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Hallo Leute,
was ich immer schon mal fragen wollte: Welche Möglichkeiten gibt es beim Trapetzeinschliff an Tonköpfen um
1. den Fortgang zumindest zu stoppen
2. eine möglichst gleichmäßige Geometrie wieder herzustellen?
Angeregt diese Frage zu stellen ist ein Geräteangebot mit genau diesem Problem. Hier das Zitat:"Die Tonköpfe weisen eine leichte Fehlstellung auf, da der Polierspiegel trapezförmig ist, jedoch ist der Zustand der Köpfe ansonsten bestens ist d.h. wenige Betriebstunden."
Ich selbst habe auch so einen schrägen TK auf einem Rdl TK-Träger, leider zu spät bemerkt die Fehljustage, ja heute ist es mir auch ein Rätsel wie es so weit kommen konnte. Anfang der siebziger war mein Auge für dererlei Effekte aus der Welt der Tonbandtechnik wohl nicht
geschärft.
V.G.
Jo
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(22.11.2024, 14:46)Tonschreiber schrieb: Hallo Leute,
was ich immer schon mal fragen wollte: Welche Möglichkeiten gibt es beim Trapetzeinschliff an Tonköpfen um
1. den Fortgang zumindest zu stoppen
2. eine möglichst gleichmäßige Geometrie wieder herzustellen?
Zu 1.): Kein Tonband mehr damit abspielen.  Oder mal Scherz beiseite: Das hängt davon ab, wie weit der Einschliff fortgeschritten ist. Ist er erst deutlich sichtbar hilft nur noch 2. ansonsten kann man versuchen, den Kopf neu einzutaumeln. Trapezschliff entsteht, wenn der Kopf nach vorne oder hinten gegen das Band geneigt ist.
Zu 2.): Tonkopf läppen (lassen) und neu eintaumeln.
Zum Läppen gibt es hier ja schon zahlreiche Diskussionen.
Grüße
Jürgen
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(22.11.2024, 15:35)passenger schrieb: ansonsten kann man versuchen, den Kopf neu einzutaumeln.
Das würde ich bleiben lassen. Bis sich das nach Korrektur wieder "zurechtgeschliffen" hat, wird das ja Jahre dauern.
Bis dahin - würde ich meinen - läuft das Band dann tendenziell nicht mehr plan über den Kopf und die Tonqualität leidet.
Läppen oder Ersatz verbauen ist wohl da die einzige Lösung ... abgesehen von "einfach lassen".
Zumindest wird das Band dann in der jweiligen "Schieflage" weiterhin rel. sauber über den Kopf bewegt .. und ja, bei häufiger Nutzung ist der Kopf irgendwann hin. Also abwägen wie häufig man das Gerät benutzen möchte.
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22.11.2024, 16:29
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.11.2024, 16:45 von capstan.)
Wenn der Einschliff minimal und die Tonqualität bisher zufriedenstellend sind, würde ich die Köpfe nur senkrecht einjustieren und Bandlauf sowie die Tonqualität nochmals prüfen (einmessen).
Bei dieser Variante schadet man den Köpfen am wenigsten und der zukünftige Verschleiß trägt auch zur "Wiederbegradigung" des Kopfspiegels bei.
Einen Versuch wäre es wert, ausbauen und läppen kann man immernoch, allerdings erhöht sich durch Läppen der Gesamtverschleißgrad noch mehr, da der Spiegel bis zur ganzfächigen Ebenheit bearbeitet werden muß. Im Zeitalter der Tonkopfknappheit sollte man kompromissbereit sein.
Je nach Neigungsgrad des Einschliffs kann man den Kopf auch in Stufen, also allmählich wieder in seine ursprüngliche Lage zurückstellen, um ein Weglaufen des Bandes an der Schräge zu verhindern.
Bei guter Bandführung und ausreichend Bandzug, sollte eine minimale Lotverstellung des Kopfes nicht stören, zumal es bis heute ja auch funktiniert hat.
Bernd
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Mal zum Trost an Jo:
Es ist doch gar nicht so leicht, die Kopfneigung iV. Azimut iV. Spaltstellung einzustellen.
Wenn ich sowas (selten) machen muß, habe ich mir angewöhnt, danach in regelmäßigen Abständen das Schliffbild zu kontrollieren.
Auch mit der Fettstiftmethode habe ich bei der Spalteinstellung schon daneben gelegen. Das passiert auch Leuten, die gewerblich Köpfe einbauen... ganz ehrlich.
Hab schon überlegt, ob ich den Kopf mal mit einem Marker bemale, um einen sauberen Testschliff zu bekommen.
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23.11.2024, 08:51
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.11.2024, 09:02 von Gyrator.)
(23.11.2024, 00:28)Herbert schrieb: Auch mit der Fettstiftmethode habe ich bei der Spalteinstellung schon daneben gelegen. Das passiert auch Leuten, die gewerblich Köpfe einbauen... ganz ehrlich.
Hab schon überlegt, ob ich den Kopf mal mit einem Marker bemale, um einen sauberen Testschliff zu bekommen.
Kann ich so bestätigen, mit dem Fettstifft (z.B. Lippenstift) ergibt sich rasch ein Bild des Umschlingungsbildes jedoch nicht unbedingt zuverlässig. Das liegt nach meiner Einschätzung darin begründet, dass der Fettstift zu stark und ungleichmäßig aufträgt, sowie mech. sehr empfindlich ist, so dass es beim Anfahren des Bandes zum Tonkopf bereits zu einer nicht gewollten Veränderung kommt und somit beim Abtragen mit Tonband ein falsches Bild zeigt.
Der Ersatz mit dem Marker (z.B. dicker Folienstift) ist besser, der läßt sich auch leicht wieder mit Reinigungsalkohol entfernen. Wenn man ein hier nicht ewig Tonbandabfahren lassen möchte um endlich einen Umschlingungsbild in Form eines Polierspiegels zu erhalten, nutze ich gerne schlicht die Rückseitenmattierung eines rückseitenmattierten Tonbandes.
Thomas
PS:
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
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Vielleicht bin ich demnächst klüger. Habe gerade Bernd wg der BRAUN TG1000 angeschrieben, wenn er mir sie ( zu den angeg. Konditionen überlässt), hätte ich demnächst ein Test- und Studienobjekt zu Thema schräger Tk-Anschliff.
Inzwischen gibt es ja auch noch das Carbonyl-Fe, vielleicht bringt auch dies noch zusätzliche Erkenntnisse Kopf -/Bandkontakt.
V.G.
Jo
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Das Hauptproblem bei einem gekippten Tonkopf ist m.E. ein Auf- und Abwandern des Bandes während des Aufnehmens/Abspielens. Das sollte sich bei Aufnahme/Wiedergabe eines Pegeltons, z.B. 400Hz oder 1000Hz deutlich hörbar bemerkbar machen.
Es spielt auch eine Rolle, ob es sich um Halbspur oder Viertelspurköpfe handelt. Läppen würde ich nur Viertelspurköpfe, bei denen sich der schmale Teil des Trapezes auf der spaltfreien Hälfte befindet. Ansonsten würde ich, vorausgesetzt das Band läuft ohne Schwankungen, alles so lassen wie es ist, bis die Köpfe hinüber sind. Läppen heißt immer Material abtragen und das sollte nicht im Spaltbereich erfolgen, sondern nur recht/links/darüber/darunter - letztere beide nur wenn es keine Bandkanteneinfräsungen gibt.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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