Revox A77
#1
Hallo liebe Fangemeinde,
bin neu hier in der Runde und habe gleich eine Frage zu meiner A77. Es handelt sich hier um ein unverbasteltes Gerät aus Erstbesitz. Hat letzte Woche seinen Weg zu mir gefunden.
Nun zur Frage: 
Beim Abspielen bleibt der Motor fast stehen, erst wenn ich den Hebel samt  Andruckrolle sozusagen vorsichtig von Hand justiere läuft alles einwandfrei.
Hat jemand einen Tipp ?
Bin für jede Hilfe dankbar [Bild: smile.png]
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#2
Hallo Tom, 

erste Frage: was für ein Bandmaterial benutzt du?

LG
Holgi
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#3
Hallo Holgi,

Beim Kauf waren 3 Bänder auf Revox Metallspulen dabei. Haben wahrscheinlich schon so ihr Alter. Der Fehler tritt aber bei jedem der Bänder auf.

LG Tom
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#4
Dann solltest du wissen, dass fast alle Bandsorten, die von Revox verkauft (und von Scotch und Ampex gefertigt) wurden, zum Kleben/Schmieren/Schichtablösung neigen. Ausgenommen ist teilweise das erste Band, Typ 601.
In der Bändertauglichkeitsliste kannst du sehen, welche Bandsorten unbedenklich sind. 

Schau dir doch mal, ggf. unter Zuhilfenahme einer Taschenlampe, die Bandführungen und Tonköpfe genau an. Die sollten blank sein, höchstens mit ganz leichten Spuren trockenen Bandabriebs. Sind sie mit braunen Belägen verkrustet, hast du damit die Ursache für die Bandlaufprobleme gefunden. Dann heißt es gründlich putzen, mit Isopropyl und/oder Reinigungsbenzin! Und anschließend nur noch neue bzw. einwandfreie Bänder benutzen....

Sollten keine Rückstände auf den Köpfen und Führungen zu finden sein, müssen wir der Ursache weiter auf den Grund gehen.
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#5
Vielen Dank für die Info´s. Werde mir das alles ansehen, reinigen und geeignetes Bandmaterial besorgen. Trotzdem macht es mich stutzig das nach meiner Handjustierung das komplette Band fehlerfrei abgespielt wird.

Melde mich nach erledigter Arbeit wieder und berichte.
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#6
Wenn du etwas konkreter beschrieben hättest, was du genau dabei gemacht hast, könnte man da vielleicht Schlüsse draus ziehen.
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#7
Ok, ich versuche es mal:
Gerät eingeschaltet, Play gedrückt, Band lief viel zu langsam - bleibt fast stehen.
Dann mit dem Fingernagel an der Achse der Andruckrolle leicht nach unten gedrückt so 2 bis 3 mal , dann lief das Band so wie es soll.
Jetzt seit ca. 30 Minuten . Wenn ich dann ausschalte und wieder starte ist alles normal, nur bei Standzeit über Nacht beginne ich wieder mit dem Fingernagel.
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#8
Ok. Nächster Schritt. 
Ist die Andruckrolle leichtgängig?
Dreht sie sich normal, wenn du ohne Band startest? Dabei Lichtschranke abdecken/Birnchen ziehen.
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#9
Die Andruckrolle dreht sich ohne Band, augenscheinlich auch gleichmäßig. Ob sie leicht genug dreht weiss ich nicht. Dafür fehlt mir die Erfahrung.
Wenn man sie dann vorsichtig mit dem Finger dreht, stockt sie zwar nicht läuft aber auch nicht nach.
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#10
Ich tippe auf ein verharztes oberes Capstanlager, das hatte ich leider schon oft. Wie lange läuft der Capstan beim Ausschalten der Maschine nach, bzw. wie lange dauert der Hochlauf, wenn die Maschine länger aus war?

Viele Grüße
Volker
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#11
Hallo Volker,
Nachlauf bis Stillstand ca. 25 s, Hochfahren teste ich morgen weil Maschine eben gelaufen hat.

