nachdem ich mich seit einien Jahren hier nicht mehr aktiv beteiligt habe, mal wieder in Lebenszeichen!
Der Tonbandvirus war dennoch nie weg, mit meinen beiden Telefunken M12 war ich die letzten Jahre äusserst zufrieden. Beim Keller aufräumen sind mir allerdings kürzlich mein A udn B77 wieder über den Weg gelaufen. Da es sich bei beiden Maschinen um 4 Spurer handelt, habe ich dafür aber nur wenig Verwendung. Der Gedanke mal wieder eine neue Maschine in meinen Gerätepark aufzunehmen ging mir aber nicht aus dem Kopf. Aber was soll man nehmen? Eine M5 oder M15 würde mich reizen, aber die sind inzwischen ja mit Gold aufzuwiegen. Zweispur muss es sein, ein eurpäischer Hersteller wäre schön und etwas (semi-)professionelles sollte es sein.
Beim abendlichen Durchsehen der Angebote auf ebay ist mir eine Philips PRO12 in den Niederlanden zu einem vertretbaren Preis voe die Füße gefallen. Eine Maschine die ich haben wollte seit ich sie zum erstenmal gesehen habe. Also zugeschlagen. Der Verkäufer schrieb in seiner äusserst knappen Beschreibung nur "Es spielt nicht so gut, wie es sollte. Benötigt Wartung.". Eine äusserst wohlwollende Umschreibung wie ich heute feststellen durfte.
Wenn man bedenkt, dass der Antriebsriemen sich in den bekannten Philips Matsch verwandelt hatte, kann die Maschine nicht wirklich getestet worden sein. Ausserdem war die Laufwerkssteuerung nicht funktionsfähig und eine Spannung aus dem Netzteil fehlte. Aber naja, ich war mir natürlich im Klaren darüber, dass das Gerät nicht einfach funktionieren würde. Die Reparatur selbst macht mir ja auch Freude.
Nachdem ich die schwarze Pampe aus dem Antrieb entfernt hatte und einen halbwegs passenden Flachriemen aus meinem Fundus eingebaut hatte, durfte ich feststellen, dass sämtliche Elektromagneten nicht bzw. falsch angesteuert werden. Zum Glück war bei der Maschine eine Originalschaltplan dabei, der zur Fehlersuche sehr hilfreich war. Im Internet ist ein Servicemanual zu finden, allerdings nur in niederländischer Sprache und mit schlecht lesbaren Schaltplänen. Mithilfe dessen, was ich mir aus dem niederländischen Text und dem original Schaltplan zusammenreimen konnte, kam nach längerer Zeit auch die Erleuchtung.
Zuerst geht es darum, dass Laufwerk wieder zum Laufen zu bewegen. Der Audioteil interessiert mich noch gar nicht.
Das Gerät ist schon sehr archaisch vom Aufbau, alleine die mechanische Tastensteuerung, die dann doch wieder über Elektromagnete die Laufwerksfunktionen steuert wirkt recht fremdartig, wenn man bedenkt, dass Revox zu dem Zeitpunkt schon die A77 mit "Tipptasten" Steuerung auf dem Markt hatte.
Ebenso wird die Geschwindigkeitsumschaltung und "Regelung" auf rein mechanische Weise bewerkstelligt. Die Geschwindigkeitsumschaltung durch umlegen eines Riemens mit einer wahrlich genialen Hebelmechanik. Die Geschwindikeitsregelung - soweit ich das beurteilen kann - durch eine Wirbelstrombremse, die den Tonmotor immer gleichmäßig belastet und dadurch die Geschwindigkeit konstant hält. Durch einschwenken eines Permanentmagneten über die Kupferscheibe, Teil der Schwungmasse, kann die Geschwindigkeit abgeglichen werden. Sowas kenne ich von PE Plattenspielern, habe ich so aber noch nicht in einem Tonbandgerät gesehen.
Hier auch wieder ein rein mechanischer Ansatz, im Gegensatz zur A77 die zwei Jaher früher (?) auf den Markt kam und die elektronische Regelung und Umschaltung mitbrachte.
