Ich bin gerade eine Revox A77 MkIII 4-Spur herrichten.
Elektrisch soweit fertig und läuft einwandfrei.
Allerdings hatte ich die Köpfe besser in Erinnerung.
Auf dem Bild kommt der Einschliff mir maximal schlimmer vor wie er in natura aussieht.
nun die Frage: wie gehe ich weiter vor?
1. Eintaumeln
- die kleine Madenschraube vor den Tonköpfen justieren und die Köpfe in die senkrechte bringen
- anscheinend gibt es keine dezidierte Höhenjustage. Das wird anscheinend über die Feder untendrunter bewerkstelligt
- aber wird der Band-Kopf-Kontakt dadurch nicht schlechter?
2. Läppen
- hab ich noch nie gemacht
- mit was? Holgis Nagelfeilen, nasses Schleifpapier?
- es geht ja hauptsächlich darum die Kanten vom Einschliff zu brechen/zu reduzieren
- auch hier: Band-kopf-Kontakt - Problem? Könnte natürlich 2-3 Stunden PER525 drüberschleifen lassen
3. lassen
- der Kofpspalt ist noch zu und ich schätze, daß der Tonkopf in der jetzigen Lage durchaus noch einige Betriebsstunden halten wird.
- Quasi: Prinzip Hoffnung
- Azimuth einstellen bei allen Punkten ist klar
Was meint Ihr?
Gruß
Oliver
Mist! Man sollte nix vor dem zweiten Kaffee posten. Man blamiert sich nur..
Das Avatar-Maschinchen war mein erstes Bandlaufwerk - Philips N2213
05.01.2025, 13:01 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.01.2025, 13:04 von luedre.)
Hallo,
deine Reihenfolge ist verkehrt:
- zuerst läppen, und zwar so, dass du einen planen Kopfspiegl erhältst. Meiner Meinung nach ist aber der Kopf zu weit eingeschliffen.
außerdem wird der Materialabtrag mit größerem Abschliff immer mehr. Wenn du sowas noch nie gemacht hast, würde ich dir davon abraten.
- dann wird der Kopf wieder eingebaut und neu eingetaumelt. Dabei auf korrekten Höhensitz und senkrechte Lage achten. Hier leistet ein durchsichtiges "Magnetband" sehr gute Dienste. Mehr dazu erfärst du bei entsprechender Suche hier im Forum.
Gruß Dietmar
PS der Wiedergabekopf scheint auch schon einen starken Einschliff zu haben...
Auch wenn ich jetzt Dresche bekomme, bei einer meiner A77 sahen die Köpfe genauso aus. Grund ist die unterschiedliche Härte des Kern-und Kopfmaterials. Deswegen hatten die späteren Ausführungen noch zusätzliche Einlagen aus Kernmaterial bekommen.
Ich habe ganz unprofessionell einfach die kleine Madenschraube etwas verdreht, sodaß der Kopf oben etwas mehr nach vorn geneigt ist. Nach ca. 100 Betriebsstunden ist der Kopf nun aktuell schön rechteckig eingeschliffen.
Jürgen H. erzählte mir mal, daß dieses Abschliffbild auf dauernde Verwendung von Doppelspielband hinweisen würde, da dies nicht so steif wäre.
Das würde zumindest bei meiner Maschine zutreffen.
Es würde mich wundern, wenn dieser Kopf noch einen guten Frequenzgang erzeugen kann. Mann muss da gar nichts machen. Es ist bei der Breite des Einschliffes völlig egal, ob das Schleifbild ein wenig trapezförmig ist.
Mit den beiden Köpfen ist nicht mehr viel zu reißen, ganz gleich was du damit machst. Der Abschliff ist viel zu weit fortgeschritten.
Die senkrechte (planparallele) Lage wird überdies durch die hintere Madenschraube bestimmt, die vordere verändert die Kopfhöhe.
Grüße
Peter
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Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. (Konrad Adenauer)
Ich stimme Peter und seinen Vor-Schreibern bezüglich der fortgeschrittenen Abnutzung natürlich zu.
Aber es seien mir noch ein paar vertiefende Worte zum Thema Höhenjustage pp. gestattet, die Peter ja schon kurz erwähnt hat.
Wenn man einen Revoxkopf gleichmäßig in der Höhe verändern will, müssen letztlich drei Schrauben verstellt werden: Zunächst werden beide Madenschrauben um den gleichen Betrag und im gleichen Drehsinn verstellt und anschließend (wegen der dadurch eingetretenen Schieflage, denn die Azimutschraube rechts ist ja auch noch da!) der Azimut neu eingestellt. Kontrolle mit Klarband oder Sichtbarmachen der Spurlage mit Eisenemulsion.
Wenn der Kopf beispielsweise etwas nach vorn geneigt werden soll, ist es nicht sinnvoll, die vordere Made etwas im Gegenzeigersinn zu drehen, weil dadurch auch und überwiegend die Höhe verstellt wird. Der Kopf wird ja gleichzeitig mit der Neigung nach vorn dabei auch etwas abgesenkt, weil die Kopfträgerplatte nur vorn und hinten quasi zweipunktgelagert ist. Wenn man also vorn dreht, bewegt sich die Kopfträgerplatte um den Auflagepunkt der hinteren Madenschraube. Also: Hintere Madenschraube zur Neigungsjustage benutzen und ggf. geringfügige Korrektur der relativen Höhe zum Band durch die vordere Schraube. Auch hier anschließend den Azimut eintaumeln!
Also auf jeden Fall 3.
Ich würde einfach ausprobieren, was mit den Köpfen noch möglich ist. Du betreibst ja kein Tonstudio und bis 18 oder 20 kHz hört hier wohl auch keiner mehr...
Zum nachjustieren ist es natürlich zu spät, das bringt mehr Schaden als Nutzen. Und so rau ist PER525 auch nicht, dass Du da nach ein paar Stunden eine relevante Veränderung bemerkst.
In dem Zusammenhang zeige ich auch gerne nochmal die Köpfe von meiner A67:
Der Wiedergabekopf kommt noch mit relativ geradem Frequenzgang bis 20 kHz.
Hier ist natürlich zum einen Vorteilhaft, dass der Einschliff relativ gerade ist und die A67 eine Treble-Korrektur im Wiedergabeverstärker hat. Aber dennoch hält so ein Kopf halt doch länger, als man denkt. Dass der quasi 5 Minuten vor Ende ist, ist klar...