MiniDisk auf PC überspielen
#11
Ich möchte noch zur weiteren Verunsicherung anmerken, dass Windows gerne in den Audiodaten - auch in via S/PDIF eingespielten - herumpfuscht. Also Audiokernel von Windows, teils eigenmächtige Abtastratenwandlung etc. Da ich das Thema für mich "zweigleisig" gelöst habe, habe ich mich kaum tiefer damit befasst - eben im Wissen darum, dass es passieren kann. Bei meinem Patenonkel habe ich mal ein externes Audiointerface unter Windows 10 (?) getestet (könnte eine ESI U24XL gewesen sein) und hatte in vielen Settings keine 1:1-Durchleitung, sondern immer irgendwelche Abweichungen, Dither, whatever. Müsste ich bei Bedarf nochmal raussuchen, aber als wichtigste Info bleibt: es war nicht 1:1.

Ganz üble Erfahrung habe ich mal mit einem Onboard-S/PDIF gemacht. Der hatte massives Rauschen (!) drauf und wirkte wie analogisiert und dann schlecht redigitalisiert.

Dem kann man aus dem Weg gehen durch Profikarten (RME, Marian) zum entsprechenden Preis. Habe nie sowas gehabt, kenne es nur aus dem privaten Umfeld. Die Treiber umgehen offenbar das Windows-eigene Datenhandling. Kostet halt richtig Geld.

Ich habe einen grabstein-großen Big Tower von Escom (Gehäuse datiert auf 1994), da drin steckt ein Gigabyte BX-Board mit Pentium III 850 im Slotadapter und 512 MByte RAM, es läuft Windows 98SE (!). Da sind über den VXD-Treiber die S/PDIF-Einspielungen meiner Terratec EWX 24/96 bitgenau - das habe ich zigmal getestet in 32 / 44,1 und 48 kHz vor nun Jahrzehnten. Der Rechner steht wirklich neben dem Schreibtisch als Ablagefläche für externe HDD und eben für das Einspielen via S/PDIF - in meinem Fall von DAT. Transfer auf moderne Rechner via USB 1 und Stick - aua, funktioniert aber.

Schon der WDM-Treiber, der ab Windows 98SE auch verfügbar war, fügte 6 dB Audiopegel-Dämpfung ein (!) bei der Terratec EWX 24/96 via S/PDIF. Bei späteren Betriebsssystemen war wohl auch nicht garantiert, dass die Daten 1:1 durchkamen. Also läuft das bei mit eben mit Win98SE und VXD-Treiber. Neben dieser Aufgabe kümmert sich der Rechner noch um meinen alten SCSI-Scanner und bei Bedarf um ein Plextor PX40 zum Auslesen nonkonformer Audio-CDs. Ein internes SCSI-Zip (!) wäre auch noch vorhanden, keine Ahnung, ob es noch spielt.

Unter moderneren OS (bei mir derzeit leider noch maximal Windows 7 64 Bit) habe ich ein Edirol UA-25, das aber zwingend mit ASIO-Treiber betrieben werden muss, um bitgenau aufzuzeichnen. Den Treiber gibt es direkt bei Roland, der neueste ist für Windows 7, ob er auf neueren Windows-Systemen läuft, weiß ich nicht. Aber das ist nur die halbe Miete - es braucht auch eine Aufnahmesoftware, die mit dem ASIO-Treiber arbeiten kann. Ist das gegeben, hat man auch am Laptop (zuminnest bei mir unter Windows 7) eine bitgenaue Einspielmöglichkeit vom S/PDIF. Auch das ist geprüft - im Herbst 2021 testete ich so AAC-DVB-Radio der ARD am PYUR-Kabelanschluss einer Bekannten mit einem Vistron-DVB-Kabelradio über das UA-25 auf das Laptop gegen den S/PDIF-Output eines decodergleichen HDTV-Satreceivers des gleichen Herstellers, der bei mir zu Hause in Abwesenheit auf den Win98-Rechner über die Terratec gespeichert wurde. Die Files waren bis auf eine damals auftretende, ARD-seitige Störung bitgenau identisch. Sowas funktioniert also dann zuverlässig.

So ein UA-25 und eine ASIO-taugliche Aufnahmesoftware (z.B. Adobe Audition) machen den Job also bitgenau.
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RE: MiniDisk auf PC überspielen - von janbunke - 11.03.2025, 10:45
RE: MiniDisk auf PC überspielen - von janbunke - 11.03.2025, 11:27
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