Kompression bei Streaminganbietern, Spotify und Co?
#1
Hallo zusammen, 
ich habe jetzt nicht weiter hier im Forum nachgeforscht:
Erfolgt bei den bekannten Streamingdiensten eine Kompression oder Normalisierung des Musiksignales in den üblichen Standardangeboten?

Gruß Jan
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#2
Es gibt bei Spotify in der Software die Option einen Pegelangleichung vorzunehmen. Somit gehe ich davon aus, dass im Normalfall keine Pegelangleichung stattfindet.
Gruß Ingo
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#3
Genau, die Lautstärkenormalisierung kann man wahlweise an- oder abschalten:
   
Viele Grüße
Alex

We Sold our Souls to Rock 'N' Roll!
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#4
Und bei Spotify muss das auch - so zumindest deren eingene Aussage - keine Kompression sein:

https://support.spotify.com/de/artists/a...alization/

Das liest sich zumindest hochqualifiziert. Selbst die Tatsache, dass psychoakustische Codecs die TruePeak-Level verändern können (und werden) berücksichtigt man.


Hier steht weiter unten mehr zu anderen Diensten:

https://www.izotope.com/en/learn/masteri...forms.html
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#5
Vielen Dank für die Antworten.
Ich nutze zur Zeit hauptsächlich die Spotify Webseite am PC.
Da sehe ich bei mir keine Einstellmöglichkeit zur Normalisierung oder Komprimierung und das ist in Ordnung.
Auch die Aufzeichnung des Streams in Audacity zeigt eine gute Dynamik.
Insofern bin ich beruhigt und zufrieden mit diesem Anbieter.

Gruß Jan
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#6
Hallo,

zunächst: Spotify macht in der Browserversion keine Pegelangleichung, was bei Aufnahmen von dort via PC auf eine Bandmaschine immer Arbeit bedeutet. Die Lautstärkeunterschiede sind dort teilweise immens. In der App ist das anders.

Des Weiteren: meinem (!) Wissenstand nach komprimiert Spotify alles. Die Maximale Bitrate bei Spotify ( nach langer Zeit endlich ) liegt inzwischen bei 320 kb/s. Was am oberen ende von MP3 liegt. Eine CD hat eine Bitrate von 1411 kb/s. Allein Anbieter für Hochauflösende Audiostreams kommen dahin, wie z.B. Tidal oder Amazon Music. Letztere bieten in HD ca 850 kb/s und immer mindestens 44.1 khz Sampling Rate. In U-HD aber ca 3,7 Mb/s und 96 oder gar 192 Khz. ( mindestens aber auch 44.1 oder 48 ) Was sich auch deutlich bemerkbar macht, besonders bei der räumlichen Auflösung.
( wenn man die entsprechende Klangkette hat... :-) )

Nachteil: alles nur gegen Geld!

VG

Charly
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#7
Zitat: Des Weiteren: meinem (!) Wissenstand nach komprimiert Spotify alles. Die Maximale Bitrate bei Spotify ( nach langer Zeit endlich ) liegt inzwischen bei 320 kb/s.
Das stimmt nach meinen Wissensstand auch.
Ich hab aber mal gelesen, dass Spotify auf einen anderen Audiocodec setzen soll, der etwas effektiver komprimiert als mp3.
Ob das nun stimmt oder nicht, kann ich aber nicht garantieren.
Viele Grüße
Alex

We Sold our Souls to Rock 'N' Roll!
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#8
(08.01.2025, 11:52)Charly58 schrieb: zunächst: Spotify macht in der Browserversion keine Pegelangleichung, was bei Aufnahmen von dort via PC auf eine Bandmaschine immer Arbeit bedeutet. Die Lautstärkeunterschiede sind dort teilweise immens. In der App ist das anders.

Das ist mir auch schon sehr aufgefallen, besonders bei Playlisten. Wenn man allerdings ein ganzes Album aufzeichnet, scheint da die Pegelangleichung recht ausgeglichen zu sein.

Ich zeichne mit dem Band von der App auf, auf dem PC meist über den Browser. Und da hört man sehr deutlich bei Playlisten, wie die Lautstärke ab- und zunimmt. 