Nachdem vier Elkos, zwei Dioden, ein Gleichrichter, eine Sicherung und ein Germanium (!) Transistor getauscht wurden, schien das Laufwerk wieder seine Funktion zu erfüllen.
Also Testweise ein bespieltes Band aufgelegt und START gedrückt. Und läuft! Bisschen Spulen, Pause, Stop um mich mit dem Laufwerk vertraut zu machen. Das Gerät spult schön schnell, haut dann aber die Bremsen gnadenlos rein. Die 18er Spulen stehen sofort, sie lassen sich auch kaum per Hand drehen. Da bin ich froh, dass das erste Band ein Standardband war. Laut BDA soll das Gerät ja mit Lang- und Doppelspielband zurecht kommen? Langspielband vielleicht, aber Doppel würd ich mich so nicht trauen.
Der Monitorausgang ist nicht normgerecht (Überspielkabel) beschaltet, belegt sind nur Pin 1,2,3. Also schnell einen Adapter gebastelt und an den Werkstattverstärker gehängt. Zuerst gab's kein Ausgangssignal, nach wildem drücken und drehen an den Schaltern auf dem Audioteil der Maschine kommt das Signal aber einwandfrei am Verstärker an.
Ein paar Störgeräusche gibt es, dürften tote Elkos sein. Habe mein Testband jetzt schon mehrmals durchlaufen lassen, bisher alles gut.
Im nächsten Teil werde ich mich mit dem Audioteil näher beschäftigen. Sehen wir mal ob sie löscht und auch aufzeichnen kann.
Irgenwie ein charmantes Gerätchen mit wahnsinnigem Gewicht für einen 18er. Bisher kannte ich nur die N44xx und N45xx Plastikbomber von Philips.
05.03.2025, 21:10 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.03.2025, 21:10 von hannoholgi.)
(05.03.2025, 19:50)David77 schrieb: Irgendwie ein charmantes Gerätchen mit wahnsinnigem Gewicht für einen 18er. Bisher kannte ich nur die N44xx und N45xx Plastikbomber von Philips.
lg David.
Sag bloß, du kennst die N4522 von Philips nicht!? Von wegen Plastikbomber...
Ich kenn die 4522 nur zu gut. Wunder Punkt in meiner Tonbandkarriere . Hatte mal eine die jemand vor mir so kaputt repariert hatte, dass ich nichts mehr retten konnte. Wurde zerlegt und als Teilespender verkloppt..
Aber ich schätze die höherer Dichte hat die PRO12 .
PS: Zu früh gefreut. Die Transe hat sich wieder verabschiedet, schlägt durch und aktiviert den STOP Magneten dauerhaft .
05.03.2025, 21:29 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.03.2025, 21:34 von Ferrograph.)
Vielen Dank für diesen Bericht zur Philips PRO12.
Auch schön ist, daß hier mal etwas anderes vorgestellt wird, die PRO12 ist ja schon seltener vertreten...
Wenn man die Techniker bei Philips gelassen hat konnten die schöne Geräte im semiprofessionellen Bereich bauen;
ich finde die Philips PRO36 einmalig, leider noch seltener als deine PRO12...
Und im Rundfunkbereich war Philips mit der EL3501, 3505, 3509 usw. gut vertreten, diese Bandmaschinen wurden außer im Heimatland unter anderem auch bei der BBC eingesetzt.
05.03.2025, 21:37 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.03.2025, 21:39 von kesselsweier.)
Hallo David,
willkommen zurück.
Interessanter Bericht zur Pro 12. Von den noch größeren (Pro 36?) hört man fast nie. (Edit: überschnitten mit Jan )
Bin gespannt, wie es weitergeht...
(05.03.2025, 21:26)ManiBo schrieb: Eine N4520/22 muss immer gerettet werden.
Defekte Bauteile kann man wechseln.
Ja meint man. Aber diese 4522 hat irgenein A*sch so wie es aussah mit einer 200W Lötpistole und Fittingslot malträtiert. Habe zwei Platinen komplett neu angefertigt, Leiterbahnen geflickt, Wochen investiert um dann doch zu resignieren.
05.03.2025, 22:17 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.03.2025, 22:19 von Moppedmanni.)
