Wiedergabekopf brummt
#1
Hallo zusammen,

ich habe hier eine Studer B67, in der bisher ein Vollspur-Mono-Kopfträger eingebaut war und damit funktionierte auch alles einwandfrei.

Nun habe ich in diesen Kopfträger Stereo Wiedergabe-/Aufnahmeköpfe eingebaut. Sofort nach dem Einschalten brummte es auf einem Kanal sehr deutlich während der andere fehlerfrei abspielt. Ich habe dann diverse Dinge probiert:
- Mehrfach entmagnetisiert. Keine Veränderung
- Anschlüsse am Kopfträger vom linken und rechten Kanal vertauscht. Fehler wandert dann auf die andere Seite.
- Wirklich nur den Wiedergabekopf angeschlossen und nichts anderes vom Kopfträger. Keine Veränderung.
- Anschlusskabel vom brummenden Kanal ausgetauscht. Keine Veränderung.

Da das Brummen direkt nach dem Einschalten auftritt und nicht nur bei Wiedergabe, habe ich beim rumprobieren den Kopf dann irgendwann gar nicht mehr richtig eingebaut und nur angeschlossen. Und dann war auf einmal das Brummen weg. Es zeigte sich dann, dass das Brummen auftritt, sobald der Kopf direkt oder über den Kopfträger das Gehäuse/Masse des Gerätes berührt. Ich habe dann testweise den Kopf mit doppelseitigem Klebeband befestigt und nicht angeschraubt, damit er vom Gerät isoliert ist. Und so funktioniert er und spielt auch einwandfrei ab. 

Hat jemand eine Idee, was hier das Problem sein könnte? Ich habe den Kopf aus dem Gehäuse ausgebaut. Die Kabel sitzen alle fest und berühren sonst auch nichts Anderes. Oder kann im Kopf selbst was defekt sein? Oder liegt es doch am Gerät selbst und es ist irgendeine Störung auf dem Gehäuse? Aber wieso betrifft es dann nur einen Kanal und nur den Wiedergabekopf? Mit dem festgeklebten Kopf funktioniert auch die Aufnahme auf beiden Kanälen einwandfrei.

Hatte hier jemand schon mal ein ähnliches Problem?

Gruß
Robert
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#2
Wenn es der untere Kanal ist der brummt, wird es wohl die Motoreinstreuung sein.
Kann schon daran liegen, daß die Induktionswerte des Stereokopfes größer als die des Monokopfes sind.
Kannst ja mal ein dünnes Abschirmblechchen zwischen KT und Kopf versuchen oder ggf. eine Messingschraube zum Kopfbefestigen.
Viele Grüße,

Matthias
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#3
Robert,

ich habe keine Pläne von dieser Maschine. Ist es wirklich Netzbrummen? Falls ja, könnte ich mir eine fehlende Verbindung zw. einer Seite des Kopfes und Gerätechassis vorstellen. Offensichtlich gibt es einen Potentialunterschied zw. Elektronikmasse und Gerätechassis. Wenn das Chassis nicht mit dem Bezugspunkt der Elektronik verbunden ist, wirkt das Chassis wie eine (Brumm-)Antenne.

Gruß

Dieter
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#4
Haste den Kopf mal durchgemessen, auch gegen die Masse?

Dietmar
Fostex R8; REVOX B77; Uher 4200 Report IC, Uher 4000 L, Tesla B115; Tesla B90; Technics RS AZ7; Mirano Echo Chamber T-4;
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#5
(16.11.2024, 06:21)MatthiasB. schrieb: Wenn es der untere Kanal ist der brummt, wird es wohl die Motoreinstreuung sein.
Kann schon daran liegen, daß die Induktionswerte des Stereokopfes größer als die des Monokopfes sind.
Kannst ja mal ein dünnes Abschirmblechchen zwischen KT und Kopf versuchen oder ggf. eine Messingschraube zum Kopfbefestigen.
Ist mit Motoreinstreuung ein magnetisches Feld gemeint, dass sich auf den Kopf auswirkt? Dann sollte das bisschen Klebeband ja keinen Unterschied machen. Oder wirkt sich die Einstreuung auf die Masse des Gerätes aus?

(16.11.2024, 08:59)Uhermania schrieb: Ist es wirklich Netzbrummen? Falls ja, könnte ich mir eine fehlende Verbindung zw. einer Seite des Kopfes und Gerätechassis vorstellen. Offensichtlich gibt es einen Potentialunterschied zw. Elektronikmasse und Gerätechassis. Wenn das Chassis nicht mit dem Bezugspunkt der Elektronik verbunden ist, wirkt das Chassis wie eine (Brumm-)Antenne.
(16.11.2024, 09:10)luedre schrieb: Haste den Kopf mal durchgemessen, auch gegen die Masse?

