Beiträge: 22
Themen: 4
Registriert seit: Dec 2024
Hallo,
Habe ein Laustärkeproblem des rechten Kanals beim Uher Report Monitor.
Der rechte Kanal ist zu leise bzw. Nur minimal auch bei voll aufgedrehter Lautsärke . Das rechte VU-Meter zappelt ein wenig. Der Kanal ist also wohl nicht unterbrochen. Das ist so bei allen Positionen des Kanal-Wahlschalters . Weiß jemand von Euch ob das am Tonkopf liegt oder an der Elektronik ? Kann man den Pegel des Eingangssignal evt. einstellen ?
Beiträge: 1729
Themen: 87
Registriert seit: Mar 2004
Da das von Dir dargelegte Problem wirklich sehr viele Ursachen haben kann, würde ich mir die Seite "tonbandservice.net" durchlesen. Sollest Du durch dieses Studium den Fehler finden und beseitigen können, wäre das ein toller Erfolg.
Viel Spaß und Glück dabei
Gruß
Rainer
NIVEAU ist keine Hautcreme,
STIL nicht das Ende vom Besen
und HUMOR etwas gutartiges...
Beiträge: 22
Themen: 4
Registriert seit: Dec 2024
Hallo und Danke für die Info.
Da findet man ja einiges. Bin jedoch leider nicht weitergekommen. Das muss an-oder in Nähe der wiedergabeentzerrung liegen. Zwei Elkos ausgetauscht. Hat nix gebracht. Komisch ist dass das rechte Vu Meter voll ausschlägt . Nur Linker Kanal geht auf Stereo ist dann auch der linke leiser und mit weniger Bässen. Fürchte ich komm da ich an meine Grenzen. Werde es nochmal mit spannungsmessung gemässHandbuch versuchen.
Beiträge: 205
Themen: 20
Registriert seit: May 2020
Hallo Hans Christoph,
hast Du einen Schaltplan zur Hand und ein Digital-Multimeter?
Das wäre bei der Fehlersuche aus meiner fachlichen Sicht die Mindestvoraussetzung.
Irgendwelche Elkos oder sonstigen Bauteile blindlinks zu tauschen ist nicht unbedingt zielführend.
Absolut saubere Tonköpfe und eine Bandaufnahme, auf der beide Kanäle gleichmäig bis an die 0dB-Grenze heran ausgesteuert wurden, setze ich mal voraus.
Zum UHER 4400 RM nur so viel: Das VU-Meter für den rechten Kanal ist nur im Stereo-Betrieb oder bei Anwahl des rechten Mono-Kanals M2 aktiv.
Bevor ich Dir unnötige Dinge erkläre (die Du vielleicht längst schon weißt) von mir erst mal die simple Frage:
Wie umfangreich sind Deine Erfahrungen und Kenntnisse mit Tonbandgeräten im Allgemeinen
und wie weit reichen Deine Elektronikkenntnisse im Speziellen?
Beste Grüße
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
2. Können wir messen, was wir hören?
Menno van der Veen
Beiträge: 22
Themen: 4
Registriert seit: Dec 2024
Hall Chris,
Ja ein Multimeter jedoch ohne Kapazitätsmessung habe ich und einen Schaltplan aus dem Wartungshandbuch auch. Schaltpläne kann ich schon lesen. Hobbymässige Elektronikkenntnisse einigermaßen aber nicht mit IC-Schaltungen. Ist bei mir ja auch schon einige Zeit her dass ich Elektronikgebastelt habe.
Den Tonkopf habe ich entmagnetisiert und gereinigt. Justiert jedoch nicht.
- Der linke Mono-Kanal funktioniert einwandfrei, lediglich etwas verzerrt bei hoher Lautstärke
- der rechte (mit Anzeige rechtes VU-Meter) nur ganz leise, verzerrt und ohne bässe.
- das rechte Vu-Meter ist dann voll auf Anschlag. Da ist wohl ein eine hohes Spannungssignal drauf das aber kein audiospannungssignal ist. Spannungsnzeige funktioniert jedoch einwandfrei.
- Stelle ich auf Stereo ist auch der linke Kanal „blass“ , d.h.. viel Leiser wie im monobetrieb, auch ohne bässe und verzerrt so wie der rechte nur im Vergleich llauter als der rechte.