Ich habe mir meine Pro12 vor vier Jahren für 120 Tacken schicken lassen. Sie lief nicht, was dem heißgelaufenen Antriebsmotor zu verdanken war. Nur woher einen Motor bekommen? Ich habe dann gesehen, dass der Motor einer 4407 identisch schien. Also eine 4407 geschlachtet .... und siehe da: der Motor passt, die Maschine läuft. Es musste lediglich das Pulleye getauscht werden. Das mit der Wirbelstrombremse musste ich mir auch erst mal erklären lassen.
Manni
Das mit dem schnellen Spulen kann ich nur bestätigen. Geht ab wie Sau .... und das Gerät wiegt auch so.
3 Dreher und ca. 38 Tonbandgeräte an drei Anlagen ............
(05.03.2025, 22:17)Moppedmanni schrieb: Ich habe mir meine Pro12 vor vier Jahren für 120 Tacken schicken lassen. Sie lief nicht, was dem heißgelaufenen Antriebsmotor zu verdanken war. Nur woher einen Motor bekommen? Ich habe dann gesehen, dass der Motor einer 4407 identisch schien. Also eine 4407 geschlachtet .... und siehe da: der Motor passt, die Maschine läuft. Es musste lediglich das Pulleye getauscht werden. Das mit der Wirbelstrombremse musste ich mir auch erst mal erklären lassen.
Manni
Das mit dem schnellen Spulen kann ich nur bestätigen. Geht ab wie Sau .... und das Gerät wiegt auch so.
Deinen Bericht hab ich gelesen. Super, dass du eine Lösung gefunden hast.
Steigt deine beim Bremsen aus dem schnellen Umspulen auch so dermaßen in die Eisen, dass du Angst ums Band hast?
Die Laufwerksteuerung macht mir immer noch Probleme. Ich verstehe ehrlich gesagt auch die Schaltung und die Funktion noch nicht ganz.
Hat irgendwer das Service Manual in Deutsch oder Englisch? Mir würde erstmal auch nur der Teil mit der Schaltungsbeschreibung der Laufwerkssteuerung reichen.
Aus dem Holländischen kann ich zwar die grobe Funktion abstrahieren, aber die Feinheiten fehlen .
Update zum Laufwerk.
Nachdem mir sämtliche Transistoren die ich an Stelle von Ts401 eingesetzt habe abgeraucht sind, ich aber keinen anderen Fehler in der Elektronik finden konnte, war ich schon am Zweifeln. So eine einfache Schaltung und ich kann den blöden Fehler nicht finden .
Bis ich dann zufällig entdeckt habe, dass das Gewicht am unteren Ende des Bandfühlhebels lose war. Es ist mit einer M3 Schraube + Mutter an den Hebel geschraubt, im Laufe der Zeit hat sich die Mutter gelöst, somit war das Gewicht locker und konnte in der Gegend rum schlackern. Bei Bandende konnte es vorkommen, dass der Hebel mit ausreichend Effet an den Anschlag gerumst ist, dass das Gewicht kontakt mit dem Bandendekontakt SK10 bekommen hat und diesen gegen Masse kurzgeschlossen hat. Dadurch hat es mir immer nach dem Zurückspulen Ts401 zerschossen und evtl. auch die Sicherung mit 1,25A.
Dieser Mechanische defekt wird auch für den defekten Gleichrichter und die defekte Diode verantwortlich sein.
Einer der Vorbesitzer hat sich beholfen indem er die 1,25A Sicherung gegen eine 4A Sicherung ersetzt hatte. Sollte man halt nicht tun .
Mit Hilfe des SM auf das mich Holger hingewiesen hat konnte ich auch die Bremsen etwas weniger aggressiv einstellen.
11.03.2025, 23:58 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.03.2025, 00:20 von David77.)
Hallo zum nächsten Teil.
Nachdem das Laufwerk nun zuverlässig läuft, geht's an den Audioteil der Philips.
Im Wiedergabeverstärker wurden letzten Endes alle Elkos erneuert, da ich den rechten Kanal nicht in die Spezifikation ziehen kann. Links geht gut, Frequenzgang ist spitze, rechts aber keine Chance.