Die Frequenz des Brummens habe ich nicht überprüft. Aber so 50-100 Hz könnten es sein.

Die Wicklungen hatte ich gemessen. 
Unterer Kanal 54,1 Ohm
Oberer Kanal 53,9 Ohm

Gegen Masse im ausgebauten Zustand hatte ich tatsächlich nicht gemessen. Hätte ich mal machen sollen...
Schwarzes Kabel obere Kanal gegen Kopfgehäuse: Keine Verbindung
Schwarzes Kabel unterer Kanal gegen Kopfgehäuse: 3,5 Ohm.

Da ich äußerlich keine Verbindung sehe kommt vielleicht die Wicklung im Inneren irgendwo ans Gehäuse? 

Spricht etwas dagegen, den Kopf um 180° zu drehen?

Gruß
Robert
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#6
„Schwarzes Kabel gegen Kopfgehäuse…“
 Wenn du den Kopf aus dem zweiteiligen Abschirm-Gehäuse ausbaust, gibt es dann immer noch einen Kurzschluss zwischen Anschluss und Kopf selbst? Oder hast du schon so gemessen?
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#7
(16.11.2024, 12:42)q-tip schrieb: Gegen Masse im ausgebauten Zustand hatte ich tatsächlich nicht gemessen. Hätte ich mal machen sollen...
Schwarzes Kabel obere Kanal gegen Kopfgehäuse: Keine Verbindung
Schwarzes Kabel unterer Kanal gegen Kopfgehäuse: 3,5 Ohm.

Robert,

sind dies Messungen bei abgelötetem Kopf?

Gruß

Dieter
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#8
Sorry, ich dachte, es sind Messungen gegen Elektronik- oder Gehäusemasse. Gegen Kopfgehäuse, das ist was anderes.

Dann entsteht bei mir die Vermutung einer Brummschleifenbildung: Der Verstärkereingang erhält einmal einen Massebezug an einer Stelle des Chassis und dann an einer zweiten Stelle an der Kopfbefestigung. Also entgegen meiner ersten Annahme nicht eine Masse zu wenig, sondern eine zu viel. Das erklärt auch die Lösung des Problems durch eine zusätzliche Isolation des Kopfes gegen die Kopfbefestigung.

Gruß
Dieter
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#9
Wenn der Anschlusspin oder die Lötstelle des schwarzen Kabels an dem Pin mit dem Kopfgehäuse irgendwie in Kontakt kommt, dann brummt es. Hatte ich schon mal nach einem Kopftausch, weil der Pin etwas verbogen war.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#10
(16.11.2024, 13:44)havox schrieb: „Schwarzes Kabel gegen Kopfgehäuse…“
 Wenn du den Kopf aus dem zweiteiligen Abschirm-Gehäuse ausbaust, gibt es dann immer noch einen Kurzschluss zwischen Anschluss und Kopf selbst? Oder hast du schon so gemessen?
Der Kopf ist so weit auseinander gebaut, wie es geht (glaube ich):
   
Ich sehe auch nicht, dass die Kontakte der schwarzen Kabel mit irgendwas in Berührung kommen.


(16.11.2024, 14:36)Uhermania schrieb:
(16.11.2024, 12:42)q-tip schrieb: Gegen Masse im ausgebauten Zustand hatte ich tatsächlich nicht gemessen. Hätte ich mal machen sollen...
Schwarzes Kabel obere Kanal gegen Kopfgehäuse: Keine Verbindung
Schwarzes Kabel unterer Kanal gegen Kopfgehäuse: 3,5 Ohm.

Robert,

sind dies Messungen bei abgelötetem Kopf?

Gruß

Dieter
Die sind bei ausgebautem Kopfträger. Die Kabel gehen als nur bis zu Anschlussleiste und sind mit nichts verbunden.

Bezüglich Brummschleife: Ich denke die 3,5 Ohm zum Gehäuse sind ein Fehler des Kopfes. Wenn nicht, sollte es ja bei beiden Kanälen gleich bzw. ähnlich sein. 

Gruß
Robert
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#11
Nein, weiter auseinanderbauen kann man den Kopf nicht.

Ich sehe da noch Drähtchen, die von links nach rechts über die Anschlussplatten gehen. Könnte eines davon einen ungewollten Kontakt z.B. zur Lötstelle des schwarzen Kabels haben?

   
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#12
(17.11.2024, 11:26)q-tip schrieb: Bezüglich Brummschleife: Ich denke die 3,5 Ohm zum Gehäuse sind ein Fehler des Kopfes. Wenn nicht, sollte es ja bei beiden Kanälen gleich bzw. ähnlich sein.

Schon klar, dass es bei dem Masseschluss am Kopf auch ein "schlechter" Kontakt sein kann, wenn die 3,5 Ohm als genau gemessen gelten können.

