10.12.2024, 15:58
[Der folgende Beitrag sollte ursprünglich in den "Bilder Eurer Tonbandgeräte"-Thread. Aber wurde vom Text dann doch recht viel für einen Bilder-Thread.]
Vor einiger Zeit begegnete mir auf Kleinanzeigen eine Studer A67 (Verkauft als Teileträger). Es fehlten einige Teile von der Front, aber dabei war die komplette VU-Einheit und alle Audiokarten. Die Schmetterlingsköpfe laut Foto wohl am Ende, aber das ganze zu einem Preis, der teilweise schon fast für die zwei VU-Meter verlangt wird. Das Gerät hat wohl wirklich so einiges an Betriebsstunden hinter sich. Die Netzteilplatine war von der Wärmeentwicklung über die Jahre völlig verfärbt. Laufwerkssteuerung mit den typischen TCA561 Problemen. Ließ sich aber alles wieder in Ordnung bringen (gibt noch ein kleines Problem mit den Bandzugwaagen). Für die fehlenden Frontteile habe ich dann einen "fatalen" Fehler begangen und einen B67 MK I Teileträger gekauft, womit das Gerät dann ziemlich komplett war:
Kopfträgerabdeckungen für die A67 werden wenn nur für völlig abgehobene Preise angeboten, von daher erstmal eine A700 Abdeckung. Was ich mit der mache, weiß ich noch nicht. Abschleifen? Überkleben? Die Macken waren vorher schon dran, darum hatte ich die eh noch über.
Da das Zählwerk ebenfalls nicht mehr richtig wollte, habe ich die diylab-Lösung eingebaut.
Ebenfalls überrascht hat mich, dass die A67 VU gar keine Cal/Uncal Schalter hat. Bei der Einmessung soll man die Potis dann auf eine bestimmte Position stellen. Das gefiel mir nicht, zumal ich auch eh zwei Potis ersetzten musste, weshalb der Wert dann wohl eh nicht gepasst hätte. Da ich natürlich keine Löcher in die Front bohren wollte, habe ich die Schalter in eine Blende unterhalb des Gerätes gepackt. Damit wird dann jeweils zwischen Poti und 6,8k/3,3k Widerständen umgeschaltet.
Die Köpfe sind so gut wie am Ende:
Man mag es kaum glauben, aber durch die Wiedergabeverstärker-Einstellungen im Bass- und Treble-Bereich bekommt man mit denen bei Wiedergabe bei 19 cm/s noch einen recht glatten Frequenzgang bis 20 kHz hin. Bei Aufnahme ist allerdings schon bei ca. 17 kHz Schluss. Klanglich allerdings auch noch absolut in Ordnung.
Schon klar, dass das bald vorbei ist, aber da ja inzwischen fast Trend ist, die Köpfe bei 4 mm Kopfspiegel zu tauschen, schön mal zu sehen, wie lang man die nutzen kann. Da die A67 von Haus aus die Standard A/B77 / A700 Köpfe hat, ist es mit dem Ersatz ja nicht so schwer.
Nun stand da der traurige Rest des B67 MK I Teileträgers. In der Schublade lag noch ein A700 Kopfträger für schlechte Zeiten. Wie im Bilder-Thread schon kurz beschrieben habe ich den dann mit Adapter-Kabel in die B67 eingebaut. Der einzige wirkliche Defekt am Gerät waren übrigens zwei Tentals mit Kurzschluss auf der Netzteilplatine. Also Audiokarten rein und das Ding lief auf Anhieb erstaunlich gut und klanglich top. Die untere Abdeckung fehlte komplett, also bei eBay ein Alu-Blech mit Wunschmaß bestellt:
Anordnung von Knöpfen etc. sind dem Original nachempfunden, aber dichter an der A67. Ich hatte überlegt ob ich VU-Meter oder eine LED-Lösung einbaue, habe mich dann aber für VU-Meter entschieden. Die stammen aus einem Otari Gerät und wurden auf eBay angeboten. VU-Meter aus aktueller Produktion sind größtenteils qualitativ ja eher na ja. Treiber für die VU-Meter ist ein diy-Bausatz von eBay. Die Schrauben zur Befestigung der Frontplatte werden noch durch schönere ersetzt. Die seitlichen Alu-Leisten stammen von einer A700. Die originalen hatte ich ja für die A67 gebraucht. Das Studer-Logo ist das einzige Original-Studerteil.
