bin jetzt das erste Mal aktiv mit einer Frage hier (schon viel gelesen ).
Ich bin Jens und komme aus der Nähe von Frankfurt/M und restauriere ab und an Tonbandgeräte, wobei für mich der Weg das Ziel ist.
Nun zu meiner Frage, ich habe eine ASC6002 S und diese umfangreich revidiert und soweit hat dann schlussendlich alles geklappt und es funktioniert auch alles wie gefordert.
Nun bin ich aber unsicher, ob folgendes "eben so ist" oder ein Fehler vorliegt. Beim Umspulen, vorwärts wie rückwärts, ist die Aufnahme als schnelles "Gezwitscher zu hören ... sehr leise, aber deutlich. Die Laufwerkslogik sollte das -ausser beim Cue- unterdrücken, aber wie weit geht das? Und wenn ja, wo ist nach dem Fehler zu suchen. In der techn. Information ist nicht wirklich was zu finden. Klar, könnte alle Logikbausteine auswechseln, aber das klingt eher nach "Brute-Force" und nicht smart.
(30.11.2024, 18:54)yency01 schrieb: Nun bin ich aber unsicher, ob folgendes "eben so ist" oder ein Fehler vorliegt.
Ich tendiere zu "ist eben so". Leider hatte ich nie eine ASC, aber soweit ich mich erinnere, haben viele meiner Bandgeräte beim Spulen leise gezwitschert.
Naja, bei der ASC liegt das Band recht nahe am Wiedergabekopf, dann würde beim Umspulen sicherlich was zu hören sein und die Laufwerkslogik schaltet dann beim Spulen den Wiedergabezweig ab, damit nichts zu hören ist ... soweit die Theorie
Ich frage nochmal nach, weil ich es gerne wissen/verstehen würde.
Worauf basiert Deine Theorie, dass die Laufwerkslogik beim Spulen den Wiedergabezweig abschaltet?
Schaltplan (wo?, welche Bauteile?)?
Bedienungsanleitung?
VG Jürgen
Wie ich es verstehe ist der WV immer eingeschaltet. Der Cue-Schalter senkt nur die Höhen ab um die Hochtöner zu schützen. Das Band läuft so dicht am WK-Kopf vorbei, dass man ganz leise etwas hören kann.
So ist es bei meiner AS6002S und war es auch bei meiner damaligen AS6002.
Ich hatte, um ehrlich zu sein, ein wenig gehofft, dass hier auch ein ASC Besitzer sich meldet, dem es genauso geht. Also entweder "es ist eben so" oder der IC soundso ist da defekt, das hätte die Sache schon geklärt.
Woher habe ich meine Theorie? Ich hatte kurz Kontakt mit M. Herberts, dem Experten für ASC und er meinte, beim Umspulen dürfte -außer mit der Cue-Taste- nichts zu hören sein, da die Laufwerkslogik die Wiedergabe unterbindet. Aber welches IC genau wusste es auch nicht oder hat es mir nicht gesagt.
Dazu passt folgende Wahrheitstabelle: wobei 0=0 und L=H
Die Schaltung selber geht über mehrere Seiten und ist dann doch zu unübersichtlich
In der Tabelle kann man klar sehen, dass die Wiedergabe beim Spule nicht stattfindet im Gegensatz zu Cue+Vorlauf z.B.
Ich kann natürlich alle in der nähe befindlichen ICs wechseln, wollte mir aber den Aufwand sparen ?
(01.12.2024, 09:52)peter-hifi schrieb: Wie ich es verstehe ist der WV immer eingeschaltet. Der Cue-Schalter senkt nur die Höhen ab um die Hochtöner zu schützen. Das Band läuft so dicht am WK-Kopf vorbei, dass man ganz leise etwas hören kann.
So ist es bei meiner AS6002S und war es auch bei meiner damaligen AS6002.
schon mal gut zu wissen ... und wie laut ist es dann?
(01.12.2024, 07:11)JUM schrieb: Ich frage nochmal nach, weil ich es gerne wissen/verstehen würde.
Worauf basiert Deine Theorie, dass die Laufwerkslogik beim Spulen den Wiedergabezweig abschaltet?
Schaltplan (wo?, welche Bauteile?)?
Bedienungsanleitung?
VG Jürgen
Hallo,
leider habe ich keinen brauchbaren Schaltplan. Ich habe einen für die AS 5002, dort wird sowohl der Wiedergabeverstärker als auch der Ausgangsverstärker stumm geschaltet. Sebstverständlich geschieht dies durch die Laufwerksteuerung.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Funktion bei der 6000 weggelassen wurde.