Und nein, es kann auch nur ein Kanal betroffen sein, denn die Brummschleife addiert die Störspannung an der Stelle, an der sie geschlossen ist. Voraussetzung ist, die abgeschirmten Leitungen verlaufen getrennt für jeden Kanal.

Lösung wäre ein Austauschkopf oder das Provisorium eines isolierten Kopfgehäuses.

Gruß

Dieter
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#13
(17.11.2024, 12:57)havox schrieb: Nein, weiter auseinanderbauen kann man den Kopf nicht.

Ist das Foto vom besagten Kopf? Dann verstehe ich die Brücke nicht.

Gruß

Dieter
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#14
Ich auch nicht, aber ich habe auch keine B67 zum Vergleich...wenn ich es richtig sehe, sind es zwei Brücken, je eine pro Kanal.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#15
Sehr sauber sehen die Lötstellen nicht aus. Man könnte aber meinen, dass auf der unteren Seite ebenfalls eine solche Brücke verlötet sei. Vielleicht nochmals besser aufgelöst fotografieren, dann kann man vielleicht entscheiden, ob es daran liegt.
Wenn der Masseschluss nicht an diesen Lötstellen liegt, dann besteht eben intern ein Gehäuseschluss. Das scheint ja auch im abgelöteten Zustand nachgewiesen worden zu sein.

Gruß

Dieter
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#16
Die Brücken sind einfach zu erklären. Jedes Spursegment im Kopf besitzt 2 Spulen, deren 4 Anschlüsse an der Rückseite herausgeführt sind. Die Brücken sind die Verbindung zwischen den beiden Spulen. Ich würde mal mit einem Scalpel die Kanten des Isolierplättchens und zwischen Schlitzschraube und Lötstelle abfahren. Das könnte auch ein Tin Whisker sein. Wenn gar nichts mehr geht, könnte man noch versuchen, den Schluss mit 2 in Reihe geschalteten 9 V Blocks zwischen Gehäuse und Spulenanschluss "wegzublitzen".

MfG, Tobias
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
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#17
Kannte ich seither nicht, dass es zwei Spulen pro Spur gibt. Und wozu dient das? Der Anpassung?

Tin-Whisker: Vielleicht zu einer der Schraubenköpfe?

"Wegblitzen" -- das gefällt mir gut. Ich hatte schon einen ähnlichen Gedanken. Wegbrutzeln ... Könnte natürlich sein, dass dann die Spule auch durch ist.

Gruß

Dieter
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#18
Ja, man kann die 4 Spulen einzeln messen und die haben auch jeweils ca. den halben Wert. Das passt also.
Die Sache mit dem Skalpell werde ich mal ausprobieren.
Wegblitzen klingt interessant, aber auch gefährlich. Studer Schmetterlingsköpfe wachsen ja auch nicht auf Bäumen, auch wenn dieser schon einige Stunde hinter sich hat.

Ich habe Google mal nach nicht leitenden Schrauben befragt und bin auf PEEK-Schrauben gestoßen. Ich bin mir nur nicht so sicher, wie fest man die anziehen kann. Das wäre sonst vielleicht eine Möglichkeit: Kopfgehäuse von Innen mit Tesafilm o. ä. isolieren und den Kopf mit so einer Schraube befestigen. Vielleicht ein bisschen Pfusch, aber ich hab ja kein Tonstudio...

Gruß
Robert
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#19
Es gibt bei alten Hammond Orgeln Zink Dendrite, das ist etwas ähnliches wie Tin Whisker. Daher stammt die Methode mit dem Wegblitzen. Wenn man den Anschluss der Spule mit dem kleinsten Widerstand zum Gehäuse nimmt, sollte kaum Strom über die Kopfwicklung fliessen. Aber wie schon geschrieben "wenn gar nichts mehr geht", die Methode ist nicht ungefährlich.

MfG, Tobias
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
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#20
(17.11.2024, 17:50)q-tip schrieb: Ich habe Google mal nach nicht leitenden Schrauben befragt und bin auf PEEK-Schrauben gestoßen. Ich bin mir nur nicht so sicher, wie fest man die anziehen kann. Das wäre sonst vielleicht eine Möglichkeit: Kopfgehäuse von Innen mit Tesafilm o. ä. isolieren und den Kopf mit so einer Schraube befestigen.
PEEK ist vielleicht nicht nötig, es handelt sich ja nicht um eine Hochtemperatur-Anwendung. Ich würde Nylon-Schrauben besorgen. Ich weiß nicht, wie die Befestigung im Detail aussieht, aber vielleicht geht auch die Isolation einer Metallschraube über Isolierhülsen für Kühlkörper.

Tesafilm würde ich auch nicht nehmen, sondern eine bessere Isolierfolie für Trafos (gelblich braun und superdünn).

Gruß

Dieter
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#21
bessere Isolierfolie für Trafos (gelblich braun und superdünn) = Kapton
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
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