13.02.2025, 23:14
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.02.2025, 12:07 von al3x135.
Bearbeitungsgrund: Link zum Riemenset ergänzt
)
Servus zusammen,
wie an anderer Stelle angekündigt, ist hier nun endlich ein Reparaturbericht zu meinem Kenwood KX-4520 Kassettendeck, welches ich Mitte 2024 defekt bekommen habe.
Kaum zu Hause, hab ich es natürlich gleich mal bestromt und eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Dabei fiel auf:

Also direkt mal ein Ersatzriemenset bei Thakker bestellt, in dem die beiden Riemen enthalten waren, die auch im Service Manual eingezeichnet sind.
Während ich dann auf die Lieferung der Riemen wartete, habe ich mich schon mal weiter mit dem Service Manual vertraut gemacht, damit ich weiß, was mich beim Ausbau des Laufwerks und letztenendes beim Riementausch erwartet.
Nichts wildes:
Zuerst den Kabelbaum von den Kabelbindern befreit und Fotos von den Kabeln und deren Steckplätzen gemacht - allerdings waren die Steckverbindungen sowieso nicht vertauschtbar, wenn ich mich nicht täusche:
Als nächstes hab' ich dann die Steckverbindungen gelöst und das Laufwerk von seinen vier Schrauben je Eck gelockert.
Um das Laufwerk jedoch hinauszubekommen, muss zunächst das Laufwerk vom Öffnungsmechanismus der Kassettenfachklappe getrennt werden, wie im Service Manual auch beschrieben:
Als dann das Laufwerk heraußen war, war erkennbar, dass auch der Bremsriemen gerissen und kurz davor war, sich in seine Ursprungsmasse zurückzuverwandeln. Glück gehabt - trotzdem habe ich nach dem Entfernen der Reste die Laufflächen mit Isopropanol gereinigt:
Der neue Riemen wurde dann um den linken Wickeldorn und das schwarze Zahnrad gelegt. Wenn ich richtig informiert bin, handelt es sich dabei um den Bremsriemen, denn eine Bremswirkung auf Abwickelseite ist bei Dual-Capstan-Laufwerken von Nöten.
Der Antriebsriemen, der um Motorpulley und die beiden Schwungmassen verläuft, war im Zersetzungsprozess leider schon etwas weiter vorangeschritten, alles eine klebrige schwarze Masse, teilweise hatten sich die Reste um das Motorpulley gewickelt.
Der Motor war sehr leicht vom Rest des Laufwerks abmontierbar und somit stand auch dem Wechsel des Antriebriemens nichts mehr im Wege:
Die Überreste wurden, so gut wie möglich, mit Isopropanol und einigen Wattestäbchen von den beiden Schwungmassen entfernt.
Das war's schon. Alles zusammengebaut, einen Testlauf gestartet und es lief auf Anhieb alles!
Die Andruckrollen habe ich im Originalzustand verlassen und nur gut gereinigt. Ich hatte bis jetzt keine Probleme damit bezüglich Azimutschankungen oder zur Seite hin weglaufendem (und somit zerknitterndem) Band.
Darüber bin ich auch froh, denn bei Dual-Capstan-Laufwerken wie diesen bedarf es mWn. auch einer Neujustierung des linken Andruckrollenarms, sobald man diesen erst ein mal entfernt hat.
Bei den ersten Testaufnahmen fiel mir aber auf, dass auf dem Band ein deutlich niedriger Pegel aufgezeichnet wurde, als man auf Vorderband ausgesteuert hatte. Der Unterschied war bei um die -3 bis -4 dB auf der integrierten Pegelanzeige.
Da Fremdaufnahmen mit Dolby B und C Rauschunterdrückung problemfrei wiedergegeben wurden, war klar: Der Aufnahmepegel passt nicht mehr.