Volker
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#9
Da wird man bei der Aufnahme wenigstens noch etwas gefordert, wie früher auch, wenn man mehrere Singles o.a. aufgenommen hat Big Grin Beste Grüße Arno
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#10
Bitte nicht Kompression (Dynamik) und Datenreduktion (Codec) verwechseln!
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#11
wen's interessiert ich hab da mal einen link

https://emastered.com/de/blog/what-are-lufs

reginald
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )
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#12
Danke!

Die Loudness-Messung in LUFS nach EBU R128 geht auf Florian Camerer vom ORF zurück.

https://www.ard-zdf-medienakademie.de/ma...merer.html

Im TV war es einst so, dass in den technischen Richtlinien z.B. zur Werbungs-Zulieferung stand, es wäre auf -9 dBFS Zielpegel auszusteuern. machte die Werbewirtschaft dann freilich auch - aber unter Anwendung extremer Dynamikkompression, so dass die Werbung im Vergleich zum sie umgebenden programm brüllend laut war. Eigenmächtig "leiser drehen" konnte man bei den TV-Anstalten die Werbung aber wiederum auch nicht - das wäre ja ggf. als Benachteiligung zu interpretieren gewesen.

Mit Umstieg auf die Lautheitsmessung nach EBU R128 konnte man dieses Elend bei der Wurzel packen. Man gibt nun halt vor, auf eine Lautheit von -23 LUFS zu produzieren. Ob man das unter Wahrung einer höheren Audiodynamik macht (wobei dann Pegelspitzen bis nahe an die Vollaussteuerung gehen können) oder ob man alles plattpresst und die -23 LUFS bei einem Spitzenpegel von vielleicht-12 dBTP erreicht und entsprechend "platt" klingt, ist letztlich freigestellt. Aber wer will schon gerne platt klingen, wenn er auffallen möchte?

Produktionslautheit bei den Öffis in Radio und TV somit meines Wissens nach -23 LUFS.

Bei UKW ist es so, dass die maximale Multiplexleistung der UKW-Verbreitung von in Deutschland 0 dBR bei den gängigen Kalibrierungen -9 dBFS digital = +6 dBu analog = 1,55 Veff analog = 40 kHz Hub (UKW) bei ca. -18 LUFS auf der Zuführungsstrecke erreicht wird. Entsprechend geht man bei UKW, obwohl es auf Consumerseite völlig unkalibriert ist (UKW-Tuner hatten völlig unterschiedliche Ausgangspegel beim gleichen Programm) von ca. -18 LUFS Lautheit aus.

UKW/DAB-Kombigeräte mit automatischer Umschaltung zwischen beiden Bereichen (Autoradios!) sollten dann auch eigentlich so gebaut sein, dass sie UKW und DAB gleich laut wiedergeben, wenn DAB auf -18 LUFS gepegelt ist. Damit war auch für DAB ein entsprechender Bezug vorhanden.

Inzwischen passt man sich in der ARD zunehmend an die Streaming-Gepflogenheiten an und erhöht auf DAB+ und auf den anderen digitalen Wegen (DVB- IP) die Lautheit auf z.B. -16 LUFS. Bei Rock/Pop ist das i.d.R. problemlos möglich, bei Kulturprogrammen aber nicht. Da können Produktionen (Klassik, Hörspiele) durchaus bei -23 LUFS schon nahe an der digitalen Vollaussteuerung sein. Eine weitere Erhöhung der Lautheit durch simples "Aufdrehen" führte dann ins Clipping. Entweder man bleibt bei diesen Programmen also leiser oder man wendet eine dezente Kompression an, die die letzten 2-3 dB Spitzen sanft wegnimmt.

In Norwegen kennt man die 0 dBR MPX-Leistungsgrenze auf UKW nicht (bzw. kannte sie nicht, als man noch auf UKW sendete). Da konnte man DAB+ gleich höher Pegeln und erreichte eine Vereinbarung zwischen NRK und Privatfunk auf -15 LUFS. Ausgenommen blieb NRK Klassisks, man hätte das Programm ansonsten plätten müssen:

https://tech.ebu.ch/docs/techreview/trev...arseth.pdf
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#13
Da es mich interessierte habe ich mal einen Track aus einer originalen CD aus dem Jahre 2000
mit dem Spotify Stream der selben Aufnahme aus dem Browser verglichen.
   