Leider, leider haben wir ein Problem: Der Widergabekopf ist auf dem rechten Kanal ziemlich dumpf, man sieht im sein langes Leben auch gut an.
Was tun? Einen besseren original Kopf zu finden dürfte aussichtslos sein. Vielleicht irgendwann durch Zufall?
Da an dem alten Kopf eh nix mehr zu verschlimmern ist, könnte ich mir vorstellen es mal wieder mit Läppen zu versuchen.
Allerdings befürchte ich der Kopf ist dafür fast schon zu hinüber.
Ach, so'n Mist erstmal schluss für Heute, hab kein Bock mehr und will in die Badewanne.
Da lieg ich nun im warmen Wasser und die Gedanken sind frei:
Hmmm... Ich hab da doch irgendwo noch einige Woelke 4-Spurköpfe in Nagelneu...zur Wiedergabe des 2 Spur Bandes würde das doch...wo sind die Köpfe?...ob ich die in das Abschirmgehäuse des Originals implantiert bekomme..ob die elektrisch halbwegs passen?...
Raus aus der lauwarmen Suppe, Versuch macht Kluch!
Naja, messtechnisch passt da gar nix, Original ca. 50mH und 47R, Woelke ca. 115mH und 2k. Von der Größe würden sie halbwegs passen, muss mir nur zwei Adapterplättchen mit Justier und Befestigungsmöglichkeit fertigen.
Das wird getestet! Mit einem Stück Lochrasterplatine und einer M3 Schraube kann ich den Woelke Kopf im Gehäuse des Philips provisorisch festklemmen, die Spurlage passt zwar nicht, aber zum Test erstmal egal.
Provisorisch nur einen Kanal angelötet, der andere läuft eh neben der Spur. Aber das würde gehen! Klang ist gut, nach etwas einwippen sogar sehr gut. Erstmal alles nach Gehör, geprüft hab ich noch gar nichts. Proof of concept, wie der Angelsachse sagt.
Wat mach ich nu? Erstmal versuche ich mich nach Jahren mal wieder im Läppen eines Tonkopfs. Kaputt isser eh. Wenn dass nicht fruchtet schmeiß ich mich die Tage nochmal in die Wanne zum Nachdenken wie ich den Woelke Tonkopf etwas besser in das Gehäuse des Philips Kopf implantieren kann. Natürlich ohne unwiderbringliche Änderungen am Pro12...vielleicht taucht ja doch mal ein passender Kopf auf.
Gute Nacht!
Edit: Falsches Bild an die richtige Stelle geschubst, oder so.
12.03.2025, 19:38 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.03.2025, 22:15 von hannoholgi.)
Ein Viertelspurkopf im Halbspurgerät? Das ist doch nix!
Was ich dir zum Freundschaftspreis anbieten könnte, wäre ein Tfk. G 433 Halbspur-Stereo-Kombikopf, der als Hörkopf im Magnetophon 250 eingebaut wurde.
Der Kopf ist unbenutzt in OVP.
Er ist mit Abschirmgehäuse 14,3 ×16,2 mm groß (B×H). Nach dem Entfernen von zwei Schräuble kann man ihn aus dem Mumetall-Häuschen nehmen, dann isser je 1 mm kleiner. Er stammt aus der Serie der späteren, langlebigen Ultra-Tonköpfe mit Bronzespiegel.
Die Spurbreite beträgt 2,2 mm, der Gleichstromwiderstand pro System liegt bei 100 Ω, die Induktivität bei 45 mH.
Wenn du ihn gebrauchen kannst, melde dich einfach per PN oder Emaille!
Alternativ kann ich dir den alten Kopf auch läppen.
14.03.2025, 19:55 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.03.2025, 21:16 von David77.)
Hi Holger,
ich danke dir für das Angebot. Ich kann grad noch nicht sagen ob ich's annehmen werde oder nicht. Darf ich wenn es nötig wird darauf zurückkommen?
Kurzes Update: Das Läppen des WK war ein ziemlicher Erfolg! Diese Nagelfeilen aus'm DM funktionieren dafür hervorragend. Beide Kanäle waren danach ganz einfach wieder auf den gleichen Ausgangspegel einstellbar und klanglich optimal. Da mir noch das Frequenzgang Messband fehlt, kann ich noch nicht 100% sagen ob ich zufrieden bin.
Grade laufen 360m LGR30 über die Maschine, die Hoffnung ist dass das Schmirgelband den Kopf schön poliert
Nachdem der WK wieder gut funktioniert und erste Aufnahmeversuche positiv verlaufen sind Stelle ich heute mein erstes Mixtape mit dem Philips her.
Alles etwas provisorisch mit YouTube als Quelle und dem alten Conrad Mischpult ?.
Interessanter Weise stört sich die Philips nicht an dem ollen LP35 aus dem grünen Pappkarton. Die Telefunken Studiomaschinen laufen damit gar nicht, innerhalb kürzester Zeit sind die Köpfe zugeschmiert.
Ich denke ich werde den AK auch noch ausbauen und leicht läppen, der ist etwas trapezförmig eingeschliffen.
21.03.2025, 21:07 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.03.2025, 21:12 von David77.)
Guten Abend die Herren.
Ich beschäftige mich immer noch mit der alten Dame. Die Pro 12 läuft eigentlich schon ganz schön, aber im Bandpfad stimmt noch was nicht.
Ich hab letztens ja ein Band aufgenommen, das lässt sich auf der Philips auch problemlos anhören. Lege ich diese Band aber nun auf eine meiner M12en höre ich die vorherige Aufnahme - die auf einer der M12en erstellt wurde auf einem Kanal leise auf einem Kanal durch. Sehr störend in leisen Passagen oder zwischen Titeln.
Ich gehe von falsch eingestelltem LK an der Philips aus, da wird wohl eine Spur nicht ganz erfasst. (Mehr dazu später...)
Nun ist es sehr aufwändig die richtige Einstellung zu finden. Der Ablauf ist wie folgt:
1, Aufnahme auf der M12 anfertigen
2. Band auf die Pro 12, dort das Band löschen und den LK minimalst verstellen, dabei Kontrolle ob Hinterband auf der Pro 12 gelöscht wird.
3. Band wieder auf die M12 und abhören ob Band komplett gelöscht ist.
Das ist irgendwie witzlos. Aber ich komme grade nicht auf eine bessere Lösung.
Kann mir irgendwer auf die Sprünge helfen?`
lg David
PS: Dass ich am Löschkopf rumgedreht habe war natürlich ein Folgefehler, da ich den WK ja heraus hatte zum Läppen und ihn dann etwas zu weit nach oben eingestellt wieder eingebaut habe. Dadurch kam die vorherige Aufnahme auch auf der Pro12 durch und ich habe die falschen Schlpsse gezogen und mir den LK verkurbelt.
22.03.2025, 22:55 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.03.2025, 07:46 von David77.)
Ich sitz immernoch am Löschkopf...
Langsam glaube ich eher an einen Defekt als an einen verstellten Löschkopf.
Da das Bänder umhertragen unglaublich mühsam und zeitaufwendig ist habe ich gerade folgendes Setup:
Die Pro 12 und eine M12 stehen nebeneinander, das Band kommt von der vollen Spule vom Pro12, durch die Kopfbrücke, durch die Luft zur M12, dort auch wieder durch die Kopfbrücke und dann auf die Aufwickelspule. Zeitversatz bei 19cm/s ist so etwa 8 Sekunden, das geht grad so.
Zum besseren Verständnis:
Ich bekomme aber den Kopf nicht in eine Position wo er das Band vollständig löscht. Auf der M12 hört man entweder die obere oder die untere Spur leicht durch oder eben beide, eine Position wo vollständig gelöscht wird kann ich nicht finden. Auf der Philips ist aber in keiner Position noch was von der Aufnahme zu hören.
LK einzustellen war bisher noch nie so ein Problem.
Hat irgendwer eine Idee dazu?
Nachtrag: Habe den Löschoszillator gerade geprüft. Leider hat das SM dazu nicht sehr viel zu sagen.
Frequenz Soll 120kHz, Ist 121,85kHz, gemessen an C204
Spannung Uce an Ts201 Soll: 11,5-12V, Ist 11,99V
Spannung Uce an Ts202 Soll: 10,5-12V, Ist 11,99V
Spannung C-GND Ts201: Soll 23,0-23,5V, Ist: 23,4V
Spannung C-GND Ts202: Soll 0V, Ist 0V
Das Oszillogramm wurde auch an C204 abgenommen. Für die einfache Schaltung ein ausreichend hübscher "Sinus".
(23.03.2025, 07:39)JUM schrieb: Ist es vielleicht simpel so, dass die M12 Schmetterlingsköpfe hat, also 2.75 mm Spurbreite, die Pro12 aber nur 2 mm Spurbreite?
VG Jürgen
Guten Morgen Jürgen,
nö, so simpel ist es leider nicht. Die TFK's haben keine Schmetterlinge .
Denke, es ist doch simpel: Die (Wiedergabe-)Spurbreite der M12 ist größer als die (Lösch-)Spurbreite der Pro12.
Im Downloadbereich dieses Forums gibt es Datenblätter von TFK-, Woelke-, Bogen- und Goldpfeil-Köpfen - leider nicht von Philips-Köpfen.
Schau da mal rein, da findet man bspw. Lösch-Spurbreiten von 2.4 mm und Wiedergabe-Spurbreiten von 2.7 mm...
VG Jürgen
Bin bisher davon ausgegangen, dass 2 Spur immer 2 Spur ist, also alle Geräte untereinander kompatibel wären - abgesehen natürlich von Schmetterlingsköpfen.
Kann das ein anderer Besitzer einer Pro12 verifizieren?
25.03.2025, 22:31 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.03.2025, 22:54 von David77.)
Ich muss nochmal zu dem Thema zurück kommen.
Die Spurlagen und Breiten sind doch in einer DIN-IEC Norm festgelegt. Wie kann es also sein, dass ein Hersteller Köpfe verwendet die dieser Norm nicht entsprechen? Das glaube ich nicht, da muss was anderes im Argen sein, dass ich noch übersehe.
An der TFK lässt sich die Tonkopfhöhe ja nicht verstellen, sie muss also mein Messnormal sein an dem ich mich orientiere.
Edit: Jetzt bin ich baff. Habe gerade den Test statt mit der Philips und der Telefunken mit der Philips und einer Revox wiederholt. Auf der Revox hört man praktisch nichts mehr von der Aufnahme, wenn das Band zum Löschen auf der Philips war. Das heist dann wohl doch, dass die Telefunken breiter abtastet als die anderen Geräte.
Leider sind zu den Telefunken Köpfen ja kene richtigen Datenblätter im Downloadbereich, nichts mit Maßzeichnungen usw. Hat da zufällig jemand was?
u
Verwirrte Grüße,
David
06.04.2025, 23:00 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.04.2025, 23:11 von David77.)
Hallo Tonbandfreunde!
Es geht weiter mit der Philips Pro 12.
Nachdem ich das Gerät nun einige Tage in Gebrauch hatte, haben sich noch ein paar Problemstellen ergeben.
Zuerst haben nach und nach noch einige Elkos den Geist aufgegeben. Daher fiel die Entscheidung zur kompletten Elkokur, mach ich eigentlich ungern aber in diesem Fall ist es wohl besser. Die alten Philips Elkos haben ja auch nicht den besten Ruf.
Der Betriebskondensator des linken Wickelmotors hat auch den Dienst quittiert, es wurden hier auch beide Kondensatoren getauscht.
Den Aufnahmekopf hatte ich nun auch ausgebaut um ihn zu läppen. Leider bekomme ich die Kiste mit dem geläppten Kopf auch nicht dazu einen ordentlich Frequenzgang aufzuzeichnen. Wiedergabe von Fremdbändern läuft einwandfrei. Ich warte allerdings noch auf meine Frequenzgang Bezugsbänder um das genauer quantifizieren zu können.
Der momentane Plan ist, dass ich versuchen will einen Telefunken A/W Kopf als Aufnahmekopf in die Philips zu implantieren. Es handelt sich um den Typ G433, wie er mir auch von Hannoholgi weiter oben schon angeboten wurde. Holger, kannst deinen Kopf behalten! Falls du ihn selbst einmal brauchst.