Damit war das Thema dann eigentlich durch. Der Anbieter der B67 MK I hatte allerdings auch noch einen B67 MK II Teileträger im Angebot und ich hatte erstmal beide beobachtet. Die Wahl viel dann auf die MK I, weil ähnlicher zur A67.
Ich hatte die MK II aber aus der Beobachtungsliste noch nicht entfernt und der Verkäufer schickte mir dann irgendwann einen Preisvorschlag, zu dem ich einfach nicht nein sagen konnte...
Also noch eine VU-Einheit gebastelt. Die LED-Anzeige, die ich für die MK I in Betracht gezogen hatte, ist dann in diesem Gerät gelandet. Das Ding zeigt erstaunlich genau an. Die Poti-Knöpfe werden noch ausgetauscht und auch die Beschriftung der Laufwerkstasten kommt noch mal neu. Die Original-Beschriftung fehlte hier völlig. Dazu kam dann noch ein Mono-Kopfträger in den ich Stereo-Köpfe eingebaut habe. Leider war der gebraucht gekaufte Wiedergabekopf leicht defekt, dazu gibt es hier noch einen anderen Thread. Nun ja, er ist jetzt mit einer Nylon-Schraube befestigt und funktioniert so. Der einzig wirkliche Defekt bei diesem Gerät war übrigens ein defekter Frako auf der Capstan-Steuerung. Zudem war mir beim Kauf leider nicht aufgefallen, dass jemand die Laufwerkssteuerung einer MK I eingebaut hat, was ebenfalls für ein paar Probleme sorgt. Die Bandzugwaagen sind bei der MK II ja anders und die optimale Einstellung habe ich noch nicht gefunden.
Als Fazit bleiben eine schicke A67 und zwei gebastelte B67. Lasst die Finger von Teileträgern! Man will dann doch irgendwie alles retten...
Gruß
Robert
Vor einiger Zeit begegnete mir auf Kleinanzeigen eine Studer A67 (Verkauft als Teileträger). Es fehlten einige Teile von der Front, aber dabei war die komplette VU-Einheit und alle Audiokarten. Die Schmetterlingsköpfe laut Foto wohl am Ende, aber das ganze zu einem Preis, der teilweise schon fast für die zwei VU-Meter verlangt wird. Das Gerät hat wohl wirklich so einiges an Betriebsstunden hinter sich. Die Netzteilplatine war von der Wärmeentwicklung über die Jahre völlig verfärbt. Laufwerkssteuerung mit den typischen TCA561 Problemen. Ließ sich aber alles wieder in Ordnung bringen (gibt noch ein kleines Problem mit den Bandzugwaagen). Für die fehlenden Frontteile habe ich dann einen "fatalen" Fehler begangen und einen B67 MK I Teileträger gekauft, womit das Gerät dann ziemlich komplett war:
Kopfträgerabdeckungen für die A67 werden wenn nur für völlig abgehobene Preise angeboten, von daher erstmal eine A700 Abdeckung. Was ich mit der mache, weiß ich noch nicht. Abschleifen? Überkleben? Die Macken waren vorher schon dran, darum hatte ich die eh noch über.
Da das Zählwerk ebenfalls nicht mehr richtig wollte, habe ich die diylab-Lösung eingebaut.
Ebenfalls überrascht hat mich, dass die A67 VU gar keine Cal/Uncal Schalter hat. Bei der Einmessung soll man die Potis dann auf eine bestimmte Position stellen. Das gefiel mir nicht, zumal ich auch eh zwei Potis ersetzten musste, weshalb der Wert dann wohl eh nicht gepasst hätte. Da ich natürlich keine Löcher in die Front bohren wollte, habe ich die Schalter in eine Blende unterhalb des Gerätes gepackt. Damit wird dann jeweils zwischen Poti und 6,8k/3,3k Widerständen umgeschaltet.
