Mögliche Problemstelle bei der A700: Widerstände
#1
Hallo zusammen! 

Ich bin aktuell dabei, eine A700 aufzuarbeiten und habe dazu hier schon viel Nützliches im Forum gefunden! Unter andererem wird ja hier (und anderswo) viel darüber diskutiert, welche Teile definitiv zu tauschen sind. Das geht los beim meist wenig umstrittenen Re-capping und endet dann immer wieder mal dabei, ob man denn nun möglicherweise unterdimensionierte Transistoren tauschen sollte um die TCA561 zu schützen.

Wovon ich aber noch nie gelesen habe: Widerstände. 

Ich hatte neulich, nachdem ich bereits die ganzen Rifas und Frakos rausgeworfen hatte (und auch die Versorgungsspannungen kontrolliert und eingestellt waren), einen etwas längeren und eigentlich auch erfolgreichen Problelauf gemacht, als bei laufender Maschine plötzlich Rauch aufstieg. Der 100 Ohm-Widerstand, der das Lämpchen der Play-Taste versorgte, war verschmort. Genauere Begutachtung ergab dann, dass der nachfolgende Transistor auch tot war (dauerhaft hochohmig) und der Widerstand selbst nur noch 20 Ohm hatte! Das Lämpchen selbst war noch intakt. 

Kurz gesagt: Seit der Sache traue ich den Widerständen in der Maschine nicht mehr. Ich habe bereits alle 100 Ohm Vorwiderstände ersetzt; werde das jetzt aber ausweiten. Man denke nur mal drüber nach, was ist, wenn einer der Tastenwiderstände (3,9k) plötzlich niederohmig wird und die 24V (mitunter eher bis zu 28V)-Schiene direkt auf das Steuer-IC legt. Selbiges gilt auch für die Widerstände, die die so oft diskutierten Transistoren an den TCA561 umgeben. Ich würde nicht ausschließen, dass bei manchen der bekannt gewordenen Defekte auch dort die Ursache liegt. 

Das war es auch fürs Erste; ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr zugeschwallt, aber das war ein Gedanke, den ich mal teilen wollte.
Zitieren
#2
Sorry, aber niederohmig gewordene Widerstände hatte ich in meinem 50-jährigen Berufsleben noch nie.

MfG, Tobias
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
Zitieren
#3
Ich wüsste jetzt auch nicht, wo mir sowas sonst schon mal begegnet wäre. Könnte aber auch daran liegen, dass die Dinger in Folge meistens komplett durchbrennen, was ja hier um ein Haar auch passiert wäre (der Widerstand sah echt nicht mehr gut aus), wenn nicht der Transistor zuerst den Geist aufgegeben hätte.
Zitieren
#4
Ich hatte bisher nur (sehr selten) Widerstände, die durchgebrannt waren und in einem Fall bei einem Röhrengerät einen Kohle-Massewiderstand, der seinen Wert verzehnfacht hatte.
Es ist auch eigentlich physikalisch gar nicht möglich, dass Widerstände niederohmig werden. Wenn die Kohle- oder Metallschicht verbrennt, bleibt ja nichtleitendes Material übrig.
Zitieren
#5
Das macht alles Sinn; aber was wäre denn eine andere Erklärung für das, was passiert ist? Den verkohlten (ehemals) 100 Ohm-Widerstand habe ich noch hier; dass der jetzt ~1/5 seines Nennwiderstands aufweist ist relativ eindeutig.

Aber das Ganze soll ja auch keine Raparaturempfehlung von mir sein. Wenn es bei meiner Beobachtung bleibt, dann kann man es wohl ignorieren; interessant wäre es eh nur, wenn das andere schon mal beobachtet hätten.
Zitieren
#6
Ich gehe stark davon aus, dass ein anderes Bauteil den Widerstand überlastet hat.

Vielleicht war es der Transistor? Oder die Lampe für die Play-Taste ersetzt und eine mit zu viel Ampere eingesetzt?

Gruß
Robert
Zitieren
#7
Transistor ist ein interessanter Punkt; ich hatte bisher immer die Annahme, dass die hier so angesteuert werden, dass sie quasi eh komplett niederohmig werden; sprich der Lampenstrom ergibt sich einfach aus dem Vorwiderstand und dem Widerstand der Lampe selbst.

Das Lämpchen hatte ich geprüft; es ist das korrekte verbaut gewesen und es verhält sich auhc nach wie vor wie alle anderen.
Zitieren
#8
(31.10.2024, 20:37)Milkis schrieb: es ist das korrekte verbaut gewesen

Schade, das wäre mein Tip gewesen Wink
Ansonsten kenne ich auch nur Widerstände, die hochohmig werden (zB. die 220k oder 330k für die Anlaufstromversorgung der klassischen Schaltnetzteile). Die sind aber auch ständigem Streß durch die Zwischenkreisspannung ausgesetzt.

Welche Werte hatten denn die anderen 100-Ohm-Widerstände, die Du prophylaktisch getauscht hast?

Michael
Zitieren
#9
Ich habe davon ungefähr die Hälfte ausgemessen; die waren allesamt absolut sicher innerhalb der Toleranz.
Zitieren
#10
Inzwischen hat sich das Thema (mit ziemlicher Sicherheit) aufgeklärt: Wie von den meisten hier vermutet, war mein Verdacht bezüglich der Widerstände falsch. Ursache war vermutlich ein unter dem Play-Taster liegendes Stück Zinn, das immer mal wieder für Kurzschlüsse gesorgt hat.

[Bild: mZ0vQgg.jpeg]

Das Stück Zinn kommt aber nicht irgendwoher; es stammt ziemlich sicher von einer der Leiterbahnen unter den Tastern. Rechts im Bild sieht man auch eine der Stellen (leider sehr dunkel), an denen der Taster immer wieder über die PLatine geschabt hat, sodass stellenweise nur noch die Kupferbahn, aber nicht mehr die aufgebrachte Verzinnung vorhanden ist.
Zitieren
#11
Das sieht mir eher nach Resten aus einer Entlötsaugpumpe aus.
Freundliche Grüße
Jens
Zitieren
#12
Das einzige Mal, wo ich mit Widerständen an der A700 experimentiert hatte, liegt an die 20 Jahre zurück. Um das Rauschverhalten des WV zu studieren, hatte ich dort alle Widerstände gegen 1%-Metallfilm ausgetauscht. Beim Rauschverhalten des TBA931 kam ich aber zu dem Ergebnis, das dieser Aufwand nicht der Mühe lohnt. Beim Umbau auf einen OPA 2134 mag das anders aussehen. Bislang läuft die Maschine  aber noch auf dem originalen TBA.

Martin
"Früher war mehr Lametta!"
Zitieren
#13
(31.12.2024, 15:57)optacord414 schrieb: Das sieht mir eher nach Resten aus einer Entlötsaugpumpe aus.

Bezweifle ich. Einerseits weil es sehr passgenau das fehlende Stück rechts ist und andererseits weil auch unter manchen anderen Tastern (weniger große) Abschabungen zu finden waren.
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste