einlötest.
So sind wir alle noch ein wenig schlauer geworden.
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Restaurationd Deines TK27.
Schönen Gruß
Chris
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Hallo Chris,
alles gut. Ich lerne gern etwas dazu und das ist hier geschehen.
Für den nächsten Einsatz weiß ich es.
Danke für die guten Wünsche. Ich hoffe, dass die letzte Kondensator-Bestellung heute eintrifft und ich die Löterei fortsetzen kann.
Gruß
Alfred
Meine Freude an der Tonbandtechnik verdanke ich Hermann Hoffmann, dem Erfinder der Radio-Comedy.
Man kann auch leicht selber testen, welcher Kontakt den äußeren Wickelkontaktiert. Kondensator an einen hochohmigen Verstärkereingang anschließen und mit den Kondensator anfassen. Dann den anderen Kontakt nutzen, da wo der Brumm lauter ist, ist der Außenwickel angeschlossen.
(25.04.2025, 09:40)uk64 schrieb: Mich würde ja interessieren, was man unter "intern seriengeschaltet gewickelt" verstehen soll.
Gruß Ulrich
Das ist mbMn. schlicht falsch. "Intern parallel geschaltet" würde noch Sinn ergeben.
Die beiden Folien sind etwas seitlich versetzt gewickelt. Eine steht also etwas links über, die andere rechts. Und diese Überstände werden alle kontaktiert. Dadurch wird die induktive Komponente des Wickels praktisch Null. War aber schon bei den guten alten DDR-MKTs so.
LG Frank
In Rust We Trust! T e s l a B 1 1 6 (A.D.), R E V O X B 7 7
Die in #20 beschriebene Kontaktierung gibt es schon lange, nennt sich "dämpfungsarm" und war früher durch ein aufgedrucktes "d" gekennzeichnet. Die gewickelten Kondensatoren haben hier natürlich einen Aussenbelag. Bei den bei fragjanzuerst angebotenen Kondensatoren sind vielleicht 2 Wickel ineinander verschachtelt und dann gegensinnig in Reihe geschaltet um die Induktivität zu kompensieren. Das ist jetzt aber reine Spekulation, wissen tu ich das nicht.
Dieses Video https://www.youtube.com/watch?v=2EusjbY_zRI widmet sich dem Kondensatorthema.
Diese Kondensatoren sind intern seriengeschaltet gewickelt. Das bewirkt eine Verbesserung der elektrischen Eigenschaften gegenüber herkömmlichen Zweilagen-Kondensatoren. Sie sind induktionsarm, selbstheilend und hoch belastbar. Durch die Serienschaltung gibt es aber keinen "Außenwickel" mehr, daher entfällt die entsprechende Kennzeichnung, Einbau-"Polung" ist beliebig.
interessant ist ja der Aufdruck "www.fjz-ajf.de" auf den Kondensatoren.
Da hat sich der Herr Wüsten selber eine Charge bedrucken lassen?
Die Frage ist, kann man die Dinger nur bei ihm kaufen?
Das ist ja irgendwie kein richtiger Internetshop.
so hätte ich es auch gerne weitergegeben, aber hat es bei mir leider nicht angezeigt, sondern in der Adresszeile immer nur die Adresse (URL) der Hauptseite. Warum auch immer...
Ich habe bei Hern Wüsten schon mehrfach bestellt, halt per E-Mail. Hat immer funktioniert.
Den guten Mann kann man auch zu technischen befragen und man bekommt schnell und kompentent eine Antwort.
Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
Was den Aufdruck "www.fjz-ajf.de" auf den Kondensatoren angeht, so scheint er a) zu den Herstellern einen guten Draht zu haben und vor allem b) die nötige Stückzahl in Auftrag zu geben, dann drucken sie Dir alles drauf was Du willst.
Ein Beispiel aus meiner beruflichen Praxis: In den Schweißgeräten des deutschen Herstellers REHM ist auf den Elkos das REHM-Logo drauf als "Herstellerlogo". Aber die produzieren diese Elkos ganz definitiv nicht selbst.
Schönen Gruß
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
2. Können wir messen, was wir hören?
Menno van der Veen
(25.04.2025, 11:54)uk64 schrieb: Natürlich kann das nur falsch sein, war auch kein echte Frage. Ich fand halt nur die Bemerkung "sehr plausibel erklärt" in Beitrag #14 interessant.
Gruß Ulrich
Vielleicht habe ich mich da etwas mißverständlich artikuliert. Mir erschien es lediglich als "sehr plausibel", daß die Kondensatoren keine Kennzeichnung der Außenlage haben. Da ist in dem inneren Aufbau begründet, der mit "intern seriengeschaltet gewickelt" beschrieben wird.
Unter dieser Beschreibung kann man sich tatsächlich erst einmal nichts Konkretes vorstellen. Deshalb muß sie aber nicht falsch sein.
Ich weiß es zwar auch nicht genau, halte aber folgendes für denkbar und nachvollziehbar:
Die Kondensatoren vertragen alle eine maximale Gleichspannung von 1500V. Das ist schon recht ordentlich.
UND: Sie sind alle relativ lang.
Man stelle sich zwei konvetionell gewickelte Kondensatoren vor mit einer Außen- und einer Innenlage.