-die Endstufe scheint auf beiden Kanälen zu funktionieren. Wenn ich auf die Entzerrerplatine mit dem Finger drauftippe Kann ich bei beiden Kanälen ein starkes Brummen erzeugen. Daraus schließe ich dass der Fehler auf dem Weg vom Tonkopf über entzerren/ vorverstärkerstufe liegt.
- im Afnahmemodus ist das Verhalten genauso
- wenn ich über Audio- Ausgang über eine externen Verstärker abspiele ist es genauso.
Viele Grüße
Hans
Beiträge: 205
Themen: 20
Registriert seit: May 2020
Hallo Hans,
das sind ja schon mal einige wichtige Informationen.
1. Ich beginne mal mit der letzten Aussage "... Audio-Ausgang über einen externen Verstärker ..."
Welchen Ausgang genau meinst Du?
a) Die DIN-Buchse mit der Bezeichnung "Monitior" (Die bringt sowohl bei Aufnahm als auch bei Wiedergabe immer ein Ausganssignal auf den Pins 3 und 5) ODER:
b) Die DIN-Buchse "Radio / Phono"? (Die bringt bei Wiedergabe auf den Pins 3 und 5 ein Ausgangssignal, bei Aufnahme sind diese Pins der Phono-Eingang.)
Ich würde Dir empfehlen, während der Fehlersuche immer den Ausgang "Monitor" zu verwenden und diesen mit einem externen Verstärker zu verbinden. Den inneren Lautsprecher kannst Du abschalten, indem due den Reglerknopf "Tone" herausziehst.
Die interne Endstufe lassen wir fürs erste mal beiseite, der scheint auch weiter nichts zu fehlen.
Wenn ich es richtig verstanden habe, schlägt das rechte VU-Meter immer voll aus und zappelt nur am rechten Anschlag ein wenig im Rhythmus des Tonsignals. Das ist bei Wiedergabe so und genau so bei Aufnahme.
2. Im Aufnahme-Modus wäre noch die Frage: Wie verhält es sich, wenn der Monitor-Schalter
a) auf "S" (Souce) und
b) wenn er auf "T" (Tape) steht? - Gibt es da Unterschiede?
Allgemeiner Hinweis: Bitte korrigiere mich, wenn ich etwas falsch verstanden habe.
3. Schalte am besten mal auf rechten Kanal mono (M2).
Lege bitte KEIN Band ein und drücke die Wiedergabetaste.
Wahrscheinlich schlägt das VU immer noch voll aus. D.h.: Wir müssen das Störsignal einkreisen.
Entferne bitte den Kondensator C46 (10µF). (Dazu natürlich das Gerät komplett ausschalten)
Dann den Test wiederholen.
a) Wenn das Störsignal jetzt weg ist, ist der Anzeigeverstärker (bestehend aus T38, T39, T41 und T43) höchstwahrscheinlich i.O.
Die Störung liegt dann irgendwo im Signalweg davor.
b) Wenn das Störsignal immer noch da ist, entferne C58 (10µF) - C46 bitte noch draußen lassen.
c) Wenn das Störsignal jetzt weg ist, muß C58 erneuert werden.
d) Wenn das Störsignal noch da ist, entferne C60 (10µF). - die anderen beiden C's noch draußen lassen
e) Ist die Störung jetzt weg, bitte C60 erneuern.
f) Ist die Störung immer noch da, müssen als nächstes die Halbleiter überprüft werden. Aber keine Angst, die Mußt Du nicht alle auslöten!
Zunächst sollten die ausgebauten C's mal gecheckt werden. Wenn Du mit Deinem Meßgerät keine Kapazitätsmessung machen kannst,
dann kannst Du auch einen ganz einfachen, groben Check durchführen:
Schalte das Meßgerät auf Widerstandsmessung. Wenn Du dann die beiden Meßstrippen an die Kondensatordrähte hälst, muß anfangs ein niedriger Widerstand zu messen sein, denn dann aber immer höher wird, is es unendlich ist.
Bei kleinen Kapazitäten (etwa an 1µF) ist dieser Effekt nur ganz kurzzeitig zu beobachten, bei höheren Kapazitäten (z.B. 100µF) ist dieser
effekt über längere Zeit zu beobachten.
