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https://www.jogis-roehrenbude.de/Bastels...uerung.htm
Hat jemand so etwas schon einmal in echt gesehen oder selbst gemacht?
Ich persönlich liebe die Siemens-Lichtzeiger-Instrumente, aber die sind natürlich verdammt teuer, und deshalb würde ich gerne eine sehr zeitgemäße Alternative basteln. Ich frage mich also, ob dies eine praktikable Lösung ist (vorausgesetzt ich eine geeignete Kathodenstrahlröhre finde).
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Das ist weder praktisch noch zeitgemäß. Wenn ich so etwas bauen wollte, dann mit einer LCD-Anzeige und einer Ansteuerung über einen Mikroprozessor. Man könnte dann auch gleich zwei Streifen übereinander anordnen. Also keine Balken anzeigen, sondern nur einen senkrechten Strich, davon aber zwei, die unabhängig voneinander anzeigen.
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(25.02.2025, 19:38)AKRETA schrieb: Das ist weder praktisch noch zeitgemäß. ...
Hier im Forum ist doch das Thema in voller gänze nicht zeitgemäß!
Also jeder wie er mag und Freude daran hat. Hier dreht sich doch in der Regel alles um Alttechnik, oftmals sogar in der Computerecke kleben viele an alter Software und Hardware.
Thomas
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
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Sowas hatte ich mal vom Flohmarkt; war ein umgebauter Röhren-Hameg 107. Eine entsprechende Bildröhre dürfte hier sogar noch irgendwo herumliegen. Das Gerät selber ist vor 15 Jahren bei einem Umzug verlorengegangen. Das Schirmbild war aus meiner Erinnerung nicht sonderlich hell (weitaus dunkler als beim magischen Band). Eine EM800 dürfte da wohl die bessere Wahl sein... .
Martin
"Früher war mehr Lametta!"
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@ Thomas
Zitat:deshalb würde ich gerne eine sehr zeitgemäße Alternative basteln
Daher meine Antwort. Das dieses Forum eher analogen Lösungen gewidmet ist, ist mir völlig bewusst.
VG Ingo
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Das ist doch erstmal eine Frage der Definition von "zeitgemäß". Ist die Zeit der M5 gemeint oder die Gegenwart?
Ansonsten finde ich das ein originelles Bastelprojekt. Offensichtlich ist die Schaltung aus einem der Taschenbüchlein aus dem heute noch existierenden Fachverlag aus München und ziemlich alt (Si-Dioden sind wann etwa neu gewesen?).
Ich fürchte aber, das dürfte eine ziemliche Bastelei werden, schon wegen der Übertrager und der Anpassung auf eine andere Bildröhre. Die gibts bei Jan Wüsten ( https://www.die-wuestens.de).
Wenn es eher ums Ergebnis geht, würde ich mal nach X-Y-Sichtgeräten Ausschau halten (Tek 621? oder so, "display unit"). Da müßte man sich nur noch um die Signalaufbereitung kümmern, der Rest ist schon fertig. Zumindest früher gabs die nachgeschmissen, weil sie ohne Basisgerät keinen Nutzen hatten. Mir ist auch, als hätte ich noch so ein Ding aus der NIM-Technik, aber da müßte ich mal graben.
Michael
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27.02.2025, 22:16
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.02.2025, 22:47 von mincom.)
Wenn man sich mit derart vorsintflutiger Technik beschäftigt (oder beschäftigen möchte), gibt es dafür vielleicht irgendeinen logischen Grund, ganz sicherlich aber wenigstens einen emotionalen!