Die liegen beide mit gleicher Wickelrichtung in dem Kondensatorgehäuse, daher die auffallende Gehäuselänge.
Die Außenlagen der beiden Kondensatoren werden miteinander verbunden. Die Innenlagen werden jeweils nach außen geführt. Das wäre dann "seriengeschaltet".
Könnte herstellungstechnisch einfach auch so sein, daß die "beiden" Kondensatoren eine gemeinsame Außenfolie haben und die innere ist längs halbiert und elektr. unterbrochen und mit Kontakten nach außen geführt. Das wären dann zwei Kondensatoren in Reihe, aber als "ein" K. gewickelt.
Und dann gibt es an den Anschlüssen kein "Außen" und kein "Innen" mehr.
Die unerwünschten Induktivitäten, die bei Wickelkondensatoren zwangsläufig enstehen, heben sich auf diese Weise auf.
Natürlich muß dann jeder einzelne Kondensator die doppelte Kapazität vom aufgedruckten Wert haben, dafür braucht er aber nur die halbe Spannung (750V) zu vertragen.
Das Video, auf das Analoghoerer in #22 verweist, ist auch sehr aufschlußreich, wenn auch manchmal etwas umständlich und weit ausholend. Aber was der Typ sagt und demonstriert, hat Hand und Fuß.
Schönen Gruß
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
2. Können wir messen, was wir hören?
Menno van der Veen
Soviel ich weiß werden für induktionsarme C's die Beläge gerne versetzt angeordnet, so dass auf der einen Stirnseite der eine, an der anderen der andere Pol kontaktiert werden kann. Das kann man besonders gut an den gehäuselosen Siemens MKM Kondensatoren sehen, wie z.B: hier: https://www.ebay.de/itm/123107812770?srs...wGl1fd4KgL
26.04.2025, 09:01 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.04.2025, 09:04 von Gyrator.)
(25.04.2025, 10:43)DropOut schrieb: Das ist mbMn. schlicht falsch. "Intern parallel geschaltet" würde noch Sinn ergeben.
Die beiden Folien sind etwas seitlich versetzt gewickelt. Eine steht also etwas links über, die andere rechts. Und diese Überstände werden alle kontaktiert. Dadurch wird die induktive Komponente des Wickels praktisch Null. War aber schon bei den guten alten DDR-MKTs so.
LG Frank
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
Mein TK27L hat seine Kur hinter sich.
Kondansatoren getauscht, Vitrohm-Widerstände getauscht.
Kleiner Probestart und nach einigen Sekunden weißer Rauch.................
Stieg auf aus Richtung des Gleichrichters.
Also Gerät wieder umgedreht. Boden entfernt und "nachgesehen".
Zu sehen war nix, zu riechen auch nicht.
Sicherungen haben gehalten.
Gerät todesmutig noch einmal eingeschaltet - kein Rauch!
Wiedergabe funktioniert.
Was nun? Weitermachen und hoffen oder gibt es eine Wahrscheinlichkeit für einen sich anbahnenden Fehler größeren Umfanges?
Den dicken Elko in der Stromversorgung habe ich übrigens (noch) nicht getauscht.
Habi ihr noch eine Idee, wo ein Laie wie ich erfolgversprechend eingreifen kann?
Gruß
Alfred
Meine Freude an der Tonbandtechnik verdanke ich Hermann Hoffmann, dem Erfinder der Radio-Comedy.
mir ist gerade aufgefallen, dass die beiden "Entbrummer" Potis R 124 und R224 mit 1 kOhm ungewöhlich hohe Werte besitzen. Normal wären an dieser Stelle 150 Ohm. Warum hast du Vitrohm Widerstände getauscht, haben die ein Problem ?
28.04.2025, 19:06 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.04.2025, 20:08 von Alfred F.)
Hallo Tobias,
über die beiden Potis weiß ich nichts. Die sind noch original.
Was die Vitrohm-Widerstände angeht, so wurde mir von Forumsmitgliedern versichert, dass diese bei Alterung ihre Werte verändern und damit
zu Fehlfunktionen führen.
Die Original-Aussage war: "Diese Vitrohm-Widerstände werden oft extremst hochohmig und sorgen dann für die seltsamsten Fehler. Also: Erneuern!"
Aussage 2: "Das kann ich nur bestätigen. Es handelt sich hierbei um Kohle-Massewiderstände, zu erkennen an den etwas rauen Kunststoffkörpern ohne Kontaktkappen an den Enden.
Mit denen hatte ich auch schon meinen Spaß bei Röhrenradios!"
28.04.2025, 19:42 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.04.2025, 19:44 von bitbrain2101.)
Hallo Alfred,
vielen Dank füt deine ausführliche Antwort. Bei der Erwähnung von Kohlemasse Widerständen hätte ich nicht nachgefragt, ich wusste nur nicht, dass Vitrohm die Dinger verbrochen hat. Ich habe vor kurzem so ein Exemplar aus einem alten Gitarrenverstärker von Hohner entfernt. Das Ding hat gerauscht wie ein Wasserfall, das ist auch so eine typische Fehlererscheinung bei den Dingern.
Ja, also Kondensatoren mit 1 Ohm....1 MOhm würde ich allerdings auch nicht kaufen, da kann man ja gleich die alten Papierteile bzw. kurzgeschlossenen Elkos drin lassen...