Wichtig ist, daß der Widerstand ins Unendliche geht. Bleibt daß Meßgerät auf einem konstanten Ohmwert stehen, hat der Kondensator einen defekt. Wenn es z.B. fast null Ohm sind, hat der C einen Kurzschluß.
Wenn überhaupt kein Lade-Impuls zu beobachten ist, kann er ebenso defekt sein.
Wenn Du Dir nicht sicher bist, den C einfach mal kurzschließen, dann ist er entladen und Du kannst noch mal die Messung vornehmen.
4. Wenn C58 und C60 i.O. sind, kannst Du sie erst mal wieder einlöten. (Polarität bei den Elkos beachten!) - C 46 bleibt noch draußen.
Ich hoffe, Dein Meßgerät hat eine Diodentest-Funktion. Damit kannst Du (im ausgeschalteten Zustend!) die Flußspannung der Dioden D5 und D6 messen. In Durchlaßrichtung hälst Du die schwarze Meßstrippe an die Kathode, und die rote an die Anode (Die Dioden können eingelötet bleiben.) Es muß dann eine Flußspannung von jeweils 0,5 ... 0,6V meßbar sein. Zur Probe die beiden Meßstrippen vertauscht anlegen (Sperrrichtung). Theoretisch geht der Spannungswert jetzt in den Overload-Bereich, aufgrund der umgebenden Schaltung sollte es zumindest ein deutlich höherer Wert von über 1 ... 2 V sein. Sollte in beide Richtungen nur ein sehr geringer Wert von beispielsweise unter 0,2V angezeigt werden, hat die Diode einen Kurzschluß.
5. Wenn bis dahin alles i.O. ist, müssen wir die vier Transistoren unter die Lupe nehmen.
Das geht am besten durch Vergleichsmessungen. Der linke Kanal ist ja i.O.
Schalte das Gerät in Stereo-Betrieb und drücke auf Wiedergabe (ohne Band!).
Anahand des Schaltplans siehst Du, welcher Transistor im linken Kanal welchem Trannsistor im rechten Kanal entspricht.
Also: T36 aud der linken Seite entspricht T38 auf der rechten Seite.
Miß und notiere also die Spannungen am Kollektor, an der Basis und am emitter von T36.
Dann miß und vergleiche die drei Spannungen mit denen an T38. - Kleinere Abweichungen darf es schon mal geben, also einige wenige Zentel Volt. Bei mehereren Volt Unterschied ist etwas faul.
So vergleichst Du alle vier Transistoren auf jeder Seite.
So, da hast Du erst mal was zu tun.
Was das verzerrte und schwache Signal des rechten Kanals betrifft, so vermute ich folgendes:
Wenn ich Deine Aussagen richtig verstanden habe, ist das sowohl bei Aufnahme als auch bei Wiedergabe der Fall.
Damit scheiden Aufnahme-Verstärker und Wiedergabeverstärker schon mal aus.
am verdächtigsten ist demzufolge der Monitorverstärker (siehe Schaltplan).
Aber damit befassen wir uns das nächste Mal.
Vielleicht hast Du auch schon ein wenig meine Vorgehensweise verstanden und arbeitest selbständig weiter.
Ich wünsche Dir viel Erfolg für die nächsten Schritte und bin auf Deine Untersuchungsergebnisse gespannt.
Beste Grüße
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
2. Können wir messen, was wir hören?
Menno van der Veen
Beiträge: 22
Themen: 4
Registriert seit: Dec 2024
Hallo Chris
Herzlichen Dank für Deine Informationen. Das ist echt super. Ja da habe ich einiges zu tun. Aber jetzt kann ich analytisch vorgehen. Das hilft mir sehr weiter.
Ok, Habe bisher die Phono-Buchse verwendet. Nehme dann den Monitor Ausgang.was ich noch vergessen hatte wegen dem Vu-Meter. Anfangs hat der Zeiger wie beschrieben nur ganz wenig links rumgezappelt und dann nach einiger Zeit plötzlich voll Auschlag ohne weitere Bewegung. Das muss eine hohe Spannung anliegen.
Ich bin ab morgen bis Ostern vereist. Kann also alles erst dann angehen. Ich melde mich wieder wenn ich die Kondensatoren gecheckt habe.
Bis dahin Viele Grüße
Hans
Beiträge: 22
Themen: 4
Registriert seit: Dec 2024
Hallo Chris
Das hat jetzt lange gedauert bis ich Dir antworten kann, habe erst einige andere Probleme lösen müssen.