Mal sehen...
Während der Benutzung des Gerätes in den Abendstunden im gemütlich Beleuchteten Zimmer ist mir die nicht vorhandene Beleuchtung der VU Meter unangenehm aufgefallen. Eigentlich mag ich ja solche Eingriffe in ein Gerät nicht, aber hier schien es mir unumgänglich eine Beleuchtung nach zu rüsten.
Nach etwas gegrübel, wie ich das bewerkstelligen kann ohne unwiderbrlingliche Eingriffe am Gerät zu machen bin ich in meiner LED Kiste auf 2mm flache weisse LED's gestoßen. Diese wurden mit 2K Klaber von Aussen auf die Gehäuse der Instrumente geklebt. Durch die flache Bauform passt das ganze Konstrukt auch noch unter die Abdeckung. Die Spannung wurde an einem geeigneten Punkt abgegriffen und mit einem passenden Widerstand auf etwa 8mA eingestellt.
lg
David
Edit:
Inzwischen hab ich rausgefunden, dass die Telefunken M12B wirklich 2,75mm Zweispurköpfe haben. Macht ja auch Sinn bei einem Studiogerät. Somit ist das Problem auch geklärt.
Nun sind die beiden TFK A/W Köpfe angekommen. Einen davon mechanisch in das Abschirmgehäuse des originalen A Kopfes zu bekommen war wider Erwarten äusserst einfach.
Elektrisch habe ich aber ein Problem: Es geht nicht, gar nicht.
Ich hatte ja damit gerechnet, dass es nicht so einfach werden würde den Fabrikatfremden Tonkopf in die Philips zu Zaubern, aber dass gar nichts geht finde ich dann doch befremdlich.
Von ihren elektrischen Daten sind die beiden Köpfe natürlich äusserst unterschiedlich:
TFK G433: Rdc ca. 95R / Induktivität ca. 45mH
Philips: Rdc ca. 12R / Induktivität ca. 4mH
Also meine Frage an die Profis: Was tun?
Was mir gerade beim Schreiben dieser Zeilen durch den Kopf geht: Könnte umpolen des neuen Kopfes was bringen? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
(12.04.2025, 00:03)ManiBo schrieb: Geht garnichts heisst, es ist absolute Stille bei Wiedergabe?
Eigentlich unmöglich.
Gruß Mani
Gar nichts bedeutet:
- Altaufhahme wird korrekt gelöscht
- Neuaufnahme stille, nur im linken Kanal bei voll augedrehtem Aussteuerungsregler ein leises krächze. Als ob eine Verstärkerstufe ohne Betriebsspannung wäre.
Rechts wirklich nichts.
Der Elektronikteil wurde nicht angefasst seit das Gerät das letzte mal eine Aufnahme erzeugt hat.
Bin nun mitten in der Nacht nochmal in die Werkstatt gegangen, da mir die Sache keine Ruhe gelassen hat.
Ergenis: Der erste Kopf den ich eingebaut habe ist defekt. Auf beiden Kopfpaketen unterschiedlich defekt noch dazu.
Die eine Seite hat eine Windungsunterbrechung, kein Durchgang. Die andere Hälfte hat 110 Ohm, dafür aber nur ein Drittel der Induktivität?
Gemessen habe ich vor dem Einbau natürlich nicht, aber ich kann nicht sehen wie ich den Kopf beim Einbau hätte beschädigen können.
Das Ergebnis meiner Schlafwandeleien: Mit dem 2. Kopf klappts. Hab noch grob nach Gehör und optisch Eingestellt, Pegel irre hoch, mal sehen ob ich das noch ausgeglichen bekomme. Dieses Verhalten hatte ich auch erwartet, da Ri fast 10x so hoch wie am originalen Kopf.
Hier sieht man den neuen Kopf implantiert in das Abschirmgehäuse des Philips Koipfes.