LG Tom
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#12
So, kleines Update :
Bandlauf, Tonköpfe sowie Andruckrolle gereinigt . Neues Bandmaterial ist im Zulauf.
Tonband stand über Nacht - Hochlaufzeit sicherlich um 1 Minute. Hat also ganz schön gedauert bis es in die Pötte kam ...!
Der Fehler ist leider wieder aufgetreten.

LG Tom
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#13
Hallo Tom,
1 Minute ist viel zu lang.
Wenn sich das Gerät im Urzustand befindet, dann ist etwas Arbeit notwendig.
Ich denke hier sollte erstmal eine ordentlich Wartung und Revision erfolgen.
Funkentsörkondensatoren, Motorkondensatoren, Elkos allgemein, Relais, Potis und Motorlager würde ich da in Angriff nehmen.
Bevor die Maschine nicht Grundsaniert ist, wirst du dich von Problem zu Problem hangeln.
- - - Hier könnte Ihre Signatur stehen. - - -  thumbup
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#14
Das habe ich befürchtet…
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#15
Ca. 10s ist normal, bis der Capstan auf Nenngeschwindigkeit läuft. Wenn auf der Capstanplatine und Netzteil noch nichts erneuert ist (Elkos), kann es auch daran liegen, aber ich tippe auf das Capstanlager. Mit etwas Glück reichen hier ein paar Tropfen Sinterlageröl. Wenn Du Pech hast, muss das vordere Lager mehrfach mit einem Lösungsmittel (Isopropanol, besser Aceton) so gut es geht vom alten verharzten Öl befreit und dann neu geschmiert werden.
Der "Rest" den Steffen oben schon beschrieben hat, sollte natürlich auch gemacht werden, wenn die Kiste wieder einwandfrei laufen soll. Lohnt sich meiner Meinung nach aber auf jeden Fall, wenn Du Spaß daran hast.

Viele Grüße
Volker
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#16
Danke für die Hilfe und Informationen. Werde dann mal Stück für Stück mit den Arbeiten anfangen. Zwischendurch kommt dann ein Update wie es so läuft ob das Ganze Erfolg hat.
LG Tom
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#17
Hallo, mal eine kleine Info zwischendurch. Am Bandmaterial hat es nicht gelegen. Fehler ist gleich auch bei neuen Bändern.
Habe dann die Kunststoffkappe an der Tonwelle angehoben und Sinterlageröl eingesetzt. Schon viel besser .
Hochlaufzeit deutlich reduziert aber eben noch nicht Fehlerfrei. Neues Castanlager ist unterwegs.
Werde weiter berichten.
LG Tom
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#18
Hallo mein Lieber,

höre einmal auf die Empfehlungen von Holgi.

Holgi kennt sich perfekt dazu aus.

Ersatzteile ; Neu Original, bekommst Du bei mir.

Gruß

Peter
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#19
Hallo Peter,
genau das habe ich gemacht . Holgi´s Empfehlungen bisher abgearbeitet und auch das Öl sowie das Lager bestellt das er in seinen Beiträgen empfiehlt.
Auf dein Ersatzteilangebot komme ich gerne zurück. Hab nicht soviel Zeit , deshalb geht es nur Stück für Stück voran.
VG
Tom
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#20
Das OBERE Capstanlager kann man aber nicht auswechseln, nur das untere, wenn es sich um ein Kugellager handelt! Nicht, dass da ein „Mistverständnis“ entsteht... Früher mussten Motoren mit ausgeschlagenem oberem Sinterlager eingeschickt werden und wurden ausgetauscht.
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#21
Alles ok. So habe ich es auch hier in den Beiträgen gelesen. Das obere habe ich geölt, das untere Lager ist bestellt.? Dankeschön für die Hinweise und Ratschläge. Ich lerne ja noch
VG
Tom
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#22
Hallo zusammen,

darf ich an dieser Stelle einmal fragen, wie man die Kappe des Lagers anhebt und das obere Lager ölt?
Da ist doch der rot versiegelte Bolzen im Weg.