Pardon ich habe vorhin etwas zu schnell u. unüberlegt reagiert. Es ist doch so, dass es beim schnellen Spulen (vor wie zurück) ohne eingerastete Cuefunktion zu keiner - auch keiner leise Wiedergabe bei der AS 600x kommen darf. Habe dieses bei irgend einer anderen Maschine und leider erst damit verwechselt.
V.G.
Jo
Ich bin jetzt mal an meine AS6002S gegangen um zu schauen, wie sie sich genau verhält. Also:
1. Irrtum, sie zwitschert gar nicht! Hätte darauf schwören können, dass sie es tut. Muss also eine andere gewesen sein.
2. wenn ich das Band beim Spulen mit dem Finger näher an den Tonkopf bringe, zwitschert auch nichts.
Beim Einschalten der ASC kann ich bei voll aufgedrehter KH-lautstärke ein ganz leises Brummen / Rauschen vernehmen. Wenn ich dann auf Play schalte wird es lauter.
Asche auf mein Haupt, da habe ich wohl Unsinn geschrieben.
Was sagt die Serviceanleitung dazu?
Seite 14:
8. Wiedergabe - Stummschaltung
Um beim Umschalten der Bandgeschwindigkeit und der
Entzerrungsart, bzw. beim Einschalten der Wiedergabe-
funktion Schaltgeräusche zu vermelden, werden die Be-
fehle 9,5: 19 S: 19 H-38 H (bzw. 4,75;9,5: 19 S) über T 823,
T 824, T 825 verzögert umgeschaltet. Die Umschaltinfor-
mation wird in der Ditferenzierschaltung über T 827,
T 828 und D 900 an das Gatter 15 d geführt. Die instabile
Zeit des Monoflop 12 b, 13 c, 13 d wird ebenfalls dazu
benutzt, boi Einschalten der Wiedergabefunktion den
Ausgang des Gatters 15 d kurzzeitig auf 0 Potential zu
schalten.
01.12.2024, 18:08 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.12.2024, 18:08 von yency01.)
@peter-hifi
vielen Dank für die Info, jetzt weiß ich, dass ich an die Steuerung ran muss. Alle anderen Funktionen der Laufwerkssteuerung funktionieren wie gewünscht, daher hoffe ich, dass es überschaubar bleibt.
Ich habe so IS815 und/oder IS814 in Verdacht, die heissesten Kandidaten zum Austausch zu werden. Wenn jemand noch eine andere Idee, als her damit.
Das Maschinchen hat mich bisher schon einige Nerven gekostet, da kommt es auch nicht mehr drauf an.
Dafür ist das Ganze dann fast schon komplett auf links gedreht. Abgesehen davon, klingt sie schon richtig gut, wenn nicht das Gezwitscher wäre.
01.12.2024, 18:36 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.12.2024, 18:37 von passenger.)
Hallo Jens,
ich grätsche kurz mal dazwischen .
Habe jetzt an 2 Maschinen (1/2 Spur 38cm und 1/4 Spur 4,75 cm) getestet. Beide Maschinen "zwitschern" im schnellen Vor- und Rücklauf, allerdings muss man den Verstärker bis an den Anschlag aufdrehen um das - ganz leise - zu hören. Bei normaler Lautstärke hört man praktisch nichts. Die Wiedergabe wird also unterdrückt bis auf einen vermutlich unvermeidlichen Rest.
Wenn ich den Schaltplan richtig verstehe, wird die Wiedergabeunterdrückung letztlich durch die FET T109 und T114 erreicht. Diese werden geschaltet durch T104 / T103 und diese wiederum durch T818 oder T820 auf der Laufwerksteuerung. Diese Signalwege würde ich als erstes daraufhin überprüfen, ob die erwarteten Pegel dort vorliegen.
Stimmen diese Pegel ist die Laufwerksteuerung als Fehlerquelle auszuschließen.
T109/T114 schalten mMn Vorband auf den Ausgang.
Ich sehe da eher T201/T202, die den Ausgang der Wiedergabeverstärker ICs (TBA231) auf Masse schalten können.
Deren gemeinsame Ansteuerung kommt von Bu 804.8 (gn, 'Wiedergabe verzögert').
VG Jürgen
(01.12.2024, 20:12)JUM schrieb: T109/T114 schalten mMn Vorband auf den Ausgang.