Die Dynamik der CD Version scheint mir geringfügig höher zu sein.

Obwohl nicht explizit danach gefragt noch ein Vergleich der Frequenzspektren:
Auch hier hat die CD mit über 20kHz oberer Grenze die Nase vorn.
   
   
Der Stream enthält "nur" Anteile bis 16kHz, nicht daß ich den Unterschied wahrnehmen würde...

Gruß Jan
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#14
(12.01.2025, 17:02)Ferrograph schrieb: Da es mich interessierte habe ich mal einen Track aus einer originalen CD aus dem Jahre 2000
mit dem Spotify Stream der selben Aufnahme aus dem Browser verglichen.

Die Dynamik der CD Version scheint mir geringfügig höher zu sein.

Obwohl nicht explizit danach gefragt noch ein Vergleich der Frequenzspektren:
Auch hier hat die CD mit über 20kHz oberer Grenze die Nase vorn.


Der Stream enthält "nur" Anteile bis 16kHz, nicht daß ich den Unterschied wahrnehmen würde...

Gruß Jan

Es gibt auch Anbieter, die FLAC verwenden. Inwieweit das stimmt, habe ich nicht überprüft.
Viele Grüße
Dietmar
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#15
Zitat:Der Stream enthält "nur" Anteile bis 16kHz, nicht daß ich den Unterschied wahrnehmen würde...
In welcher Einstellung? Bei mir gehts in höchster Qualitätseinstellung ohne Begrenzung. Auch die Dynamik wird nicht eingedampft. Es kommt aber auch drauf an was für ein Master die Plattefirmen/Künstler bereitstellen, ist nicht immer identisch mit den CD Versionen.
   
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#16
(12.01.2025, 19:39)2245 schrieb:
Zitat:Der Stream enthält "nur" Anteile bis 16kHz, nicht daß ich den Unterschied wahrnehmen würde...
In welcher Einstellung? Bei mir gehts in höchster Qualitätseinstellung ohne Begrenzung. Auch die Dynamik wird nicht eingedampft. Es kommt aber auch drauf an was für ein Master die Plattefirmen/Künstler bereitstellen, ist nicht immer identisch mit den CD Versionen.

Ich habe in der freien Standardversion von Spotify im Browser am PC keine Möglichkeit gefunden, benutzte Audio-Bandbreiten oder deren Lautheit einzustellen.

Gruß Jan
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#17
es hängt auch noch von der Abspiel-Hardware ab, und beim Streaming aus dem Internet schwankt oft die Netzbandbreite, was die Anbieter mit Anpassung des Kompressionsfaktors auszugleichen versuchen. Letzteres ist eigentlich der Hauptgrund, weshalb ich Lieblingsmusik doch lieber lokal speichere, denn aus dem Netz hat man jeden Tag einen anderen Sound.

Gruß Frank
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#18
(13.01.2025, 13:12)nick_riviera schrieb: es hängt auch noch von der Abspiel-Hardware ab


Von den Musik-Streamingdiensten kann ich dazu mangels eigener Mitgliedschaft nichts berichten, aber von Youtube. Youtube hat auch Dynamikbearbeitung, aber nicht auf allen Wegen. Dieses das Problem bei Streamingdiensten und ihren Apps auf Fernsehern thematisierende Video



https://www.youtube.com/watch?v=sEyu1h1SUjU



spielt bei mir via Youtube im Firefox ohne Kompression. Ich hatte das Video aber mal in eine andere Webseite (Forum) eingebettet - diese eingebettete Version spielte mit Dynamikkompression! Das ist völlig irre.





(13.01.2025, 13:12)nick_riviera schrieb: und beim Streaming aus dem Internet schwankt oft die Netzbandbreite, was die Anbieter mit Anpassung des Kompressionsfaktors auszugleichen versuchen.