Die Köpfe sind so gut wie am Ende:
Man mag es kaum glauben, aber durch die Wiedergabeverstärker-Einstellungen im Bass- und Treble-Bereich bekommt man mit denen bei Wiedergabe bei 19 cm/s noch einen recht glatten Frequenzgang bis 20 kHz hin. Bei Aufnahme ist allerdings schon bei ca. 17 kHz Schluss. Klanglich allerdings auch noch absolut in Ordnung.
Schon klar, dass das bald vorbei ist, aber da ja inzwischen fast Trend ist, die Köpfe bei 4 mm Kopfspiegel zu tauschen, schön mal zu sehen, wie lang man die nutzen kann. Da die A67 von Haus aus die Standard A/B77 / A700 Köpfe hat, ist es mit dem Ersatz ja nicht so schwer.
Nun stand da der traurige Rest des B67 MK I Teileträgers. In der Schublade lag noch ein A700 Kopfträger für schlechte Zeiten. Wie im Bilder-Thread schon kurz beschrieben habe ich den dann mit Adapter-Kabel in die B67 eingebaut. Der einzige wirkliche Defekt am Gerät waren übrigens zwei Tentals mit Kurzschluss auf der Netzteilplatine. Also Audiokarten rein und das Ding lief auf Anhieb erstaunlich gut und klanglich top. Die untere Abdeckung fehlte komplett, also bei eBay ein Alu-Blech mit Wunschmaß bestellt:
Anordnung von Knöpfen etc. sind dem Original nachempfunden, aber dichter an der A67. Ich hatte überlegt ob ich VU-Meter oder eine LED-Lösung einbaue, habe mich dann aber für VU-Meter entschieden. Die stammen aus einem Otari Gerät und wurden auf eBay angeboten. VU-Meter aus aktueller Produktion sind größtenteils qualitativ ja eher na ja. Treiber für die VU-Meter ist ein diy-Bausatz von eBay. Die Schrauben zur Befestigung der Frontplatte werden noch durch schönere ersetzt. Die seitlichen Alu-Leisten stammen von einer A700. Die originalen hatte ich ja für die A67 gebraucht. Das Studer-Logo ist das einzige Original-Studerteil.
Damit war das Thema dann eigentlich durch. Der Anbieter der B67 MK I hatte allerdings auch noch einen B67 MK II Teileträger im Angebot und ich hatte erstmal beide beobachtet. Die Wahl viel dann auf die MK I, weil ähnlicher zur A67.
Ich hatte die MK II aber aus der Beobachtungsliste noch nicht entfernt und der Verkäufer schickte mir dann irgendwann einen Preisvorschlag, zu dem ich einfach nicht nein sagen konnte...
Also noch eine VU-Einheit gebastelt. Die LED-Anzeige, die ich für die MK I in Betracht gezogen hatte, ist dann in diesem Gerät gelandet. Das Ding zeigt erstaunlich genau an. Die Poti-Knöpfe werden noch ausgetauscht und auch die Beschriftung der Laufwerkstasten kommt noch mal neu. Die Original-Beschriftung fehlte hier völlig. Dazu kam dann noch ein Mono-Kopfträger in den ich Stereo-Köpfe eingebaut habe. Leider war der gebraucht gekaufte Wiedergabekopf leicht defekt, dazu gibt es hier noch einen anderen Thread. Nun ja, er ist jetzt mit einer Nylon-Schraube befestigt und funktioniert so. Der einzig wirkliche Defekt bei diesem Gerät war übrigens ein defekter Frako auf der Capstan-Steuerung. Zudem war mir beim Kauf leider nicht aufgefallen, dass jemand die Laufwerkssteuerung einer MK I eingebaut hat, was ebenfalls für ein paar Probleme sorgt. Die Bandzugwaagen sind bei der MK II ja anders und die optimale Einstellung habe ich noch nicht gefunden.
Als Fazit bleiben eine schicke A67 und zwei gebastelte B67. Lasst die Finger von Teileträgern! Man will dann doch irgendwie alles retten...
Gruß
Robert


) mal machen lassen. Sähe noch besser aus.