Ich sehe da eher T201/T202, die den Ausgang der Wiedergabeverstärker ICs (TBA231) auf Masse schalten können.
Deren gemeinsame Ansteuerung kommt von Bu 804.8 (gn, 'Wiedergabe verzögert').
VG Jürgen
ja, genau ... und dieser grüne Draht führt über Bu109 und Bu804 zur Laufwerkslogik. Und ich verdächtige IS815 die Fehlerquelle zu sein, denn dort kommen möglicherweise die Logik her.
02.12.2024, 08:10 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.12.2024, 09:12 von yency01.)
(01.12.2024, 18:36)passenger schrieb: Hallo Jens,
ich grätsche kurz mal dazwischen .
Habe jetzt an 2 Maschinen (1/2 Spur 38cm und 1/4 Spur 4,75 cm) getestet. Beide Maschinen "zwitschern" im schnellen Vor- und Rücklauf, allerdings muss man den Verstärker bis an den Anschlag aufdrehen um das - ganz leise - zu hören. Bei normaler Lautstärke hört man praktisch nichts. Die Wiedergabe wird also unterdrückt bis auf einen vermutlich unvermeidlichen Rest.
Wenn ich den Schaltplan richtig verstehe, wird die Wiedergabeunterdrückung letztlich durch die FET T109 und T114 erreicht. Diese werden geschaltet durch T104 / T103 und diese wiederum durch T818 oder T820 auf der Laufwerksteuerung. Diese Signalwege würde ich als erstes daraufhin überprüfen, ob die erwarteten Pegel dort vorliegen.
Stimmen diese Pegel ist die Laufwerksteuerung als Fehlerquelle auszuschließen.
Grüße und viel Erfolg bei der Fehlersuche
Jürgen
Sicher ein Ansatz ... ich werde mich trotzdem erstmal auf die Wahrheitstabelle beziehen und dann Richtung T201/202 schauen, weil diese eben mit der Laufwerkslogik verbunden sind Bu804/109. Und dann schaue ich weiter.
Danke soweit
09.12.2024, 12:30 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.12.2024, 12:36 von yency01.)
So, hat jetzt etwas gedauert bis ich alle Logikbausteine zusammen hatte. Habe jetzt die komplette Laufwerkslogik getauscht und weil schon dabei, auf dem Board auch die Taktstufe.
Damit kann man die Logik abhaken, funktioniert auch alles bestens und ist auch für die Zukunft alles gesockelt.
Die Geräusche blieben, aber nur noch auf dem rechten Kanal.
Jetzt geht die Suche weiter, wobei ich allerdings etwas zucke, da ich die gesamte Maschine nochmal auseinanderbauen muss, um an die Grundplatine ranzukommen, es sei denn, es gibt noch´ne andere Idee ?
09.12.2024, 15:59 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.12.2024, 16:03 von Gyrator.)
(09.12.2024, 15:49)ManiBo schrieb: Setz für T201,202 BC547C ein. Polarität wie im Schaltbild angegeben.
eine Frage am Rande.
Woher kommt es, dass im Zusammenhang von Transitoren von "Polarität" gesprochen wird?
Ich kenne das nicht, ist mir weder in der Ausbildung noch im Studium begegnet. Beides liegt natürlich schon ewig lang zurück. Ich kenne "Polarität" im Zusammenhang mit Halbleitern (werden ja dotiert und nicht polarisiert) eigentlich gänzlich nicht und der Begriff ist mir fast ausschließlich z.B. bei polarisierten Elektrolytkondensatoren oder Spannungsquellen ein Begriff bzw. begegnet. Hat sich hier die Denke seither in der Lehre geändert?
Vorab danke und Gruß
Thomas
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
(09.12.2024, 15:49)ManiBo schrieb: Setz für T201,202 BC547C ein. Polarität wie im Schaltbild angegeben.
eine Frage am Rande.
Woher kommt es, dass im Zusammenhang von Transitoren von "Polarität" gesprochen wird?
Ich kenne das nicht, ist mir weder in der Ausbildung noch im Studium begegnet. Beides liegt natürlich schon ewig lang zurück. Ich kenne "Polarität" im Zusammenhang mit Halbleitern (werden ja dotiert und nicht polarisiert) eigentlich gänzlich nicht und der Begriff ist mir fast ausschließlich z.B. bei polarisierten Elektrolytkondensatoren oder Spannungsquellen ein Begriff bzw. begegnet. Hat sich hier die Denke seither in der Lehre geändert?