Die gute Nachricht zuerst:
Habe mich jetzt nach Deinem echt guten Fahrplan bis zu den Transistoren durch durchgekämpft. Beim Messen der Spannungen habe ich festgestellt, das beim T41zwischen Basis und Emitter die Beinchen Kontakt hatten. Jetzt ist das Störsignal weg ??.
die schlechte Nachricht: es kommen zwar auf beiden Kanälen ein Signal , abe viel zu leise. Wenn ich auf Stereo schalte , also auf beide Kanäle ist neben dem Audiosignal ein pulsierender Brummton drauf. Das pulsieren kommt glaube ich weil evt das Gerät dann versucht wieder abzuriegeln. Das höre ich auch wenn ich über Monitorausgang abhöre. Ich vermute jetzt dass der T41 hinüber ist. Komisch ist dass bei getrennten Kanälen dies Erscheinung nicht auftritt sondern nur beim Stereobetrieb.
Was meinst Du ? Soll ich nur den T41 evt. Tauschen oder ist da noch mehr hinüber
Viele Grüße
Hans
Beiträge: 205
Themen: 20
Registriert seit: May 2020
Hallo Hans,
Der T41 ist ja nur im Anzeigeverstärker für das rechte VU-Meter. Auf das Tonsignal dürfte der keinen Einfluß haben.
Nun folgende Fragen: Wie verhalten sich die beiden VU-Meter im Mono-Betrieb?
1. Linker Kanal (M1): a) normale Lautstärke? b) Das linke VU-Meter zeigt normal an?
2. Rechter Kanal (M2): a) normale Lautstärke? b) Das rechte VU-Meter zeigt normal an?
Wenn Du Frage 2b mit "ja" beantworten kannst, ist der T41 i.O.
Falls das nicht der Fall ist, löte ihn aus. (Da er in der Schaltung zwischen T38 und T43 direkt gekoppelt ist, kannst Du im eingebauten Zustand nichts Vernünftiges messen.) Ich gehe mal davon aus, daß Dein Digital-Multimeter (DMM) eine Diodentest-Funktion hat.
Diese schaltest Du ein. Da es sich um einen PNP-Transistor handelt, gehst Du mit der schwarzen Meßstrippe ("COM") auf die Basis (mittleres Beinchen). Mit der roten Meßstrippe gehst Du dann auf das jeweils äußere Beinchen. In beiden Fällen mußt Du ca. 0,6 ... 0,7V messen können.
Vertausche dann die Meßstrippen und nimm nochmals die beiden Messungen in gleicher Weise vor. Jetzt muß das DMM immer "OL" (Overload) anzeigen. Dan miß zur Sicherheit noch die beiden äußeren Beinchen in beide Richtungen durch. Auch da muß das DMM immer "OL" anzeigen, also kein Durchgang.
Wenn irgendeine Messung 0,0V ... 0,1V ergibt, ist ein Kurzschluß vorhanden und der Transistor ist definitiv defekt.
Und nun zum Stereo-Betrieb:
Unter dem "pulsierenden Brummton" kann ich mir leider nicht wirklich etwas vorstellen.
Drücke mal die nur alleine die Aufnahmetaste. (Die Wiedergabetaste bitte nicht mit dazu; denn der Löschgenerator soll ausgeschaltet bleiben.)
Schließe einen externen Verstärker am der Monitorbuchse an.
Dazu folgende Fragen:
3. Ist dieses Störsignal immer noch vorhanden?
4. Und wenn ja, ist es von den Aufnahmereglern in der Lautstärke abhängig oder unabhängig davon immer konstant?
5. Was zeigen die VU-Meter an? (ohne Tonsignal an den Eingängen!)
So jetzt warte ich erst mal auf Deine Ergebnisse.
Schönen Gruß
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
2. Können wir messen, was wir hören?
Menno van der Veen
Beiträge: 22
Themen: 4
Registriert seit: Dec 2024
Hallo Chris
Danke! Kann erst nächste Woch weiter testen. Melde mich sobald ich Ergebnisse habe
VU Meter Linker und rechter Kanal zeigen im monobetrieb jeweils schwaches Signal an und Lautstärke ist nur ganz niedrig, ach wenn Lautstärke voll aufgedreht ist.
Viele Grüße
Hans
|