Beste Grüße

Thomas
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#23
Hallo Thomas,
den Bolzen habe ich auch nicht gelöst. Die Kappe habe ich vorsichtig mit einem Zahnarztwerkzeug( gebogener Haken ) seitlich angehoben und dann geölt. Stand irgendwo in einem Beitrag, glaube es war von Holgi. Die Maschine lag dabei auf dem Rücken. Die Tonwelle muss ich sowieso noch ausbauen (Lagerwechsel) , dabei wird man sehen ob noch nachgeölt werden muss.
VG
Tom
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#24
Hallo Thomas,

den Bolzen kannst Du mitsamt seinem Halter komplett ausbauen. Beim Wiedereinbau sollte der Halter im Langloch so verschoben werden, dass die Messinghülse zwischen den beiden Hartmetallscheiben vom Band bei Play gerade nicht berührt wird.

Die Kappe kann aber auch drin bleiben: Wenn Du ohnehin das untere Kugellager tauscht und die Höhenführung wie oben beschrieben demontiert hast, kannst Du die Welle nach oben herausziehen. Dann sind die beiden Filzringe oberhalb und unterhalb des Sinterlagers zugänglich.

Viele Grüße
Volker

Viele Grüße
Volker
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#25
Vielen Dank.

Thomas
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#26
Guten Abend,

Gemäß den Fotos muss der Bolzen eh weiter nach hinten - es war auch ein Einschliff auf der Messinghülse sichtbar.


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#27
Aber…

In der deutschen Service- Anleitung wird die Bandführung “A“ mit Bandkontakt gezeigt.
Bild 4.1 - 19.?
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#28
Du meinst das Bild hier?

   

Das ist aus der englischen Anleitung. Ich bin mir nicht sicher, wie das gemeint ist, die schwarze Markierung kann auch bedeuten, das nur die Scheiben das Band berühren. Das Messingröhrchen wirkt mir nicht grade verschleissfest, für die Scheiben zur Höhenführung hat Studer anfangs Hartmetall, später Sinterrubin und noch später bei den Studiomaschinen (späte A807) Saphier gewählt. Nur bei den Saphierführungen besteht Bandberührung, das ist der Bolzen auch dicker und gehärtet (und trotzdem hier leicht angeschliffen):

   

Bei der überwiegenden Zahl an A77/B77 Maschinen, die ich schon in der Mache hatte (dreistelliger Bereich), berührte das
Band den Distanzhalter gerade nicht. Es ist auch in Ordnung so, hier soll nur die Höhe präzise (so man das bei der A77/B77 Konstruktion mit nur einer Führung überhaupt so nennen darf) geführt werden.

Viele Grüße
Volker
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#29
Hallo Volker,

das gleiche Bild gibt es auch in meiner deutschen Anleitung.
Wenn die dunklen Markierungen die Berührungen durch das Band darstellen sollen, dann wird die Messinghülse doch ebenfalls berührt.
Aber ich möchte hier weder streiten, noch Deine Erfahrungen anzweifeln.
Muss ich dann wohl irgendwie für mich entscheiden.

Beste Grüße
Thomas


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#30
Ich sehe da jetzt keinen Widerspruch - gereinigt werden müssen die Führungsscheiben, nicht die Messinghülse. Bei meiner A77 Dolby liegt das Band auch nicht an der Hülse an, habe gerade nachgeschaut.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#31
Dann werde ich den Bolzen etwas zurücksetzen.
Ich ja dann auch ein Teil weniger mit Bandberührung / Bandreibung.

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Thomas
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#32
So, mal wieder ein kleines Update:
Das untere Capstanlager ist gewechselt und ... sie läuft !! Hochlaufzeit ca. 10 s ( so wie in Volkers Info ). Keine Laufgeräusche ! Schmierung oberes Lager ist auch i.O.
Werde jetzt so wie es meine Zeit zulässt auch die anderen Ratschläge und Info´s abarbeiten .
Ein großes Dankeschön an euch.

VG Tom
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