Ich muss mich wiederholen:



(09.01.2025, 16:32)lg74 schrieb: Bitte nicht Kompression (Dynamik) und Datenreduktion (Codec) verwechseln!
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#19
Zitat:Ich muss mich wiederholen:


Datenreduktion ist auch Kompression!
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#20
Nein. "Kompression" im Sinne von "die Daten weniger groß machen" ist üblicherweise ein Begriff, der für reversible "Datenkleinmachung" verwendet wird. Also RAR oder ZIP bei normalen Daten oder halt FLAC bei Audiodaten.
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#21
Das Eindampfen der Dynamik, wie auch das Eindampfen der Dateigröße/Datenrate ist beides Kompression. Zumindest in der Audio/Video Welt, im IT Bereich ist das wohl teilweise anders definiert.
MP3 z.B. ist  ist ein Verfahren zur verlustbehafteten Kompression

https://de.wikipedia.org/wiki/MP3

https://de.wikipedia.org/wiki/Datenkompr...pression_2

https://www.audiohq.de/viewtopic.php?id=1330

https://de.wikipedia.org/wiki/Audiodatenkompression
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#22
Sprechen wir doch ganz einfach von Datenkompression und Audiokompression (Dynamik)
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#23
Wenn man die Verringerung der Dynamik meint, sollte man den Begriff Dynamikkompression benutzen.
Audiokompression ist wie Audiodatereduktion oder Datenreduktion und Datenkompression ein Begriff das für das Verkleinern der Datenmenge und nicht der Dynamik.

https://de.wikipedia.org/wiki/Audiodatenkompression
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#24
Meine Frage bezog sich auf die Dynamik, weniger auf die im Stream enthaltenden  Audiobandbreiten.

Gruß Jan
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#25
Nein, keine Dynamikkompression bei Spotify, zumindest keine zusätzliche.
Von den meisten Klassikern der Pop und Rock Geschichte gibt es ja aber leider totkomprimierte Remaster.
Die sind dann oft auch bei Spotify vertreten, manchmal gibt es aber auch zusätzlich die altere Version.
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#26
(13.01.2025, 13:12)nick_riviera schrieb: ... beim Streaming aus dem Internet schwankt oft die Netzbandbreite, was die Anbieter mit Anpassung des Kompressionsfaktors auszugleichen versuchen. Letzteres ist eigentlich der Hauptgrund, weshalb ich Lieblingsmusik doch lieber lokal speichere, denn aus dem Netz hat man jeden Tag einen anderen Sound.

Na Ja... In der Praxis dürfte das bei einer stabilen Internetverbindung wohl kaum vorkommen. Zudem lässt sich das zumindest bei Spotify in der App ganz einfach abschalten.
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#27
Ein interessantes Thema! Abgesehen von der Kompression und Datenrate der Streaming-Anbieter nervt mich
die unterschiedliche Herangehensweise, um nicht zu sagen Geschmack der Tonmeister.
Wenn man sich eine Playliste erstellt und hinterher abhört, wundert man sich wie unterschiedlich die einzelnen Songs klingen.
Das hat nichts mit dem digitalen Zeitalter zu tun, sondern ärgert mich schon seit meiner 1. Schallplatte.
Beispiel Dire Straits: Die CD von Brother in Arms klingt so wie man es erwarten würde: Sehr gut.
Eine Live-Version klingt so dünn, dass man denkt, der Subwoofer sei gar nicht eingeschaltet.
9-12dB (!) Bässe unterhalb von 100Hz fehlen einfach...
Daher bin ich mittlerweile dazu übergegangen, jeden Song einzeln zu checken und zu "optimieren"
Das bedeutet ein Mehr an Arbeit, aber hinterher ein ganz anderes und ärgerfreies Hörerlebnis.

Viele Grüße Marian
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#28
Bei der Datenreduktion gibt es 2 Verfahren, verlustbehaftet (lossy) und verlustfrei (lossless). MP3 ist lossy und FLAC ist lossless. Wenn ich eine MP3 Datei in eine wav-Datei umwandele, fehlen gegenüber der unkomprimierten Originaldatei etliche Daten, beim Umwandeln einer FLAC-Datei in eine wav-Datei sind alle Daten aus der unkomprimierten Originaldatei wieder vorhanden. Ein binärer Vergleich der beiden wav-Dateien zeigt keinen Unterschied.

MfG, Tobias
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
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