24.01.2025, 21:34
Hallo,
meine musikalisch prägende Zeit begann Mitte der 1980er und ich habe bis heute daher eine Schwäche für billiges Audioequipment aus der Zeit. War mein erster Radiorecorder noch ein vergleichsweise teutonisch-solider Grundig RR250 (mit sehr lautem Antriebsgeräusch), so stieg ich in das Walkman-Zeitalter mit einem babyblauen Crown SZ-11 ein, den der Radio-Fernsehtechnikladen in unserer Kleinstadt für nur 29,95 DM anbot. Er war natürlich in jeder Hinsicht auch sehr 29,95 DM, nur Vorspulen, anstatt einem zweiten Spulenrad nur ein Plastiknippel in Gehäusefarbe, für so wenig Technik recht groß und der Gleichlauf war verbesserungswürdig. Aber ich fand ihn mit 11 Jahren sensationell.
Ich bekenne jedenfalls, ich mag billige Ghettoblaster, Schneideranlagen und sonstigen Krempel, an den heute niemand mehr erinnert werden will.
Und daher möchte ich meine neueste Erwerbung zeigen, sowas wollte ich schon immer haben: Ein Radiowecker mit Kassette, der auch mit Kassette wecken kann! Laut dem Post-FTZ-Zeichen von 1987 ist dieses Plastikding so herrlich zeittypisch und wirkt von der Gehäusequalität ungefähr so wie mein Crown SZ-11 damals. Ja, das Ding ist richtig billig und leicht, kann auch nur vorspulen und das zweite Spulenrad ist nur ein feststehender Nippel, aber immerhin im Durchmesser eines Rades und in schwarz, Autostop am Ende ist auch vorhanden.
Ich hatte das Ding eigentlich nur als Objekt für einen einstelligen Betrag aus dem Secondhandladen mitgenommen, ohne die Erwartung, dass es noch funktioniert. Etwas so Billiges kann doch nach 38 Jahren nicht mehr funktionieren... doch! Alles funktioniert, das Kassettenlaufwerk leiert etwas, braucht offenbar einen neuen Riemen, aber es frisst keine Kassetten. Da es ein reines Wiedergabelaufwerk ist, lauert auch kein Permanentmagnet. Man öffnet die Klappe und legt die Kassette von Hand ein, wie bei ganz frühen Kassettenrekordern. Der Tonkopf ist mono, einen Kopfhöreranschluss gibt es nicht.
Das Radio empfängt, die LEDs der Uhr leuchten, Alarm geht, Radiowecken geht - und eben auch Kassettenwecken. Man stellt den Alarmwählschieber auf Auto, die Funktion auf Cass, drückt Play und das Gerät spielt zur Weckzeit los. Sogar eine Snooze-Sensortaste aus Metall gibt es, die für alle drei Weckarten funktioniert und neun Minuten Aufschub gewährt.
Ich hatte nichts erwartet, aber das Gerät hält durchaus, was es verspricht. Der Sound reicht zumindest zum Wecken.
Ich hatte es jetzt noch nicht geöffnet, aber von außen findet man keinen einzigen Hinweis auf einen Hersteller oder eine Handelsmarke. Auf dem silbernen Aufkleber am boden, auf dem sich auch das FTZ-Zeichen befindet, steht lediglich "Modell 230". Da alle Beschriftungen auf Deutsch sind, offenbar eine eigene Ausführung für den deutschsprachigen Markt, in den 80ern gab es so etwas noch.
Wenn ich mich mal um den Riemen kümmere, finde ich innen vielleicht noch Hinweise auf die Herkunft.
Viele Grüße
Nils
meine musikalisch prägende Zeit begann Mitte der 1980er und ich habe bis heute daher eine Schwäche für billiges Audioequipment aus der Zeit. War mein erster Radiorecorder noch ein vergleichsweise teutonisch-solider Grundig RR250 (mit sehr lautem Antriebsgeräusch), so stieg ich in das Walkman-Zeitalter mit einem babyblauen Crown SZ-11 ein, den der Radio-Fernsehtechnikladen in unserer Kleinstadt für nur 29,95 DM anbot. Er war natürlich in jeder Hinsicht auch sehr 29,95 DM, nur Vorspulen, anstatt einem zweiten Spulenrad nur ein Plastiknippel in Gehäusefarbe, für so wenig Technik recht groß und der Gleichlauf war verbesserungswürdig. Aber ich fand ihn mit 11 Jahren sensationell.
Ich bekenne jedenfalls, ich mag billige Ghettoblaster, Schneideranlagen und sonstigen Krempel, an den heute niemand mehr erinnert werden will.
Und daher möchte ich meine neueste Erwerbung zeigen, sowas wollte ich schon immer haben: Ein Radiowecker mit Kassette, der auch mit Kassette wecken kann! Laut dem Post-FTZ-Zeichen von 1987 ist dieses Plastikding so herrlich zeittypisch und wirkt von der Gehäusequalität ungefähr so wie mein Crown SZ-11 damals. Ja, das Ding ist richtig billig und leicht, kann auch nur vorspulen und das zweite Spulenrad ist nur ein feststehender Nippel, aber immerhin im Durchmesser eines Rades und in schwarz, Autostop am Ende ist auch vorhanden.
Ich hatte das Ding eigentlich nur als Objekt für einen einstelligen Betrag aus dem Secondhandladen mitgenommen, ohne die Erwartung, dass es noch funktioniert. Etwas so Billiges kann doch nach 38 Jahren nicht mehr funktionieren... doch! Alles funktioniert, das Kassettenlaufwerk leiert etwas, braucht offenbar einen neuen Riemen, aber es frisst keine Kassetten. Da es ein reines Wiedergabelaufwerk ist, lauert auch kein Permanentmagnet. Man öffnet die Klappe und legt die Kassette von Hand ein, wie bei ganz frühen Kassettenrekordern. Der Tonkopf ist mono, einen Kopfhöreranschluss gibt es nicht.
Das Radio empfängt, die LEDs der Uhr leuchten, Alarm geht, Radiowecken geht - und eben auch Kassettenwecken. Man stellt den Alarmwählschieber auf Auto, die Funktion auf Cass, drückt Play und das Gerät spielt zur Weckzeit los. Sogar eine Snooze-Sensortaste aus Metall gibt es, die für alle drei Weckarten funktioniert und neun Minuten Aufschub gewährt.
Ich hatte nichts erwartet, aber das Gerät hält durchaus, was es verspricht. Der Sound reicht zumindest zum Wecken.
Ich hatte es jetzt noch nicht geöffnet, aber von außen findet man keinen einzigen Hinweis auf einen Hersteller oder eine Handelsmarke. Auf dem silbernen Aufkleber am boden, auf dem sich auch das FTZ-Zeichen befindet, steht lediglich "Modell 230". Da alle Beschriftungen auf Deutsch sind, offenbar eine eigene Ausführung für den deutschsprachigen Markt, in den 80ern gab es so etwas noch.
Wenn ich mich mal um den Riemen kümmere, finde ich innen vielleicht noch Hinweise auf die Herkunft.
Viele Grüße
Nils