Vorab danke und Gruß
Thomas
Ich hab den Begriff Polarität nur gewählt weil die Anschlüsse C und E anders als üblich beschaltet sind.
Es könnte ja jemand auf die Idee kommen, dass diese verkehrt rum gezeichnet sind.
Das hat so schon seinen Grund.
Gruß Mani
Besonders gerne repariere ich meine Philips, Braun, Akai und TEAC Geräte
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(09.12.2024, 12:30)yency01 schrieb: So, hat jetzt etwas gedauert bis ich alle Logikbausteine zusammen hatte. Habe jetzt die komplette Laufwerkslogik getauscht und weil schon dabei, auf dem Board auch die Taktstufe.
Nur mal der Interesse halber: Wo lag denn der Fehler auf der Laufwerkslogik oder hast Du pauschal getauscht ?
(09.12.2024, 12:30)yency01 schrieb: So, hat jetzt etwas gedauert bis ich alle Logikbausteine zusammen hatte. Habe jetzt die komplette Laufwerkslogik getauscht und weil schon dabei, auf dem Board auch die Taktstufe.
Nur mal der Interesse halber: Wo lag denn der Fehler auf der Laufwerkslogik oder hast Du pauschal getauscht ?
Grüße
Jürgen
Ich hatte 2 Bausteine im Verdacht, dann habe ich mir die übrigen ICs angeschaut und die sahen irgendwie "vergammelt" aus. Ich dachte 2 zu tauschen oder gleich alle 18 ist dann auch egal, zumal ich dann wirklich alle erwische und sie dann sockeln kann. Aber, es war noch nicht das was ich erwartete.
10.12.2024, 21:20 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.12.2024, 21:22 von Karl 59.)
(09.12.2024, 16:09)Ferrograph schrieb:
(09.12.2024, 15:49)ManiBo schrieb: Setz für T201,202 BC547C ein. Polarität wie im Schaltbild angegeben.
Wozu dienen eigentlich die 2 in Reihe geschalteten Dioden an den Basen von T201/T202?
Gruß Jan
Hallo Jan,
das sind nicht 2 einzelne Dioden, sondern 2 in einem Gehäuse. Wie geschrieben, fällt daran eine Spannung von 1,4 Volt ab. Das kompensiert normalerweise den Spannungsfall an den B-E-Übergängen (auch je 0,7V) an den nachfolgenden 2 Transistoren.
Gruß,
Karl
Meine bevorzugten Zitate:
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher" (Albert Einstein)
"Planung ist das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum" (Mehrere mögliche Quellen, unbekannt)
"Wenn man sein Gewicht halten will, dann muss man auch 'mal essen können, wann man keinen Hunger hat" (unbekannt)
01.02.2025, 16:48 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.02.2025, 16:51 von yency01.)
Hallo, mal wieder ...
Was lange währt ... ich hatte jetzt tatsächlich erst mal wieder Zeit mich des Problems zu widmen und es ist tatsächlich gelöst. Nachdem ich alle Logikbausteine getauscht hatte und damit eine mögliche Fehlerquelle ausschließen konnte, hörte ich das "Gezwitscher" beim schnellen Vorlauf tatsächlich noch, allerdings nur noch im rechten Kanal. Damit war relativ klar, dass es ja nur der Transistor T202 sein kann, der direkt von der Logik der LW-Steuerung angesteuert wird. Alternativ auch der TBA231, möglicherweise. Und in der Tat der T202 war defekt, sagte der Transistortester. Trotzdem beide ausgewechselt und den TBA231 auch gleich gegen eine rauschärmere Variante ersetzt.
Und siehe da, das "Gezwitscher" ist weg, alles perfekt. Danach die Maschine nochmal eingemessen und das wars. ,´-)
Einzig, was auffällig war, ist die Diskrepanz zwischen Schaltplan und Grundplatine. Dort waren die Transistoren exakt typgetauscht eingebaut. Also im Plan steht BC547, auf der Platine eingebaut BC550 und umgekehrt. Ich vermute verschiedene Revisionen der Grundplatine bzw. des Schaltplanes(gab ja auch eine "zwei Revisionen der ASC: I und II und eine, die war so zwischendrin), am Anfang war das alles echt verwirrend.
Jedenfalls sage ich erstmal Danke! für den Beistand und die hilfreichen Tipps.