Japaner, Weltmeister beim Weglassen und Einschränken?
#11
Nochmal zurück zum Thema Weglassen und Beschränkung auf das Thema Tonbandgeräte:

Weglassen kann man nur, was man hat.

Viele Trickmöglichkeiten hatten japanische Geräte inbesondere in der Anfangszeit nie.

Das lag nicht zuletzt daran, daß man in Japan die Geräte für einen anderen Markt konzipiert hat: nämlich die USA.
Nach Europa kam man erst, als man mehr produzierte, als man dort verkaufen konnte.

Und in den USA waren Trickmöglichkeiten oder Ausstattung bei einheimischen Konkurenzprodukten eher marginal. Was eben auch daran liegt, daß man bei RCA-Anschlüssen (Cinch) "multiplay" extern verkabeln kann, während man bei DIN-Steckern schon zum Lötkolben greifen muß.

Aber der primäre Grund dürfte gewesen sein, daß sich in den USA keiner das Echo der Watzmannschlucht( Akai-Werbung Mitte der 70-iger) ins Wohnzimmer holen wollte, und auch nicht unbedingt mit sich selber im Duett singen.

Das Vorbild für "die Japaner" waren eher Geräte wie das hier:
http://recordist.com/ampex/apxpics.html

Eines dieser Ampex,
http://recordist.com/ampex/gif/354_1.gif
hatte Anfang der 60-iger noch nicht einmal ein Bandzählwerk, obwohl es international mit kleinen Studiotonbandgeräten wie der TFK M5 konkurierte.

Wie wir wissen, hat später Ampex bei TEAC eingekauft...

Die einfachen Geräte von Akai und Co hatten in den 60-igern auch nur einen Motor. Insbesondere Akai hat mit den Typen 17xx und bis M9 Einmotoren-Laufwerke gebaut.
3 Motoren waren der Hochpreiskategorie vorbehalten wie z.B. der Akai X-360D, die dafür auch teuerer war als eine Revox.
Erst in den 70-iger Jahren, als die deutsche Tonbandgeräte-Industrie schon am Boden lag, wurden in Japan nahezu ausschließlich 3-Motoren-Designs gebaut (mit Ausnahme der Akai GX 4000...)

In den 70-igern wurde die Ausstattung der "Japaner" zunehmend umfanggreicher. Zu dieser Zeit zeigten die Europäer mit Ausnahme von Philips noch Schnappatmung.

Ich denke, daß "die Japaner" sich einfach besser am Markt orientiert haben, während insbesondere in Deutschland eine Geschäftspolitik nach Gutsherrenart gemacht wurde: Ein Patriarch wie Max Grundig hat nach seinem Gefühl gehandelt, nicht nach Marktanalysen. Das Ergebis ist bekannt.

Zurück zum Thema: "Die Japaner" haben nicht weggelassen, sondern über die Jahre immer mehr Ausstattung und Finessen in ihre Produkte integriert.
Und zwar dann, als die Zeit "reif" war, der Markt das akzeptiert hat.

Das hat viel mit Timing zu tun. Auch wenn einige Firmen dann von der Entwickung überrollt wurden. sic transit gloria...

Nochmal etwas zum Thema "Japaner. Das gibts auf vielen Seiten, ich habe es hier aus Wolfgangs Schallplattenforum übernommen, von dreizehn:

"Die Japaner "

Manager-Seminar mit 30 Herren aus der mittleren Führungsebene. Treffen im Tagungshotel am letzten Tag.
Der Seminarleiter spricht: "Meine Herren, zum Schluß wollen wir noch ein bißchen Allgemeinbildung betreiben. Mal sehen, was Sie so drauf haben. Also - ich nenne ein klassisches Zitat, Sie sagen mir, wer es gesagt hat, wo und wann."
Er beginnt: "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche ..."
Keiner weiß es.
Da meldet sich ganz hinten ein kleiner Japaner: "Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Osterspaziergang 1806!"
Die anderen Teilnehmer murmeln anerkennend.
Nächste Frage: "Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen ..."
Und wieder, diesmal wie aus der Pistole geschossen, der Japaner: "Matthias Claudius, Abendlied, 1779!"
Die anderen Manager schauen peinlich berührt zu Boden.
Der Seminarleiter: "Fest gemauert in der Erden ..."
"Schiller", strahlt der Japaner, "Das Lied von der Glocke, 1799!"
Jetzt finden es die anderen Manager langsam ärgerlich.
Murmelt einer in der ersten Reihe: "Scheiß Japaner."
Wieder ertönt die Stimme des Japaners von hinten: "Max Grundig, CeBIT, 1982!"


Viele Grüße

Frank
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[Kein Betreff] - von mash - 25.10.2005, 09:38
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