Der Weg ist das Ziel! Dieser Weg ist oftmals voll mit neuen, teils überraschenden Erkenntnissen und führt oft sozusagen posthum sogar auf perfektionierte Lösungen:
Ein Beispiel: Präzisions-Messband-Fertigung von Peter Ruhrberg und seine damit verbundenen Erkenntnisse bezüglich der teils fragwürdigen Qualität älterer Messbänder. Seine aktuellen Methoden hätte die Industrie zur Hoch-Zeit der Magnetbandtechnik aus Kostengründen seinerzeit so nicht realisieren können (und sie hat es nach seinen Meßergebnissen wohl auch nie). Jetzt ist das anders und ermöglicht mit seinen optimierten Geräten und modernster Messtechnik die Herstellung präziserer Vergleichsnormale. Für ein totes Medium!
Der Sinn auch dieses Unterfangens liegt in sich selbst (und natürlich absolut in der Motivation desjenigen, der es weiter forciert).
Und hier im Forum geht der überwiegende Anteil der Mitglieder sowieso mit technisch obsoleten Geräten um. Warum? Weil es 1. Spaß macht; 2. es eine emotionale Rückbindung vermittelt und 3. es nie langweilig werden kann. Daran gibt es definitiv nichts zu relativieren...
Nicht alles war früher besser; nicht alles ist heute besser. Darum ist n.m.M. die Beschäftigung mit historischen Lösungen im Hinblick auf neue Erkenntnisse immer noch lohnenswert. Ich halte es da mit einer These von F.D.E. Schleiermacher. Der sprach von einer "Dialektik von Erhalt und Verbesserung". Zwar meinte er dies in einem pädagogischen Kontext; manches davon kann man aber auch auf die Technik übertragen. Es ist nichts gewonnen, wenn "das Alte" disruptiv im Klo des Vergessens heruntergespült wird nur weil man glaubt, es sei durch neue Technologien per se überholt. Denn das Neue erweist sich eben leider oft ebenfalls als suboptimal.
Sollte es irgendwann hier nur noch ausschließlich um Arduino & Co. gehen, bin ich endgültig weg. Bis dahin schraube und optimiere ich gerne noch an einer Uher RdL, A700, recappe ein olles Woelke W&F-Meter oder einen Frequenzgang- und Verzerrungsmessplatz BKF10 und will hier darüber gern auch berichten. Oder mache auch gerne noch weitere sinnfreie Experimente mit meiner Schallplattenschneideapparatur von 1949. Kein normalgesunder User braucht das noch im Digitalzeitalter: technisch ist das nach modernen Maßstäben alles "Quatsch", weil der Kram nach kommerziellen Gesichtspunkten samt und sonders auf den technischen Misthaufen der Geschichte gehört. Entgegen aller technischen Kritik leben Magnetbänder und Vinylplatten zum Trotz nach wie vor unverdrossen weiter, warum ist das wohl so?
Es geht hier im Forum unter vielen anderen Themen gerade auch um eine lebendige Dialektik von alter und neuer Technik, welche im Diskurs einer Diskussion fallweise gelebt wird. Gottlob!
Ich persönlich hoffe, das dies auch lange noch so bleibt...
Martin
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Irgendwie läuft die Diskussion in die falsche Richtung. Eben weil es um Dialektik zwischen alter und neuer Technik geht, kann doch eine moderne Lösung für eine alte Anzeigeform hilfreich sein. Niemanden wird das aber vorgeschrieben, oder das Alte verdrängt. In diesem Forum geht es doch zu 99% um alte Sachen. Wenn jemand Spaß daran hat einen Kasten neben sein Tonbandgerät zu stellen, der größer ist als das Tonbandgerät und genauso viel Strom verbraucht, nur um eine Anzeige zu erhalten, die zwei oder gar nur einen Strich anzeigt, dann ist das völlig ok. Es ist aber genauso ok, zu überlegen, wie man so etwas mit modernen Mitteln aufbauen könnte.
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Ich denke, ich werde ein altes Oszilloskop umbauen, um zu sehen, wie weit ich damit komme.
Es gibt in der Tat wenig Gründe, so etwas zu bauen, außer dem Spaß daran.
