Tonköpfe und Wasser
#1
Moin,

Ich habe da mal eine Frage an die Tonbandspezialisten hier.

Ein Freund von mir aus Schleswig Holstein, hatte sein "Tonstudio" im Keller des Hauses, bis es durch Extremwetter zur Überschwemmung gekommen ist.
Das Tonband stand nun mehrere Stunden unter Wasser. Er hat es danach getroknet und gesäubert, und die Funktion sind soweit wieder gegeben. Allerdings ist er sich nicht sicher, ob nun auch Wasser in die Tonköpfe gekommen ist.

Daher nun meine Frage, sind die Tonköpfe einer Akai GX 625D soweit dicht, das da kein Wasser eintreten kann? Und falls die nicht Wasserdicht sind, kann man die noch retten. oder müssten die ersetzt werden?

Gruß Lin
Die andere Einbahnbrücke, von der Vernunft zum stillen Wissen, bezeichne man als reines Verstehen. Also die Einsicht der wahren Vertreter der Vernunft, daß die Vernunft nur eine Insel in einem unendlich weitem Meer voller Inseln sei. - Carlos Castaneda, Die Kraft der Stille -
Zitieren
#2
So auf Anhieb würde ich meinen: Keine Gefahr. Zum einen sind Tonköpfe seit Jahrzehnten mit Kunstharz-Vergussmassen im Gehäuse versehen und zum andern bestehen die GX-Köpfe aus Ferrit mit Glaseinlage und weder Ferrit noch Glas können rosten. Und wenn die Maschine wie vor dem Wasserschaden funktioniert, würde ich Entwarnung geben!  Smile

LG
Holgi
Zitieren
#3
Moin,

Danke für die Antwort. Sowas hatte ich vermutet.

Hab ihm auch gesagt er solls einfach versuchen. Mehr als das es kein Ton von sich gibt kann ja eigentlich nicht passieren.

Gruß Lin
Die andere Einbahnbrücke, von der Vernunft zum stillen Wissen, bezeichne man als reines Verstehen. Also die Einsicht der wahren Vertreter der Vernunft, daß die Vernunft nur eine Insel in einem unendlich weitem Meer voller Inseln sei. - Carlos Castaneda, Die Kraft der Stille -
Zitieren
#4
Anschlüsse ablöten und Isolationsmessung an den Tonköpfen durchführen. Zuerst mit niedriger Spannung. Vorsicht geboten um keine Kollateralschäden zu verursachen.
Grüßle,
Franz
Zitieren
#5
...davon wiederum würde ich dringend abraten !
Isolationsmessungen- wenn man sie denn Normgerecht durchführt- werden mit Isolationsmessgeräten und einer hohen Prüfspannung durchgeführt, welche diese Geräte abgeben.
Die Prüfspanung liegt dabei im Bereich um 100V. Höhere Prüfspannungen sind durchaus möglich, aber niedrigere eben nicht. Und das ist das Problem.
Diese Spannung an die Anschlüsse der feinen Spulendrähte im Kopf angelegt, führt unweigerlich zu deren Tod. Waren die Köpfe bis dahin also noch ok- hinterher sind sie es mit Gewissheit nicht mehr.

Es wurde doch schon alles gesagt: Die Köpfe sind vergossen, der Kopfspalt ist versiegelt. So what ? 

Grüße, Rainer
Zitieren
#6
(06.03.2025, 13:27)GDR 22 schrieb: ...davon wiederum würde ich dringend abraten !
Isolationsmessungen- wenn man sie denn Normgerecht durchführt- werden mit Isolationsmessgeräten und einer hohen Prüfspannung durchgeführt, welche diese Geräte abgeben.

Ja, davon ist abzuraten. Die Prüfgeräte arbeiten mit 500 und 1000Volt je nach Schutzklasse. Einstellbar ist nichts, weil es hier um die Einhaltung von Normen geht. Labornetzteile gehen normal bis 30Volt, aber ich weiß nicht, ob man damit aussagefähige Werte bekommt. Die Köpfe sind niederohmig, der Isolationswiderstand soll aber sehr hoch sein. Man müßte die Strombegrenzung sehr niedrig einstellen, damit die Köpfe keinen Schaden nehmen.
Zitieren
#7
Ich würde mir nicht über die Köpfe, sondern über die Mechanik viel mehr Gedanken machen.
Zitieren
#8
Die Akais haben meist eine Bodenplatine, wo die ganzen Schalter und Regler angebracht sind. Zur richtigen Reinigung müßte man die ausbauen, das ist aber viel Aufwand. Rostschutz fürs Metall und Ballistol - Öl für die Kontakte sollte aber ohne völliges Zerlegen machbar sein.
Zitieren
#9
Moin,

Er hat nach der Überschwemmung die Akai komplett zerlegt und penibel gereinigt. Eigentlich hat er Sie ein 2. mal gebadet, um den ganze Schlamm der sich darin abgesetzt hat weg zu bekommen. Danach getrocknet, und dann ging es an die Elektrik. Soweit eigentlich kein Problem, nur bei den Tonköpfen war er sich nicht sicher.