Das ließ sich jedoch mit den zwei Potis für jeweils den linken und rechten Aufnahmepegel angleichen:
Auf dem Bild sieht man auch einen Dolby-Chip, es handelt sich um einen Sony CXA1330S. Ich bin mir leider nicht mehr sicher, ob hier nur dieser eine oder zwei verbaut sind, kann man aber im Schaltplan / Service Manual nachlesen.
Den Pegel habe ich laienhaft angeglichen, indem ich ein 400 Hz Sinussignal eingespeist und auf eine TDK SA aufgenommen habe, währenddessen habe ich zwischen Vorder- und Hinterband umgeschalten und mit den Potis den Aufnahmepegel angehoben. Aufnamen mit Dolby NR sind somit wieder ohne Pumpen möglich.
Der Aufnahmepegel ist jedoch ganz klar über die letzten 30 Jahre aufgrund von Bauteilalterung (vermutlich Elkos
) abgefallen. Es ist also durchaus möglich, dass der Pegel über die nächsten Jahr wieder abfällt und die Potis dann irgendwann auf Anschlag stehen. Sollte das passieren, berichte ich hier.
Nach der Reparatur...
...noch ein paar Fotos:
Das Vakuumfloureszenzdisplay ist das schärfte und hellste, das ich bis jetzt gesehen habe - und das nach all den Jahren!
... außerdem ist mir aufgefallen, dass die Kassettenfachklappe auf der rechten Seite leider raussteht.
Da hat sich das Material vermutlich über die Jahrzehnte an Spannung verformt - die Lade rastet nämlich nur auf der linken Seite fest ein, auf der rechten Seite sind die die Zahnräder, die den Öffnungsvorgang etwas abbremsen:
Ärgerlich, aber ändert an der Funktion erst mal nichts. Davon scheinen außerdem noch weitere Kenwood Kassettendecks dieser Zeit betroffen zu sein.
wie an anderer Stelle angekündigt, ist hier nun endlich ein Reparaturbericht zu meinem Kenwood KX-4520 Kassettendeck, welches ich Mitte 2024 defekt bekommen habe.
Kaum zu Hause, hab ich es natürlich gleich mal bestromt und eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Dabei fiel auf:
- schneller Vorlauf einwandfrei
- schneller Rücklauf einwandfrei
- Anzeigen leuchten, das Gerät reagiert auf alle Tasten
- Abspielen funktioniert nicht: Weder fährt der Tonkopfschlitten samt Andruckrollen in den "Abspielmodus" hoch, noch dreht sich einer der beiden Capstanwellen. Ein sich drehender Motor ohne Last war jedoch akustisch wahrnehmbar
Also direkt mal ein Ersatzriemenset bei Thakker bestellt, in dem die beiden Riemen enthalten waren, die auch im Service Manual eingezeichnet sind.
Während ich dann auf die Lieferung der Riemen wartete, habe ich mich schon mal weiter mit dem Service Manual vertraut gemacht, damit ich weiß, was mich beim Ausbau des Laufwerks und letztenendes beim Riementausch erwartet.
Nichts wildes:
Zuerst den Kabelbaum von den Kabelbindern befreit und Fotos von den Kabeln und deren Steckplätzen gemacht - allerdings waren die Steckverbindungen sowieso nicht vertauschtbar, wenn ich mich nicht täusche:
Als nächstes hab' ich dann die Steckverbindungen gelöst und das Laufwerk von seinen vier Schrauben je Eck gelockert.
Um das Laufwerk jedoch hinauszubekommen, muss zunächst das Laufwerk vom Öffnungsmechanismus der Kassettenfachklappe getrennt werden, wie im Service Manual auch beschrieben:
Als dann das Laufwerk heraußen war, war erkennbar, dass auch der Bremsriemen gerissen und kurz davor war, sich in seine Ursprungsmasse zurückzuverwandeln. Glück gehabt - trotzdem habe ich nach dem Entfernen der Reste die Laufflächen mit Isopropanol gereinigt:
Der neue Riemen wurde dann um den linken Wickeldorn und das schwarze Zahnrad gelegt. Wenn ich richtig informiert bin, handelt es sich dabei um den Bremsriemen, denn eine Bremswirkung auf Abwickelseite ist bei Dual-Capstan-Laufwerken von Nöten.