Es wäre aber toll, zwei solche Exemplare zu haben, für mein eigenes kleines Tonstudio, das ja auch sehr stark auf dieser Ära basieren wird.
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Dann kannst Du das Ganze auch gleich noch als Goniometer auslegen und umschaltbar machen. So eine Zappelwolke macht immer Eindruck
(und als ganz kleine Anmerkung: Es ist dann kein Licht- (also Photonen), sondern ein Elektronenstrahlinstrument.) *duck*
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Tatsächlich gibt es ja durchaus Drehspiegel mit Ansteuerung bei Ali Express.
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Die Skalenverläufe sind immer ähnlich und unterscheiden sich eigentlich nur im Bereich ganz unten (da geht ein IRT-konformes bis 50dB) und ganz oben (da geht Deines bis zu sportlichen +15dB statt +9).
Du kannst es ja mal mit einem NTP 177-300 (DIN-Version) vergleichen.
Hat Sony tatsächlich in ein Kassettengerät einen Lichtzeiger eingebaut?
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(02.03.2025, 15:09)Übertrager schrieb: Hat Sony tatsächlich in ein Kassettengerät einen Lichtzeiger eingebaut?
Die 880 war eine ausgewachsene (35kg) Spulenmaschine, heute sehr gesucht...
Martin
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(02.03.2025, 15:35)mincom schrieb: Die 880 war eine ausgewachsene (35kg) Spulenmaschine, heute sehr gesucht...
Oha. Dann hab ich das C in TC 880 wohl flasch interpretiert.
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Lichtzeiger hatten auch einige Tapedecks von Alpage, z.B. AL 80 Al 60, allerdings ist die technische Umsetzung nicht so exact wie bei den Sonys.
Ursprünglich ist das ein Patent von Siemens, hier gibts grade eins zu kaufen (ist nicht von mir hab damit auch nichts zu tun) mit detailreichen Bildern.
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/s...7-172-5305
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SONY TC = TapeCorder.
VG
Wolfgang
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02.03.2025, 21:58
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.03.2025, 22:14 von mincom.)
Ich hätte da noch zwei andere Vorschläge,
der erste in Röhrentechnik:
Glimmröhre mit spannungsabhängiger "Glimmbedeckung", Beispiele sind die russische IN9 oder die etwas längere IN13 (Sovtec).
https://patric-sokoll.de/R%C3%B6hrenmuse...20IN-13%20[Scan%20von%20Dieter%20W%C3%A4chter]%20Version%202.pdf
Ist leider kein Lichtzeiger, sondern eher ein Bargraph-Anzeiger; es ist eine Glimmröhre in Stabform, ebenfalls trägheitslos wie ein mag. Band...
Der elektronische Aufwand zur Ansteuerung hält sich in erfreulichen Grenzen; Kaltkathoden-Röhre, keine Heizung erforderlich!
Der zweite Vorschlag betrifft den Selbstbau eines Lichtzeigers, dieser Anbieter offeriert in der Bucht gebrauchte Spiegelgalvos, vermutlich aus einem Mehrkanal-Fotorekorder (ebay-Anz.-Nr. 256674762134, Stand 02.03.2025) Daraus kann man mithilfe einer Strichlaser-Diode sicher was machen, sofern die Leiterschleifen noch leben.
Als Aussteuerungsmessverstärker bieten sich die alten Siemens U271 an, die in der Bucht zeitenweise unterhalb 100,- gehandelt werden...
Martin
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...absoluter Wahnsinn, diese Preisentwicklung (damit meine ich den Siemens J-55 im Link beim Beitrag Nr. 45).
Für das Ding wollen die heute 845,-€ haben ??
Ich hatte 2018 ebenfalls ein J-55 über Kleinanzeigen gekauft. Mit den dazugehörigen Logarithmierverstärkern. für 80,-€ ...
Ansonsten- ein schönes Projekt mit der Oszi- Röhre. Wenn man Zeit hat- warum nicht...
Grüße, Rainer
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