Dadurch, dass der TFK Kopf mit zwei kleinen Schräubchen in seinem eigenen Abschirmgehäuse befestigt wird, konnte ich ihn genau so auch in dem Gehäuse des Philips Kopfs befestigen, man sieht eine der Schrauben (grüner Pfeil). Durch die Schrauben steht der Kopf leicht nach links verdreht im Abschirmgehäuse, man könnte evtl. an der rechten Gehäuseseite etwas Material abfräsen, ich gehe aber davon aus, dass die leichte Fehlstellung tolerierbar ist.
Der nackte Kopf wurde mit einer Lage dünnen Kupferblechs & Pertinax mittig im Kopfgehäuse zentriert (roter Pfeil).
Mit den zweiten TFK G433 konnte ich die Maschine einmessen. Dabei fällt auf, dass der geläppte Hörkopf auf einem Kanal ab ca. 8kHz abfällt, bei 16kHz sind bereits -3,5dB zu messen. Gehörmäßig ist das (für meine Holzohren) noch akzeptabel, messtechnisch aber klar zu sehen.
Ich muss nochmal prüfen ob der Hörkopf auch wirklich senkrecht steht, evtl. kann ich an der Stelle noch nachjustiren. Der geläppte WK wird sicher eh nicht das ewige leben haben.
12.04.2025, 18:56 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.04.2025, 18:57 von bitbrain2101.)
(12.04.2025, 17:55)David77 schrieb: Durch die Schrauben steht der Kopf leicht nach links verdreht im Abschirmgehäuse, man könnte evtl. an der rechten Gehäuseseite etwas Material abfräsen, ich gehe aber davon aus, dass die leichte Fehlstellung tolerierbar ist.
Hallo David,
die "leichte Fehlstellung" kann einen Pegelabfall bei hohen Frequenzen verursachen. Zur Kontrolle den Kopfspiegel mit Fettstift bestreichen und kurz ein altes Band abspielen. Dann den Kopf betrachten, der Kopfspalt muss mittig zwischen den Rändern des nicht abgeschliffenen Fettstifts liegen. An der Parallelität der Ränder sieht man, ob der Kopf parallel zum Band steht. Anschliessend Kopf und Bandweg gründlich putzen.
12.04.2025, 19:16 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.04.2025, 19:39 von Wenni.)
hannoholgi schrieb:Dumme Frage am Rande: Warum baust du keinen Aufnahmekopf als Aufnahmekopf ein?
Wird schwierig werden, zumindest mit einem Telefunken - Kopf. Das einzige Telefunken - Gerät, welches ich mit Halbspur und Hinterbandkontrolle kenne, ist das M250. Der Aufnahmekopf darin heißt G223. So ein Ding habe ich noch nie gesehen. Ich fürchte auch, dass das einer von den weichen Silberlingen ist. Ob es den auch in der haltbareren goldenen Ausführung (Sinterbronze) gab und wie der dann heißen würde (G243?) - ich hab' keine Ahnung.
Gruß
Wenni
Edit: Lt. diesem Thread gab es den goldenen Aufnahmekopf sehr wohl und heißt G233.
(12.04.2025, 17:55)David77 schrieb: Durch die Schrauben steht der Kopf leicht nach links verdreht im Abschirmgehäuse, man könnte evtl. an der rechten Gehäuseseite etwas Material abfräsen, ich gehe aber davon aus, dass die leichte Fehlstellung tolerierbar ist.
Hallo David,
die "leichte Fehlstellung" kann einen Pegelabfall bei hohen Frequenzen verursachen. Zur Kontrolle den Kopfspiegel mit Fettstift bestreichen und kurz ein altes Band abspielen. Dann den Kopf betrachten, der Kopfspalt muss mittig zwischen den Rändern des nicht abgeschliffenen Fettstifts liegen. An der Parallelität der Ränder sieht man, ob der Kopf parallel zum Band steht. Anschliessend Kopf und Bandweg gründlich putzen.
MfG, Tobias
Da der Pegelabfall im Hochtonbereich auch bei der Wiedergabe des Frequenzgangteils eines Bezugsbandes Messbar ist, tippe ich auf den verschlissenen WK als Ursache. Der Pegelabfall bei Eigenaufnahme eines Sweeps von 20-16000Hz über Band ist ähnlich groß.