Inzwischen hat er Sie aber mal Laufen lassen. und die Tonköpfe sind in Ordnung. Sie läuft sogar besser als vorher.

Gruß Lin
Die andere Einbahnbrücke, von der Vernunft zum stillen Wissen, bezeichne man als reines Verstehen. Also die Einsicht der wahren Vertreter der Vernunft, daß die Vernunft nur eine Insel in einem unendlich weitem Meer voller Inseln sei. - Carlos Castaneda, Die Kraft der Stille -
Zitieren
#10
(06.03.2025, 13:27)GDR 22 schrieb: ... Die Prüfspanung liegt dabei im Bereich um 100V. Höhere Prüfspannungen sind durchaus möglich, aber niedrigere eben nicht. Und das ist das Problem.
Diese Spannung an die Anschlüsse der feinen Spulendrähte im Kopf angelegt, führt unweigerlich zu deren Tod.
Es geht doch hier nicht um normgerechte VDE-Messungen mit Brief und Siegel, sondern nur um den Nachweis von Feuchtigkeit. Ein Knick H12 misst schon bei 10 V, ein Kistler 5493 bei 5 V. Die Ströme liegen dabei unter 1µA. Diese Werte sind geringer als die üblichen Werte für Vormagnetisierungsspannung und -Strom.
Grüßle,
Franz
Zitieren
#11
Ich hatte mal eine verschimmelte Revox A77 durch die Spülmaschien gejagt. Vorher hatte ich die Motorglocken und Lager demontiert.
Nach ausreichender Trockenzeit und Neuschmierung der Mechanik konnte ich keine Probleme festellen. Einmessung auch unaufällig.
Zitieren
#12
(06.03.2025, 20:43)franzm schrieb:
(06.03.2025, 13:27)GDR 22 schrieb: ... Die Prüfspanung liegt dabei im Bereich um 100V. Höhere Prüfspannungen sind durchaus möglich, aber niedrigere eben nicht. Und das ist das Problem.
Diese Spannung an die Anschlüsse der feinen Spulendrähte im Kopf angelegt, führt unweigerlich zu deren Tod.
Es geht doch hier nicht um normgerechte VDE-Messungen mit Brief und Siegel, sondern nur um den Nachweis von Feuchtigkeit. Ein Knick H12 misst schon bei 10 V, ein Kistler 5493 bei 5 V. Die Ströme liegen dabei unter 1µA. Diese Werte sind geringer als die üblichen Werte für Vormagnetisierungsspannung und -Strom.

Ein klares jein dazu. Die Prüfspannungen sind bei Schaltschränken sogar bis zu 5000V, um Isolationsfehler sicher zu entdecken. Die Köpfe würden das vermutlich überleben, es wird ja die Isolation gemessen, und nicht der Widerstand der Spule; durch die Spule fließt kein Strom. Außerdem ist auch bei diesen Messungen der Strom stark begrenzt, damit sich der Prüfer nicht einer tödlichen Gefahr aussetzt. Was bei einer derartigen Messung mit Sicherheit stirbt, sind Halbleiter. In meiner Firma mussten schon reihenweise Frequenzumrichter getauscht werden, da vergessen wurde, diese vor der Prüfung abzuklemmen. Mit 5V oder 10V kann man zwar Widerstand messen, aber sicher keinen Isolationswiderstand. Die hohe Spannung ist eine Voraussetzung, um überhaupt sicher eine leitfähige Verbindung herzustellen.

Kurzum, die Messung halte ich, wenn auch aus anderen Gründen, für überflüssig bis gefährlich (für das Gerät).

Gruß,
Karl
Meine bevorzugten Zitate:
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher" (Albert Einstein)
"Planung ist das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum" (Mehrere mögliche Quellen, unbekannt)
"Wenn man sein Gewicht halten will, dann muss man auch 'mal essen können, wann man keinen Hunger hat" (unbekannt)
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste