Problembauteile
#1
Ich stieß im Zuge der Recherchen zur Reparatur meines BKF10-Meßplatzes (Radiometer Copenhagen) auf folgenden link:

https://makarateyp.tonbandforum.de/MG/Br...nTech1.htm


Sind die dort beschriebenen Probleme mit den frühen "eckigen" Siliziumtransistoren eigentlich häufig zu erwarten, sodass ggF ein prophylaktischer Austausch lohnt? Mein BKF10 ist nämlich randvoll mit den Dingern...


Martin
"Früher war mehr Lametta!"
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#2
Ja, waren die ersten Versuche. 
Die Bauform gab es auch nicht lange.
Ich Wechsel die grundsätzlich.
Besonders gerne repariere ich meine Philips, Braun, Akai und TEAC Geräte Big Grin
Keine Hilfe bei fehlender Rückmeldung
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#3
(14.02.2025, 22:07)mincom schrieb: Sind die dort beschriebenen Probleme mit den frühen "eckigen" Siliziumtransistoren eigentlich häufig zu erwarten, sodass ggF ein prophylaktischer Austausch lohnt?

Hallo Martin,
ob sich ein prophylaktischer Austausch der BC1XX Transistoren lohnt, weiß ich nicht.
Ich kann aber berichten, daß diese plastikverkappten Bauelemente der ersten Stunden altern und sich entsprechend ihre Parameter verschlechtern.
Hier hatte ich das Problem daß die Stromverstärkung rapide abnahm.
In diesem Fall waren es Transistoren der ersten BC Reihen von Telefunken und Siemens.
Ich bin normalerweise kein Freund von Bauelementetauschorgien, in dem Fall brachte erst der Wechsel der plastikverkappten Störenfriede Ruhe in die Schaltung....

Gruß Jan
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#4
Ich hab diese Dinger aus den 70er Jahren in schlechter Erinnerung. Oft waren sie schon früh die Quelle von 'Kracheln' und Knistern.
Gruß
Dieter
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#5
Ich kann mich noch an BC-xxx Typen mit grünem Kunststoffgehäuse erinnern, die waren damals schon problematisch.

MfG, Tobias
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
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#6
Ich hab' von früheren Projekten noch ein paar BC147 und BC148 von Telefunken und Siemens in einer Transistor-Schublade. NOS.
Kann ich vermutlich entsorgen.

Grüße,
Karl
Meine bevorzugten Zitate:
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher" (Albert Einstein)
"Planung ist das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum" (Mehrere mögliche Quellen, unbekannt)
"Wenn man sein Gewicht halten will, dann muss man auch 'mal essen können, wann man keinen Hunger hat" (unbekannt)
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#7
(15.02.2025, 14:48), vgd521 schrieb: Ich hab diese Dinger aus den 70er Jahren in schlechter Erinnerung. Oft waren sie schon früh die Quelle von 'Kracheln' und Knistern.
Gruß
Dieter

Auch ich kann mich noch an die Probleme mit diesen Transistoren Anfang / Mitte der Siebzigerjahre erinnern. "Berüchtigt" waren die Siemens-Typen BC147/148/149 und davon soweit ich mich erinnere besonders die mit grünem Aufdruck. Eingebaut waren die u.a. in den Edel-Stereogeräten von Braun (Braun regie u.ä.), wo sie oft schon nach kürzester Zeit (innerhalb der Garantiezeit) z.T. für Prasseln, Krachen und Ausfälle sorgten. In der Werkstatt wo ich damals jobbte wurden die oft schon "vorsichtshalber" ausgewechselt, selbst wenn die Geräte mit anderen Fehlerbeschreibungen dort eintrafen.

   

Viele Grüße
Wolfgang / BandWolf
Revox A-77 MkIII Dolby (2-Spur) + A-77 MkII (4-Spur) + A-77 MkIII (4-Spur) / Uher Variocord 263 + Universalgerät 5000 / Telefunken M85KL + 75K-15 d.L. / Grundig TK14 d.L. + TK28 + TK745 / Philips Maestro 304 / Webster Chicago 288 Wire Recorder (Drahtbandgerät)
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#8
Vielen Dank an alle für die wertvollen Erfahrungen!
Beim BKF ist ein Spannungsregler defekt. Mal sehen, wie sich die Schaltung nach dessen Ersatz verhält. Das Teil ist bestellt (Motorola MC1463R).


Martin
"Früher war mehr Lametta!"
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#9
So, an dem Meßgerät ist jetzt der defekte Spannungsregler ersetzt; Speisespannungen alle stabil und im Sollwert. Trotzdem zeigen die Instrumente noch Chaos, wenngleich jetzt nicht mehr im Gleichtakt wie vorher (wegen des auf alle Stufen gleichzeitig einwirkenden Spannungsfehlers), sondern jetzt unkorreliert und eher zufällig. Zurzeit gehe ich tatsächlich von einem multiplen Fehler aus, der randomisiert an unterschiedlichen Orten der Schaltung auftritt. Zunächst werden also tatsächlich alle BC1xx im eckigen Gehäuse getauscht. Sollte sich danach nichts bessern, sind auch die alten BF-Typen in topless-Technik dran. Die Tantals sind dabei ebenfalls zu prüfen; dort gibt es z.B. Exoten mit 220µF / 4 V.
Der BKF10-Meßplatz weist ferner eine konstruktive Besonderheit auf: er enthält etliche Optokoppler (Led auf LDR), die propietäre Eigenkonstruktionen von Radiometer und damit nicht handelsüblich sind. Die LDRs, deren Daten nicht im Manual bekanntgegeben werden, dürften vermutlich ebenfalls gealtert sein. Da sie als cäsiumhaltige Bauteile heutzutage unter die Rohs-Restrictions fallen, wird der Ersatz im Falle des Falles garantiert eine Herausforderung. Freilich gibt es derzeit noch günstige Bastlertsortimente... Das Beste ist der Vierfach-Koppler: ein LED-Sender auf vier LDR-Empfänger in einem handgedengelten Halter. Die LEDs selbst haben ein vergoldetes Metallgehäuse mit Gewindestummel-Befestigung (Zollgewinde).
Zum Basisgerät BKF10 habe ich noch den zugehörigen Flachbettschreiber; der scheint offenbar noch einwandfrei zu sein.

Wer sich im Übrigen für die historischen analogen Meßgeräte von Radiometer Copenhagen interessiert, sollte generell hier mal einen Blick riskieren: https://www.peel.dk/Radiometer/

Das Service-Manual zum Distortion Analyzer BKF10 ist übrigens dort herunterladbar. Es hat den Umfang eines Aktenordners. Analogrechnertechnik der 70er Jahre, fast alles diskret bis auf einige 741er und Transistorarrays...

Werde weiter berichten...

Martin
"Früher war mehr Lametta!"
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