Der Antriebsriemen, der um Motorpulley und die beiden Schwungmassen verläuft, war im Zersetzungsprozess leider schon etwas weiter vorangeschritten, alles eine klebrige schwarze Masse, teilweise hatten sich die Reste um das Motorpulley gewickelt.
Der Motor war sehr leicht vom Rest des Laufwerks abmontierbar und somit stand auch dem Wechsel des Antriebriemens nichts mehr im Wege:
Die Überreste wurden, so gut wie möglich, mit Isopropanol und einigen Wattestäbchen von den beiden Schwungmassen entfernt.
Das war's schon. Alles zusammengebaut, einen Testlauf gestartet und es lief auf Anhieb alles!
Die Andruckrollen habe ich im Originalzustand verlassen und nur gut gereinigt. Ich hatte bis jetzt keine Probleme damit bezüglich Azimutschankungen oder zur Seite hin weglaufendem (und somit zerknitterndem) Band.
Darüber bin ich auch froh, denn bei Dual-Capstan-Laufwerken wie diesen bedarf es mWn. auch einer Neujustierung des linken Andruckrollenarms, sobald man diesen erst ein mal entfernt hat.
Bei den ersten Testaufnahmen fiel mir aber auf, dass auf dem Band ein deutlich niedriger Pegel aufgezeichnet wurde, als man auf Vorderband ausgesteuert hatte. Der Unterschied war bei um die -3 bis -4 dB auf der integrierten Pegelanzeige.
Da Fremdaufnahmen mit Dolby B und C Rauschunterdrückung problemfrei wiedergegeben wurden, war klar: Der Aufnahmepegel passt nicht mehr.
Das ließ sich jedoch mit den zwei Potis für jeweils den linken und rechten Aufnahmepegel angleichen:
Auf dem Bild sieht man auch einen Dolby-Chip, es handelt sich um einen Sony CXA1330S. Ich bin mir leider nicht mehr sicher, ob hier nur dieser eine oder zwei verbaut sind, kann man aber im Schaltplan / Service Manual nachlesen.
Den Pegel habe ich laienhaft angeglichen, indem ich ein 400 Hz Sinussignal eingespeist und auf eine TDK SA aufgenommen habe, währenddessen habe ich zwischen Vorder- und Hinterband umgeschalten und mit den Potis den Aufnahmepegel angehoben. Aufnamen mit Dolby NR sind somit wieder ohne Pumpen möglich.
Der Aufnahmepegel ist jedoch ganz klar über die letzten 30 Jahre aufgrund von Bauteilalterung (vermutlich Elkos
) abgefallen. Es ist also durchaus möglich, dass der Pegel über die nächsten Jahr wieder abfällt und die Potis dann irgendwann auf Anschlag stehen. Sollte das passieren, berichte ich hier.Nach der Reparatur...
...noch ein paar Fotos:
Das Vakuumfloureszenzdisplay ist das schärfte und hellste, das ich bis jetzt gesehen habe - und das nach all den Jahren!
... außerdem ist mir aufgefallen, dass die Kassettenfachklappe auf der rechten Seite leider raussteht.
Da hat sich das Material vermutlich über die Jahrzehnte an Spannung verformt - die Lade rastet nämlich nur auf der linken Seite fest ein, auf der rechten Seite sind die die Zahnräder, die den Öffnungsvorgang etwas abbremsen:
Ärgerlich, aber ändert an der Funktion erst mal nichts. Davon scheinen außerdem noch weitere Kenwood Kassettendecks dieser Zeit betroffen zu sein.
Viele Grüße
Alex
We Sold our Souls to Rock 'N' Roll!
Alex
We Sold our Souls to Rock 'N' Roll!


